Im Wesentlichen bleibe als große Einrichtung lediglich die Bundeswehrfachschule, die mit 350 bis 400 Lehrgangsteilnehmern zu den größeren im Bundesgebiet gehört.

Bund in der Pflicht

Zugegebenermaßen sei da zunächst der Bund als Auslöser der Probleme in der Pflicht den Betroffenen ein Alternativangebot zu machen, findet Stober. Für viele Beschäftigte, die mittlerweile in Karlsruhe verwurzelt sind, sei aber ein bundesweiter Standortwechsel schwierig, da er häufig zu einem kaum lösbaren Spagat zwischen Familie und Beruf führen würde.

In einem Schreiben bat der SPD-Abgeordnete daher den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann um Unterstützung und bat ihn, auch zu überprüfen, inwieweit Betroffene auch auf freien Stellen in Landeseinrichtungen eine neue berufliche Perspektive bekommen könnten. "Auf Grund der zum Glück immer noch zahlreichen Landeseinrichtungen in Karlsruhe könnte gerade in unserer Region der Stellenabbau aufgefangen werden könnte", so Stober. Dies gelte neben dem Standort Karlsruhe ebenso auch für den Standort Bruchsal, an dem rund 350 Stellen wegfallen.

Kreiswehrersatzamt könnte für das KIT erworben werden

Bei allem Bedauern über den Aderlass der Bundeswehr in Karlsruhe, müsse man auch prüfen, welche neuen Chancen sich an anderer Stelle dadurch ergeben. Stober bat den Ministerpräsidenten daher auch zu prüfen, ob das Land das direkt neben dem neuen "Campus Ost" gelegene Kreiswehrersatzamt mit seinen gut 6.000 Quadratmetern Fläche für das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das derzeit ein enormes Flächendefizit hat, erwerben kann. "Vielleicht findet man hier sogar eine Lösung von der alle etwas haben: Das Land durch den Erwerb des Kreiswehrersatzamts für das KIT und zumindest ein Teil der Betroffenen durch neue Beschäftigungsverhältnisse beim Land Baden-Württemberg", so Stobers Hoffnung.

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