"Wir sind betroffen und schockiert darüber, dass sich in einer unserer Einrichtungen derartige Übergriffe haben ereignen können", sagt Sascha Korte, Geschäftsführer von European Homecare nach den Vorfällen im nordrhein-westfälischen Burbach, "ich kann dafür nur um Verzeihung bitten".  

Das Unternehmen habe die Zusammenarbeit mit der Wach- und Sicherheitsgesellschaft SKI bis zur endgültigen Klärung und Aufarbeitung der Vorwürfe in NRW beendet und einen anderen Dienstleister beauftragt. Die Zusammenarbeit an den Standorten in den anderen Bundesländern werde aktuell überprüft, so heißt es weiter. 

Situation in Karlsruhe eine andere als in NRW

Betroffen davon sind auch Flüchtlingsheime in der Region Karlsruhe. 13 Heime unterhält das Regierungspräsidium (RP) in der Fächerstadt, eine Heidelberg und eine Notunterkunft in Mannheim. In fünf dieser Einrichtungen agiert European Homecare als Betreiber, eingestellt vom RP. "In Baden-Württemberg werden die Einrichtungen vom Land unterhalten", erklärt ein Sprecher des Regierungspräsidiums Karlsruhe im Gespräch mit ka-news. Anders als in Nordrhein-Westfalen gebe es hierzulande keine Subunternehmer-Verträge mit den Sicherheitsfirmen - die SKI-Wachbeauftragten seien direkt vom Regierungspräsidium angestellt worden. "In Karlsruhe schließt das Regierungspräsidium seine Verträge direkt mit den Sicherheitsfirmen ab", so der Präsdiumssprecher. So könne man die Zustände besser überprüfen. 

Auch in Karlsruhe zeigen sich die Verantwortlichen schockiert über die Misshandlungsvorwürfe aus Burbach. "Ein Vorfall wie der in Nordrhein-Westfalen ist uns nicht bekannt", versichert der Sprecher, "und wir tun auch alles Menschenmögliche, dass das so bleibt".

Regierungspräsidium prüft Einrichtungen erneut

So wolle man die Firmen schriftlich zur Einhaltung der Standarts auffordern. In täglichen Berichten soll über die Situation in den Flüchtlingsheimen Bericht erstattet werden. Zudem müsse jeder Wachmann ein polizeiliches Führungszeugnis vorweisen. "Zusätzlich zu alledem befinden wir uns im Gespräch mit der Polizei", schildert der Sprecher, "künftig wird es Streifenfahrten zu den Einrichtungen geben. Neben der Kontrolle soll deutlich werden, dass das Land Baden-Württemberg als Ansprechpartner vor Ort ist". 

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