"Der Liebe wegen" kam Monika Schneider 2007 nach Karlsruhe. Zwangsläufig sei es dann auch Liebe auf den ersten Blick mit der Fächerstadt gewesen, lächelt die 49-jährige Wuppertalerin. "Die Stadt macht es einem aber auch sehr leicht", betont sie.

Sommertag auf dem Turmberg

Aufgewachsen im bergigen Wuppertal schätzt die Mutter einer 16-jährigen Tochter den großen, weiten Himmel und das viele Licht in der badischen Metropole. Auch die "badische Mentalität" der Menschen stellt für sie kein Problem dar - sie kann sich gut mit der Gelassenheit der Karlsruher identifizieren. Einzig der Dialekt mache ihr zu schaffen, so Schneider lachend. "Aber das Schwäbische ist ja noch viel schlimmer."

In den knapp fünf Jahren in Karlsruhe hat sie die schönen Flecken in der Region schnell entdeckt. So hält sie sich an einem schönen Sommertag gerne auf dem Turmberg auf und genießt den Blick über Karlsruhe. Aber auch die Durlacher Altstadt und der Schlossgarten haben es Schneider, ihrem Mann und dem Dackel Knecht Ruprecht angetan. Die Architektur der Stadt und die schnellen Verbindungen ins Zentrum schätzt die in Hagsfeld lebende Filmemacherin. In der Innenstadt ist sie ebenfalls gerne, auch wenn man hier im Moment beide Augen zudrücken müsse "wegen der vielen Baustellen".

"Lass uns doch mal was über unsere Heimat machen"

In der Innensadt in einem Biergarten kam Schneider mit Joachim Wossidlo, einem befreundeten Filmemacher, auch auf die Idee für den Film über Karlsruhe. "So etwas gab es ja noch nicht", erklärt sie. Als Wahlbadener konnten beide den Film aus "der Sicht zweier Besucher" realisieren. Für Monika Schneider war das Karlsruhe-Projekt jedoch kein Sprung ins kalte Wasser. Seit bereits sieben Jahren ist sie als Filmemacherin und Medienfrau selbständig. So entstanden bereits Filme über die Wupper und die Ruhr.

"Lass uns doch mal was über unsere Heimat machen" sei damals ihre Idee gewesen. Also war es nach den erfolgreichen Erfahrungen nur der logische Schritt, einen Film über Karlsruhe zu drehen. "Größtenteils sind wir beim Dreh auf offene Türen gestoßen", freut sie sich über die freundliche Kooperation mit den Badenern. Der Film sei ohne städtische Unterstützung in privater Vorleistung entstanden, erinnert sich die Filmemacherin.

Von Ettlingen nach Karlsruhe, über das Kraichtal nach Bruchsal haben die beiden Filmemacher interessante und außergewöhnliche Dinge auf Band gespeichert und in einem 90-minütigen Film verarbeitet. Für die Zukunft wünscht sich Schneider eine zweite Auflage von "Karlsruhe - Der Film" mit neuen interessanten Sachen über die Fächerstadt und die Region. Städte und Landschaften auf eine andere Weise zu porträtieren sei genau ihr Ding - und so hofft sie in Zukunft noch viele weitere Projekte dieser Art verwirklichen zu können.

Übrigens: An der Filmmusik war Gerald Renger beteiligt, über den Sie ebenfalls ein ka-news-Profil lesen können.

Mehr zum Thema:
http://www.evendio.de/
http://www.karlsruhe-derfilm.de/

Beschreiben Sie sich mit drei Worten.
spontan, ehrlich, kreativ

Was ist Ihre größte Stärke, was Ihre größte Schwäche?
Meine Zuverlässigkeit; alles perfekt machen zu wollen.

Lerche oder Eule? Sind Sie Frühaufsteher oder Nachtmensch?
Ich stehe im Sommer lieber früher auf als im Winter. Da lasse ich es lieber langsamer angehen. Grundsätzlich finde ich es aber besser, früher mit der Arbeit zu beginnen, dann hat man mehr vom gemeinsamen Feierabend mit der Familie.

Was war als Kind oder Jugendlicher Ihr Traumberuf? Haben Sie jemals daran gedacht, das zu werden, was Sie heute sind?
Ich hatte so gar keine Vorstellung von meinem Berufswunsch. Ich war bei der Berufsberatung und dort hat man gesehen: "Aha, Mathematik und Kunst sind also die Lieblingsfächer? Dann werde doch Technische Zeichnerin." So kam es dann zu meiner Ausbildung. Dann gefiel es mir dort nicht, ich konnte nicht besonders kreativ sein und wollte lieber Fotografie studieren. Also verkürzte ich meine Ausbildung zur Teilzeichnerin und machte mein Fachabitur im Bereich "Gestaltung". Ich bekam leider keinen Studienplatz und habe bei Designern gearbeitet, um die Zeit zu überbrücken. Und dann ist es beim Bereich Gestaltung, Werbung und Medien geblieben. Alle Berufs-Kenntnisse habe ich "Learning by doing" erworben und später kam auch noch der Film dazu.

Wenn Sie in Ihrem Leben etwas noch einmal machen könnten, was wäre das?
Ich würde wohl alles genau so machen und keine Entscheidung bereuen, sonst wäre es nicht mein Leben, sondern ein anderes.

Sie schlagen morgens die Zeitung auf. Welche Schlagzeile würden Sie gerne über sich lesen?
"Karlsruhe – Der Film" kommt als neue Auflage heraus.

Auf welchen Gegenstand möchten Sie im Leben nicht verzichten?
Auf meinen iPod. Ich liebe Musik, und sie immer dabei haben zu können ist wunderbar.

Wen würden Sie gerne auf den Mond schießen?
So einige Menschen: Politiker, die Entscheidungen treffen, die ich nicht nachvollziehen kann und die zukünftige Generationen belasten (Atomkraft, Gewalt, Tierversuche, Renten). Menschen, die durch Zufall oder Glück zu Reichtum und Prominenz gekommen sind und vergessen haben, wo ihre Wurzeln sind und nichts zurückgeben. Namen zu nennen, würde den Umfang des Artikels sprengen.

Wenn Sie Ihr eigener Mitarbeiter wären, was würde Ihnen besonders an sich auffallen?
Dass ich vieles kann und immer noch besser werden will. Dass es mit mir immer lustig wäre, denn ohne Lachen vergeht bei mir kein Tag.

Sie tauschen einen Tag mit einer Person des anderen Geschlechts – wer wäre das?
Mit einem super Musiker, der sein Ding macht und sich immer treu geblieben ist, wie Joe Cocker, Eric Clapton, Wolfgang Niedecken (BAP) oder (eine lokale Größe) Oli Roth.

Was würden Sie ändern, wenn Sie König von Deutschland wären?
Dann gäbe es ein Grundeinkommen für alle. Die Menschen wären frei von Existenzängsten und könnten ihr Potential nutzen, um unsere Gesellschaft weiter zu bringen.

Sie werden als Tier geboren. Als welches?
Als Möwe. Frei und ungebunden.

Was finden Sie an Karlsruhe reizvoll?
Da gibt es viel: die badische Gelassenheit, der große Himmel (ich komme aus einer bergigen Landschaft), die vielen kulturellen Möglichkeiten, Freizeitangebote - aber das habe ich schon alles in meiner DVD "Karlsruhe – Der Film" gezeigt....

Deutschland gilt auch als das Land der Nörgler und Perfektionisten – Warum würden Sie dennoch einwandern?
Weil es ein schönes und vielfältiges Land ist, mit Freiheit und Frieden - kostbare Güter, die es in vielen Teilen der Welt nicht gibt.

Sekt oder Selters – welches Getränk geht bei Ihnen nie aus?
Beides. Nur jedes zu seiner Zeit.

Was bewegt Sie dazu, vom Sofa aufzustehen?
Unser Dackel "Knecht Ruprecht".

Meer oder Berge – Action oder Entspannung im Urlaub?
Gerne das Meer, Nordsee oder Mittelmeer. Und dann bitte von allem etwas: vormittags am Strand, dann das Land erkunden, vielleicht wandern, abends gut essen und zum Ende des Tages ein schöner Sonnenuntergang mit chilliger Musik - mehr Action und Entspannung für die Seele gibt es doch nicht, oder?

Welche Sprache würden Sie gerne noch lernen?
Ich würde gerne die englische Sprache weiter ausbauen und Französisch lernen, denn das ist eine wunderschöne Sprache für die Musik.

Kommen Sie in den Himmel oder in die Hölle?
Ich denke, das entscheide ich nicht. Fest steht nur, dass das letzte Hemd keine Taschen hat, also ist es meine Aufgabe, mein Leben so gut wie möglich zu leben, denn ich werde nichts mitnehmen können. Und wer weiß: Vielleicht ist es in der Hölle ja lustiger, vielleicht trifft man jede Menge bekannter Gesichter wieder?