Über das künftige Angebot auf der Nordstadtbahn unterrichteten gestern die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) im Rahmen einer Infoveranstaltung im NCO-Club in der Delawarestraße. Der neue Geschäftsführer der VBK, Dr. Walter Casazza, stellte den neuen Fahrplan und die Linienführung vor. Die Nordstadtbahn ist der Auslöser für eine Reihe von Änderungen im Netz der Karlsruher Straßenbahn. Casazza informierte unter anderem auch über den Fahrzeugeinsatz und den Busanschluss an die Nordstadtbahn. Wer in diesen Tagen durch die Erzbergerstraße fährt, erkennt, dass der Endspurt in den Bauarbeiten für die Nordstadtbahn definitiv eingeläutet wurde.

Arbeiten für die Oberleitung haben mächtige Fortschritte gemacht

"Wir haben eine Strecke, die auf dem modernsten Stand der Technik ist", sagte Casazza. Die Schienen sind inzwischen komplett verlegt und auch an das bestehende Straßenbahngleis in der Kaiserallee angeschlossen. Auch die Bahnsteige für die sechs neuen Haltestellen sind nahezu fertig gestellt. Dabei wurden erstmals in Karlsruhe Betonfertigteile verwendet, um die Wurzeln der zahlreichen Bäume im Grünstreifen der Erzbergerstraße zu schonen. Jedoch fehlt teilweise noch die Ausrüstung der Haltestellen mit Wartehallen, Spritzschutzwänden und Fahrplananzeigern.

Ende des Monats sollen hier die ersten Bahnen rollen (Archivfoto: ka-news)

"Bei den Arbeiten der Nordstadtbahn wurde auch auf den Umweltschutz geachtet. Dabei kommt es zu einer Erhöhung der Verkehrsmittelwahl zugunsten des ÖPNV, die Reduzierung der Feinstaubbelastung und weniger Lärm und Abgase", so Casazza. Auch die Arbeiten für die Oberleitung haben mächtige Fortschritte gemacht: Alle Fahrleitungsmasten sind inzwischen gesetzt und die Ausleger montiert. Nun muss nur noch der Fahrdraht gezogen werden. Selbst die Gartenbauarbeiten kommen voran: Im Rasengleis sprießt bereits das erste Grün. Die Nordstadtbahn fährt nämlich zu 90 Prozent auf einem umweltfreundlichen und lärmmindernden Rasengleis.

17.000 Kubikmeter Material bewegt

Es gibt sieben Straßenbahn- und Stadtbahnlinien und 24 Buslinien. Es wird vor allem ein sehr attraktives Tarifsystem mit einem dichtem Fahrplanangebot zur Verfügung gestellt. Die Verkehrslinie sei zuverlässig und pünktlich bei den langen Betriebszeiten. Es gibt eine 3,1 Kilometer lange zweigleisige elektrifizierte Strecke und einen 2,8 Kilometer langen Schall- und erschütterungsarmen Rasengleis. Die Bausumme beträgt rund 28 Millionen Euro. Es wurden etwa 10.000 Kubikmeter Erde abgetragen und 7.000 Kubikmeter aufgetragen. Es gibt sechs neue Haltepunkte mit 100 prozentiger Barrierefreiheit und fünf überdachte "Bike and Ride"-Stationen.