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Karlsruhe Wer mit wem? Karlsruher Landtagskandidaten äußern sich zu Koalitionsfrage

Die Landtagswahl am 13. März in Baden-Württemberg rückt näher: Am Donnerstagabend stellten sich sechs der zwölf Karlsruher Landtagskandidaten auf dem Podium der Wirtschaftsjunioren (WJ) der Diskussion. Neben Fragen zu Wirtschaft, Finanzen, Bildung und Flüchtlingen, gab es auch erste Sympathiebekundungen zwischen den Parteien.

Das spielerische Szenario: Ein Wasserschaden im Stuttgarter Landtag - das Büro der Abgeordneten ist betroffen. "Mit welchem der hier anwesenden Kollegen würden Sie sich das Büro teilen - wen würden Sie aufnehmen?", lautete die Frage der Moderatoren im IHK-Haus in Karlsruhe.

Wer mit wem? Koalitionsfrage auf dem Podium

Gerichtet war sie an Katrin Schütz (CDU), Meri Uhlig (SPD), Bettina Lisbach (Grüne), Tom Høyem (FDP), Sabine Skubsch (Die Linke) und Paul Schmidt (AfD). Die Antworten sorgten angesichts teils überraschender Sympathiebekundungen für Schmunzeln im voll besetzten Saal.

Bei der CDU wurde die wirtschaftliche liberale Einstellung der FDP geschätzt - ein gemeinsames Büro denkbar. Annäherungen gab es auf dem Podium zwischen SPD und Grüne an die Linke: Uhlig und Lisbach würden ihre Bürogemeinschaft für Skubsch öffnen.

Für Lacher im Saal sorgte FDP-Kandidat Høyem: Er würde AfD-Kollegen Schmidt Zuflucht gewähren -"ein sehr intellektueller Mann und ich würde mit ihm gerne über die Flüchtlingsfrage diskutieren - warum er hier falsch liegt." Schmidt selbst entgegnete auf die Frage mit Humor: "Kommt ganz darauf an, für wie lange." Er empfinde es als reizvoll, einen Tag mit jedem Kollegen zum Meinungsaustausch zu verbringen. Längerfristig könne er sich aber nur eine Zusammenarbeit mit der FDP vorstellen.

Fragen aus dem Publikum

Neben den moderierten Themenblöcken zu Wirtschaft, Finanzen, Bildung und Flüchtlingen, schloss die Podiumsdiskussion mit einer Fragerunde aus dem Publikum ab: Insgesamt vier Fragen hatten die rund 150 geladenen Gäste aus der Wirtschaft an die Kandidaten. An die AfD wurde die Frage nach Begrenzung der Flüchtlingszahl und Einhaltung der Obergrenze gestellt. Die Antwort von Paul Schmidt: Nur Kriegsflüchtlinge sollen aufgenommen, alle anderen abgeschoben werden. 

Sehr konkret wollte ein Gast die Maßnahmen zur Luftreinhaltung in Karlsruhe von CDU und Grünen wissen: Bei den Konservativen setzt man auf Mobilitätskonzepte wie Mitfahrgelegenheiten. Die Grünen wollen die Luftqualität in Karlsruhe weiter durch Umweltzonen, nachhaltige Verkehrspolitik (Elektromobilität, ÖPNV, Fahrradkonzepte) sowie durch die Stilllegung des RDK 7 im Karlsruher Rheinhafen erhalten und verbessern.

Wie soll Karlsruhe studentenfreundlicher werden, liebe AfD? "Karlsruhe ist bereits jetzt sehr studentenfreundlich", so Paul Schmidt, "wir wollen die Universitäten generell leistungsfähiger machen." Von Skubsch gab es den Einwurf, dass in erster Linie bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden müsse.

Gefragt wurde ebenfalls nach einer Einführung der Wehrpflicht für Asylbewerber und deren Einsatz in ihren Herkunftsländern: "Das geht nicht", stellte Schütz klar, "wir müssen vor Ort anders helfen." Ähnlich sieht das Meri Uhlig: "Ich rechne der Frage an, dass in ihr ein kleiner kluge Gedanke versteckt ist: Die meisten Menschen wollen nach dem Krieg zurück. Wir müssen diesen Menschen, die hier ankommen, helfen." Erworbene Fähigkeiten, Fachwissen und Kenntnisse sollen den Geflüchteten helfen, ihr Herkunftsland nach Rückkehr und Kriegsende wieder aufzubauen.

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Kommentare (39)
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  •   80er
    (5532 Beiträge)

    20.02.2016 14:08 Uhr
    Ich hoffe doch mal sehr,....
    ...dass meine Partei nicht auf die Idee irgendwann noch mal der F.D.P in eine Koaliation einzutreten. Diese Partei ist nicht regierungsfähig. Und ich hoffe doch sehr, dass sich meine Partei die Worte des Politikwissenschaftlers Eith zu Herzen nimmt. Ich werde auf jeden keinen verschärften Kurs gegenüber Flüchtlinge unterstützen. Und wenn meine CDU-Kandidatin aus meinen Wahlkreis solche Forderungen unterstützt, dann wähle ich am 13.3.2016 GRÜN.
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  •   urraco
    (563 Beiträge)

    21.02.2016 00:44 Uhr
    Mach doch,
    interessiert doch keinen.

    Hauptsache der Flüchtlingskurs WIRD verschärft. Egal auf welche Weise.
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  •   md47
    (839 Beiträge)

    20.02.2016 15:17 Uhr
    Das wird die CDU aber hoffentlich machen
    einer muß nun mal regieren.Da es so aussieht das es für CDU/SPD nicht reichen wird,bleibt nur die FDP .Warum man nicht mit Strobel in den Wahlkampf gezogen ist und Wolf gewählt hat,habe ich bis heute nicht verstanden.Ich hoffe jedenfalls das die LINKEN nicht reinkommen und die Grünen dadurch retten.
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  •   OtusScopus
    (1602 Beiträge)

    20.02.2016 17:33 Uhr
    Eine Koalition aus CDU, SPD und FDP
    wäre der endgültige politische Suizid der SPD. Darauf wird sie sich niemals einlassen, denn dann würden ihr auch noch die letzten WählerInnen davonlaufen.
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  •   md47
    (839 Beiträge)

    20.02.2016 18:30 Uhr
    Das kann sein Schmid ist skeptisch
    stand in einem Bericht.Wahrscheinlich läßt die FDP alles offen um sich auf irgendeine Seite zu schlagen.CDU/GRÜN oder GRÜN/CDU kann durchaus auch kommen.
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  •   Zweistein
    (177 Beiträge)

    20.02.2016 13:47 Uhr
    Sprichwort
    Pack schlägt sich - Pack verträgt sich.
    Im Wahlkampf jeder gegen jeden, am Wahlabend dann aus purer Machtgeilheit dann wieder dicke Freunde, kennt man doch!
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  •   pearly1465
    (54 Beiträge)

    20.02.2016 13:22 Uhr
    Egal
    welche der etablierten Parteien man wählt: auf jeden Fall bekommt man weiterhin unbegrenzten Zustrom von Flüchtlingen, Wirtschaftsmigranten, Unregistrierten. Wer das will: nur zu.
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  •   benny1616
    (150 Beiträge)

    20.02.2016 11:35 Uhr
    q ignaz.J.Reilly
    +++ Das Posting enthält beleidigende Inhalte und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   OtusScopus
    (1602 Beiträge)

    20.02.2016 17:29 Uhr
    Nur komisch, dass kaum eine Frau...
    die AfD wählen will. Oder eben nich komisch, sondern logisch. Wenn diese Kameraden etwas zu sagen hätten, würde für Frauen wirklich Grund zur Furcht bestehen - die allermeisten Gewaltdelikte gegen Frauen finden nämlich im häuslichen Umfeld durch Ehemänner, Freunde und Verwandte statt. Und wenn man sich durchliest, welche Rolle die meisten AfDler den Frauen zugedacht haben, wird schnell klar, was passieren würde. Dass diese Partei und ihre Anhänger sich nun ausgerechnet als Sachwalter der Frauen aufspielen wollen, ist nicht nur verlogen, sondern einfach nur lächerlich.
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  •   urraco
    (563 Beiträge)

    21.02.2016 00:46 Uhr
    Haha, geil,
    als Relativierung für Silvester musste das Oktoberfest herhalten, nachdem das ausgelutscht ist gehts jetzt den Ehemännern an den Kragen.

    Otusignatzpatronenhausierer, an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten.
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