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Karlsruhe Neues KSC-Stadion: Im April berät der Gemeinderat über Fortgang

Die Stadt Karlsruhe und der Karlsruher SC wollen bis zum Ende des Jahres entscheiden, welches Unternehmen den Zuschlag für den Neubau des Wildparkstadions erhalten soll. Bauherrin und Mieter befinden sich seit Dezember 2017 in Gesprächen über die Bieterangebote - sie übersteigen alle den vom Gemeinderat gesetzten Kostenrahmen. Bereits im April soll der Gemeinderat über einen großen Kostenpunkt beraten: Die Erdwälle.

"Wir gehen davon aus, dass der Punkt, an dem die Öffentlichkeit in größerem Ausmaß informiert werden kann, Ende April erreicht werden kann", heißt es von Bernd Wnuck, Pressesprecher der Stadt Karlsruhe, auf ka-news-Anfrage. "Es bleibt dabei, dass sich KSC und Stadt nach wie vor in Gesprächen befinden, die sich im Augenblick noch hinziehen."

Laut Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) steht dieser Zeitpunkt nun fest: Zunächst im gemeinderätlichen Hauptausschuss am 17. April, dann am anschließenden Gemeinderat am 24. April, sollen Weichen für den Stadionbau gestellt werden.

Beleuchtet werden bisherige Erkenntnisse und laufende Verhandlungen mit den Bietern, ist dem BNN-Artikel vom 16. März zu entnehmen. Wie die Stadt gegenüber ka-news bestätigt, soll die Abtragung der Wälle als Vorabmaßnahme auf der Tagesordnung stehen. Bereits am vergangenen Freitag kam der Betriebsausschuss des kommunalen Eigenbetriebs "Fußballstadion im Wildpark" zu einer Sitzung im Rathaus zusammen.

Warum dauert die Entscheidung so lange?

Eigentlich sollte die Entscheidung über den Baukonzern, welcher den Stadionkörper bauen wird, bereits im Dezember fallen. Doch zu diesem Zeitpunkt teilte die Bauherrin mit, dass die Bieterangebote für den Bau des neuen Fußballstadions den vorgegebenen Kostenrahmen von insgesamt 113,7 Millionen Euro übersteigen. Stadt und KSC müssen Bauabläufe und Leistungsinhalte erneut überprüfen, auch alternative bauliche Teillösungen werden einer detaillierten Betrachtung unterzogen.

Denn: Der vom Gemeinderat vorgegebene Kostenrahmen von 76,8 Millionen Euro (netto) für Stadion und Hospitality-Parkhaus muss eingehalten werden - wird es teurer, wäre die Stadt Karlsruhe bei einer Überschreitung des Kostenrahmens, und das scheint der Fall zu sein, zur Aufhebung des Vergabeverfahrens berechtigt. Dann müsste erneut über das Projekt abgestimmt werden.

Zu den Details des Verfahrens bewahren die Stadt Karlsruhe und Karlsruher SC nach einem kurzen Schlagabtausch im Dezember in den Medien jetzt Stillschweigen: Welche zeitlichen Verzögerungen zu erwarten sind, wie hoch die Überschreitung der Kostengrenze ist und wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist - diese Antworten bleiben vorerst aus. Sie soll es nach Abschluss des Vergabeverfahrens geben. Die Stadt bestätigt Ende März gegenüber ka-news lediglich, dass man bis zum Ende des Jahres eine Entscheidung getroffen haben möchte.

Welche Kosten können gesenkt werden?

Demnach arbeiteten sich die Verantwortlichen durch die "Funktionale Leistungsbeschreibung" (FLB), welche zwischen Stadt und KSC für die Ausschreibung des Neubau verhandelt worden ist. In der politischen Landschaft positionierten sich derweil die Parteien - der  Erhalt der Haupttribüne wurde zum Teil als Lösung in der Kostenfrage gesehen . Zur Debatte könnten weiterhin die hohen Kosten für die Beseitigung der Erdwälle - welche aus Trümmerschutt bestehen - sowie der Umbau im laufenden Betrieb stehen.

Ausgeschrieben war Stadionkörper, Parkhaus ("oberirdischer Großgarage"), TV-Compound, Provisorien für den Spielbetrieb und Abbrucharbeiten. Zuletzt wurde das Parkhaus mit rund elf Millionen Euro, der Stadionkörper inklusive Parkhaus mit rund 75 Millionen Euro und die Infrastrukturmaßnahmen mit rund 28 Millionen Euro veranschlagt. Geplant war die Fertigstellung des Stadions für die Spielzeit 2020/21.

Der verzögerte Zeitplan soll keine Auswirkungen auf die Bauarbeiten am neuen Stadion haben: Sobald das Vergabeverfahren erfolgreich abgeschlossen worden ist, könnten die Baumaßnahmen am Stadionkörper zügig starten, so die Bauherrin.

Themenreihe Wildparkstadion auf ka-news

Nach jahrelangen Diskussionen steht seit 2016 fest, dass Karlsruhe für 113 Millionen Euro ein neues Fußballstadion erhält. Gebaut wird im laufenden Spielbetrieb, Bauherrin ist die Stadt Karlsruhe mit einem kommunalen Eigenbetrieb. Der Baubeginn war für Frühjahr 2018 angesetzt, inzwischen liegt das Datum bei Mitte 2018. Aktuell steht eine Entscheidung über den Baukonzern aus - sie soll bis zum Ende des Jahres fallen.

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In der Originalversion des Artikels wurde von einer Entscheidung über den Bieter für den Neubau des Stadions von Stadt Karlsruhe und Karlsruher SC im April gesprochen. Dies wurde nachträglich korrigiert. Eine Entscheidung über den Baukonzern soll bis zum Ende des Jahres fallen. Im April wird der Gemeinderat zunächst über die Abtragung der Erdwälle als großer Kostenpunkt beim Neubau entscheiden.

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  •   melotronix
    (2787 Beiträge)

    26.03.2018 13:27 Uhr
    ....
    77 Millionen wurden für den Bau veranschlagt. Bei 113 Millionen ist man inzwischen angelangt. Warum muss man bei der Planung wieder flickschustern? Kürzt beim Staatstheaterneubau. Dort plant man mit mehr als 300 Millionen.
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  •   andi79
    (2738 Beiträge)

    26.03.2018 13:47 Uhr
    77 mio + infrastruktur 28 Mio
    = 105 Mio. Aber seien wir doch mal ehrlich, es werden ca. 130-150 Mio werden wie bei jedem Projekt. Der Standort Wildpark wurde künstlich billig gerechnet weil es politisch so gewollt war und jetzt kommt halt die Realität zurück.

    Zum Staatstheater sag ich mal gar nix, das ist mir allein schon wg. der 20Mio € Subvention jedes Jahr ein Dorn im Auge.... von den 300 Mio red ich mal gar nicht.

    Der Kosten/Nutzen Faktor dürfte bei den 3 Großbauprojektren Kombilösung/Wildpark/Staatstheater aber def. beim Stadion am besten sein.
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  •   melotronix
    (2787 Beiträge)

    26.03.2018 15:52 Uhr
    Kosten
    Zahlen
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  •   melotronix
    (2787 Beiträge)

    26.03.2018 15:55 Uhr
    funktioniert nicht
    wenn man nachlesen möchte, hier unter KSC-Stadion, der Bericht: "Angebote zu teuer, wie sollen Kosten gesenkt werden?"
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  •   seisiKSC
    (202 Beiträge)

    26.03.2018 13:22 Uhr
    die Erdwälle sind das Problem?
    würde ich einfach lassen wo sie sind, es ist doch genug Raum zwischen Spielfeld und den aktuellen Rängen, da passt eine moderne Stahlbeton-Tribüne problemlos dazwischen, die Gegengerade ist so weit weg vom Spielfeld, das geht, in den "Kurven" ist es genau so, die Haupttribüne hat ja keinen Erdwall mehr
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  •   teflon
    (2634 Beiträge)

    26.03.2018 19:41 Uhr
    Jetzt rächt sich die Standortentscheidung
    - ein Platz zb an der Neuen Messe wäre billiger zu bebauen und die Infrastruktur wäre schon fast vollständig vorhanden. Jedes Mal , wenn ich am Hoffenheimer oder Regenburger Stadion vorbeifahre frage ich mich, wie Karlsruhe am Wildpark auch nur ansatzweise die Infrastruktur für Parkplätze schaffen will - ohne den Hardtwald flächig abzuholzen und den Adenauerring in ein Verkehrschaos zu stürzen. Dazu kommt noch, dass ein dauerklammer KSC nie die Kosten für den gesetzten Rahmen stemmen kann - egal in welcher Liga. Somit ist das ganze Gehampel nur ein Scheingefecht auf Zeit und ich bin gespannt , ob überhaupt irgendetwas Zusätzliches ausser dem Amateurstadion am Wildpark entstehen wird
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  •   schwarzvoraugen
    (3126 Beiträge)

    26.03.2018 13:11 Uhr
    Dieses Rumgeeiere fast so schlimm wie die totgeschwiegene Aufstiegsdiskussion
    mit etwas mehr Entschlossenheit und demonstrierten Aufstiegsambitionen wäre diese Diskussion bedeutend einfacher. Sollte es mit dem Aufstieg nicht klappen wären das Fluten auf die Mühlen der Stadiongegner.

    Die Ambition eines bundesligatauglichen Stadions passen einfach nicht zu den gezeigten sportlichen Leistungen und den verbalen Äusserungen der sportlichen Leitung und Vereinsführung. Ich sehe kein sportliches Konzept um in diesem Stadion in 2021 Bayern, Dortmund und Schalke willkommen zu heissen. Viel eher dann doch Grossaspach, Münster und Unterhaching.

    Jedem wie er es verdient. Leider.
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  •   Badenstolz
    (1088 Beiträge)

    26.03.2018 11:04 Uhr
    ... stümmt
    zwinkern
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  •   Badenstolz
    (1088 Beiträge)

    26.03.2018 11:03 Uhr
    stümmt
    zwinkern
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    26.03.2018 10:17 Uhr
    Also im Klartext:
    Es läuft drauf raus, dass es ähnlich wie BER eine Murksbude gibt. Erst riesige Erwartungen, dann wird gekürzt an allen Ecken wo es nur irgendwie geht. Irgendwann ist man fast fertig und stellt fest, dass man für den gesteckten Kostenrahmen (you get what you pay for) nichts bekommen hat. Dann wird hinterhergeplant und nachgeschossen, was sowohl Bauzeit als auch die Kosten weit über das ursprüngliche Maß (also die jetzigen Angebote der Baufirmen) hinaus erhöht.

    Wird man eigentlich irgendwann mal schlau aus der Erfahrung bei anderen Projekten dieser Grössenordnung? Und ich rede nicht nur von Karlsruhe.
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