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Karlsruhe Neues KSC-Stadion: Die Verträge sind unterschrieben!

Heute ist es soweit: Das neue KSC-Stadion im Wildpark ist in trockenen Tüchern! Für den heutigen Freitag, 18. November, laden die Verantwortlichen zur Pressekonferenz. Erste Unterschriften sollen bereits unter den Verträgen gesetzt, die letzten bis Freitagmittag geleistet sein. In den sozialen Netzen verkündet der Karlsruher SC die "frohe Botschaft".

Zum ersten Mal seit langer Zeit treten Oberbürgermeister Frank Mentrup und KSC-Präsident Ingo Wellenreuther zusammen vor Kameras und Mikrofone. Die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK) hat um 13 Uhr zur großen Pressekonferenz geladen. ka-news ist vor Ort und wird live berichten.

Laut einem Bericht des SWR hat es bereits am Donnerstag Notartermine für die insgesamt fünf Verträge gegeben - spätestens bis Freitagmittag sollten die letzten Unterschriften geleistet sein. Beim Karlsruher SC hüllt man sich bis zur Pressekonferenz in Schweigen, es wird weder bestätigt noch dementiert. Die Stadt Karlsruhe hingegen bestätigt auf ka-news-Nachfrage die SWR-Informationen. Am Freitagmorgen dann die "frohe Botschaft": Der Karlsruher SC postet die unterschriebenen Verträge auf Facebook.


Eine jahrzehntelange Diskussion und ein wochenlanger Streit finden damit ihr Ende. Bis zuletzt hatten die Stadt als künftige Eigentümerin und Bauherrin sowie der KSC als künftiger Pächter über Details gestritten. Dabei ging es zum Schluss laut Oberbürgermeister Frank Mentrup unter anderem um die Bewertungskritieren für die Ausschreibung und das Namensrecht. Zuvor sorgte die Höhe der Pacht und ein Parkhaus für Uneinigkeit.

Die Unterschriften unter den Verträgen kommen punktgenau: Den 18. November hatten sich beide Parteien vor Wochen als neues Ziel gesetzt. Viel später hätte es nicht werden dürfen: Der Gemeinderat hatte mit seinem Votum für das neue Stadion einen Kostenrahmen vorgegeben - dieser ist an einen engen Zeitplan geknüpft. Baubeginn soll im Herbst 2017 sein, entsprechende Ausschreibungen, Vergaben und naturschutzrechtliche Vorkehrungen müssen vorher geschehen.

Das neue Stadion wird insgesamt 113 Millionen Euro kosten - der Stadionkörper wird dabei mit 85 Millionen Euro veranschlagt. 28 Millionen Euro kommen der Verkehrsgestaltung rund um den Wildpark zugute.

Welche fünf Verträge werden geschlossen?

1. Pacht- und Betreibervertrag: Er regelt wechselseitige Rechte und Pflichten der Stadt und des KSC bezogen auf den Betrieb des neuen Stadions. Hierin enthalten ist: Definition Pachtobjekt, Pachtzahlungen, Instandhaltung, Möglichkeit des Ankaufs des Stadions, etc.

2. Mietvertrag über Freiflächen: Er regelt die wechselseitigen Rechte und Pflichten der Stadt Karlsruhe und des KSC bezogen auf die Freiflächen des gesamten KSC-Geländes. Der Stadionkörper ist ausgenommen. Weiterhin legt er die notwendige Infrastrukturmaßnamen fest, die auf Grund des neuen Stadions und einer veränderten Nutzung verschiedener Flächen notwendig sind. Hierz gehören: Trainingsplätze, Amateurstadion usw.

3. Entwicklungsvertrag: Er regelt die Zusammenarbeit der Parteien und die Rechte und Pflichten während der Vergabe-, Planungs- und Bauphase für das neue Stadion. Weiterhin regelt er die Konkretisierungen und Festlegungen der Planung des Stadions unter Mitwirkung des KSC

4. Interimspachtvertrag: Er regelt die Rechte und Pflichten von Stadt Karlsruhe und KSC im Hinblick auf das Bestandsstadion während der Bauphase. Hierzu gehört: reduzierte Pacht für den KSC, Übernahme der Kosten für die Provisorien inklusive Ausstattung durch die Stadt, Kosten während laufenden Spielbetrieb, etc.

5. Kauf- und Erbbaurechtsvertrag: Er ermöglicht dem Verein, wie im Letter of Intent vereinbart, Eigentümer des Stadions zu werden. Er beinhaltet ein Berechnungsmodell des Kaufpreises zum jeweiligen Ankaufszeitpunkt und regelt wechselseitige Rechte und Pflichten der Stadt und des KSC nach dem Ankauf des Stadions durch den KSC

Alle Fakten zum neuen Stadion gibt es hier! (Bitte klicken)
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  •   Malerdoerfler
    (3675 Beiträge)

    21.11.2016 22:01 Uhr
    3 KSC Artikel
    und 2 davon sind ziemlich pessimistisch.

    Soll das hier der gute Artikel sein?
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  •   FinnMcCool
    (58 Beiträge)

    21.11.2016 13:15 Uhr
    ist das nötig?
    In Anbetracht der aktuellen sportlichen Leistungen des KSC muss man sich fragen, ob ein künftiger Drittliga-Verein wirklich ein solch neues Stadion braucht? Die Fussballer sollen sich etwas mehr anstrengen und das leisten, wozu sie aller Wahrscheinlichkeit nach in der Lage sind. Wobei ich auch die Meldung hier und eine kürzliche Meldung, in der die Stadt Karlsruhe Kürzungen im sozialen- und kulturellen Bereich angekündigt in Verbindung stelle. Da Sport ja auch zur Kultur gehört, sollte auch hier sich gefragt werden, ob dies gerechtfertigt ist.
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  •   andi79
    (2511 Beiträge)

    18.11.2016 23:44 Uhr
    endlich
    das war nun wirklich zeit, auch wenn ich jeden verstehen kann der wegen der Kosten mahnt. Aber seien wir mal ehrlich... was wäre die alternative gewesen. Nicht zu bauen hätte bedeutet den KSC abzuschiesen und damit erstmal direkt spürbare MwSt und Lohnsteuerrückgänge zu haben und dann hätte man eine "Ruine" Willdpark die man jährlich komplett ohne Pachteinnahmen hätte entweder immer wieder renovieren/sanieren müssen oder gleich direkt abreisen was sicherlich auch nicht unter 40 Mio geklappt (Thema Kriegsschutt/Sondermüll) hätte. So wie es ist ist es gut, jetzt muss es vorran gehen und der KSC muß seine Hausaufgaben machen und den Mietzins zahlen können.
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  •   SpartsEuch21
    (1 Beiträge)

    18.11.2016 19:00 Uhr
    Schon kurios
    wenn nicht sogar Größenwahn, daß ein 113-Millionen-Projekt gebaut werden soll, während gleichzeitig die Zwangskomiblösung Ustrab (ich nenne sie in Anlehnung an das Milliardengrab Stuttgart21 gerne "KA21"!) sich als Faß ohne Boden erweist und der Gemeinderat Kürzungen bzw. Zwangseinsparungen im Bereich Kultur,Bildung,öffentliche Daseinsvorsorge etc. vornimmt o h n e die BürgerInnen zu fragen bzw. den Protest dagegen ansatzweise zur Kennntnis zu nehmen. Herr Mentrup, Herr Wellenreuther - das ist keine Glanzleistung !
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  •   soebbs
    (381 Beiträge)

    18.11.2016 16:23 Uhr
    Erst...
    Sparmaßnahmen wegen knappen Kassen beschließen, den sozial Schwachen das Leben noch mehr erschweren, Vereine, soziale Einrichtungen, Kultur gängeln, Eintrittspreise für öffentliche Einrichtungen erhöhen, Nightliner einstellen und vieles mehr hauptsächlich wegen einer kropfunnötigen Kombilösung mit ständig steigenden Kosten. Folgekosten in Millionenhöhe auf unbegrenzte Zeit und dann einem geschäftlich wie sportlich eher drittklaasigen Verein ein neues Stadion auf städtische Kosten bauen. Wissend, dass der Mietzins/ Tilgung nicht erbracht werden kann, wissend, dass der Verein Mietrückstände in Millionenhöhe hat. Sorry Karlsruhe, ich bin ein KSC Freund aber das geht gegen jegliche Vernunft, das hat mit demokratischer Politik und der Verpflichtung zum Wohle des Bürgers zu agieren nichts mehr zu tun. Veruntreuung ist nicht nur ein Wort...
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  •   Malerdoerfler
    (3675 Beiträge)

    21.11.2016 22:02 Uhr
    Leute - nicht immer nur jammern
    Einfach die richtigen Köpfe an die richtige Stelle wählen.
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  •   teflon
    (2334 Beiträge)

    19.11.2016 06:42 Uhr
    Völlig korrekt
    Es ist ja jetzt schon zu 100% sicher, dass die Gesamtbaukosten mindestens um 25% gerissen werden und der Alleinmieter des Bunkers nicht solvent genug für eine planmässige Rückzahlung ist. Somit bleibt die Stadt auf dem nächsten Schuldenberg sitzen und hat wie die Kombilösung, die Neue Messe und andere Heilsbringer den nächsten Klotz am Bein.
    Es würde mich ja amüsieren, wenn der traurige Klepperlesverin just in der Saison , wo er ein Stadion zugesagt bekommt, sang- und klanglos in Liga 3 verschwindet....noch "lustiger" wärs, wenn man dann noch die Lizenz verweigert bekäme. Wundern würde mich sowas wirklich nicht - immerhin ist Karlsruhe ja das reale Schilda .
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  •   Malerdoerfler
    (3675 Beiträge)

    20.11.2016 10:45 Uhr
    Erst sich nen Schuldenberg anhäufen...
    und dann von unerwarteter finanzieller Schieflage sprechen.

    Politiker wissen aber auch, dass nicht alles auf einmal geht, sondern auch gute Politik Zeit braucht?
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  •   jetzt.lass.mal.wieder.gut.sein
    (146 Beiträge)

    18.11.2016 18:43 Uhr
    Du sprichst mir sowas aus dem Herzen,
    aber sowas von.... Danke.
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  •   Originalteil
    (1242 Beiträge)

    18.11.2016 13:42 Uhr
    Gestern bekam
    ich auf fb Werbung einer Restaurantkette namens L'Osteria die hier in KA eine Filiale aufmachen (wollen) und dafür Personal suchen.

    In einer kindlichen Schrift und noch kindlicherer Sprache wird Karlsruhe angepriesen. Und der beste Satz war (neben den ganzen anderen Vorzügen wie einmaligem Grundriss):

    'Ausserdem spielt hier erfolgreich der KSC'.

    Also da wars mit einem Grinsen nicht mehr getan, da musste ich schon laut lachen.
    Wenn eine Münchner Personal'recruiterin' über Fussball schreibt...

    grinsen
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