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Karlsruhe KSC-Stadion: Stadträte beschließen öffentliche Planauslage

In der letzten Gemeinderatssitzung 2015 machten die Karlsruher Stadträte allen KSC-Fans ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk: Sie stimmten der öffentlichen Auslegung des Entwurfs für den Bebauungsplan des neuen Fußballstadions zu. Es ist ein weiterer Schritt zur Ermöglichung eines Um- oder Neubaus des Wildparkstadions sowie der angrenzenden Flächen.

Für das bestehende Wildparkstadion besteht bisher noch kein Planungsrecht: Für einen Neubau am alten Standort werden Flächen benötigt, für die erst ein Baurecht geschaffen werden muss. Die Auslage des Bebauungplans für die Öffentlichkeit stand zur Abstimmung im Gemeinderat. Es ist ein notwendiger Schritt auf dem Weg zum Baurecht. Mit acht Enthaltungen und zwei Nein-Stimmen wurde die Beschlussvorlage zur Auslage am Dienstagabend im Gemeinderat mehrheitlich angenommen.

Zur Aufstellung des Bebauungsplans wurden die Anregungen von zahlreichen Behörden, Vereinen und öffentlichkeitswirksamen Instiutionen gehört und teilweise in die Planung aufgenommen. Dies betraf verschiedene Umweltbelange wie Altlasten, Lärm, Klima sowie der Schutz von dortiger Pflanzen- und Tierwelt. Erwartungsgemäß brachte der Tagesordnungspunkt einiges Diskussionspotential mit: Angesprochen wurde neben der KSC-Miete auch die Notwendigkeit eines Parkhauses und damit Versiegelung des Birkenparkplatzes.

Die Diskussion im Gemeinderat

Klare Zustimmung gibt es am Dienstagabend von CDU, SPD, Kult, FDP und Freie Wähler zum Bebauungsplan: "Auf diesem Plan wird so detailliert wie menschenmöglich die Bebaaung auf dem Areal ermöglicht und dargestellt", so Detlef Hofmann von der CDU, "das Ganze ist unserer Meinung nach sehr zielführend. Umweltbelangen wurde in vorbildlicher Weise Rechnung getragen." Wichtig war den Christdemokraten die Klärung des Flächentauschs und damit die Verlagerung der Tennisplätze des KarlsTechnologie (KIT). Über eventuelle Altlasten sowohl im Boden als auch in Sachen KSC-Miete könne man sich zu gegebener Zeit einigen, so Hofmann.

So sieht es auch die Kult-Fraktion - bestehend aus Piraten, Die Partei und Karlsruher Liste (KAL): "Wir werden den Weg der Stadt mitgehen", so Lüppo Cramer, "Alle Punkte, bei denen es Probleme gab, lagen nicht am Gemeinderat und nicht an der Stadtverwaltung. Wir werden abwarten und dann nachsehen, wo welche Schrauben gedreht werden müssen." Jürgen Wenzel (Freie Wähler) zu, Bebauungsplan: "Das Verfahren nimmt seinen Lauf, diesen Lauf wollen wir nicht bremsen."

Für die SPD ist die Auslegung des Bebauungsplans "ein guter Tag für die Stadt Karlsruhe" und ein "weiterer Meilenstein" in der Planung eines neuen KSC-Stadions. "Die vorliegende Planung ist maßvoll und orientiert sich an vorhandenen Flächen", sagt Raphael Fechler, "Die einzige Alternative wäre auf die Planung zu verzichten oder auf eine unwirtschaftliche, kleinteiligere Lösung zu bauen." An den KSC mahnte die SPD: "Geduld ist eine endlich Ressource. Nehmen Sie den Ball auf und reizen Sie nicht Ihr Blatt aus."

Diese Mahnung vertieft die FDP: "Wir haben nun ein Grundlage, auf der wir aufbauen könne, lasst uns bitte lieber KSC, das nicht zerreden", so Thomas Hock. "Wenn wir dieses Stadion irgendwann effektiv zusammen mit dem KSC auf den Weg bringen, dann können wir eines für uns aufjedenfall ganz klar sagen", so Hock, "'wir haben alles getan [...] keinen Falter vergessen. Wir gehen den Beschluss gerne mit."

Dateiname : Neues KSC-Stadion: Umwelt Plan 2
Dateigröße : 3.99 MBytes.
Datum : 15.12.2015 14:44
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Abgelehnt wurde der Bebaaungsplan in der Offenlage von der AfD sowie von den Linken. "Emotional sind wir ganz klar auf der Seite des KSC", so Paul Schmidt. Wirtschaftlich sehe man jedoch noch Probleme wie die nicht absehbaren Baukosten. Die AfD enthielt sich bei der Abstimmung. Ein klares Nein gab es von den beiden Linken-Stadträten: "Seit Wochen sprechen wir über Konsolidierung und Sparen, nur beim Stadion eben nicht", so Niko Fostiropoulos, "Ja zum Stadion, wenn der KSC bereit ist, den größten Teil der Summe selbst zu zahlen".

Die Grünen enthielten sich bei der Beschlussfassung im Gemeinderat. Sie würdigten den detaillierten Bebauungsplan mit viel Rücksichtnahme auf die Umwelt, kritisierten jedoch das im Plan vorgesehen Parkhaus: "Wir sehen dass sich die Verwaltung sehr bemüht hat, vieles an Natur zu erhalten", so Johannes Honné. Die wenigen Einschränkungen müsse man hinnehmen im Vergleich zu den Umweltauswirkungen bei einem Neubau auf grüner Wiese. Ein weiterer Kritikpunkt der Fraktion richtet sich an den KSC: "13 Jahre lang hat der KSC seine Miete nicht komplett gezahlt, da ist die Frage, wie verlässlich so ein Partner ist." Trotz Enthaltung stehe man weiterhin zum Umbau und der Sanierung des Stadions am Standort Wildpark.

Oberbürgermeister Frank Mentrup machte vor der Abstimmung der Stadträte einen Punkt deutlich: "Wir haben hier keinen Beschluss zur Ausgabe von Kosten." Ebenfalls beschließe man mit der Auslegung nicht den Bau eines Parkhauses: "Wir beschließen die Möglichkeit, ein Parkhaus zu errichten. Heutiger Stand der Dinge ist, dass wir es nicht errichten." Sollte jedoch nach Fertigstellung des neuen Stadion ein Mehrbedarf an Parkfläche festgestellt werden, könne dieses relativ einfach und ohne ein zusätzliches Verfahren durch Aufstellen eines neuen Bebauungplanes errichtet werden.

Viele im Bebauungsplan vorgesehen Maßnahmen seien aus Sicherheitsgründen auch ohne Neubau bald fällig, so Mentrup, die aktuelle Sicherheitslage werde so nicht länger von der Polizei akzeptiert werden. Dazu gehöre beispielsweise der Tausch der Gäste- und Fankurve sowie die geplante Bus-Stellfläche für Gäste.

Was steht im Bebauungsplan?

Der Bebauungsplan soll Baurecht für einen Stadionbaukörper für 35.000 Zuschauer mit einer Höhe von maximal 30 Meter schaffen, für ein Parkdeck in Stadionnähe für 1.000 Stellplätze mit einer maximalen Höhe von 12 Meter sowie die Option für ein weiteres Parkdeck für zirka 1.600 Stellplätze mit einer maximalen Höhe von sieben Meter auf dem sogenannten Birkenparkplatz.

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Dateigröße : 3.68 MBytes.
Datum : 15.12.2015 14:46
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Im westlichen Bereich des Stadionareals soll eine Stellplatzfläche für 40 Busstellplätze für auswärtige Gäste entstehen, die über den Adenauerring angefahren werden kann und fußläufig über ein Brückenbauwerk an den Gästefanblock im Stadion angebunden werden soll. Südlich an diese Stellplatzflächen angrenzend wird der Bebauungsplan Flächen für den Bau einer Spielstätte für die 2. Mannschaft sowie im weiteren Anschluss daran einen Trainingsplatz ausweisen. Insgesamt sollen sieben Trainingsplätze sowie eine Fitness-Trainingsfläche im Plangebiet ermöglicht werden.

Das Nachwuchsleistungszentrum und die Drei-Feld-Mehrzweckhalle bleiben erhalten, angemessene Entwicklungsflächen werden vorgesehen. Aufstellflächen für Polizei, Rettungskräfte, Feuerwehr und sonstige Dienste sind neben der bestehenden Sporthalle vorgesehen, der TV-Compound kann optional südlich der Haupttribüne oder an anderer Stelle im Stadionbereich angesiedelt werden.

Die um den Stadionbaukörper verbleibenden Freiflächen sollen Raum für die interne Infrastruktur, gegebenenfalls für weitere Stellplätze, aber auch für Nebenanlagen lassen. Die im südlichen Bereich des Plangebietes vorhandenen Flächen des FC Germania werden gesichert, heißt es in der Vorlage der Stadt. Die Flächen des Plangebietes befinden sich mit Ausnahme der landeseigenen Flächen im Eigentum der Stadt.

Hier geht's zu den Sitzungsunterlagen (Link führt auf externe Seite)

Weitere Informationen unter www.karlsruhe.de/fussballstadion

ka-news Hintergrund:

Die Karlsruher Stadträte machten im Oktober 2014 den Weg für einen Neubau Stadion im Wildpark. Dieses soll 88,8 Millionen Euro kosten und Platz für etwa 35.000 Zuschauer bieten. Das Land will das Bauprojekt mit elf Millionen Euro bezuschussen. Der städtische Haushalt wird daher mit 77,8 Millionen Euro belastet.

Die Karlsruher Stadträte hatten bereits im Oktober 2013 mit großer Mehrheit für den Standort Wildparkgestimmt. Ein Bürgerentscheid über einen KSC-Neubau wurde damals in einer Kampfabstimmung abgelehnt. Wenn sich Stadt und KSC einig sind, wäre im Sommer 2017 der Baubeginn im Wildpark möglich. Die Bauzeit wird aktuell mit 24 bis 30 Monaten kalkuliert.

Das Plangebiet umfasst das bisherige Stadion und wird im Norden begrenzt durch den Birkenparkplatz und den Adenauerring. In der nordwestlichen Grenze wird das Plangebiet durch die Friedrichstaler Allee und im Südosten durch die Lärchenallee begrenzt.

Im Süden bildet das Gelände des SV Germania mit den vorhandenen Vereinsgebäuden und Trainingsplätzen den Abschluss. Im zukünftigen Plangebiet befinden sich derzeit neben dem Stadion noch vier weitere Trainingsplätze sowie die Spielstätte der 2. Mannschaft, eine Drei-Feld-Sporthalle sowie ein kleinerer Trainingsplatz, außerdem ein Nachwuchsleistungszentrum und ein Fanshop. Schließlich sind noch Tennisplätze sowie eine Sportstätte des KIT inklusive Vereinshaus sowie auf landeseigenen Flächen ein Kompostplatz vorhanden.

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  •   myopinions
    (954 Beiträge)

    02.03.2016 23:05 Uhr
    ............eine Geldverschwendung ohnegleichen
    wäre ein neues Stadion.
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  •   Simselgrebsler
    (40 Beiträge)

    30.12.2015 13:31 Uhr
    Der Herr Fostiropoulos
    ist ein lustiges Kerlchen! Zum Jahresende noch ein Treppenwitz raus gehauen, Zitat: wenn der KSC bereit ist, den größten Teil der Summe selbst zu zahlen...hahahahahahahahahahahahahahahahahahahahaha
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  •   lamboraser
    (459 Beiträge)

    17.12.2015 01:59 Uhr
    Im Prinzip:
    Nichts genaues weiss man nicht...wie immer.

    Es sind anderthalb Jahre bis zur Sommerpause 2017. Bis dahin kriegen die das doch nie alles geklärt und geplant, sodass man anfangen könnte.

    Und schonmal Gedanken über einen Ausweichspielort gemacht? Oder will man unter Spielbetrieb bauen? Da sei gewarnt, der VfB ist seit dem Stadionumbau nicht mehr auf die Beine gekommen.
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  •   chris
    (666 Beiträge)

    17.12.2015 00:20 Uhr
    Versagen auf ganzer Linie?
    Die U-Strab hat noch Fenrich als sein Lebenswerk durchgebracht.
    Was hat sich seither getan?
    Tullabad zum Tropenhaus....immerhin!
    Stadtgeburtstag? (hätte wohl jeder hinbekommen, wenn das selbst ein Herr Wacker hinbekommt)

    Rheinbrücke - nix geht voran
    Nordtangente - nix geht voran
    Hagsfelder Umfahrung - nix geht voran
    Stadion- nix geht voran

    In puncto Großprojekte geht nix...das in ner IT-Hochburg und zunehmender Verstädterung.
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  •   chris
    (666 Beiträge)

    17.12.2015 00:13 Uhr
    Fledermäuse!!!
    Auf welchem geistigen Niveau wir uns bewegen, wenn man solche news liest, wird dem Normalsterblichen deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass hier Leute in der Stadtverwaltung die Ansicht haben, dass am Eingang beim sog "Nackten Mann"...also in den kleinen Eingangsüberdachungen Fledermäuse leben könnten, Zitat:
    "Kleinere Gebäude mit geeigneten Quartiermöglichkeiten für gebäudebewohnende Fledermausarten."
    Ich bin sprachlos. Solche Leute hat man früher in der Schule verprügelt. Ok...bitte keinen Aufruf zur Gewalt hier zwinkern war nur ein Späßle zwinkern)
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  •   melotronix
    (2845 Beiträge)

    16.12.2015 13:08 Uhr
    Herr Mentrup
    sie beschliessen die Möglichkeit etwas zu errichten. Wenn es hier immer nur um Möglichkeiten geht....dann werden wir in 100 Jahren noch kein Stadion bauen!!
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  •   M.S.
    (326 Beiträge)

    16.12.2015 12:44 Uhr
    wo...
    spielt denn der KSC während der Baumaßnahmen ?
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  •   zahlenbeutler
    (1269 Beiträge)

    17.12.2015 09:28 Uhr
    Wo?
    in der Regionallliga. Platz II.
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  •   Sebo63
    (254 Beiträge)

    16.12.2015 15:31 Uhr
    Momentan...
    ist ein Bau im laufenden Betrieb vorgesehen. Das würde dann in Bauabschnitten laufen.
    In Liga 2 wäre das ohne große Zuschauerverluste möglich.
    Ersatzstadion bzw. Ausweichstadion stehen aktuell nicht mehr im Fokus.
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  •   Eckfaehnchen
    (2681 Beiträge)

    16.12.2015 06:59 Uhr
    Wann folgt eigentlich
    der nächste Schritt zur "Ermöglichung" des Um- oder Neubaus des Stadions ? Wie und wann gehts endlich weiter ? Noch in diesem Jahrzehnt
    oder gibt es noch Hürden die aus dem Weg geräumt werden müssen.

    Sorry, aber vom Stadtrat scheint kein einziger die Heimspiele vom KSC
    zu besuchen. Sonst wüßte man ganz genau, daß Parkmöglichkeiten
    geschaffen werden müssen. Ein rechts und links zugeparkter Aden-
    auerring, zugeparkte Seitenwege im Wald, im Klosterweg etc.etc.
    können doch auf Dauer keine Lösung sein.
    Das ist wie die Busse die Zuschauer hin transportieren, aber diese
    nach dem Spiel nicht wieder dort abholen. Halbe Sachen halt.
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