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Karlsruhe KSC-Stadion: Gemeinderat stimmt Bau-Fläche für Wildparkstadion zu

Der Karlsruher Gemeinderat stimmte am Dienstag dem Raumordnerischen Vertrag zum Wildparkstadion zu. Er legt die notwendigen Änderungen des Regionalplans fest, um die Flächen rund um das alte Stadion wie gewünscht bebauen zu können. Für Unmut sorgte ein Änderungsantrag der Grünen, die darauf bestanden, die Vierspurigkeit des Adenauerrings im Vertrag zu streichen.

Die Grünen-Fraktion befürchtet, sich mit der Festlegung des Adenauerrings auf zwei mal zwei Fahrspuren im Raumordnerischen Vertrag spätere Optionen auf einen Veränderung der Verkehrsführung in diesem Bereich zu verbauen. Damit nimmt sie Bezug auf die im Regionalplan dargestellte Nordtangente. "Die Grüne Fraktion sieht weder Anlass noch Notwendigkeit, dass sich die Stadt Karlsruhe in dieser Frage gegenüber dem Regionalverband vertraglich bindet", wird der Änderungsantrag begründet.

Die Änderungen des Regionalplans ist Grundlage für das Planungskonzepts des neuen Stadions. Es geht hauptsächlich um die Umbenennung und den Tausch von ausgewiesenen Flächen. Die Stadtverwaltung sieht die Forderung des Regionalverbandes in Bezug auf den Adenauerring als unproblematisch an: "Für die Planungen zum Wildparkstadion und die verkehrliche Abwicklung sind ohnehin zwei mal zwei Fahrspuren benötigt und geplant", heißt es in der Stellungnahme.

Der Raumordnerische Vertrag sei keine Befürwortung oder Ablehnung der Nordtangente, so Oberbürgermeister Frank Mentrup am Dienstag in der Gemeinderatssitzung. "In diesem steht nicht die Realisierung der Nordtangente", so Mentrup, "es ist die viel mehr die Festlegung eines Status quo."

Das ist das Planungskonzept, welches Änderungen im übergeordneten Regionalplan erfordert:

- Neubau an gleicher Stelle
- Birkenparkplatz wird Parkpalette
- Tennisplätze (Südöstlich Wildparkstadion: Option auf Parkpalette
- Spielplatz 2. Mannschaft wird zu Busparkplatz für Gäste
- Spielstätte 2. Mannschaft wird auf angrenzenden Trainingsplatz verlegt (Option auf regionalligataugliches Stadion)
- Bauliche Erweiterungsmöglichkeiten zwischen bestehenden Trainignsplätzen im Südwesten und Wildparkstadion
- Kompostplatz und KIT-Sportplatz werden zu weiteren Trainingsplätzen
- Waldfläche um"Biberburg" bleibt erhalten

Harsche Worte fanden CDU, SPD und FDP: Die Anzahl der Fahrspuren festzulegen, ist für Stadtrat Tilmann Pfannkuch "eine Nebensächlichkeit". Man sehe bei der CDU keinen Änderungsbedarf für die Vertragsentwürfe. Für SPD-Stadtrat Michael Zeh ist der Änderungsantrag ein reines "Zeitspiel" der Grünen, um den Bau des neuen Stadions zu verhindern. Davon ist auch die FDP überzeugt: "Wo kämen wir denn hin, wenn wir den Raumordnerischen Vertrag nun nochmal ändern würden", empört sich Thomas Hock und ruft den Grünen zu: "Sie werden das neue Stadion nicht verhindern!"

Schmitt: "Neues Stadion ist überflüssig"

Ungläubige Blicke erntete parteiloser Stadtrat und Ex-AfDler Stefan Schmitt für seine Äußerungen, das KSC-Stadion hat derzeit eine "voll funktionstüchtige Infrastruktur", ein neues Stadion "nicht notwendig" und "total überflüssig". Das sei nicht korrekt, wies ihn OB Mentrup in der Gemeinderatssitzung zurecht, das aktuelle Stadion sei nicht wirtschaftlich und nicht mehr tragbar. "Wir versuchen derzeit ein nicht mehr marktfähiges Stadion wieder in einen wirtschaftlich rentablen Zustand zu bringen", so Mentrup und appellierte an den Gemeinderat, dem ausverhandelten Vertragskonzept zuzustimmen.

Dieser folgte der Empfehlung der Stadtverwaltung und stimmte dem Abschluss des Raumordnerischen Vertrages Wildparkstadion mehrheitlich zu. Mit 14 Stimmen sprachen sich AfD, Die Linke, Die Grünen sowie Stefan Schmitt gegen den Vertrag aus und lehnten die Beschlussvorlage ab.

Alle Sitzungsunterlagen zur vergangenen Gemeinderatssitzung gibt es hier (Link führt auf Seite der Stadt)

ka-news-Hintergrund:

Die Karlsruher Stadträte machten im Oktober 2014 den Weg für einen Neubau Stadion im Wildpark. Dieses soll 88,8 Millionen Euro kosten und Platz für etwa 35.000 Zuschauer bieten. Das Land will das Bauprojekt mit elf Millionen Euro bezuschussen. Der städtische Haushalt wird daher mit 77,8 Millionen Euro belastet.

Die Karlsruher Stadträte hatten bereits im Oktober 2013 mit großer Mehrheit für den Standort Wildparkgestimmt. Ein Bürgerentscheid über einen KSC-Neubau wurde damals in einer Kampfabstimmung abgelehnt. Wenn sich Stadt und KSC einig sind, wäre im Sommer 2017 der Baubeginn im Wildpark möglich. Die Bauzeit wird aktuell mit 24 bis 30 Monaten kalkuliert.

Mehr zum Thema
KSC-Stadion: Aktuelle Nachrichten zum KSC-Stadion und dem geplanten Um- und Neubau im Wildpark. Alle Informationen zu Fläche, Miete und Größe und alle Neuigkeiten zum städtischen Eigenbetrieb und dem Vergabeverfahren.
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Kommentare (30)
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  •   wildpark
    (1103 Beiträge)

    01.07.2015 16:54 Uhr
    Danke liebe Fraktionen
    dass es gegen den Widerstand der ewigen Neinsagerparteien beschlossen wurde. Wie man sich nur so in seinem Widerstand gegen alle Projekte die uns weiterbringen verbohren kann ist echt ne Kunst.
    Hoffe es geht nun zügig weiter in Sachen Stadion.
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  •   ALFPFIN
    (7400 Beiträge)

    01.07.2015 15:51 Uhr
    31 "Bindestrichregeln"
    die alle im Kopf zu haben, wenn man schnell einen Artikel in ka-news schreiben muss. Und jedes Mal im Duden nachsehen, kann man wirklich nicht verlangen!! (Ausrufezeichen, Entschuldigung candyman, muss sein) grinsen

    Also jetzt ist man zumindest soweit, dass man der Baufläche (ohne Bindestrich) für das neue Stadion zugestimmt hat, nach wie vielen Jahren? Bauanfang?
    Etwas ältere Menschen erleben die Fertigstellung des Stadions wahrscheinlich nicht mehr. Denn so viele 100jährige gibt es in unseren Breitengraden auch wieder nicht. grinsen
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  •   Waterman
    (6471 Beiträge)

    01.07.2015 16:10 Uhr
    PS.
    Es sind nur 11 Regeln zum Bindestrich...
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  •   ALFPFIN
    (7400 Beiträge)

    01.07.2015 17:11 Uhr
    Da sieht man mal wieder,
    schnell drüber geschaut, oder auf badisch "hättsch richtig higuckt. grinsen
    Aber 11 Regeln können ja auch schon überfordern.
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  •   Waterman
    (6471 Beiträge)

    01.07.2015 16:05 Uhr
    Regeln...
    Ohne diesen heutigen formalen Beschluss des Gemeinderats könnte überhaupt nicht mit dem Stadionbau begonnen werden.

    Das sind eben unsere Regeln für die Bauordnung.

    Profis sollten die Regeln, die sie zu Profis machen, kennen. Sonst sind und bleiben sie eben Amateure.

    Da wir alle älter werden als gedacht, haben wir gute Chancen noch einmal ein Spiel im neuen Stadion zu sehen. Vielleicht sogar in der 1. Bundesliga grinsen
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  •   melotronix
    (3251 Beiträge)

    01.07.2015 15:41 Uhr
    ach du liebe Zeit
    ...die Welt dreht sich nicht mehr, weil man den häufig benutzten, oder nicht benutzen Regeln keine Aufmerksamkeit schenkt. Wenn man sonst keine Probleme hat?!!!
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  •   melotronix
    (3251 Beiträge)

    01.07.2015 15:45 Uhr
    bezieht sich auf
    die Bindestrichregelkommissare
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  •   Waterman
    (6471 Beiträge)

    01.07.2015 15:47 Uhr
    Regel-Grieche?
    grinsen
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  •   chris
    (666 Beiträge)

    01.07.2015 15:41 Uhr
    ENDLICH
    ENDLICH...Mensch...ich hoffe die Bagger legen bald los...das dauert trotzdem sooo lange, auch wenn die Stadt sich offenbar nun bemüht...
    Solche Stadtratsdiskussionen lassen mich immer wieder an der Demokratie zweifeln...selbst echte DEPPEN dürfen dort reden...nun ja...so ist das in einer Demokratie...aber traurig.

    NORDTANGENTE wird immer und wieder von den letzten GRÜNEN der 80er Jahre torpediert...keine zweite Rheinbrücke und erst recht keine NORDTANGENTE...einmal mit dem Sportflugzeug über KA geflogen...und selbst ein KLEINKIND erkennt, warum der Verkehr in KA stockt...diese Scheindiskussionen mit dem Pförtner in Knielingen...Jesses...einigermaßen clevere Leute haben das längst durchschaut...diese Wackersdorf-Spontis aus der Müsli-Liga haben bestimmt ihre Berechtigung...und UMWELTSCHUTZ ist wichtig...irgendwo wird es dann aber auch lächerlich. Ich plädiere daher für Froschteiche auf dem Kronenplatz...der hats nötig zwinkern
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  •   stefko
    (2310 Beiträge)

    01.07.2015 19:07 Uhr
    Deppen
    dürfen überall reden und schreiben, ansonsten wäre es hier bei KA-news sehr still ...
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