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Karlsruhe "Fußball-Tempel", "Hexenkessel", "Kathedrale des Sports" - das sagen die Bau-Beteiligten zum neuen KSC-Stadion

Das neue Fußballstadion für den Karlsruher SC nimmt konkrete Formen an: Am Montag wurde im Rathaus der Bauvertrag zwischen Vertrag mit dem zuständigen Bauunternehmen und der Stadt Karlsruhe unterzeichnet. Errichten wird den "Hexenkessel", wie das neue Stadion in einer Pressemitteilung der Stadt genannt wird, der Stadien- und Sportstättenbauer "BAM Sports GmbH".

Die Unterschriften sind trocken und das Projekt "Neues Fußballstadion" einen wichtigen Schritt weiter. Seit Montag ist die Öffentlichkeit über das Aussehen des künftigen Stadions informiert. Der Entwurf stammt aus der Feder des Architekturbüros "agn": Das neue Stadion soll ab Frühjahr 2022 Platz für 34.000 Zuschauer bieten. Errichtet wird es vom Stadien- und Sportstättenbauer "BAM Sports GmbH". Es ist ein erfahrenes Bauunternehmen, das bereits die Fußball-Stadien in Dresden, Regensburg, Augsburg oder die Mainzer Opel-Arena baute.

Bild: Hans-Joachim Of

"Es ist das 24. Sportprojekt, und es gibt ein oder zwei Dinge, die wir beispielsweise aus Mainz importieren, weil sie gut sind, andere Dinge wiederum nicht", sagt BAM-Geschäftsführer Axel Eichholtz gegenüber ka-news. Auch internationale Arenen in Saudi-Arabien, Südafrika, England und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden durch die "BAM Sports GmbH" in der Vergangenheit realisiert.

Oberbürgermeister Frank Mentrup und BAM-Geschäftsführer Axel Eichholtz (v.l.n.r.) | Bild: Thomas Riedel

"Das ist ein Mix aus vielen Stadien und Erkenntnissen aus Abläufen", so Eichholtz, "Wir sind Mitglied der deutschen Vereinigung deutscher Stadionbetreiber, weil wir selbst ein Stadion betreiben. Da nehmen wir auch sehr viel über aktuelle Trends und Vermarktung mit. Das ist bei den Fans nicht ganz so populär, gehört manchmal aber trotzdem dazu. Und daraus versuchen wir ein harmonisches Stadion zu entwickeln."

Viel Bauerfahrung - "beruhigendes Gefühl"

Für Oberbürgermeister Frank Mentrup ist die lange Erfahrung von BAM ein "beruhigendes Gefühl". Den Bau der SAP-Arena, ebenfalls ein BAM-Projekt, hat Mentrup "live mitverfolgt". "Da weiß man, dass man in sicheren Händen ist und bei Menschen, die etwas verstehen – und bei Menschen, die auch üblicherweise den Kostenrahmen einhalten."

Frank Mentrup
Oberbürgermeister Frank Mentrup. | Bild: Ingo Rothermund

Auch beim KSC findet der neue Entwurf Anklang: Man freue sich sehr, so der Karlsruher Sportclub in einer entsprechenden Pressemeldung, dass der Entwurf des agn-Design Teams gewählt wurde und durch BAM Sports umgesetzt werde. So heißt es :"Die BAM Sports GmbH baut Kulttempel, Kathedralen des Sports und Hexenkessel. Ein weiterer kommt jetzt dazu: Das neue Fußballstadion im Karlsruher Wildpark."

Einzug gehalten haben Fanwünsche - welche bereits in die Funktionale Leistungsbeschreibung, der Grundlage der Ausschreibung, aufgenommen - wie das enge Stadion und das Heranrücken der Tribünen an den Spielfeldrand, so der KSC in seiner Mitteilung an die Presse.

Ingo Wellenreuther
Der KSC-Präsident Ingo Wellenreuther. | Bild: Uli Deck/Archiv

"Bei der weiteren Planung des neuen Stadions werden wir uns in Zusammenarbeit mit den Vertretern der Stadt Karlsruhe und der Firma BAM dafür einsetzen, dass die Ideen und Vorschläge der Fans und des Vereins berücksichtigt werden, um für alle Besucher ein optimales Stadionerlebnis im Wildpark zu ermöglichen", so KSC-Präsident Ingo Wellenreuther.

Wieso dieses architektonische Konzept?

Das Wildparkstadion soll ab 2022 "der neue Fußball-Tempel" werden, so formuliert es BAM in der eigenen Pressemeldung. Und weiter: "Mit seiner zeitlosen Architektur soll das neue Stadion Tradition und Moderne verbinden. Scheinbar mühelos gelingt dem Entwurf ein Spagat zwischen regionaler Identität und internationalem Erscheinungsbild."

Neues Fußballstadion
So soll das neue KSC-Stadion aussehen - Blick von der Theodor-Heuss-Allee (Animation). | Bild: BAM Sports GmbH/agn

Das architektonische Konzept "Alles unter einem Dach" des Planungsteams "agn" hat überzeugt: Eine umlaufende Fassade aus drei Grundelementen soll die Kernoptik des Stadions bilden. "Gleich einem Fußball-Tempel erhebt sich das weiße Gebäude über dem grünen Wall im Wildpark Karlsruhe", heißt es von BAM Sport. Das Tragwerk aus Y-Stützen soll dem Bauwerk ein "markantes, unverwechselbares Äußeres mit hohem Wiedererkennungswert in der Bundesliga" geben.

Neues KSC-Stadion
Geplantes KSC-Stadion aus der Vogelperspektive (Animation). | Bild: agn/BAM Sports GmbH

Der Entwurf nutzt die bestehende Topographie für die Geometrie der Tribünen. Dadurch entstehe ein ruhiges und recht selbstverständlich wirkendes optisches Ein-Rang-Stadion, so BAM. "30 Reihen aufwärts und 10 Reihen abwärts aus der zentralen umlaufenden Promenade bilden den zukünftigen Hexenkessel der Arena Karlsruhe", beschreibt das Bauunternehmen den Entwurf für das neue KSC-Stadion.

Rund, licht, kompakt - mehr Platz für Emotionen

Geht es nach BAM Sports soll das neue Stadion seinen Zuschauern eine neue Atmosphäre mit viel Platz für Emotionen bieten: "Es hat keine harten Ecken, es ist sehr rund, und es hat eine lichte Atmosphäre, weil wir versucht haben, das Dach so tief wie möglich zu gestalten, um den Innenraum sehr kompakt zu gestalten", so Eichholtz im Gespräch mit ka-news, "Es wird 34.000 Zuschauer fassen, das ist eine Menge Leute – und die können eine große Emotion erzeugen."

(Noch mehr) Platz für Emotionen soll das neue Stadion bieten. | Bild: Thomas Riedel

Die Bauarbeiten für den neuen Stadionkörper starten am 1. Dezember 2019: Die Vorfreude auf Seiten der Bauunternehmer ist groß. Man stellt sich gerne der Herausforderung, während des Spielbetriebs umzubauen und erhofft sich dadurch auch Erkenntnisse für den weiteren Bau von Stadien. "Das ist eine sehr spannende Aufgabe", sagt der Bauunternehmer-Chef, "Wir haben ein Sprichwort im Unternehmen – Bauen für Emotionen – und das trifft es an dieser Stelle zu 100 Prozent."

Das ist der Zeitplan

Bis das Unternehmen im Dezember 2019 loslegen kann, gilt es die Vorbaumaßnahmen abzuschließen. Dazu gehört das Abtragen der neun Meter hohen Wälle - das Erdreich wird sortiert und das wieder verwertbare Material dann in die künftigen, drei Meter hohen Wälle verbaut. Weiterhin werden Ersatztribünen errichtet, um die abgerissenen Wälle zu kompensieren und den Spielbetrieb zu ermöglichen.

Umbau wildparkstadion Nordkurve
Abriss Nordkurve Anfang November 2018. | Bild: Tim Carmele

"Draußen am Stadion ist ja schon ordentlich Bautätigkeit", so Mentrup im Gespräch mit ka-news, "und ab 1. Dezember 2019 kommt BAM Sports und baut das neue Stadion. Aber auch BAM braucht das Jahr noch dringend, um die Detailplanungen vorzunehmen um die Baugenehmigungen einzuholen und mit uns den detaillierten Bauablauf zu erstellen."

ka-news Hintergrund

Die BAM Sports GmbH hat sich auf den Bau von Stadien und Arenen spezialisiert. Unter ihrer Leitung entstanden so beispielsweise schon die Opel-Arena in Mainz, das Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden und die WWK-Arena in Augsburg.

Offene Fragen können interessierte Bürger am Donnerstag, 22. November, bei einer entsprechenden Veranstaltung im Südwerk stellen. Die Veranstaltung startet um 19.30 Uhr - wer es nicht abwarten kann, sollte sich die Adresse www.karlsruhe.de/stadionneubau vormerken.

Hier werden am Donnerstag bereits ab 18 Uhr Informationen zu Vorabmaßnahmen und Stadionbau verfügbar sein. Die neue Infoseite der Stadt soll aktuelle Pressemeldungen, Verkehrsinformationen und auch Webcams bereit stellen. Fragen können auch an stadionneubau@karlsruhe.de gestellt werden.

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  •   107
    (307 Beiträge)

    20.11.2018 20:51 Uhr
    Solarzellen auf dem Stadiondach gibt es
    woanders.
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  •   betablocker
    (3693 Beiträge)

    21.11.2018 00:45 Uhr
    Vielleicht
    bringen sie ja am Taxihalteplatz eine Steckdose an. zwinkern
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (1005 Beiträge)

    20.11.2018 19:18 Uhr
    Wegen dem drittklassigen Entwurf
    gleich in Superlative zu verfallen ist so übertrieben wohlwollend, da wir man misstrauisch.
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  •   Strangeway
    (191 Beiträge)

    20.11.2018 18:33 Uhr
    Die religiösen Bezüge von "Tempel", "Hexenkessel" und "Kathedrale" sind sinnfällig...
    ...und gelungen. Geht es doch eigentlich um die Ausübung einer neuzeitlichen Religion, die vom eigenen unbedeutenden Leben ablenken soll. Es darf geschrien und gejammert werden, Opfer werden gebracht, Gewalt gehuldigt und Heldengeschichten werden erzählt. Brot und Spiele für den der's braucht. Schade um das viele Steuergeld.
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  •   Nico1966
    (51 Beiträge)

    21.11.2018 12:51 Uhr
    Religiöser Bezug
    Na, die Parallelen zum Staatstheater erkannt ? Kultur-Tempel usw. Gewalt ,Gejammer und genauso schade ums Steuergeld. Und wer es braucht in griechischen Tragödien den Sinn seines Lebens zu finden, dem sei es gegönnt.
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  •   RainerBu
    (651 Beiträge)

    21.11.2018 12:40 Uhr
    immerhin
    wirds vom Verein abgestottert. Das ist ja nicht immer der Fall bei Steuerverschwendung .
    Fußball nicht zu ernst nehmen . Ist ne nette Unterhaltung aber gibt ja noch mehr im Leben.
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  •   Karlsruh1976
    (107 Beiträge)

    20.11.2018 19:56 Uhr
    Komisch, ...
    ... dass ein so gebildeter Mann wie Sie es anscheinend sind, sich die Zeit damit vertreibt, uns dem niederen Volk zu erklären wie belanglos und sinnfrei unsere Lieblingsbeschäftigung ist! Oh, hätte ich doch bloß auch die Suppe der Weisheit mit so großen Löffeln wie Sie gegessen, Herr Strangeway!
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  •   olafb
    (246 Beiträge)

    20.11.2018 18:59 Uhr
    Das Übliche
    von ihnen. Sie sind schon ein komischer Kauz. Aber eine Gesellschaft muss auch so was verkraften.
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  •   Strangeway
    (191 Beiträge)

    20.11.2018 22:32 Uhr
    vermutlich haben Sie Recht....
    ..ich bin ein "Kauz" der schreienden Masse völlig unterlegen. Und ein Spinner. Ab und zu träume ich davon, dass die Fans, statt in den "Tempel des Fußballs" zu pilgern auf die Straße gingen für wichtige Anliegen. Aber das sind wirklich wirre Träume eines Kauzes.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (10720 Beiträge)

    21.11.2018 14:38 Uhr
    auf die Straße gehen - etwa wegen einer Spritpreiserhöhung,
    oder so?

    Wir sind doch nicht in Frankistan!
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