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Karlsruhe Abstimmung über Dächer: Gemeinderäte votieren für alternative Variante - nur die Nordtribüne wird überdacht, KSC stellt Ausnahmegenehmigung

Es geht um 1,4 Millionen Euro oder die Lizenz, in der zweiten Liga Fußball zu spielen. Konkret geht es um ein Dach für die beiden provisorischen Tribünen für die KSC- und Gäste-Fans im Karlsruher Wildpark. Darüber stimmt der Gemeinderat am Nachmittag ab. Sollte der Beschluss, die Dächer zu mieten, abgelehnt werden, könnte der Verein Schadensersatz geltend machen.

Regelmäßig steht der Neubau des KSC-Stadions auf der Agenda des Gemeinderates, so auch in der Februar-Sitzung. Dabei geht es um die Dächer für die provisorischen Tribünen, die während des Umbaus aufgestellt werden müssen. Nur so kann immer gewährleistet sein, dass mindestens 15.000 Fans Platz im Stadion finden. Soweit, so bekannt.

Ohne Dach keine zweite Liga? 

Nun geht es allerdings um die besagten Dächer, die laut KSC nicht nur eine Sache des Komforts seien, sondern auch "der Sicherheit der Fans dienen" sollen, so der Pressesprecher gegenüber ka-news. Doch ohne die Dächer mangelt es nicht nur an der Sicherheit der Anhänger, sondern eventuell auch an der Lizenz in der zweiten Liga spielen zu dürfen. 

Webcam Marktplatz Nord

Sollten die Blau-Weißen in der kommenden Saison aufsteigen, müssen laut DFL-Statuten alle Sitzplätze überdacht sein. Das weiß auch die Stadt Karlsruhe, das bestätigt sie in ihrer Beschlussvorlage, über die nun abgestimmt wird. Dabei hatte die Bauherrin zunächst anders geplant: "Die Vorabmaßnahme Provisorien sah aus Kostengründen die Ausführung der beiden Tribünen ohne Dach vor, da dies den Statuten des DFB für die 3. Liga genügt", so die Stadt. Da sich der KSC Stand Ende Februar auf einem Aufstiegsplatz befindet, reicht das eben nicht mehr aus. 

KSC kann Regress fordern

Die Stadt hat jedoch ein lizenziertes Stadion dem KSC vertraglich geschuldet. Da durch die fehlenden Dächer das Risiko besteht, dass der Karlsruher SC trotz sportlicher Leistung keine Lizenz für Liga zwei bekommt. "Es besteht keine belastbare Garantie seitens der DFL, dass der KSC eine Ausnahmegenehmigung erteilt", so die Stadt weiter. "Daher besteht das sehr hohe Risiko einer Nichtlizenzerteilung für die zweite Liga mit entsprechenden Schadenersatzforderungen des KSC!"

Bauarbeiten im Wildpark: Nordkurve
Bauarbeiten an der Nordkurve | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Daher empfiehlt die Stadtverwaltung dem Gemeinderat, die Gelder für die Dächer am heutigen Dienstag freizugeben. Denn die Krux: Wenn die Dachkonstruktion nach dem 28. Februar bestellt wird, "können die Dächer nicht mehr bis zum Saisonbeginn der zweiten Bundesliga 2019/20 hergestellt werden", erklärt die Stadt in der Beschlussvorlage. 

Die 1,4 Millionen Euro, die für die Miete der beiden Dächer fällig wird, ist bereits im Budget für den Stadionbau enthalten. Konkret: Die Finanzierung geschieht über die "Verwendung von Budgetreserven aus Vorabmaßnahmen 'Kampfmittelerkundung'", so die Stadt. Denn wie im Januar bekannt wurde, hat auch die Entsorgung der Erdwälle weniger Geld gekostet als veranschlagt. Bei einem vor-Ort-Termin erklärte Werner Merkel, Betriebsleiter des städtischen Eigenbetriebs "Fußballstadion im Wildpark" (EIBS) gegenüber ka-news, dass man dieses Geld dann an anderer Stelle verwenden könne. Etwa für provisorische Dächer also. 

+++ Aktualisierung 18.30 Uhr +++

Um 17 Uhr haben die Karlsruher Gemeinderäte mit dem Tagesordnungspunkt 13 begonnen, die Diskussion um die Stadiondächer dauerte mehr als eine Stunde. Gegen 18.15 Uhr haben die Politiker dann abgestimmt. Mit überraschendem Ergebnis. 

Die Gemeinderäte votierten einstimmig gegen die Beschlussvorlage, zwei Dächer für 1,4 Millionen Euro zu bestellen, stimmten aber für eine alternative Variante. Diese beinhaltet nun, nur das Dach für die Nordtribüne zu bestellen, die ab April in Betrieb gehen wird. Daher fordern die Stadträte vom KSC, den Antrag auf Ausnahmegenehmigung für die Südtribüne zu stellen, damit diese für ihre Standzeit - lediglich elf bis 14 Monate soll diese stehen - ohne Dach bleiben kann. Diese Variante wurde mehrheitlich angenommen, 17 der Stadträte votierten dagegen, 27 für diese Alternative. Damit kostet die Überdachung etwa 600.000 Euro weniger, als ursprünglich veranschlagt. 

Abstimmung Stadiondach Gemeinderat
Variante 2, die Bestellung Dach Nordtribüne und Aufforderung an den KSC, den Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung für die Südtribune zu stellen, wurde mehrheitlich angenommen. | Bild: Screenshot@Stadt Karlsruhe

+++ Aktualisierung 27. Februar +++

Wie der KSC in einer Pressemeldung mitteilt, wird der Verein die geforderte Ausnahmegenehmigung bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) stellen. "Selbstverständlich werden wir, wie bereits angekündigt, in dieser Woche einen Ausnahmeantrag für den Spielbetrieb bei der DFL stellen. Der Ausgang dieses Verfahrens ist nach Rücksprache mit der DFL zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch nach wie vor vollkommen offen", so KSC-Geschäftsführer Michael Becker nach der Entscheidung des Karlsruher Gemeinderates nur eine der beiden provisorischen Tribünen zu überdachen. 

Mit einem Ergebnis über die Lizenzierung für die zweite Liga kann der Karlsruher SC allerdings erst Ende April rechnen. 

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  •   357.Magnum
    (80 Beiträge)

    27.02.2019 09:23 Uhr
    in Ingos Schlinge gefangen
    Pech gehabt O.B. Mentrup, sie werden noch viel mehr Ärger mit diesem Mann wegen des Stadion bekommen, warten wir es mal ab.
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  •   Mili
    (1266 Beiträge)

    27.02.2019 09:22 Uhr
    Das muss heißen: Ohne Punkte
    keine zweite Liga.
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  •   FinnMcCool
    (191 Beiträge)

    27.02.2019 09:21 Uhr
    Regress-Ansprüche?
    Ich kenne den Mietvertrag, den der KSC mit der Stadt Karlsruhe über das Wildparkstadion geschlossen hat nicht. Daher würde es mich einmal interessieren, in wie fern der KSC wirklich Regress fordern kann. Hat er das Stadion gemietet unter der Auflage, dass es den Lizenz-Vorschriften für die 1te, 2te und 3te LIga genügt, dann hat der KSC eventuell gerechtfertigte Forderungen. Hat der KSC aber "nur" das Wildparkstadion gemietet, dann bestehen meiner Ansicht nach keine Regress-Ansprüche, denn dann hat der KSC gesehen wie das Stadion aussieht und wusste bei der Anmietung, dass es den Lizenz-Vorschriften nicht genügt.
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  •   DonSlawinde
    (20 Beiträge)

    27.02.2019 09:45 Uhr
    Unter der Überschrift "KSC kann Regress fordern" steht
    "Die Stadt hat jedoch ein lizenziertes Stadion dem KSC vertraglich geschuldet."
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  •   Riegel100
    (5 Beiträge)

    27.02.2019 09:18 Uhr
    Klaiber Markisen
    Soll doch einfach ne Markise drüber bauen grinsen
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  •   DonSlawinde
    (20 Beiträge)

    27.02.2019 09:06 Uhr
    Zwei Punkte
    1. Es gibt ständig irgendwelche Ausnahmegenehmigungen was das jeweilige Stadion angeht in der 2.BL und sogar gelegentlich in der BL. Aktuelle Beispiele Kiel und Darmstadt. Bei letzteren wurde der Druck mittlerweile erheblich erhöht, so dass endlich was passiert. Aber einmalig kriegt man für ein Stadion, dass ohnehin komplett umgebaut wird locker eine Ausnahmegenehmigung! Experten wissen sowas, aber die Kommentatoren bei KA-News kriegen Panik und sprechen den Entscheidungsträgern (Gemeinderat) die Expertise ab. Vielleicht ist es (glücklicherweise) doch andersrum.
    2. Warum wusste man eigentlich nicht vorher, dass man diese Übergangslösung braucht? Dass der KSC in der zweiten Liga spielt, war schließlich zu jedem (!) Zeitpunkt der Entscheidungsfindung in Sachen Neubau wahrscheinlich. Hieß es nicht mal in Bezug auf die zu erwartenden Pachtzahlungen, dass der KSC überwiegend 1.(!) und 2. Liga spielt?
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  •   hajmo
    (4169 Beiträge)

    27.02.2019 08:55 Uhr
    Bessere Menschen?
    Sind die Zuschauer in der zweiten Liga bessere Menschen, als die in der dritten?

    Bin gespannt, was da noch alles kommt und die Kosten nach oben treibt.
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  •   Eckfaehnchen
    (2681 Beiträge)

    27.02.2019 12:56 Uhr
    Können die Zuschauer
    vielleicht etwas für die Vorschriften der DFL ? Ich warte nur noch, dass die Dixie-Klos nicht den Erfordernissen der 2. Liga entsprechen. What nu ?
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  •   Lipa
    (813 Beiträge)

    26.02.2019 22:51 Uhr
    Klar, doch alles Trieler,
    es ist jedem sowohl von KSC Seite als auch den Städtischen Repräsentanten, klar, dass der KSC baldigst die zweite Liga erreichen will, und genau aus diesem Grund wird das Stadion gebaut. Für die dritte Liga braucht man das nicht und auch keine Überdachung. Jetzt sitzen soviele intelligente Köpfe bei der Planung beieinander, und auch solche, die die Regularien der zweiten Lieg kennen MÜSSEN, insbesondere die neuen und hellen Köpfe beim KSC, warum nur hat das bei denen bezüglich Überdachung als Zwischenlösung nicht geklingelt? Alles verschlafen, weil man schon vom Abendbierchen träumte? alles Trieler.
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  •   MACHTEL
    (91 Beiträge)

    26.02.2019 22:06 Uhr
    Ksc
    Abgerechnet wird am schluss
    Und das ohne umschweife
    Mein vorschlag STADION UND THEATER ZUSAMMENLEGEN
    Dann hat der KSC ein Dach und spielt dort wo er zusammen mit dieser laecherlichen Stadt hin gehoert.
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