"Ich betrachte GfK als hervorragende Initiative, zumal sie für christliche Werte und Prinzipien steht. Damit kann ich mich als ein gläubiger Christ identifizieren und bin stolz darauf, dass es solche Menschen gibt", so begründete KSC-Profi Reinhold Yabo vor einem Jahr seinen Wunsch, Stadtrat zu werden. Die Wähler erfüllten ihm seinen Wunsch und beförderten den ersten Karlsruher Kicker in die Stadtpolitik.

Yabo: "Fußball geht immer vor"

Für den damals 22-jährigen Mittelfeldspieler kam der Sprung vom letzten Listenplatz in das Karlsruher Rathaus überraschend, ließ aber keine Zweifel aufkommen, das Amt nicht anzutreten: "Ja, ich werde gemeinsam mit Friedemann Kalmbach als Stadtrat für die GfK antreten. Das bin ich denen, die mich gewählt haben, auch irgendwie schuldig. Zwar war es so nicht geplant, ist jetzt aber so gekommen. So spielt das Leben", sagte Yabo nach seiner Wahl.

"Der Fußball geht immer vor, das ist ganz klar", stellte der KSC-Kicker jedoch auch zu Beginn seiner "Politiker-Karriere" klar. Im Juni bestätigte der Karlsruher SC die schon seit Monaten kursierenden Wechselgerüchte um das Jungtalent. Doch, wenn Yabo geht, wer nimmt dann seinen Platz im Gemeinderat ein?

"Wir bitten Sie um Verständnis, dass StR Reinhold Yabo sich zurzeit außerhalb Karlsruhes zu Gesprächen befindet und wir deswegen zur Zeit keine Antwort auf Ihre Frage geben können", heißt es zu dieser Frage vonseiten der GfK, für welche Yabo im Gemeinderat sitzt. Man wolle mit nach seiner Rückkehr diesbezüglich Gespräche führen. Noch unklar ist, wohin der 23-jährige Spieler wechseln wird.

Nachfolge regelt Gemeindeordnung

Das Ausscheiden von Stadträten ist in der Gemeindeordnung klar geregelt - sie ist von wichtigen Gründen abhängig, die in Paragraph 16 definiert werden. Als mögliche Gründe für Stadrat Yabo kämen sowohl häufige oder lange berufliche Abwesenheit von der Gemeinde als auch Vernachlässigung der Fürsorge der Familie durch die ehrenamtliche Tätigkeit in Frage. Ob ein wichtiger Grund vorliegt, entscheidet der Gemeinderat - dieser muss dem Wunsch des Ausscheidenden zustimmen. Sollte dies nicht geschehen und ein Stadtrat bleibt seinem Amt fern, kann ein Ordnungsgeld von bis zu 1.000 Euro verhängt werden - auch dies sollte für KSC-Profi Yabo keine finanzielle Hürde darstellen.

Unabhängig von den genannten wichtigen Gründen, würde Yabo sein Bürgerrecht und damit auch seine Stadtrat-Mandat verlieren sobald er aus der Gemeinde wegzieht oder seine Hauptwohnung in eine andere Gemeinde innerhalb der Bundesrepublik Deutschland verlegt. Zur potentiellen Nachfolge heißt es in der Gemeindeordnung "Die als nächste Ersatzperson festgestellte Person rückt nach." Bei der GfK trat Eduardo Mossuto auf Listenplatz 2 an. Er war bereits von 2009 bis 2014 Mitglied im Karlsruher Gemeinderat.

 

ka-news Hintergrund:

Mai 2013: Yabo wechselt vom 1. FC Köln zum KSC: "Nach den Gesprächen mit Sportdirektor Oliver Kreuzer und Trainer Markus Kauczinski hatte ich eine innere Überzeugung, die mir sagte: Dieser Verein ist es! Ich bin froh, dass ich die Gnade bekommen habe, dass dieser Verein überhaupt Interesse an meiner Verpflichtung gezeigt hat. Ich bin dankbar, dass ich zum KSC wechseln darf."

November 2013: Yabo entpuppt sich als echter Glücksgriff. Vom Fachmagazin Kicker wird der damals 21 Jahre alte Mittelfeldspieler zum besten KSC-Neuzugang ausgezeichnet. Yabo dazu: "Bei mir ist mit Sicherheit noch Luft nach oben."

Mai 2014: Yabo wird überraschend in den Gemeinderat gewählt - direkt vom Listenplatz 48 der GfK. Es ist das erste Mal, dass ein KSC-Profi im Stadtparlament sitzt.

November 2014: "Noch ist nichts entschieden", sagt Yabo zu den Wechselgerüchten im Interview.

Juni 2015: Vor dem Relegationsmatch gegen den HSV spricht Yabo im Kicker Klartext: Er will in der kommenden Saison erste Liga spielen. Anfang Juni erklärte Reinhold Yabo offiziell wie erwartet, den Verein in diesem Sommer ablösefrei zu verlassen. Wohin sei noch nicht bekannt, Ziel ist allerdings ganz klar ein Verein im Fußball-Oberhaus.


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