Gerade im Sommer habe es eine Welle brutalen Übergriffe gegeben, weswegen sich die Bürger an bestimmten Orten innerhalb der Markgrafenstadt nun nicht mehr sicher fühlten, so die SPD in einer Anfrage - gerichtet an das Polizeirevier in Durlach.

In der Ortschaftsratssitzung am vergangenen Mittwoch bekam die Revierleiterin Gabi Evers nun die Gelegenheit, zu diesen Aussagen Stellung zu beziehen. Zwar bestätigte sie, dass es im Sommer - Ende August und im September - eine Häufung von Gewaltdelikten gegeben habe, "im Verhältnis zum Vorjahr weist die Fallzahlenentwicklung bislang jedoch keine besorgniserregende Zunahme für die Stadtteile Durlach und Aue auf", so Evers in einer schriftlichen Stellungnahme. Man liege zwar derzeit über den Zahlen aus dem Vorjahr, es sei aber generell eher ein gleich bleibender Trend zu verzeichnen.

Nun nennt die SPD als "Angsträume" der Durlacher explizit die Gymnasiumstraße und die Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 1, dort insbesondere die Toilettenanlage. Man habe E-Mails von Anwohner erhalten, die sich dort nicht mehr auf die Straße trauten.

Karlsruher Polizei hat keinen "Maulkorb"

Nach den dort begangenen Straftaten haben man unter anderem die Fußstreifen massiv verstärkt, so Evers, seither habe es dort auch keine Vorkommnisse mehr gegeben. Den Vorwurf der Freien Wähler und der FDP, dass es einen "Maulkorb" für die Pressestelle der Polizei gebe, der die Veröffentlichung weiterer Verbrechen in Durlach unterdrücke, bestritt die Revierleiterin vehement.

"Sie können sicher sein, dass wenn sie von keinen Straftaten dieser Art lesen, es auch keine gegeben hat. Denn die Polizei hat keinen Grund, Taten zu verheimlichen". Über den Ermittlungsstand in diesen Fällen wollte sie aus ermittlungstechnischen Gründen jedoch noch keine Auskunft geben. Es sei aber auch bei den Wohnungseinbrüchen, Tageswohnungseinbrüchen eher ein Rückgang zu verzeichnen. Viele Pkw-Aufbrüche seien, so Evers, auf das fahrlässige Verhalten der Fahrzeugnutzer zurückzuführen, weswegen man mit Informationsbroschüren direkt vor Ort – also auf den betroffenen Parkplätzen – aufkläre.

Horrormeldungen schüren Angst - ein "Runder Tisch" soll Abhilfe schaffen

Nicht zu verleugnen sei, so waren sich aber alle Fraktionen und die Revierleiterin einig, dass eine Häufung polizeilicher Meldungen aus einem Ort – wie im Sommer – die Angst in der Bevölkerung schüre.

Daher wurde im Rahmen der Ortschaftsratssitzung am Mittwoch beschlossen, einen "Runden Tisch" mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Polizei einzurichten, um Probleme zu erörtern und schnelle, unbürokratische Lösungen zu finden. Seien es verstärkte Streifengänge in potenziellen Angsträumen, Aufklärung und Prävention, bessere Beleuchtung oder die Entfernung dunkler Gebüsche. "Wichtig ist, dass Sie uns sagen, wie wir - die Politik - hier helfen können", brachten es die Räte an die Polizeibeamtin gewandt, auf den Punkt.

Eine solche Einrichtung hat es schon einmal gegeben, sie sei dann aber aufgrund personeller Veränderungen wieder "eingeschlafen". "Nun lassen Sie uns den `Runden Tisch` wieder beleben – zum Wohle der Durlacher Bürger und um gemeinsam gegen die Kriminalität vorzugehen", bat Ortsvorsteherin Alexandra Ries und stieß damit bei allen Beteiligten auf offene Ohren. Die Gesprächsgruppe soll noch vor Jahresende zum ersten Mal zusammenkommen.