Er hoffe, dass die grün-schwarze Koalition im nächsten Jahr soweit sei, die generelle Pflicht zu beschließen. Er wisse, dass das nicht von heute auf morgen gehe - auch weil die Krise viele Haushalte finanziell stark belaste. Aber bis 2035 sei das machbar und zumutbar. Bei den jüngsten Verhandlungen über das Klimaschutzgesetz war diese Pflicht zunächst auf Druck der CDU ausgeklammert worden.

Kretschmann verwies auf das Potenzial einer Solardachpflicht. Wenn alle geeigneten Dächer mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet würden, könne man 60 Terawattstunden Strom erzeugen. Das entspreche der Jahresleistung von mehr als fünf Atomkraftwerken.

Damit könne man 17 Millionen Haushalte versorgen und damit dreimal mehr als Baden-Württemberg habe. Es gebe viele Bedenken gegen eine solche Ausweitung der Pflicht - bisher muss bei Neubauten und bei grundlegenden Dachsanierungen eine Solaranlage installiert werden. Kretschmann sagte: "Wir brauchen weniger Verhinderungskultur und mehr Ermöglichungskultur."