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Karlsruhe Wer sitzt in den kommenden fünf Jahren im Karlsruher Gemeinderat und im Europaparlament? Wahlhilfen sollen Entscheidungen erleichtern

In knapp drei Wochen, am 26. Mai, dürfen die Karlsruher an die Wahlurnen treten, um über die künftige Zusammensetzung des Gemeinderates zu entscheiden. Welchen Standpunkt welche Partei dabei vertritt, ist - vor allem für Erstwähler - oft nicht einfach zu erkennen. Um den Karlsruher Wählern die Entscheidung bei der anstehenden Kommunalwahl zu erleichtern, hat der Stadtjugendausschuss unter anderem mit dem Arbeitskreis Karlsruher Schülervertreter dem Kommunal-o-mat entwickelt. Er soll vor allem jungen Menschen bei der Stimmabgabe helfen.

Am 26. Mai ist Kommunalwahl in Baden-Württemberg. 48 Plätze im Karlsruher Gemeinderat sind zu vergeben. Doch viele Leute, nicht nur junge Menschen, wissen nicht, wo sie ihr Kreuz setzen sollen. Da soll der Kommunal-O-Mat Abhilfe schaffen. Jugendorganisationen der Parteien in Karlsruhe haben gemeinsam mit dem Stadtjugendausschuss (stja) und dem Arbeitskreis Karlsruher Schülervertreter gemeinsam für die Kommunalwahl 2019 29 Thesen entwickelt. 

Kommunal-o-mat Karlsruhe
29 Thesen gilt es zu beantworten. Anschließend können die Antworten mit den Angaben der Parteien verglichen werden. | Bild: Screenshot/kommunalomat-ka.de

Diese Thesen gilt es Schritt für Schritt durchzugehen und die eigene Meinung mit der Haltung der verschiedenen Parteien und Wählerlisten abzugleichen. Themen, die einem wichtig sind, können doppelt gewichtet werden. Wenn alle 29 Fragen beantwortet sind, bekommen Nutzer anhand einer Tabelle gezeigt, mit welcher Partei sich die meisten Antworten überschneiden. 

Wahl-O-Mat als Vorbild

Wer sich bei manchen Themen unsicher ist oder keine Meinung dazu hat, kann die dazugehörigen Fragen einfach überspringen. Der Kommunal-O-Mat soll vor allem Erstwähler ansprechen. Bereits zur vergangenen Kommunalwahl 2014 kam die Entscheidungshilfe, die vor fünf Jahren rund 12.000 Menschen benutzt haben, zum Einsatz. Entwickelt wurde er nach dem Vorbild des Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung.

Wahlzettel
(Symbolbild) | Bild: Sebastian Gollnow

Bei der vergangenen Kommunalwahl lag die Beteiligung bei rund 45 Prozent. Das Interesse der Menschen für Kommunalpolitik soll laut stja wieder steigen.

Zeitgleich mit der Kommunalwahl werden auch die Kreuze für die Europawahl gesetzt. Auch da gibt es verschiedene Wahlhelfer, die einem die Entscheidung erleichtern sollen. 

Mehr Parteien und mehr Thesen für die Europawahl

Unter anderem der Wahl-O-Mat zur Europawahl. Insgesamt 41 Parteien stehen dabei zur Auswahl und die Wähler müssen zu 38 Themen Stellung beziehen. Auch hier können Thesen, die einem besonders am Herzen liegen, doppelt gewichtet werden, um ein genaueres Ergebnis zu erhalten. Zur Verfügung gestellt wird das Tool von der Bundeszentrale für politische Bildung. 

Ein ähnliches Prinzip hat der "WahlSwiper". 30 Parteien haben zu 35 Thesen ihre Positionen abgegeben, die von den Wählern abgefragt werden können. 

Zahlreiche Informationsmöglichkeiten zur Europawahl

Dann gibt es noch den Agrar-O-Mat: Er folgt dem selben Prinzip, wie bei den anderen Wahlhilfen. Fünf Parteien (CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Die Linke) haben ihre Position zu 24 agrarpolitischen Thesen abgegeben. Über solche Themen wie Obergrenzen für Tierbestände pro Betrieb oder ob Glyphosat weiterhin als Wirkstoff zugelassen bleiben soll, geben die Parteien ihre Stellung ab.

Agrar-O-Mat
Der Agrar-O-Mat zur Europawahl 2019. | Bild: screenshot ka-news/agrarheute.com

Eine weitere Möglichkeit sich zu informieren ist mit "DeinWal". Der Unterschied zum Wahl-o-mat ist laut Entwickler ein anderes Konzept, das dahinter steht. "Hier sagen die Parteien nicht, wie sie zu einem Thema abstimmen würden, sondern hier zählt, wie sie bereits zu einem Thema abgestimmt haben", heißt es auf der Internetseite von "DeinWal". 

Beim Sozial-o-mat können sich die Wähler über die sozialen Themen der Parteien informieren. Die vier Schwerpunkte sind Familie, Flucht, Pflege im Alter und Armut. Betrieben wird er von der Diakonie Deutschland. Einzelfallgeschichten zum Thema sollen zeigen, welche Auswirkungen die Parteipositionen für das Leben der Betroffenen hat. Dieses Tool soll laut Betreiber in Kürze zur Verfügung stehen.

Intensivere Befragung bei parteivergleich.eu

Wer etwas mehr Zeit hat und sich intensiver mit der Europawahl auseinandersetzen möchte kann sich auf parteivergleich.eu informieren. "Die Beantwortung von 60 bis 100 Fragen ermöglicht es, sehr viel genauer die Nähe des Wählers zu einer Partei zu bestimmen", heißt auf der Internetseite. Wie beim Sozial-o-mat soll das Tool in Kürze starten.

Für Wahlhilfen ist also gesorgt, um sich ausreichend zu informieren und sein Kreuz an der Stelle zu setzen, an der der Wähler es für richtig hält.

Dieser Artikel wurde nachträglich bearbeitet.

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Kommunalwahl in Karlsruhe: Ergebnisse und Infos zur Kommunalwahl 2019 in Karlsruhe. Außerdem: Umfragen und alles zu den einzelnen Kandidaten und Listen der Parteien und Wählervereinigungen. Im Dossier erklären wir zudem das Wahlverfahren und den Ablauf der Kommunalwahl in Karlsruhe am 26. Mai 2019 sowie die Aufgaben der Stadträte und Funktion des Gemeinderats. Am Wahltag werden hier außerdem die Ergebnisse der Kommunalwahl in Karlsruhe veröffentlicht.
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  •   Irgendwas_mit_Medien
    (688 Beiträge)

    25.05.2019 19:31 Uhr
    Ist der Ruf erst ruiniert... oder: Wie plump ist das denn?
    Mitten in den Artikel - ist dann das noch einer? - zur "Wahlhilfe" die Werbeanzeige der Grünen platziert.

    Leute, Leute 🤣🤣
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  •   mueck
    (10903 Beiträge)

    25.05.2019 16:17 Uhr
    !
    Wahlprüfsteine der Umweltverbände jetzt auch mit Folien des Impulsvortrags und Audiomitschnitt.
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  •   Laetschebachschorsch
    (3151 Beiträge)

    08.05.2019 12:00 Uhr
    Wahl -O - Mat? Nein Dank
    Spätestens seit den letzten Wahlen in USA ist doch bekannt, wie Wahlen gesteuert werden - können. Als Bürger mit Wahlrecht - eines der vielen Rechte die wir haben - sollte ich mir meine Meinung nicht erst durch Reden vor der Wahl bilden. Ich muss doch ständig das Handeln und die Aussagen der Kandidaten bewerten und so meine Entscheidung finden. Im Hinblick auf die Vielzahl unsere Rechte würde ich eine Wahlpflicht wie z. B in der Schweiz begrüßen.
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  •   andip
    (9798 Beiträge)

    07.05.2019 10:54 Uhr
    Nun ja
    Bei der Kommunalwahl nutzt so eine "Hilfe" m. M. nach nicht viel, da man da wegen Kumulieren und Panaschieren seine Stimmen sowieso querbeet auf alle Parteien und Kandidaten verteilen kann, da bringt es nicht viel, wenn man nur eine Partei vorgeschlagen bekommt.
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  •   andip
    (9798 Beiträge)

    07.05.2019 11:05 Uhr
    Na toll
    Jetzt, nachdem ich das gemacht habe, kommt raus, das ich mit allen Parteien eine mehr oder weniger grosse Übereinstimmung habe.
    Da muss ich doch tatsächlich jeder mindestens eine Stimme geben. zwinkern
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  •   malerdoerfler
    (5740 Beiträge)

    07.05.2019 17:21 Uhr
    Mindestens!!
    Oder?
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  •   ALFPFIN
    (6805 Beiträge)

    07.05.2019 09:59 Uhr
    Und was die Kommunalwahl betrifft,
    nun ja, das ist ja überschaubar. Da reicht es schon wenn man die Nachrichten über die Aktivitäten und Beschlüsse oder auch Nichtbeschlüsse des Stadtrates in der BNN und ka-news über das Jahr gelesen hat,
    um zu wissen, wen man nicht wählt. Aber im Stadtrat, werden ohnehin wieder die gleichen Leute sitzen, vielleicht mit kleinen Verschiebungen, also vom Wahl-O-Mat muss ich mich da nicht befragen lassen.😊
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  •   ALFPFIN
    (6805 Beiträge)

    07.05.2019 09:53 Uhr
    Die Abgeordneten
    im EU Parlament sind immer auch ihrem Heimatland verpflichtet, auch wenn das keiner zugeben wird.
    Ich nehme den EU Abgeordneten nicht ab, dass sie nur das gemeinsame Europa im Sinn haben, wie es manche Politiker auch bei uns so gerne propagieren. Das trifft insbesondere auf die Politiker aus den östlichen EU Ländern zu, die in erster Linie Gemeinschaft mit EU Geld, das ihnen zusteht, gleichsetzen. Wenn man genau hinhört, was die EU Politiker jetzt gerade vor den Wahlen an uns hin reden, ist oft, wenn auch mitunter etwas versteckt, herauszuhören, dass sie vorrangig die Interessen ihres Landes vertreten und nicht so sehr eine wirkliche Einheit der EU. Das wird auch so bleiben.
    Eine starke Wirtschaftsunion, wie sie einmal gegründet wurde, wäre der bessere Weg gewesen.
    Was den Wahl-O-Mat betrifft, der vor allen Dingen junge Leute ansprechen soll, mehr politische Kommentare, zum Bsp. im DLF hören und sich dann eine Meinung bilden. Das heißt Ohrstöpsel raus, Gedudel abstellen.
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  •   NeoTiger
    (688 Beiträge)

    07.05.2019 20:36 Uhr
    Moralisch vielleicht ...
    ... aber rechtlich gesehen sind die MEPs genauso wie unsere Bundestagsabgeorndeten niemandem gegenüber außer ihrem eigenen Gewissen zur Rechenschaft verpflichtet. Schon gar nicht der Regierung ihres eigenen Landes - denn das Europaparlament ist ja gerade die Repräsentation der europäischen Bürger gegenüber den Regierungshäuptern im Europäischen Rat.
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  •   magambo
    (53 Beiträge)

    07.05.2019 05:37 Uhr
    Ruhig etwas positiver sehen
    Es geht uns doch allen (zu) gut in Deutschland, speziell in Karlsruhe. Wir haben eine lebendige Demokratie, Presse- und Meinungsfreiheit und nicht zuletzt dank der EU seit 74 Jahren Jahren Frieden nach Jahrhunderten des Krieges. Und das Beste ist, wir dürfen am 26. Mai selbst mitbestimmen, wie es mit dieser EU und mit unserem schönen Karlsruhe weitergeht, das ist alles andere als selbstverständlich! Die Vielfalt der Fraktionen, die dabei in den Parlamenten vertreten ist, ist ebenfalls nicht selbstverständlich. In GB und USA sind es Systembedingt nur zwei, in China sogar nur eine. Und um sich in dieser Vielfalt zurecht zu finden und die Partei zu identifizieren, welche die eigene Meinung am Besten vertritt, haben sich ein paar Leute die Mühe gemacht, die im Artikel beschriebenen Wahlhilfen zu entwickeln, wie es sich für eine pluralistischen Gesellschaft gehört auch gleich mehrere. Das hindert niemanden daran, sich selbst mit den Wahlprogrammen auseinanderzusetzen oder Enten zu füttern.
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