Browserpush
17  

Karlsruhe Über 900 Helfer zählen aktuell die Kommunalwahl-Stimmen aus - ka-news war am Morgen vor Ort!

Die Geräuschkulisse in der Schwarzwaldhalle gleicht einem Bienenstock - doch alle sind konzentriert bei der Arbeit: Seit 8 Uhr sind die freiwilligen Wahlhelfer dabei, die veränderten Stimmzettel der Kommunalwahl 2019 auszuzählen - eine aufwendige Arbeit, die bis zum Abend dauern soll. Dann erst wissen die Karlsruher, wie sich der neue Gemeinderat zusammensetzen wird. ka-news war bereits am Montagmorgen vor Ort.

Die Karlsruher Schwarzwaldhalle dürfte vielen Karlsruhern aufgrund von Veranstaltungen ein Begriff sein: Jährlich findet hier der Pfennigbasar statt oder  bekannte Bands  und Comedians stehen auf der Bühne. Doch nun bietet sich ein anderes Bild: Über 300 Computer stehen auf den aufgebauten Tischen, die Kartons mit den Stimmzetteln daneben. Die Feinauszählung der panaschierten und kumulierten Wahlzettel hat begonnen. 

Hochsicherheitstrakt Schwarzwaldhalle

Über Nacht lagerten die Wahlkoffer in der Schwarzwaldhalle und warteten auf die Auszählung. "Die wurden noch gestern von den Wahlvorstehern hergebracht und schon an die entsprechenden Tische gestellt", so die Wahlleiterin im Gespräch mit ka-news. "Jeder Bezirk, der heute hier ist, zählt seine Stimmen aus. Die Unterlagen waren natürlich versiegelt und über Nacht hat Sicherheitspersonal die Halle bewacht!" 

Ein offizieller Wahlkoffer. Darin lagerten über Nacht die Stimmzettel.
Ein offizieller Wahlkoffer. Darin lagerten über Nacht die Stimmzettel. | Bild: Anya Barros

"Um kurz vor 7 Uhr waren die knapp 1.000 Helfer schon da, wir haben uns alle noch einen Kaffee und Frühstück geholt und um 7.45 Uhr war Einlass in die Halle", sagt Edith Wiegelmann-Uhlig, Leiterin des Wahlamtes der Stadt Karlsruhe, im Gespräch mit ka-news. Und weiter: "Die Begrüßung durch Bürgermeister Albert Käuflein war dann der Startschuss und die Bezirke haben ihre Arbeit aufgenommen."

Jedes Team hat seine Vorgehensweise

Manche sortieren erst die Stimmzettel nach der stärksten Partei, andere legen direkt los - das ist den Teams selbst überlassen. Ein Helfer sortiert auf dem Boden die Stimmzettel für sein Team vor. "Die Kollegin sagte, dass es dann mit der Eingabe später schneller geht, dann mache ich das so", sagt er auf Nachfrage. 

Ein Helfer sortiert für sein Team zuerst die Stimmzettel vor.
Ein Helfer sortiert für sein Team zuerst die Stimmzettel vor. | Bild: Anya Barros

Andere Wahlhelfer haben diese Vorsortierung noch am Abend im Wahllokal gemacht. "Da haben wir drauf gedrängt und jetzt können wir schneller loslegen", sagt eine Helferin ein paar Tische weiter. 

Pro Bezirk, so schätzt Wahlleiterin Edith Wiegelmann-Uhlig, sind es zwischen 400 und 500 Stimmzettel. "Manche haben vielleicht auch nur 300, manche 600 Wahlzettel, das kommt auf den Wahlbezirk an, das ist also ganz unterschiedlich." Doch sicher ist, dass die zahlreichen freiwilligen Helfer bis in die Abendstunden damit beschäftigt sein werden, Zahl um Zahl, Stimme um Stimme, in den Computer einzutragen. 

Sechs Augen sehen besser als vier

Dabei müssen sie hoch konzentriert arbeiten, nichts darf sie ablenken. ""Es ist wichtig, dass sorgfältig gearbeitet wird, dass alles genau eingegeben wird", sagt Wiegelmann-Uhlig im Gespräch mit ka-news. Das passiert im Sechs-Augen-Prinzip: Einer diktiert, einer tippt und der dritte überwacht das Prozedere. "Nach der Stimmeingabe werden Kontrolldrucke ausgedruckt und zum Schluss wird alles überprüft - dann sind die Bezirke fertig ausgezählt!" 

Bild: Anya Barros

Gegen 9.30 Uhr sind die knapp 1.000 Helfer noch immer topmotiviert, die Stimmung ist gut. Manche machen das zum ersten Mal, andere sind schon öfters dabei und viele sind von der Stadtverwaltung heute hier. "Ob ich jetzt im Büro sitze und arbeite oder heute hier bin, das macht kaum einen Unterschied. Hier ist es aber ein bisschen Abwechslung zum Alltag", erzählt eine Helferin.

Endgültiges Ergebnis am Abend

Damit die Freiwilligen den Tag durchhalten, werden sie in der Gartenhalle mit Essen verpflegt, es gibt ein gemeinsames Mittagessen und am Nachmittag noch Kaffee und Kuchen - das macht die Arbeit hoffentlich angenehmer für alle.

Die Stimmzettel stapeln sich.
Die Stimmzettel stapeln sich. | Bild: Anya Barros

Gegen 20.30 Uhr will Oberbürgermeister Frank Mentrup das Wahlergebnis zur Gemeinderatswahl verkünden - ka-news wird vor Ort sein und live berichten. Dann wissen die Karlsruher, wer in den kommenden fünf Jahren die Geschicke im Rathaus lenken wird. Nach ersten Prognosen vom Wahlsonntag liegen die Grünen vorn. 

Mehr zum Thema
Kommunalwahl in Karlsruhe: Ergebnisse und Infos zur Kommunalwahl 2019 in Karlsruhe. Außerdem: Umfragen und alles zu den einzelnen Kandidaten und Listen der Parteien und Wählervereinigungen. Im Dossier erklären wir zudem das Wahlverfahren und den Ablauf der Kommunalwahl in Karlsruhe am 26. Mai 2019 sowie die Aufgaben der Stadträte und Funktion des Gemeinderats. Am Wahltag werden hier außerdem die Ergebnisse der Kommunalwahl in Karlsruhe veröffentlicht.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (17)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Iglaubsnet
    (1029 Beiträge)

    27.05.2019 16:01 Uhr
    Ja man wählt den den man kennt.
    ob das aber der richtige ist. Bei sagen wir mal bei rund 10 Parteien rund 480 Kandidaten ist das auch nur eine Lotterie!
    Wahlen zum Zufallsgeschehen verkommen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Skudder
    (469 Beiträge)

    27.05.2019 19:34 Uhr
    Ich
    habe das im Grunde wie eine Parteienwahl betrachtet, bei der man gleich mehrere Parteien wählen konnte. Persönlich kennen ich keinen der Kandidaten. Ich habe mich aber mit deren Programmen beschäftigt und mir auch ein paar frühere Abstimmungsergebnisse angeschaut.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Iglaubsnet
    (1029 Beiträge)

    28.05.2019 06:35 Uhr
    Dann kann
    man doch gleich Parteien wählen. Da kann man wenigsten nachsehen was sie versprochen haben und umsetzten. Bei Personen gibst immer Ausflüchte.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Skudder
    (469 Beiträge)

    28.05.2019 08:29 Uhr
    Warum nicht?
    Ich hätte dann aber immer noch gerne die Möglichkeit, meine Stimmen gewichtet auf mehrere Parteien zu verteilen. Gerade für die kleineren Parteien wäre das gut.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   NeoTiger
    (746 Beiträge)

    27.05.2019 13:00 Uhr
    Wieso?
    Die Möglichkeit auch Einzelkandidaten Stimmen zu geben ist nur ein optionales Zugeständnis an Wähler, die Personen von diesen Listen kennen und gerne direkt wählen möchten. Ansonsten ist die Kommunalwahl wie eine Listenwahl, in der man einfach nur seine Stimme für eine Partei abgibt, die über die Sitzvergabe bereits intern entschieden hat. Ich persönlich habe damit kein Problem.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   teebee
    (4 Beiträge)

    27.05.2019 23:06 Uhr
    Fallbeispiel Dirk Müller von der CDU
    Dirk Müller war auf Platz 19, selbst wenn die CDU nicht so desaströs verloren hätte, den Sitz hätte er im Gemeinderat nicht bekommen. Insgesamt hat er etwas über 30 000 Stimmen erhalten und ist damit auf Platz 9 gerutscht.
    Hätten alle CDU-Wähler nur die Stimmzettel für die CDU abgegeben, dann wären das ca gut 25 000 Stimmen (Anzahl Wähler Mal prozentuale Anteil CDU) für jeden auf der Liste. Da viele Wähler ihre Stimmen beim Kummulieren auch recht sicheren Listenkandidaten geben, verschiebt sich das gleichverteilte Stimmenbad Richtung niedriger Listenplatz. Das macht es etwas schwerer von ganz hinten hochgewählt zu werden. Ich schätze, Dirk Müller hatte ca 1000 - 2000 Freunde grinsen Vielleicht reicht auch weniger, da meine Rechnung nur eine Abschätzung ist.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Skudder
    (469 Beiträge)

    27.05.2019 19:29 Uhr
    Wenn
    viele direkt die Kandidaten wählen und kumulieren, kann man schon einiges steuern. Der Listenplatz ist an sich bedeutungslos. Es bekommen die Kandidaten mit den meisten Stimmen auf der Liste die Sitze. Die Verteilung auf die Parteien und Wählervereinigungen werden ja durch die Gesamtzahl der Stimmen der Liste bestimmt.

    Eigentlich ein gutes Verfahren, wenn auch aufwendig. Das habe ich auch genutzt. Einzig das Schreiben von Namen auf andere Listen habe ich lieber gelassen, da meine Sauklaue eh keiner lesen kann. Man konnte ja aber auch mehrere Listen abgeben.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.
ka-news-logo

Es gibt neue Nachrichten auf ka-news.de

Abbrechen