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Karlsruhe Über 900 Helfer zählen aktuell die Kommunalwahl-Stimmen aus - ka-news war am Morgen vor Ort!

Die Geräuschkulisse in der Schwarzwaldhalle gleicht einem Bienenstock - doch alle sind konzentriert bei der Arbeit: Seit 8 Uhr sind die freiwilligen Wahlhelfer dabei, die veränderten Stimmzettel der Kommunalwahl 2019 auszuzählen - eine aufwendige Arbeit, die bis zum Abend dauern soll. Dann erst wissen die Karlsruher, wie sich der neue Gemeinderat zusammensetzen wird. ka-news war bereits am Montagmorgen vor Ort.

Die Karlsruher Schwarzwaldhalle dürfte vielen Karlsruhern aufgrund von Veranstaltungen ein Begriff sein: Jährlich findet hier der Pfennigbasar statt oder  bekannte Bands  und Comedians stehen auf der Bühne. Doch nun bietet sich ein anderes Bild: Über 300 Computer stehen auf den aufgebauten Tischen, die Kartons mit den Stimmzetteln daneben. Die Feinauszählung der panaschierten und kumulierten Wahlzettel hat begonnen. 

Hochsicherheitstrakt Schwarzwaldhalle

Über Nacht lagerten die Wahlkoffer in der Schwarzwaldhalle und warteten auf die Auszählung. "Die wurden noch gestern von den Wahlvorstehern hergebracht und schon an die entsprechenden Tische gestellt", so die Wahlleiterin im Gespräch mit ka-news. "Jeder Bezirk, der heute hier ist, zählt seine Stimmen aus. Die Unterlagen waren natürlich versiegelt und über Nacht hat Sicherheitspersonal die Halle bewacht!" 

Stimmauszählung nach der Wahl 2019
Ein offizieller Wahlkoffer. Darin lagerten über Nacht die Stimmzettel. | Bild: Anya Barros

"Um kurz vor 7 Uhr waren die knapp 1.000 Helfer schon da, wir haben uns alle noch einen Kaffee und Frühstück geholt und um 7.45 Uhr war Einlass in die Halle", sagt Edith Wiegelmann-Uhlig, Leiterin des Wahlamtes der Stadt Karlsruhe, im Gespräch mit ka-news. Und weiter: "Die Begrüßung durch Bürgermeister Albert Käuflein war dann der Startschuss und die Bezirke haben ihre Arbeit aufgenommen."

Jedes Team hat seine Vorgehensweise

Manche sortieren erst die Stimmzettel nach der stärksten Partei, andere legen direkt los - das ist den Teams selbst überlassen. Ein Helfer sortiert auf dem Boden die Stimmzettel für sein Team vor. "Die Kollegin sagte, dass es dann mit der Eingabe später schneller geht, dann mache ich das so", sagt er auf Nachfrage. 

Stimmauszählung nach der Wahl 2019
Ein Helfer sortiert für sein Team zuerst die Stimmzettel vor. | Bild: Anya Barros

Andere Wahlhelfer haben diese Vorsortierung noch am Abend im Wahllokal gemacht. "Da haben wir drauf gedrängt und jetzt können wir schneller loslegen", sagt eine Helferin ein paar Tische weiter. 

Pro Bezirk, so schätzt Wahlleiterin Edith Wiegelmann-Uhlig, sind es zwischen 400 und 500 Stimmzettel. "Manche haben vielleicht auch nur 300, manche 600 Wahlzettel, das kommt auf den Wahlbezirk an, das ist also ganz unterschiedlich." Doch sicher ist, dass die zahlreichen freiwilligen Helfer bis in die Abendstunden damit beschäftigt sein werden, Zahl um Zahl, Stimme um Stimme, in den Computer einzutragen. 

Sechs Augen sehen besser als vier

Dabei müssen sie hoch konzentriert arbeiten, nichts darf sie ablenken. ""Es ist wichtig, dass sorgfältig gearbeitet wird, dass alles genau eingegeben wird", sagt Wiegelmann-Uhlig im Gespräch mit ka-news. Das passiert im Sechs-Augen-Prinzip: Einer diktiert, einer tippt und der dritte überwacht das Prozedere. "Nach der Stimmeingabe werden Kontrolldrucke ausgedruckt und zum Schluss wird alles überprüft - dann sind die Bezirke fertig ausgezählt!" 

Stimmauszählung nach der Wahl 2019
Bild: Anya Barros

Gegen 9.30 Uhr sind die knapp 1.000 Helfer noch immer topmotiviert, die Stimmung ist gut. Manche machen das zum ersten Mal, andere sind schon öfters dabei und viele sind von der Stadtverwaltung heute hier. "Ob ich jetzt im Büro sitze und arbeite oder heute hier bin, das macht kaum einen Unterschied. Hier ist es aber ein bisschen Abwechslung zum Alltag", erzählt eine Helferin.

Endgültiges Ergebnis am Abend

Damit die Freiwilligen den Tag durchhalten, werden sie in der Gartenhalle mit Essen verpflegt, es gibt ein gemeinsames Mittagessen und am Nachmittag noch Kaffee und Kuchen - das macht die Arbeit hoffentlich angenehmer für alle.

Stimmauszählung nach der Wahl 2019
Die Stimmzettel stapeln sich. | Bild: Anya Barros

Gegen 20.30 Uhr will Oberbürgermeister Frank Mentrup das Wahlergebnis zur Gemeinderatswahl verkünden - ka-news wird vor Ort sein und live berichten. Dann wissen die Karlsruher, wer in den kommenden fünf Jahren die Geschicke im Rathaus lenken wird. Nach ersten Prognosen vom Wahlsonntag liegen die Grünen vorn. 

Mehr zum Thema
Kommunalwahl in Karlsruhe: Ergebnisse und Infos zur Kommunalwahl 2019 in Karlsruhe. Außerdem: Umfragen und alles zu den einzelnen Kandidaten und Listen der Parteien und Wählervereinigungen. Im Dossier erklären wir zudem das Wahlverfahren und den Ablauf der Kommunalwahl in Karlsruhe am 26. Mai 2019 sowie die Aufgaben der Stadträte und Funktion des Gemeinderats. Am Wahltag werden hier außerdem die Ergebnisse der Kommunalwahl in Karlsruhe veröffentlicht.
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Kommentare (17)
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  •   BMWFahrer
    (223 Beiträge)

    27.05.2019 21:11 Uhr
    Angenommen, ich möchte einer Partei XYZ besonders schaden
    dann könnte ich mich mit einigen Gleichgesinnten verabreden, dass wir den 12 Tabellenletzten dieser Partei XYZ jeweils 3 Stimmen geben.

    Dann rutschen diese Tabellenletzten in der Rangfolge derart nach oben, dass die eigentlichen Spitzenkandidaten gar nicht in den Gemeinderat kommen.
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  •   teebee
    (4 Beiträge)

    27.05.2019 22:51 Uhr
    Kandidaten vorziehen
    Schaden? Du nutzt dem Kandidaten, das hat ja auch bei der CDU geklappt: Dirk Müller, der saß abgeschlagen weit unten auf Platz 19 bei der CDU Liste und hat es dennoch geschafft mit gut 30000 Stimmen. Du musst da schon einige im Freundeskreis haben. Ein Schelm, wer an die Kollegen der Polizei Karlsruhe denkt. Je mehr Abreißzettelwähler es gibt (da wird schlicht auf jeden Kandidaten egal wele Listenposition eine Stimme gegeben), desto eher wirkt das Kummulieren auf einen Kandidaten!
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  •   stefko
    (2108 Beiträge)

    27.05.2019 22:06 Uhr
    Ja
    wobei die Summe der "Gleichgesinnten" schon recht groß sein müsste, aber das kannst Du dir ja mal selbst anhand der morgen amtlichen Zahlen nach- und durchrechnen. Viel Spaß und sei nicht zu enttäuscht bei der Feststellung, dass Du schon ziemlich viele Leute bräuchtest 😉
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  •   silberahorn
    (9945 Beiträge)

    28.05.2019 05:15 Uhr
    In größeren Städten
    stimmt das wahrscheinlich, es sei denn diese neue Krankheit "Infuenza" grassiert.
    In Kirchheimbolanden ist eine 100-jährige von Platz 20 auf Platz 1 gewählt worden. Allerdings hat sie dafür nur 991 Stimmen benötigt.

    Kommunalwahlen und das Geschwätz von "die da oben" im Bund waren Schuld, wie es nun hier von einigen Seiten kam, bedeutet für mich, dass diese Sprecher nicht begriffen haben, dass die da "oben" auch stark von guten Kommmunalpolitikern und Bürgermeistern abhängig sind. Vor Ort wird auf Behörden und in Rathäusern agiert.
    In Karlsruhe scheinen, nach meiner Sichtweise, einige der Bürgermeister und ihre dazugehörenden Stadträte hier vor Ort die Klatsche ihrer Partei verursacht zu haben. Die Räte, weil diese offenbar alle Antworten aus dem Rathaus immer nur artig abnicken. Es ist eben leichter die Schuld bei anderen zu suchen und den eigenen Fleiß damit als aussichtslos zu verkaufen.
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  •   stefko
    (2108 Beiträge)

    28.05.2019 10:23 Uhr
    nur 991 Stimmen?
    Knapp 1000 Leutchen in einem knapp 8000 Einwohner(!) Kaff ist schon eine andere Hausnummer, als die vom @BMW-Fahrer angeführten "einige Gleichgesinnten". Auf KA bezogen wären dass über 41.000.
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  •   Winston_Smith
    (617 Beiträge)

    27.05.2019 15:53 Uhr
    Frau Barros, musste denn dieses Foto unbedingt sein?
    Ich will doch gar nicht wissen, dass ein Einzelner allein vorsotieren darf.
    Und auch nicht, dass das wenige Zentimeter vor dem nicht auf den Boden ragenden Vorhang zulässig ist.
    Und ich will mir nicht vorstellen, wie leicht ein Stapel unter diesen Vorhang rutschen könnte, zB bei einem leichten Windstoß, wenn der Wahlhelfer gerade abgelenkt oder mit was anderem beschäftigt ist.
    Und auch nicht, dass am Wahlabend vorsortiert werden darf. In was überhaupt?
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  •   Iglaubsnet
    (318 Beiträge)

    27.05.2019 12:33 Uhr
    Die
    Kommunalwahlordnung gehört reformiert, bei mehreren hundert Kandidaten blickt eh keiner mehr durch.
    48 Kandidaten pro Liste, wobei dann etwa 28 reine Stimmenfänger sind und überhaupt keine Aussichten haben, ist das System nicht mehr richtig demokratisch. Da wäre auslosen demokratischer.
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  •   Propagandahilfskraft
    (1289 Beiträge)

    29.05.2019 10:37 Uhr
    Ich will aber weiter meine Stimme(n) selektiv vergeben!
    Mit einer reinen Listenwahl müsste ich Menschen wählen, die ich schon viel zu viel in den Parlarmenten sehe. Da sind zu viele Juristen. Lehrer und andere Geist-Soz-Pol-Pädo-Gender, irgendws mit Wirtschaft ... Ich will diese weiterhin von den Listen streichen können und dafür Handwerkern, Ingenieruren, Facharbeitern, Pflegepersonal und anderen gesellschaftlich wertvollen Tätigkeiten aus verschiedenen Listen eine Stimme geben. Leider machen noch viel zu wenig Wähler Gebrauch von diesem Steuerungsinstrument. Dessen Nutzung sollte ausgebaut und nicht abgeschafft werden.
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  •   andip
    (9805 Beiträge)

    28.05.2019 08:41 Uhr
    Meine Güte
    Seit wann werden die hiesigen Kommunalwahlen so durchgeführt mit Kumulieren und Panaschieren und vielen Kandidaten?
    Und warum soll das plötzlich nicht mehr demokratisch sein, was es wohl vorher war?
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  •   haku
    (4085 Beiträge)

    27.05.2019 15:24 Uhr
    Jessas...
    Da beklagen sich die Leute darüber, dass man bei Wahlen viel zu wenig Einfluß hat und dann ist es den Leuten gleich wieder zu viel, wenn sie mal ein bisschen mehr als nur ein Kreuz bei einer Partei machen *können*.
    Wer einfach nur eine Partei wählen wollte gab den entsprechenden Zettel ab. Wer ein paar anderen Leuten andere parteien auch noch Stimmen geben wollte, hat ein bisschen panaschiert. Und wer ein paar Leute stärker fördern wollte, hat denen halt nicht nur eine, sondern drei Stimmen gegeben. Man musste ja nicht 48 Leute auswählen, sondern 48 Stimmen vergeben.
    Gerade auf der unteresten politischen Ebene hat man gute Gelegenheit, auch etwas über Einzelpersonen zu lernen. Wenn man immer nur Nachrichten über Berlin verfolgt und sich den Kommunalwahlstimmzettel erst am Wahltag ansieht, ist das natürlich nicht so gut. Ausser man will halt eh nur einfach eine Partei wählen und ansonsten seine Ruhe haben.
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