48  

Karlsruhe KSC-Profi Yabo wechselt: Wer nimmt seinen Platz im Gemeinderat ein?

Im Mai 2014 schaffte KSC-Profi Reinhold Yabo das, wovon Lokalpolitiker nur träumen können: Angetreten auf dem letzten Listenplatz der GfK (Gemeinsam für Karlsruhe), wählten ihn die Karlsruher Bürger direkt in den Gemeinderat. Seitdem ist er der erste Fußballprofi, der auch Stadtpolitik macht. Doch nach dem verpassten KSC-Aufstieg will Yabo zu einem Club in die erste Liga wechseln. Wird er sein Amt als Stadtrat weiterhin ausüben können?

"Ich betrachte GfK als hervorragende Initiative, zumal sie für christliche Werte und Prinzipien steht. Damit kann ich mich als ein gläubiger Christ identifizieren und bin stolz darauf, dass es solche Menschen gibt", so begründete KSC-Profi Reinhold Yabo vor einem Jahr seinen Wunsch, Stadtrat zu werden. Die Wähler erfüllten ihm seinen Wunsch und beförderten den ersten Karlsruher Kicker in die Stadtpolitik.

Yabo: "Fußball geht immer vor"

Für den damals 22-jährigen Mittelfeldspieler kam der Sprung vom letzten Listenplatz in das Karlsruher Rathaus überraschend, ließ aber keine Zweifel aufkommen, das Amt nicht anzutreten: "Ja, ich werde gemeinsam mit Friedemann Kalmbach als Stadtrat für die GfK antreten. Das bin ich denen, die mich gewählt haben, auch irgendwie schuldig. Zwar war es so nicht geplant, ist jetzt aber so gekommen. So spielt das Leben", sagte Yabo nach seiner Wahl.

"Der Fußball geht immer vor, das ist ganz klar", stellte der KSC-Kicker jedoch auch zu Beginn seiner "Politiker-Karriere" klar. Im Juni bestätigte der Karlsruher SC die schon seit Monaten kursierenden Wechselgerüchte um das Jungtalent. Doch, wenn Yabo geht, wer nimmt dann seinen Platz im Gemeinderat ein?

"Wir bitten Sie um Verständnis, dass StR Reinhold Yabo sich zurzeit außerhalb Karlsruhes zu Gesprächen befindet und wir deswegen zur Zeit keine Antwort auf Ihre Frage geben können", heißt es zu dieser Frage vonseiten der GfK, für welche Yabo im Gemeinderat sitzt. Man wolle mit nach seiner Rückkehr diesbezüglich Gespräche führen. Noch unklar ist, wohin der 23-jährige Spieler wechseln wird.

Nachfolge regelt Gemeindeordnung

Das Ausscheiden von Stadträten ist in der Gemeindeordnung klar geregelt - sie ist von wichtigen Gründen abhängig, die in Paragraph 16 definiert werden. Als mögliche Gründe für Stadrat Yabo kämen sowohl häufige oder lange berufliche Abwesenheit von der Gemeinde als auch Vernachlässigung der Fürsorge der Familie durch die ehrenamtliche Tätigkeit in Frage. Ob ein wichtiger Grund vorliegt, entscheidet der Gemeinderat - dieser muss dem Wunsch des Ausscheidenden zustimmen. Sollte dies nicht geschehen und ein Stadtrat bleibt seinem Amt fern, kann ein Ordnungsgeld von bis zu 1.000 Euro verhängt werden - auch dies sollte für KSC-Profi Yabo keine finanzielle Hürde darstellen.

Unabhängig von den genannten wichtigen Gründen, würde Yabo sein Bürgerrecht und damit auch seine Stadtrat-Mandat verlieren sobald er aus der Gemeinde wegzieht oder seine Hauptwohnung in eine andere Gemeinde innerhalb der Bundesrepublik Deutschland verlegt. Zur potentiellen Nachfolge heißt es in der Gemeindeordnung "Die als nächste Ersatzperson festgestellte Person rückt nach." Bei der GfK trat Eduardo Mossuto auf Listenplatz 2 an. Er war bereits von 2009 bis 2014 Mitglied im Karlsruher Gemeinderat.

 

ka-news Hintergrund:

Mai 2013: Yabo wechselt vom 1. FC Köln zum KSC: "Nach den Gesprächen mit Sportdirektor Oliver Kreuzer und Trainer Markus Kauczinski hatte ich eine innere Überzeugung, die mir sagte: Dieser Verein ist es! Ich bin froh, dass ich die Gnade bekommen habe, dass dieser Verein überhaupt Interesse an meiner Verpflichtung gezeigt hat. Ich bin dankbar, dass ich zum KSC wechseln darf."

November 2013: Yabo entpuppt sich als echter Glücksgriff. Vom Fachmagazin Kicker wird der damals 21 Jahre alte Mittelfeldspieler zum besten KSC-Neuzugang ausgezeichnet. Yabo dazu: "Bei mir ist mit Sicherheit noch Luft nach oben."

Mai 2014: Yabo wird überraschend in den Gemeinderat gewählt - direkt vom Listenplatz 48 der GfK. Es ist das erste Mal, dass ein KSC-Profi im Stadtparlament sitzt.

November 2014: "Noch ist nichts entschieden", sagt Yabo zu den Wechselgerüchten im Interview.

Juni 2015: Vor dem Relegationsmatch gegen den HSV spricht Yabo im Kicker Klartext: Er will in der kommenden Saison erste Liga spielen. Anfang Juni erklärte Reinhold Yabo offiziell wie erwartet, den Verein in diesem Sommer ablösefrei zu verlassen. Wohin sei noch nicht bekannt, Ziel ist allerdings ganz klar ein Verein im Fußball-Oberhaus.


Mehr zum Thema

Nächster KSC-Neuzugang: Pascal Köpke kommt - Yabo vor dem Absprung

KSC-Akteur Yabo über Wechselgerüchte: "Noch ist nichts entschieden"

KSC-Yabo kann auch Gottesdienst: Erst Stadtrat, jetzt Gastpfarrer!

Dieser KSC-Kicker macht jetzt Karlsruher Stadtpolitik

KSC-Kicker Yabo im Gemeinderat: "Ich nehme die Wahl an"

Neuzugang Yabo: "Ich bin dankbar, dass ich zum KSC wechseln darf"

Mehr zum Thema
Kommunalwahl in Karlsruhe: Ergebnisse und Infos zur Kommunalwahl 2019 in Karlsruhe. Außerdem: Umfragen und alles zu den einzelnen Kandidaten und Listen der Parteien und Wählervereinigungen. Im Dossier erklären wir zudem das Wahlverfahren und den Ablauf der Kommunalwahl in Karlsruhe am 26. Mai 2019 sowie die Aufgaben der Stadträte und Funktion des Gemeinderats. Am Wahltag werden hier außerdem die Ergebnisse der Kommunalwahl in Karlsruhe veröffentlicht.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (48)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Gucka
    (1 Beiträge)

    12.06.2015 23:37 Uhr
    Stammtisch oder Forum?
    ++ Seine Meinung abzulassen, ist kinderleicht. Es gehört mehr dazu, sich fair zu informieren und konstruktiv beizutragen.
    ++ War jemand hier im Stadtrat dabei und kann beurteilen, ob Yabo Herz und Verstand investiert hat?
    ++ Schon vergessen, wie er nach dem verpassten Aufstieg heulte? Tut das jemand, dem es nur um die Kohle o. ä. geht?
    ++ Ist es zwingend unmoralisch, seinen Beruf(ungs)weg engagiert zu gestalten? Unkameradschaftlich ist es vielmehr, anders Entscheidende oder anderswo Spielende zu diffamieren.
    ++ Komme aus dem Mittelwesten, habe Reinhold kennen gelernt. Klasse Kumpel - ehrlich, nicht eingebildet, lernwillig, Überzeugungstäter.
    <+>< Nichts für ungut. Grüße euch!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (36 Beiträge)

    12.06.2015 01:50 Uhr
    Verräter!
    Nur, weil der KSC nicht aufgestiegen ist, seine Stadt die ihm die Perspektive überhaupt erst bot, zu verlassen, ist illoyal. Wer nach einer Niederlage fliegt, ist ein Feigling.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   linsabauch
    (42 Beiträge)

    12.06.2015 22:40 Uhr
    Mal eine Frage.
    Wenn eine anderer Arbeitgeber dir einen ganzen Batzen mehr Geld für die gleiche Arbeit mit besseren Aussichten für die Karriere bietet, würdest du da nicht wechseln???.... Und genau so ist es bei Yabo hier. Und sag mir nicht "ich liebe KA und würde nie wechseln!!!" Denn dann lügst du nicht nur dir, sondern uns allen was vor. Das ist zwar schade, aber der Lauf der Zeit. DANKE RAY FÜR DIE GEILE ZEIT!!!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   auchmalsenfdazu
    (3164 Beiträge)

    11.06.2015 09:04 Uhr
    durch
    welchen Statisten er im Gemeinderat ersetzt wird, ist mir eigentlich ziemlich egal. Bewirken wird derjenige genau so wenig wie Yabo.

    Wichtig ist, wer ihn auf dem Platz ersetzt, wenn der KSC auf Punktejagd geht !
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Malefiz
    (4616 Beiträge)

    11.06.2015 12:09 Uhr
    Vor allem wen wir uns leisten können,
    da er ja ablösefrei gehen kann.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (358 Beiträge)

    10.06.2015 19:07 Uhr
    Interessant
    wäre es, wenn er gar keine Angebote aus der ersten Liga bekäme.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   sauerbraten
    (1818 Beiträge)

    10.06.2015 18:49 Uhr
    Dass der Yabo seinen
    Vertrag beim KSC nicht verlaengert, wenn er anderswo BL spielen (oder dort auf der Bank sitzen) kann, finde ich weder verwerflich, noch erstaunlich. Was mich aber ankotzt ist, dass er staendig den christlichen Gutmenschen raustut, sich fuer 4 Jahre, oder was weiss ich wie lange, in den Stadtrat waehlen laesst und sich dann nach nem Jahr wieder verpisst, so nach dem Motto, "was interessieren mich meine Verpflichtungen und meine Waehler von gestern - Fussball geht vor". Wort halten hat auch etwas mit christlichem Tun und Ethik zu tun. Soll er sich jetzt halt bei nem Erstligisten den Arsch auf der Bank breit sitzen,- waere aber nicht verkehrt, wenn der Reserveheiland seine Lehren bzgl laengerfristigeren Verpflichtungen zieht. Beim Fussball kann jedenfalls vieles recht zuegig gehen - nach oben und nach unten hin.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   minuskumpel
    (589 Beiträge)

    11.06.2015 00:51 Uhr
    Prinzipiell
    sollte ein Fussballspieler für so etwas nicht zugelassen werden. Gerade weil das Geschäft eben so schnellebig ist. Man kann ihm nicht zum Vorwurf machen, dass er bessere Angebote annimmt. Und die gibts im Fussball eben öfter als in der freien Wirtschaft, damit muss man jederzeit rechnen.

    Die ganze Sache war einfach ein bisschen unüberlegt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   dipfele
    (5281 Beiträge)

    11.06.2015 09:30 Uhr
    die Wahlberechtigung...
    .. hängt nicht vom ausgeübten Beruf aus. Und dann sind die Wähler selber schuld, wenn sie nicht nach Inhalten sondern nach der Nase entscheiden. Aber sich informiren, was da so im Gemeinderat getrieben wird, kostet halt etwas Zeit und Denken in Zusammenhängen. Darüber labern, warum der oder jener den Ball am Tor vorbei geschossen hat, ist eben einfacher.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (36 Beiträge)

    12.06.2015 01:52 Uhr
    Richtig!
    Viele Menschen sind mit den demokratischen Verpflichtungen überfordert. Sie wählen Menschen nach Gefühl, aber sehnen sich eigentlich nach einem charismatischen Mann, der die Zügel in der Hand hält.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 (5 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Fett Kursiv Link Zitat Sie dürfen noch Zeichen schreiben
Informiert bleiben: