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Karlsruhe Jüngste Stadträtin Karlsruhes, ever! Zoe ist "richtig motiviert"

Zoe Mayer wird sie das Küken unter den Stadträten sein - mit ihren 18 Jahren tritt sie als jüngste Stadträtin in der Geschichte des Karlsruher Gemeinderats an. Bislang war der Jungspunt unter den Stadträten Yvette Melchien: Sie zog 2009 mit 23 Jahren für die SPD in den Gemeinderat. Zoe Mayer will sich im neuen Parlament für die Themen Tierschutz, Energien und Jugend einsetzen. ka-news hat mit der engagierten Jungpolitikerin gesprochen.

Zoe, als feststand, dass Du in den Gemeinderat gewählt worden bist - was für ein Gefühl war das?

Ein sehr zwiespältiges. Ich habe mich extrem darüber gefreut, dass ich es in den Gemeinderat geschafft habe und künftig meine Themen vertreten kann - zudem noch mit einem so guten Ergebnis. Andererseits fand ich es aus parteipolitischer Sicht sehr schade, dass wir so knapp die Große-Fraktionsstärke verpasst haben. Mit nur einem Platz mehr, hätten wir im Gemeinderat mehr Rechte für die politische Arbeit gehabt. Mit neun Sitzen haben wir nun nur Fraktionsstärke.

Wie hast Du von dem Ergebnis erfahren?

Ich war im Rathaus und habe die Ergebnisse dort live mitverfolgt.

Wie kam Zoe Mayer zu den Grünen?

Ich habe mit 14 angefangen, mich für Tierschutz zu interessieren und erste Spenden für das Tierheim gesammelt. Der Rest kam dann ganz schnell von selbst, als das politische Interesse zunehmend größer wurde.

Und was bewog Dich zur Stadtratskandidatur?

Am Anfang war ich mir selbst nicht so sicher, ob ich für den Gemeinderat kandidieren soll. nach langen Überlegungen dachte ich mir aber: "Hey, ein paar junge Leute im Gemeinderat wären nicht schlecht." Bislang gab es dort auch keinen Stadtrat, der die Studentenschaft vertritt.

Hast Du Angst aufgrund deines Alters von den Stadtratskollegen vielleicht nicht ernst genommen zu werden?

Angst habe ich davor nicht. Ich glaube, ich bin ernst zu nehmen. Wer mit guten Argumenten kommt, ist relativ schwer zu degradieren. Klar, gibt es immer alteingesessene Hasen, die keine Lust haben, sich mit jüngeren Menschen auseinanderzusetzen - aber ich lasse einfach alles auf mich zukommen. Ich stehe zu dem was ich denke und werde das bestmöglichst vertreten. Außerdem bin ich ja nicht die einzige in meiner Altersgruppe im neuen Gemeinderat.

Worauf freust du dich in deiner zukünftigen Tätigkeit als Stadträtin am meisten?

(lacht) Auf fünf Jahre soziale Exklusion und chronischen Schlafmangel - natürlich nicht. Dafür auf viele Debatten und Diskussionen - die Auseinandersetzung mit meiner inhaltlichen Arbeit. Ich habe in den vergangenen Jahren viel organisatorisch gearbeitet. Natürlich freue ich mich am meisten darauf, meine Interessen und die meiner Wähler zu vertreten.

Spannend wird es sicherlich auch, wenn mein erster Antrag durch den Gemeinderat kommt. Jedenfalls habe ich hohe Erwartungen und bin richtig motiviert... mal sehen wie lange noch. Kleiner Scherz - ich glaube, ich bin schon ganz gut belastbar.

Für welche Themen willst du dich im neuen Parlament besonders einsetzen?

Natürlich für Tierschutz - sehr gerne wäre ich auch für den Themenbereich Energie zuständig. Vielleicht kommt auch noch das Ressort Jugend hinzu. Die Ressortverteilung erfolgt erst im Sommer - da lässt sich jetzt noch nicht viel zu sagen.

Schon konkrete Ideen?

Ja, beim Tierschutz könnte man bei einem ehrenamtlichen, kommunalen Tierschutzbeauftragten ansetzen. Mehr vegetarische oder gar vegane Alternativen beim Mensa-Essen wären ein weiterer Ansatz. Bezüglich Energie ist ein großes Thema auf jeden Fall die energetische Optimierung öffentlicher Gebäude und das Vorantreiben der Karlsruher Energiewende durch verstärkte Investitionen im Bereich der Erneuerbaren Energien.

Auch die Abschaltung des alten Rheinhafendampfkraftwerk Block 7 (RDK7) ist meiner Meinung nach dringend notwendig, um unsere Luftqualität zu verbessern und CO2-Emissionen zu reduzieren. Dies sind aber nur einige Beispiele.

Die Fragen stellte Corina Bohner

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  • unbekannt
    (5 Beiträge)

    31.05.2014 01:17 Uhr
    PS. F.Mayer ist Klasse
    Ich verstehe etwas von erfolgreichen Frauen...
    Wie gesagt, F.Mayer hat kaum Fraue? nförderung. Am KIT werden Frauen sebr gefördert, also ist Frauenförderung so notwendig wie saubere Luft.
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  • unbekannt
    (5 Beiträge)

    31.05.2014 01:05 Uhr
    sie könnte klasse sein
    Den Tierschutz finde ich nur wichtig, wenn F. Mayer auch Kampfhundehaltung möglichst einschränkt oder am Besten verbietet.
    Die Frauenförderung wird zur Zeit durch die Kriege behindert, das ist ein Teil des schlimmen Rückschritts. Auch wenn mir persönlich dies viellicht angenehm ist.
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  • unbekannt
    (2134 Beiträge)

    30.05.2014 13:51 Uhr
    Also Jugend
    nehmt die Kommentatoren hier beim Wort,lasst den BufDi BufDi sein,dafür fehlt euch eh die Lebenserfahrung und das Verantwortungsbewusstsein ,sollen andere Leute machen.
    Zeugt lieber mehr Babyeinhörner...

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  •   Gast68
    (854 Beiträge)

    30.05.2014 12:38 Uhr
    Als ich vor knapp 30 Jahren
    meine erste Beschäftigung angetreten habe war ich auch noch "voll motiviert".
    Relativert sich jedoch nach einigen Jahrzehnten ....
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    30.05.2014 13:15 Uhr
    Das geht
    wohl den meisten Menschen so und kann die verschiedensten Gründe haben.
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  • unbekannt
    (1536 Beiträge)

    30.05.2014 13:39 Uhr
    Ich sitz
    bei diesem Thema zwischen zwei Stühlen. Einerseits bin ich über das jugendliche Engagement erfreut, auf der anderen Seite erlebe ich tagtäglich das Unvermögen, welches unerfahrene Entscheider zeigen.
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  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    30.05.2014 14:38 Uhr
    Verstehe ich,
    auch wenn es frischen Wind in die staubigen Stuben des Gemeinderates bringt, zuerst in einem Beruf arbeiten und dann Politiker werden, damit man weiß, für wen man Politik macht, wäre die bessere Lösung.

    Nicht dass das wieder so eine quereingestiegene Berufspolitikerin wie die C. Roth gibt.
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    30.05.2014 14:00 Uhr
    Ich weiss nicht
    wie das auf Gemeinderatsebene ist, aber in den Landtagen und im Bundestag herrscht ja im allgemeinen Fraktionszwang. Man spricht mit einer Stimme und ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Neuling da aus der Reihe tanzt.
    Und in der Politik ist es wie bei allem anderen auch: Je früher man es anfängt zu lernen umso besser.
    Da kann ich mich noch an die Grabenkämpfe eines Freundes mit Mappus in der JU erinnern (wir waren auf der selben Schule), der hat schon zu Schulzeiten angefangen ein Netzwerk von Untergebenen aufzubauen. Und er hats weit gebracht, die entscheidenden Fehler (edf, Schlossgarten) hat er ja erst gemacht als er Ministerpräsident war. Da ist ihm irgendwie der Boden unter den Füssen ausgegangen.
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  •   silberahorn
    (10264 Beiträge)

    31.05.2014 06:36 Uhr
    So ist es.
    Sie lernt jetzt zuerst einmal die Zusammenhänge besser kennen. Danach kann sie, falls sie will, wieder mehr in den Beruf, am besten mit Auslandserfahrungen. Danach hat sie viele Möglichkeiten politisch aktiv zu sein.

    Marina Weisband hat z.B. neulich eine gute Analyse der Lage in der Ukraine vorgetragen. Die musste am Anfang auch noch etliches lernen und ist auch noch jung.
    Ich freue mich, wenn Jugend ruhig sachlich und trotzdem kritisch auf sich aufmerksam macht. Protestler sind nicht nötig, aber aktive Mitdenker. Zum Quertreiber wird sie wahrscheinlich nicht mutieren.
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  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    31.05.2014 07:14 Uhr
    Protestler sind nicht nötig, aber aktive Mitdenker.
    Das gefällt mir.
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