Nachdem Omikron vor allem die jüngeren Bevölkerungsgruppen fest im Blick hatte, wird jetzt immer mehr eine Verschiebung zu den älteren Generationen erkennbar. Das teilte die Stadt Karlsruhe in einer Pressekonferenz am Donnerstag mit.

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Bundesweit sei eine Steigerung bei den 85 bis 89-Jährigen von 42 Prozent zu beobachten, bei den 75 bis 79-Jährigen von 33 Prozent (Zeitraum: 3.-10. Februar). Auch in Baden-Württemberg sei diese Tendenz zu erkennen.

Vierte Impfung "gut, aber nicht ausreichend"

Auch bei der wöchentlichen Klinik-Pressekonferenz am Freitag greift Klinik-Chef Michael Geißler das Thema erneut auf: "Die, die sich im September und Oktober geboostert haben, die müssen sich jetzt dringend die vierte Impfung geben lassen." Grundlage für diese Aussage seien aktuelle Daten aus der USA, die besagen, dass sich die Wirkung der Corona-Impfung bereits nach vier Monaten um rund 20 Prozent reduziere.

Michael Geißler, medizinischer Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Karlsruhe.
Michael Geißler, medizinischer Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Karlsruhe. | Bild: Melissa Betsch

Der Punkt: Studien aus Israel zu der vierten Impfung, beziehungsweise der zweiten Booster-Impfung, besagen, dass die Wirkung zwar "gut, aber nicht ausreichend" sei. Man sei kurz nach der vierten Impfung wieder auf demselben Antikörper-Stand wie kurz nach der dritten.

Da stellt sich die Frage, warum wird den Bürgern eine zweite Booster-Impfung dann überhaupt erst nahegelegt?

Wer sollte sich zum zweiten Mal boostern lassen?

Auf Nachfrage der Redaktion teilt der Klinik-Chef im Rahmen der Pressekonferenz mit, dass ein derartiger Abfall der Antikörper ganz normal sei. "Die vierte Impfung führt nicht zu so einen starken Anstieg der neutralisierenden Antikörpertiter wie der erste Booster, weil das Immunsystem schon so stark stimuliert ist", erläutert Geißler.

In Israel haben bereits mehr als 600.000 Menschen eine vierte Impfdosis erhalten.
In Israel haben bereits mehr als 600.000 Menschen eine vierte Impfdosis erhalten. | Bild: Tsafrir Abayov/AP/dpa

Aus diesem Grund sei es seiner Ansicht nach "völlig richtig", dass es für diese Impfung bislang noch keine generelle Empfehlung für die Bevölkerung gebe, sondern nur für gefährdete (Berufs)Gruppen.

"Wir wissen ja, dass die Antikörpertiter bei den Älteren nochmal schneller abfallen. Darum ist hier ein 10 bis 15 prozentiger Anstieg der Antikörpertiter hochrelevant, um sie vor der Krankenhauseinweisung zu schützen", so Geißler abschließend. 

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