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Karlsruhe Wieder ein Schritt näher am Ziel: Rohbau des Karlsruher Autotunnels nähert sich der Fertigstellung

Von Osten und von Westen sind die Betonbauer in den vergangenen Wochen dem Karlstor immer nähergekommen. Die Sohle des Autotunnels entstand abschnittsweise, dann die die Fahrbahnen trennende Mittelwand sowie die Außenwände und schließlich auch die Tunneldecke. Zu weiteren aktuellen Fortschritten der Kombilösung informiert die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) in ihrer wöchentlichen Pressemitteilung.

Jetzt stehen die allerletzten Meter Rohbau beim Autotunnel auf dem Programm der Arbeiter: Die bisher die Kriegsstraße überspannenden Hilfsbrücken sind entfernt, der Weg für das Bewehren und Schalen in die Höhe bis knapp unter die "Geländeoberkante" ist frei.

Ein wichtiges Stück Vorarbeit ist bereits geleistet: Unter den bis vor etwas mehr als einer Woche dort befindlichen Hilfsbrücken ließ sich die Tunnelsohle einbauen. Insofern sind jetzt "nur" noch Mittelwand und Außenwände und abschließend der Deckel zu betonieren.

Bild: Thomas Riedel

Danach geht es auch oberirdisch hier so zügig weiter wie bereits in allen anderen Bereichen der Kriegsstraße: In mehreren Abschnitten erfolgt die Herstellung der endgültigen Oberfläche mit Gleisbau, dem Einbau eines Gleisdreiecks sowie dem Straßenbau, der Herstellung von Fahrbahnen und Gehwegen.

Bahnen am Karlstor rollen erst wieder in fünf Monaten

Ab Mitte September – also rechtzeitig zum Beginn der Schule nach den Sommerferien – fahren die Stadtbahnen und Straßenbahnen dann wieder die Karlstraße entlang. Der letzte große Umschwung beim Liniennetz kommt dann am 12. Dezember: Mit der Inbetriebnahme der gesamten Kombilösung gilt ab diesem Tag ein neuer Liniennetzplan im Karlsruher ÖPNV-Netz.

Der Rohbau in der Kriegsstraße beschränkt sich damit nur noch auf Restbereiche: So wird der bereits hergestellte Tunnel in das Einkaufszentrum am Ettlinger Tor in den nächsten Tagen mit der Öffnung in das Gebäude hinein ausgestattet.

Rohnau von unten: Am Karlstor werden die Bewehrungen und die Schalungen hochgezogen, um das letzte Tunnelstück betonieren zu können.
Rohbau von unten: Am Karlstor werden die Bewehrungen und die Schalungen hochgezogen, um das letzte Tunnelstück betonieren zu können. | Bild: Kasig

Entlang der Ein- beziehungsweise Ausfahrtrampen östlich des Karlstors entstehen noch die letzten seitlichen Stützwände. Und schließlich strebt auch noch das Treppenhaus des Betriebsgebäudes seiner Rohbau-Vollendung entgegen.

Es werde (immer mehr) Licht

Die Arbeiten beim Innenausbau des Autotunnels gleichen dagegen jenen zu Beginn des Innenausbaus des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels. Immer mehr technische Ausstattung – angefangen bei den Kabelpritschen – wird installiert.

Zudem hat der Tunnel mit seiner von West nach Ost führenden Südröhre und der von Ost nach West führenden Nordröhre inzwischen schon auf lange Strecken einen Anstrich der Betonwände erhalten. Der helle Anstrich dient vor allem der Stromeinsparung bei der Beleuchtung des Tunnels. In wenigen Tagen beginnt dann die Montage dieser Beleuchtung über den Fahrbahnen in den Tunnelröhren. Für die Beleuchtung kommt aktuelle LED-Technik zum Einsatz.

Helle Angelegenheit: In der Betriebszentrale des Autotunnels Kriegsstraße wird die elektrische Ausrüstung installiert.
Helle Angelegenheit: In der Betriebszentrale des Autotunnels Kriegsstraße wird die elektrische Ausrüstung installiert. | Bild: Kasig

Im Bereich der Tunneleinfahrten wird der Tunnel etwas heller ausgeleuchtet als im übrigen Tunnelbereich, damit die Augen der Autofahrer stufenweise an die Lichtverhältnisse im Tunnel herangeführt werden.

Kriegsstraße bald wieder befahrbar

Über dem Autotunnel nimmt die endgültige Oberfläche mit Straßen, Rad- und Gehwegen sowie auch dem Gleisbau inzwischen schon beinahe rasante Ausmaße an. Zwischen Karlstor und Mendelssohnplatz sind die Straßenbauer unablässig damit beschäftigt, Leitungen und Abwasserrohre zu verlegen, Kanalschächte und Bordsteinkanten zu setzen und – wo das bereits geschehen ist – den Asphalt der Fahrbahnen einzubringen.

Rohbau von oben: Die Mittelwand des letzten Tunnelabschnitts ist bereits bewehrt und eingeschaltet, im Vordergrund werden die Auflager der Hilfsbrücken abgebrochen.
Rohbau von oben: Die Mittelwand des letzten Tunnelabschnitts ist bereits bewehrt und eingeschaltet, im Vordergrund werden die Auflager der Hilfsbrücken abgebrochen. | Bild: Kasig

Die Auto- und Radfahrer merken das an den häufig wechselnden Verschwenkungen: Sobald ein Abschnitt begonnen werden kann, wandert die Fahrbahn zunächst in die Mitte der Kriegsstraße, um dann abschnittsweise wieder zurück auf die fertig gebaute endgültige Fläche zu wechseln. So wird am Montag, 19. April, entlang des Staatstheaters ein weiterer Abschnitt der endgültigen Fahrbahn der Kriegsstraße in Betrieb genommen.

Drei neue Haltestellen entstehen

In der Kriegsstraßenmitte entstehen vor der Heinrich-Hübsch-Schule westlich vom Mendelssohnplatz, vor dem Einkaufszentrum am Ettlinger Tor westlich der Kreuzung Ettlinger Tor sowie vor dem Bundesgerichtshof östlich des Karlstors drei neue –natürlich oberirdische– Haltestellen.

Im Rahmen der Kombilösung wurden damit zehn Haltestellen neu gebaut sowie einige weitere zuvor schon bestehende wie das "Mühlburger Tor" oder das "Rüppurrer Tor" im Rahmen von Verlegungen neu gebaut. Im Stadtbahn- und Straßenbahntunnel der Kombilösung nimmt der Probebetrieb der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) seine Fahrten auf. Die Vielzahl der noch zu erledigenden Restarbeiten läuft abseits des Fahrweges der Bahnen und außerhalb der Tunnelabschnitte weiter.

Mehr zum Thema
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  •   mueck
    (12138 Beiträge)

    17.04.2021 13:06 Uhr
    PS:
    Die Webcam Karlstor klemmt noch immer ...
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  •   IchKA
    (1141 Beiträge)

    16.04.2021 19:37 Uhr
    Was wären wir ohne die Jubelarien der Kasig
    Der Lüperz Kram wäre perfekt für Sprayer und sie müssen nicht mal in die Röhre ...
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  •   Waterman
    (6545 Beiträge)

    16.04.2021 15:20 Uhr
    12.12.21, der 3. Advent - ein Weihnachtsgeschenk!
    "Der helle Anstrich dient vor allem der Stromeinsparung"

    Die Überwachungskameras werden hoffentlich in ausreichender Zahl vorhanden sein; nicht nur zur Verkehrsüberwachung, sondern auch und speziell zur Abschreckung der Sprayer, die durch einen hellen Anstrich magisch angezogen werden.
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  •   andip
    (11008 Beiträge)

    16.04.2021 15:31 Uhr
    Naja
    Sprayer sind in Autotunnel eher selten anzutreffen.
    Zum einen dürfte das denen zu gefährlich sein, mitten auf der Fahrbahn herumzurennen.
    Und zum anderen sind sie da leicht zu entdecken, da immer wieder einer da durchfährt.
    Wollen wir mal hoffen, dass es nicht noch ewig dauert, bis aus dem Rohbau ein endgültig fertiger Bau wird.
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  •   Kommentar
    (732 Beiträge)

    16.04.2021 14:26 Uhr
    "Die Auto- und Radfahrer
    merken das an den häufig wechselnden Verschwenkungen:"

    Radfahrer?
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  •   mueck
    (12138 Beiträge)

    17.04.2021 11:38 Uhr
    !
    Sind größtenteils erlaubt und ich fahre da auch ab und zu, so umgeht man die fußgängerverseuchten Innenstadtstraßen.
    Nur auf dem Abschnitt Ritterstr.>Karlstr. sind sie verboten, warum auch immer, der Abschnitt unterscheidet sich nicht wirklich von anderen einspurigen Abschnitten ...
    Als kürzlich die Ritterstr. dicht war wegen Umbau, radelte man in eine Sackgasse ...
    Das fiel wohl irgendwem auf und das Verbot war kurz weg, es geht also offenbar auch ohne dieses Verbot. Verboten ist derzeit auch das letzte Stück der nördl. Karlstr. vorm Karlstor, wo es derzeit auf die stillgelegten Schienen geht. Paar Meter weiter nördlich vor der Hausbaustelle ist das dagegen kein Problem.
    Baustellenführungen und -beschilderungen bzgl. Radfahrer sind in KA nach wie vor unterirdisch ...
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  •   mueck
    (12138 Beiträge)

    17.04.2021 11:44 Uhr
    ...
    Für Fußgänger auch, zwischen Lammstr. und Ettlinger Tor ist ein durchgehender Gehweg ja derzeit auch Fehlanzeige. Und das ohne Verbot. Ein Fußgängerverbot dort und auf dem o.g. Abschnitt Ritter>Karl wäre ja eher sinnvoll. Zwischen Lammstr. und Ettlinger Tor dürfte man derzeit nach § 25 auf der Fahrbahn laufen, habe ich 2x gemacht, das erste mal weil ich von der fehlenden Verbindung nix wusste und wegen eines Termins in Eile war und keine Zeit hatte zurück und einen Riesenumweg zu laufen. RItter>Karl kann man wenigstens auf der anderen Seite laufen, da würde ein Fußverbot (statt Radverbot) keinem weh tun ... So schlug ich das auch vor, ein Fußg.verbot stand da sogar mal kurz zusätzlich, nun ist es wieder erlaubt, weswegen ich in der Sackgassenphase auch mal spaßeshalber geschoben habe (der Gehweg auf der anderen Seite wäre dafür zu schmal, also nach § 25 verboten), normalerweise ignoriere ich das Verbot aber einfach ... Zu den Zeiten, wo ich da radel, ist eh nur wenig Autoverkehr ...
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