Karlsruhe Vom Erdaushub bis zum Straßenbau im Tunnel: Bauabschnitte der Kombilösung auf unterschiedlichem Stand

Während an manchen Stellen noch Aushubarbeiten stattfinden, geht auf anderen Strecken schon der Straßenbau im fertiggestellten (Rohbau-)-Tunnel voran. Wie in jeder Woche informiert die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) auch heute wieder über den aktuellen Stand der Kombilösung.

Der Umbau der Kriegsstraße mit einer neuen oberirdischen Gleistrasse und einem darunter liegenden Autotunnel vereint diese beiden Extreme auf seiner Gesamtlänge von 1,6 Kilometern. Direkt unter dem Karlstor im Baufeld W 1 ist der Abbruch der alten Betonsohle der früheren Unterführung der Kriegsstraße unter der Karlstraße hindurch abgeschlossen. Jetzt arbeiten sich die Aushubbagger bis auf jene Tiefe der Baugrube vor, von der aus die neue Tunnelsohle mit Bewehrung und Betonage wieder aufgebaut wird.

Die alte, etwas mehr als 50 Jahre alte Sohle konnte nicht weiterverwendet werden, weil der neue Autotunnel Kriegsstraße – er nennt sich Karoline-Luise-Tunnel – unter dem Karlstor künftig einen anderen Querschnitt haben wird. Bis Ende November ist der Aushub angesetzt – danach beginnen die Arbeiter mit der Bewehrung.

Abgebrochen wird das obere Ende des Baugrubenverbaus – danach kann mit dem provisorischen Straßenbau in der Mitte der Kriegsstraße begonnen werden.
Abgebrochen wird das obere Ende des Baugrubenverbaus – danach kann mit dem provisorischen Straßenbau in der Mitte der Kriegsstraße begonnen werden. |

Nur wenige Meter östlich sind dagegen schon die Bautrupps im Rohbau bereits hergestellten Tunnel unterwegs. Zwar nicht durchgängig, aber im Prinzip über die Strecke bis zum Mendelssohnplatz statten sie den Rohbau mit Entwässerungsrinnen und auch schon mit dem Straßenbau aus. Denn abgesehen vom Baufeld W 1 zwischen Karlstor und Ritterstraße schließen sich die vorhandenen Lücken mit noch nicht hergestelltem Tunnelrohbau rasant: Östlich des Ettlinger Tors wird noch in den beiden Baufeldern O 5 und O 4 bewehrt, eingeschalt und betoniert.

Im Baufeld O 3 zwischen Meidingerstraße und Rüppurrer Straße endete die Rohbauphase am 10. November mit der Betonage der Decke des Blocks 102. Der Straßentunnel in der Kriegsstraße besteht aus insgesamt 153 (Nordröhre) bzw. 149 (Südröhre) Blöcken, das heißt: Abschnitten mit in der Regel zehn Meter Länge. Ein Block davon, der Block 66, ist das Kombibauwerk. Hinzu kommt noch die bisherige westliche Rampe der Auto-Unterführung am Karlstor, die aus weiteren 14 Blöcken besteht, hier mit einer Länge von in der Regel zwölf Metern Länge.

Unterirdischer Zugang zum Parkhaus des Ettlinger Tors entsteht

Spannend bleibt es bei jenen Bauwerken, die seitlich vom Autotunnel entstehen: Der Bau des Tunnelabzweigs zwischen Autotunnel in der Kriegsstraße und dem unterirdischen Zugang zum Parkhaus des Einkaufszentrums am Ettlinger Tor kann jetzt weitergehen, nachdem nun eine Hilfsbrücke sicherstellt, dass Autos über die Baugrube hinweg von der Kriegsstraße in das Parkhaus des Einkaufszentrums fahren können. Die Brücke bleibt bis in die zweite Januar-Woche in Betrieb, während darunter der Tunnelabzweig im Rohbau entsteht.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite vor dem Landratsamt stellen die Bauarbeiter einen Zugang von der Oberfläche für die unterirdische Betriebszentrale her. Hier wird in wenigen Tagen der Durchbruch von der Baugrube des Treppenhauses zum Tunnel hergestellt. Damit ist der Weg frei für die Rohbauphase des Treppenhauses. Das Treppenhaus stellt nach Inbetriebnahme des Autotunnels im Dezember 2021 sicher, dass die Betriebszentrale auch dann von Servicepersonal erreicht werden kann, wenn der Zugang direkt aus dem Tunnel heraus beispielsweise durch einen Unfall versperrt ist.

Fertiggestellt ist auch die Zwischenausfahrt aus dem Tunnel unmittelbar westlich des Ettlinger Tors auf der Nordseite der Kriegsstraße
Fertiggestellt ist auch die Zwischenausfahrt aus dem Tunnel unmittelbar westlich des Ettlinger Tors auf der Nordseite der Kriegsstraße | Bild: KASIG

Gleich nebenan entsteht das Hebewerk - "Mitte": Die Wände der Baugrube aus Bohrpfählen "stehen" bereits. Jetzt wird die Baugrube bis auf ihre endgültige Tiefe ausgehoben, um mit dem Rohbau beginnen zu können. Das Hebewerk "West" gleich neben dem Karlstor vor dem Gelände des Bundesgerichtshofs entsteht aus einem bereits zuvor dort liegenden unterirdischen Betriebsgebäude heraus.

Nach Abbrucharbeiten entsteht unter Einbeziehung der noch vorhandenen Bauwerksteile jetzt der künftige Neubau. Auch bei der Herstellung der endgültigen Oberfläche der Kriegsstraße ist ein weiterer Meilenstein termingerecht erreicht: An diesem Montag (16. November) wird im Abschnitt Lammstraße bis Ritterstraße beim Nymphengarten, der Straßenverkehr auf seine endgültigen Fahrbahnen im Seitenraum verlegt, so dass über dem Straßentunnel in der Mitte der Kriegsstraße die neue Straßenbahntrasse und die sie begleitenden Grünstreifen sowie drei der vier in diesem Abschnitt geplanten Gehwegquerungen hergestellt werden können.

Mendelssohnplatz: Straßenbahnen fahren an diesem Wochenende nicht

Unterbrochen wird am kommenden Wochenende von Freitag (13. November), 20.30 Uhr, bis Montag (16. November), 4 Uhr, nochmals der Straßenbahnverkehr am Mendelssohnplatz, damit über den dort bereits hergestellten Gleisanlagen die Fahrleitung aufgebaut werden kann.

Beim Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels unter der Kaiserstraße mit dem Südabzweig vom Marktplatz in die Ettlinger Straße hinein haben vor allem die Elektriker das Sagen: Ob Fahrtreppen eingerichtet und probeweise in Betrieb genommen werden, ob die Beleuchtung in die Lichtgespinste der Haltestellen eingehängt oder in der Deckenverkleidung der Zwischenebenen angebracht wird – es "funkt" überall.

Beginnen werden in der nächsten Woche die Reparaturarbeiten an den elektrischen Leitungen zwischen den Haltestellen Europaplatz und Lammstraße, die nach Inbetriebnahme "Marktplatz (Kaiserstraße)" heißen wird. Die Kabel waren durch einen Wasseraustritt in der Nacht zum 24. Juni soweit in Mitleidenschaft gezogen worden, dass ein sicherer Betrieb der bis zu 20 Kilovolt Spannung führenden Leitungen nicht gewährleistet werden kann.

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