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Karlsruhe Test erfolgreich: Erste Straßenbahn fährt durch Kombi-Tunnel!

Am Dienstag rollte die erste Straßenbahn durch den unterirdischen Tunnel in Karlsruhe. Die Testfahrt startete am Gottesauer Platz und endete am Mühlburger Tor - dann ging es wieder zurück. Im nächsten Schritt sollen weitere Streckenabschnitte "angefahren" werden.

Bei diesem ersten Test ging es zunächst einmal darum, mit der Bahn die neu gebaute und bisher noch nicht befahrene unterirdische Strecke zu erkunden und verschiedene Messungen vorzunehmen, so Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) in einer entsprechenden Meldung. Befahren wurde zunächst nur die Ost-West-Achse von der Rampe in der Durlacher Allee ab dem Gottesauer Platz bis zur Rampe am Mühlburger Tor und umgekehrt.

Geradeaus oder abbiegen – mit dem Einbau der Weichen westlich des Mühlburger Tors sind oberirdische und unterirdische Gleise jetzt miteinander verbunden.
Einbau der Weichen westlich des Mühlburger Tors. | Bild: Kasig

Nach der etwa zweieinhalbstündigen Testfahrt herrschte Erleichterung – bei den am Tunnelbau und am langwierigen und komplexen Inbetriebnahme-Prozess Beteiligten ebenso wie bei den Geschäftsführern Alexander Pischon (VBK, AVG, Karlsruher Verkehrsverbund KVV und Kasig), Ascan Egerer (VBK und AVG) und Frank Nenninger (Kasig): Der Test verlief reibungslos, die Soll- und Ist-Werte stimmten überein.

Testfahrt musste lange geplant werden

Die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) hatte die Testfahrt zusammen mit den VBK lange geplant: Die Oberleitung hatte mit 750 Volt die notwendige Stromversorgung, das Gleisbett war von allen vom Innenausbau stammenden Hindernissen wie etwa Zwei-Wege-Bagger geräumt worden.

Einfahrt in die Haltestelle Durlacher Tor: Die Bahnsteige sind mit Bauzäunen gegen das Gleisbett gesichert.
Einfahrt in die Haltestelle Durlacher Tor: Die Bahnsteige sind mit Bauzäunen gegen das Gleisbett gesichert. | Bild: Kasig

Die Oberfläche der Schienen war geschliffen worden. Bauzäune riegeln den Bereich der Bahnsteige in den sieben unterirdischen Haltestellen hermetisch gegen das Gleisbett ab, damit sich Bahn und Handwerker nicht gegenseitig in die Quere kommen und die Sicherheit der Mitarbeiter am Bau ebenso gewährleistet ist wie die Sicherheit der an den Testfahrten Beteiligten.

Was wurde getestet?

Bei den jetzt anstehenden Tests handelt es sich um Profilmessfahrten. Dabei wird in der Praxis untersucht, ob die in der Planungsphase der Kombilösung angestellten theoretischen Berechnungen tatsächlich zutreffen. Darunter:

  • Gibt es beim Lichtraumprofil Konflikte, also: "Passen" die Haltestellen-Bahnsteige zu allen Bahn-Typen?
  • Funktioniert das Ausfahren des Schiebetritts an den Fahrgasttüren problemlos, so dass einerseits die Schiebetritte nicht an der Bahnsteigkante anstoßen und andererseits kein übergroßer Spalt zwischen Bahn und Bahnsteig bleibt?
  • Ist im Kurvenbereich des Gleisdreiecks unter dem Marktplatz auch stets der erforderliche Abstand zwischen Bahn und verschiedenen Einbauten an den Betonwänden gewahrt, wenn Fahrzeuge mit ihren unterschiedlichen Konstruktionskonzepten ihr jeweils spezifisches Kurvenverhalten zeigen?
  • Gilt das auch für die Weichen, die im Tunnel für einen Gleiswechsel eingebaut wurden?
Alles für den Fahrgast: Genau betrachtet wurde bei ausgefahrenem Schiebetritt Abstand und Höhe zur Bahnsteigkante.
Alles für den Fahrgast: Genau betrachtet wurde bei ausgefahrenem Schiebetritt Abstand und Höhe zur Bahnsteigkante. | Bild: Kasig

Wie funktioniert der Test?

Die Testfahrten sind zu Blöcken zusammengefasst, in denen die Oberleitung unter Spannung steht. Außerhalb dieser Blöcke wird der Strom abgeschaltet, die Bauzäune an den Bahnsteigen können dann mittels einer besonders gesicherten "Tür" geöffnet werden, um den Innenausbau im Gleisbereich der Haltestellen und in den Tunnelabschnitten zu komplettieren. Auch der Austausch der vom Wasserschaden betroffenen Kabel geht unter diesen Vorbedingungen normal weiter.

Durchfahrt im Gleisdreieck: Auch hier wurde genau beobachtet, ob alles passt.
Durchfahrt im Gleisdreieck: Auch hier wurde genau beobachtet, ob alles passt. | Bild: Kasig

Einige Monate Probebetrieb

In einem weiteren Schritt wird dann auch der Südabzweig vom Marktplatz in die Ettlinger Straße bis auf Höhe der Augartenstraße getestet. Die Testfahrten werden in den kommenden Wochen und Monaten fortgesetzt. Dann werden sämtliche bei den VBK und der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) eingesetzten Fahrzeugtypen – Niederflurfahrzeuge der älteren und der neuesten Generation ebenso wie die beiden Generationen der Zweisystem-Stadtbahnen – zum Einsatz kommen.

Nachmessen: Auch die Geschäftsführer Alexander Pischon (KVV, VBK, AVG, KASIG), Ascan Egerer (VBK, AVG) und Frank Nenninger (KASIG) – von rechts nach links - prüften, ob der Tunnel dem entspricht, was der Bahnbetrieb erfordert.
Nachmessen: Auch die Geschäftsführer Alexander Pischon (KVV, VBK, AVG, KASIG), Ascan Egerer (VBK, AVG) und Frank Nenninger (KASIG) – von rechts nach links - prüften, ob der Tunnel dem entspricht, was der Bahnbetrieb erfordert. | Bild: Kasig

Nach den Testfahrten beginnt in einigen Monaten die Phase des technischen Probebetriebs: Dabei wird das Zusammenspiel aller im späteren Fahrgastbetrieb relevanten Komponenten auf Herz und Nieren getestet – also beispielsweise die Kommunikation der Systeme der Stadt- oder Straßenbahnen mit den Signalen oder den Weichen.

Die letzte Testphase vor der für Dezember 2021 geplanten Inbetriebnahme der gesamten Kombilösung ist dann der sogenannte betriebliche Probebetrieb: Dann fahren die Bahnen unter Normalbedingungen – beispielsweise im Takt - im Tunnel, allerdings natürlich ohne Fahrgäste.

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  •   Schillerlocke
    (360 Beiträge)

    06.08.2020 10:40 Uhr
    Das sieht bedrückend aus.
    Von der lichtdurchflutenden Kathedrale der Werbeanimationen bleibt nicht viel übrig. Kommt dieses Oberleitungsgewirr eigentlich noch weg?

    Ob sie damit viele Kunden ködern erscheint mir zweifelhaft. Sieht eher nach einem Bunker aus, in dem man sich nach Sonnenuntergang besser nicht mehr reintraut.
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  •   SMu
    (5 Beiträge)

    06.08.2020 09:03 Uhr
    Leider enttäuschend...
    Nach der extrem (zu) langen Bauzeit ist wirklich zu erwarten, dass alles passt und das Ganze nun endlich gemäß seiner Bestimmung eröffnet und genutzt werden kann... Es wird nun endlich Zeit!! Leider wirkt der Innenausbau der U-Stationen genauso wie die fragwürdige Konzeption der Wasserspiele auf dem Marktplatz etwas altbacken und wenig kreativ! Schade!
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  •   M.S.
    (361 Beiträge)

    05.08.2020 10:29 Uhr
    schon toll
    wie man auf den Fotos überall Leute dicht beieinander stehen sieht, kein Abstand, keinen Mund-Nase-Schutz.
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  •   Reger
    (358 Beiträge)

    04.08.2020 23:25 Uhr
    Normal
    Eigentlich kann man erwarten, dass alles reibungslos verläuft. Alles andere wäre nicht OK.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (12042 Beiträge)

    04.08.2020 18:56 Uhr
    wurde auch mit Gegenverkehr getestet?
    Gebranntes Kind scheut das Feuer!
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  •   dipfele
    (5858 Beiträge)

    04.08.2020 21:45 Uhr
    Die übereflüssigen....
    … Schiebetritte wurden getestet !! Die verzögern den Haltestellenaufenthalt um mindestens 10 Sekunden. Hat eine Linie 20 Haltestellen, so sind das 200 Sekunden pro Kurs. Bei angenommenen 80 Kursen pro Tag wären das dann 16.000 sec oder 4,4 Stunden, bei 365 Tagen = 1.622 Stunden pro Jahr, grob gesagt ein Fahrer mehr. Beim chronischen Defizit spielt das ja keine Rolle.
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  •   Heisenberg
    (129 Beiträge)

    05.08.2020 12:39 Uhr
    Das Einzige das hier überflüssig ist, ist dein Kommetar!
    Die Schiebetritte sind Elementar wichtig für Leute die beispielsweise im Rollstuhl sitzen oder einen Kinderwagen in die Bahn schieben möchten!

    Man sollte erst das Hirn einschalten bevor man schlaue Kommentare verfasst!
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  •   microbit
    (69 Beiträge)

    04.08.2020 21:58 Uhr
    Na dann...
    ... erklär mir doch mal wie man ansonsten den Spalt zwischen Bahnsteig und Fahrzeug überbrücken soll? Vergiss nicht - die Zweisystemfahrzeuge - zumindest die GT8-100D/2S-M - können ihren Tritt nicht nicht ausfahren, ein Weglassen des Spalts ist keine Option.
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  •   ALFPFIN
    (7435 Beiträge)

    04.08.2020 17:30 Uhr
    Ha, no
    für was hat man denn ein Navi. Kann schon sein, dass ein paar unten durchfahren wollen, das Navi kann nach so vielen Jahren auch nicht so schnell umschalten und merken, dass man oben herum fahren muss, dann auch noch auf Umwegen, weil auf der Kaiserstraße nur noch Fußgänger flanieren dürfen und keine Autos. 😊
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  •   runner
    (503 Beiträge)

    04.08.2020 17:20 Uhr
    Hermetisch abgeriegelt?!
    Geht's auch eine Nummer kleiner? Macht euch mal schlau, was hermetisch abgeriegelt heißt!
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