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Karlsruhe Neue Wege für Karlsruher Bahnen: Das Karlstor erhält sein neues Gleisdreieck

Das Gleisdreieck, welches den Straßenbahnen der Karlstraße nun auch Wege nach Ost- und West ermöglichen soll, nähert sich der Fertigstellung. Parallel dazu wären auch an den weiteren Baustellen der Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft (Kasig) nur noch Restarbeiten zu erledigen. Schon in den nächsten Wochen sollen erste Endergebnisse vorliegen. Bis dahin sei aber noch mit einigen Verkehrseinschränkungen zu rechnen.

Ab der übernächsten Woche ist es auch am Karlstor soweit: Dann werden, nachdem die Betontragplatte eingebaut ist, die Weichen für das Gleisdreieck in Einzelteilen eingehoben, wie eine Pressemitteilung der Kasig informiert. Stück für Stück oder besser: Meter für Meter setzen die Arbeiter dann das Gleisdreieck zusammen, dass es in dieser Form an dieser Stelle noch nie zuvor gegeben hat: In der Vergangenheit befuhren die Bahnen die Karlstraße ausschließlich nord- oder südwärts.

Doch nach dem Liniennetzplan des Karlsruher Verkehrsverbunds, der mit der Inbetriebnahme der Kombilösung gültig sein wird, werden die Straßenbahnlinien 4 und 5 die neue oberirdische Trasse in der Mitte der Kriegsstraße nutzen. Die Linie 4 (Oberreut – Waldstadt) kommt vom beziehungsweise fährt zum Europaplatz, die Linie 5 (Rheinhafen – Durlach Bahnhof) gelangt über die Mathystraße zur Kriegsstraße. Das Karlstor in Süd-Nord- beziehungsweise umgekehrter Richtung passieren künftig die Linien 2 (Knielingen – Wolfartsweier) und 3 (Daxlanden/Rappenwört – Rintheim).

Bis es soweit ist, muss aber noch der ein oder andere Lückenschluss bei den Gleisen erfolgen: Nach Westen bewegt sich der bereits östlich vom Mendelssohnplatz abgeschlossene Gleisbau derzeit auf das Ettlinger Tor zu. Westlich davon wiederum fehlen noch die Abschnitte bis zur Lammstraße und zwischen Ritterstraße und Karlstor. Am Montag (12. Juli) wird die endgültige Lichtsignalanlage am Mendelssohnplatz in Betrieb genommen. Am Sonntag zuvor (11. Juli) wird die endgültige Fahrbahnmarkierung im Bereich der Kreuzung aufgebracht.

Einschränkungen des Autoverkehrs am Sonntag

Einschränkungen vornehmlich des Autoverkehrs insbesondere am Sonntag sind nicht zu vermeiden, da im Verkehrsraum gearbeitet werden muss. Geplant war die Inbetriebnahme der Lichtsignalanlage ursprünglich bereits für Mai 2021. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten bei Bauteilen der Lichtsignalanlage musste der Termin verschoben werden.

Beim Umbau der Kriegsstraße mit einer neuen Gleistrasse und dem darunterliegenden Autotunnel macht der Bau auch der Verkehrsflächen weiter Fortschritte: Östlich vom Ettlinger Tor sind an den äußeren Rändern der Kriegsstraße die Fahrspuren für die Autos und Radfahrer sowie die Gehwege nahezu fertiggestellt. Zwischen Ettlinger Tor und Karlstor stehen aber mit Ausnahme des Abschnitts zwischen Lamm- und Ritterstraße diese Arbeiten noch an.

Unterirdisch wird letzte Hand angelegt

Bei den Bautätigkeiten unter der Oberfläche der Kriegsstraße steht weiterhin der Innenausbau des Autotunnels auf dem Programm: Die LED-Beleuchtung wird auch noch im westlichsten Tunnelbereich an der Decke befestigt, ebenso wird die Fluchtwegbeschilderung komplettiert.

Letzte Hand wird an Boden und Fugen der Zwischenebenen gelegt – hier in jenem Gang, der unterirdisch die Haltestelle Marktplatz/Pyramide mit der Haltestelle Markt-platz/Kaiserstraße verbindet.
Letzte Hand wird an Boden und Fugen der Zwischenebenen gelegt – hier in jenem Gang, der unterirdisch die Haltestelle Marktplatz/Pyramide mit der Haltestelle Marktplatz/Kaiserstraße verbindet. | Bild: Kasig

Die Befestigungsanker für die insgesamt 36 Strahllüfter werden montiert. Die Montage der Lüfter selbst erfolgt dann Ende Juli. In der unterirdischen Betriebszentrale, in der alle Informationen beim Autotunnel-Betrieb zusammenlaufen und von der aus auch Lüftung oder Signalisierung gesteuert werden können, wird das technische Innenleben installiert.

Sanierung gegen Wind- und Wetterschäden

Die westliche Ein- und Ausfahrtrampe erhält ihre fällige Sanierung: An der schon für die alte Karlstor-Unterfahrung genutzten Rampe, die an der Hirschstraße beginnt (oder endet), wer-den die Wände saniert und mit aktueller Technik gegen die Witterung geschützt.

Saniert werden die alten Rampenwände der früheren Unterführung Karlstor. Dabei erhalten Sie auch einen neuen Rampenkopf.
Saniert werden die alten Rampenwände der früheren Unterführung Karlstor. Dabei erhalten Sie auch einen neuen Rampenkopf. | Bild: Kasig

Der Innenausbau im Stadtbahn- und Straßenbahntunnel der Kombilösung verzeichnet nach wie vor Restarbeiten. Das Spektrum ist wirklich breit: Letzte Verkleidungsbleche werden da-bei ebenso befestigt wie die letzten Meter Handlauf an den Treppenabgängen für die Fahrgäste. Fahrtreppen werden in Betrieb genommen und dabei alle Funktionen inklusive Fehlfunktionen durchgespielt.

Im Zusammenspiel mit den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK), die nach der Inbetriebnahme den sicheren Fahrbetrieb garantieren müssen, werden immer mal wieder auch Änderungen an Installationen oder Schaltungen vorgenommen.

Mehr zum Thema
Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
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Kommentare (9)
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  •   Kommentar
    (990 Beiträge)

    10.07.2021 19:49 Uhr
    Wie wird eigentlich die Querung Hirschstraße
    aussehen? So wie vorher?
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  •   mueck
    (12320 Beiträge)

    10.07.2021 20:05 Uhr
    !
    Gehört eigentlich nicht zum Projektgebiet der Kombilösung, von daher wohl keine durchgreifenden Änderungen, nur kleinere Anpassungen, die durch die wohl nötige Einfahrregulierung für den Tunnel entstehen.
    Nach dem Abschnitt Brauerstr. - Weibrennerplatz steht dann wohl als nächstes der "Lückenschluss" Karlstor - Brauerstr. an bzgl. Radverkehr, wohl mit weiterer Querung Leopoldstr. nach ähnlichem Muster. Kann sein, dass man dann auch an der Querung Hirschstr. noch mal was macht.
    Spezielle Wünsche?
    Dann teile sie den Stadtplanern doch mit.
    Manchmal hilft das.
    Dass bei der heutigen Querung überhaupt auch an Radler gedacht wurde, ist auch Einwürfen von Bürgern zu verdanken, u.a. von mir, die Ursprungsplanung war foot only ...
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  •   Kommentar
    (990 Beiträge)

    11.07.2021 12:35 Uhr
    Die aktuelle Baustellenlösung
    ist trotz komplett unsinnig eingestellter Ampel besser und sicherer als die Lösung davor.
    Die alte Lösung muss wiederkommen, da dort die Tunnelspuren und Spuren vom Karlstor zusammengeführt werden. Und mehr Platz ist nicht. Und dort ist wirklich viel Radverkehr.

    Den Tunnel für abbiegende Autos nicht bis in die Brauerstraße nach Süden und unter der Hirschstraßenquerung hindurch zu führen, war ein Fehler. Wege für Fußgänger und Radfahrer werden überall nur drangefuscht, wenn noch irgendwie Platz ist.

    Auch die zwei großen, neuen, fertigen Lösungen am Durlacher und Mühlburger Tor zeigen das: Eigentlich muss man zu Fuß eine Begehung machen, bevor man dort halbwegs zügig mit dem Rad durchfahren kann. Die Kreuzungen sind riesig, die Wege unfassbar lang. Je nachdem wohin man abbiegt, ist die Wegführung anders - gern auch mal quer durch den Fußgängerbereich oder links abbiegen geht gar nicht, weil keine durchgehende Fahrradbox da ist.

    Kann man ja schieben. Machen die Autofahrer auch so.
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  •   fpfka
    (65 Beiträge)

    09.07.2021 14:24 Uhr
    Von der Karlstraße nach Westen?
    Eigentlich liegt's ja in der Definition eines Dreiecks, nur drei Ecken zu haben. Norden, Süden, Osten in diesem Fall - oder?
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  •   mueck
    (12320 Beiträge)

    09.07.2021 16:18 Uhr
    ¡
    ˙˙˙ uǝɹǝıssɐd uuɐʞ 'uǝʇlɐɥǝƃ ɯnɹ ɥɔslɐɟ ǝʇɹɐʞ
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  •   UngueltigDannZuLang
    (392 Beiträge)

    09.07.2021 17:31 Uhr
    :)
    Ach, ich muss auch noch was schreiben. Ein Smiley reicht nicht.
    Dann bin ich heute mal zynisch. Als ich vor ca 10+ Jahren wieder teilweise hier her gezogen bin, war die Eroeffnung der U-Strab inclusive der Kriegstrassen-Trasse fuer 2017 angekuendigt.
    Ich habe (als Entwicklungsingenieur) auch schon Termine verpasst. Aber dann blase ich mich nicht auf, wenn ich es endlich doch geschafft habe.
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  •   KAcyc
    (10 Beiträge)

    09.07.2021 13:57 Uhr
    Fun fact
    zum Gleisdreieck, dass [sic] es noch nie so gegeben hat: Ok, es war eher ein Gleisviereck, aber bis 1917 kreuzte die Karlsruher Lokalbahn die Karlstraße in Ost-West-Richtung. Danach störten sich die Anwohner der Kriegsstraße am Lärm, so dass das "Lobberle" fortan schon am Ettlinger Tor abbiegen musste.
    40 Jahre und sechs Fahrspuren später war der Verkehrslärm dann wohl gesellschaftlich etabliert.
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  •   melotronix
    (3529 Beiträge)

    09.07.2021 12:55 Uhr
    seit wie vielen..
    Monaten gibts denn eigentlich die Restarbeiten?
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  •   BMWFahrer
    (767 Beiträge)

    09.07.2021 13:17 Uhr
    seit gefühlt 10 Jahren
    Wer erinnert sich noch an die Meldung aus der Anfangszeit, als man 6 Monate gebaut hatte und schon 1 Jahr im Verzug war?
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