10  

Karlsruhe Nach Majolika-Ausstieg: Lüpertz' Genesis-Projekt findet neuen Partner

Nachdem die Zusammenarbeit des Vereins "Karlsruhe Kunst Erfahren" und der Karlsruhe Majolika am 9. Oktober auf ausdrücklichen Wunsch der Majolika einvernehmlich aufgelöst wurde, kann der Verein nach nur rund vier Wochen melden, dass ein neuer Kooperationspartner gefunden wurde.

Der Verein hatte mehrere leistungsstarke Partner geprüft und schließlich die Zeller Keramik Manufaktur aus Zell am Harmersbach für die weitere Umsetzung des Kunstwerks "Genesis — Werke und Tage" von Markus Lüpertz ausgewählt.

Traditionsunternehmen wird Projekt umsetzen

Das seit über 200 Jahren bestehende Traditionsunternehmen wird das Kunstprojekt im Rahmen des ursprünglich mit der Majolika vereinbarten Budgetrahmens und im noch verbliebenen engen Zeitkorridor umsetzen. Dafür bedient es sich eines Netzwerkes absoluter Profis aus der Baukeramikbranche.

Der Vorsitzende von Karlsruhe Kunst Erfahren, Anton Goll (r.) freut sich mit Ralf Müller dem Inhaber der Zeller Keramik Manufaktur, Zell am Harmersbach und Inhaber der Dorotheenhütte Kristallglasmanufaktur, Wolfach auf die Zusammenarbeit.
Der Vorsitzende von Karlsruhe Kunst Erfahren, Anton Goll (r.) freut sich mit Ralf Müller dem Inhaber der Zeller Keramik Manufaktur, Zell am Harmersbach und Inhaber der Dorotheenhütte Kristallglasmanufaktur, Wolfach auf die Zusammenarbeit. | Bild: Goll

Der Vorsitzende des Vereins, Anton Goll, erläutert hierzu: "Nachdem im Oktober die Enttäuschung sehr groß war, dass wir dasKunstwerk nicht wie geplant durchführen können, freuen wir uns jetzt umso mehr, mit dem engagierten Unternehmer Ralf Müller von der Zeller Keramik Manufaktur einen leistungsstarken Partner gefunden zu haben."

In der Presserklärung des Vereins heißt es, dass bis zuletzt die Hoffnung bestand das Projekt durch die Majolika in Karlsruhe zu realisieren. Doch auf ausdrücklichen Wunsch der Majolika trennten sich die Wege, da sie sich aus fehlenden organisatorischen und personellen Ressourcen nicht in der Lage sah, diesen Auftrag durchzuführen.

Goll dankt Spendern und Sponsoren

Goll weiter: "Diesen Wunsch der Majolika musste der Verein letztendlich zur Kenntnis nehmen und akzeptieren. In der Presse zu hörende Behauptungen, Markus Lüpertz hätte sich seinerseits von der Majolika getrennt, entbehren daher jeder Grundlage. Umso mehr freuen wir uns, dass alle unsere großzügigen Spender und Sponsoren den neuen Weg mitgehen und dem Projekt treu bleiben. Für diese Unterstützung, die uns in den letzten Tagen auf verschiedenen Wegen erreicht hat, danken wir allen ausdrücklich."

Mit dem Künstler Markus Lüpertz, dem Eigentümer der Zeller Keramik, Ralf Müller und Kay Büge von der Firma Büge, der die Arbeit seit Jahren zuverlässig begleitet und für die Anbringung des Kunstwerks in der U-Strab verantwortlich ist, und schließlich den Sponsoren und Spendern steht jetzt ein Team am Start, dass sich tatkräftig in der kurzen verbliebenen Zeit für die Umsetzung des Kunstwerks einsetzt.

Erstes Kunstwerk ist im Tunnel

Das erste, noch in der Karlsruher Majolika vollendete, Kunstwerk ist mittlerweile in einer U-Strab-Haltestelle eingebaut worden. Die Resonanz und Freude bei den Karlsruher Verkehrsbetrieben und der Kasig war überwältigend.

Markus Lüpertz im Untergrund der U-Strab Baustelle in Karlsruhe.
Markus Lüpertz im Untergrund der U-Strab Baustelle in Karlsruhe. | Bild: Goll

Markus Lüpertz war sehr glücklich über sein erstes Bild:" Der Kontrast von archaischem, farbigem Ton zu der sehr hellen Wandverkleidung und die Anordnung des Kunstwerks sind wunderbar", war laut Pressemitteilung die einhellige Meinung aller beim Einbau Anwesenden.

Man darf auf die weiteren Bilder gespannt sein. Noch einmal Anton Goll: "Wir schauen jetzt gemeinsam mit sehr viel Freude nach vorne und sehen der Fertigstellung aller Kunstwerke entgegen. Es ist geplant, dass sie bis Ende 2021 vollendet werden, da Markus Lüpertz in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiert."

Mehr zum Thema
Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (10)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   andip
    (10710 Beiträge)

    12.11.2020 15:46 Uhr
    Frage
    Hat einer von den Foristen hier schon irgendwas von diesen Werken gesehen und seien es auch nur Entwürfe?
    Oder wieso wird nur gemeckert und das jetzt schon für schlecht erklärt?
    Weil die von Lüpertz sind und/oder weil da Motive aus der Bibel zu sehen sein sollen?
    Ich fange jedenfalls erst dann an zu maulen, wenn ich etwas konkret sehen und damit beurteilen kann.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Beobachter
    (185 Beiträge)

    12.11.2020 13:09 Uhr
    Überwältigt
    Ich hoffe, dass sich der "gemeine" Karlsruher als resistenter erweist. Die Herren Erstbesichtiger scheinen sich ja vor lauter Überwältigung in Agonie zu befinden.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   IchKA
    (968 Beiträge)

    12.11.2020 09:53 Uhr
    Im krassen Gegensatz dazu die Kirchenfenster von Gerhard Richter
    die, ebenso wie sein Gesamtwerk, nirgendwo Anlass zu Empörung und Kritik geben. Im Gegenteil. Richter kanns halt.

    https://www.dw.com/de/gerhard-richters-kirchenfenster-f%C3%BCr-tholey-enth%C3%BCllt/a-52640587
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   IchKA
    (968 Beiträge)

    12.11.2020 09:50 Uhr
    Ich würde mal sagen ...
    dass die Zeller Keramikmanufaktur das auch nicht billiger schafft als die Majolika, die sich wohl eher aus dem Projekt verabschiedet hat, weil sie aufgrund finanzieller Rahmenbedingungen und dem Aufwand nicht hinkommt. Eine Steilvorlage für die Zeller Keramikmanufaktur, die hauptsächlich durch Keramik mit Gockelmotiven glänzte und am Liebsten die Majolika übernehmen würde. Ich wäre auch gerne "überwältigt" von Lüperz "archaischer" Kunst, aber bis jetzt ist das Werk nur mit kleinem Bildausschnitt zu sehen. Weniger überwältigt bzw negativ überwältigt steht für den großen Meister wieder einmal mehr Ärger in Hannover an. Nach Problemen in vielen anderen Städten passt auch dort nicht des Meisters Werk.
    https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.gerhard-schroeder-vor-gericht-verfahren-um-das-reformationsfenster-von-markus-luepertz.1a288fa3-7fba-4ee4-8a6d-e5bcdd88e72d.html
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ALFPFIN
    (7440 Beiträge)

    11.11.2020 17:35 Uhr
    Kunstwerk
    Die Resonanz und Freude bei den Karlsruher Verkehrsbetrieben und der Kasig war überwältigend.
    Na, immerhin, freuen sich die Verkehrsbetriebe und die Kasig, also schon mal die Chefs, denke ich.
    Ob der gemeine Fahrgast sich so arg freuen wird, hängt natürlich erstmal davon ab, dass die Bahnen Ubähnle mäßig doch noch unten durchfahren, und wenn sie unten durch fahren, nicht so viel Verspätung haben wie oben drüber, bzw. ob sie überhaupt kommen.
    In dieser Situation hat der gemeine Fahrgast, vor allen Dingen der Berufspendler nicht so viel Zeit die Heiligenbilder anzuschauen. Je nach dem ruft er höchstens die Heiligen an, wann kommt die Bahn endlich und denkt an die schon wieder steigenden Kosten für die Tickets und Jahreskarten.
    Aber es sollen ja ganz viele Touristen kommen, allerdings in Corona Zeiten?
    Einmal guck ich mir die Kunstwerke auch an, wenn!! die Bahn kommt. 😊
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   hajmo
    (4231 Beiträge)

    11.11.2020 15:47 Uhr
    Da keimt wieder Hoffnung auf,
    dass der Kelch doch noch an uns vorüber geht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   myopinions
    (1157 Beiträge)

    11.11.2020 13:12 Uhr
    ..............eigentlich sollte man
    den Majolika-GF mit sofortiger Wirkung seines Postens entheben, denn offensichtlich hat der Mann keinerlei Ahnung, wenn er jetzt -entgegen der ehemals vollmundigen Zusage- zugeben muss, daß das Lüpertz-Projekt dort wohl gar nicht realisierbar ist.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Stop
    (2 Beiträge)

    12.11.2020 11:13 Uhr
    .... eigentlich sollte man
    sich Urteile nur erlauben, wenn man Bescheid weiß und die Sachlage kennt. Ein Vertragsvolumen von vielleicht 800 T€ aufzukündigen, wenn dies nur mit einem Aufwand möglich ist, der weitaus höher liegt ... das muss man dem neuen GF hoch anrechnen!!! Schließlich sieht er sich nach Amtsübernahme mit dem von anderen Verantwortlichen unterzeichneten Vertrag konfrontiert - und das ist längst nicht alles!!! Aber ist ja schön, wenn diese sich jetzt über die Fortführung des Projektes freuen können?! 5 Mitarbeiter in der Produktion sollen ein Projekt stemmen..., wo um jeden Cent für Kunst und Kultur gekämpft werden muss. Zwischen Theorie und Praxis ist bekanntlich schon immer Raum für Besserwisserei. Jeder der meint sich ein Urteil anzumaßen, kann die Majolika mal besuchen und sich einen Überblick verschaffen und Wissenswertes ohne das Pressemonopol erfahren. Da geht vielleicht dem ein oder anderen ein Licht auf, das könnten wir nämlich gebrauchen, in dieser düsteren Zeit!!!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Stop
    (2 Beiträge)

    12.11.2020 09:01 Uhr
    .... eigentlich sollte man
    ... ein Traditionsunternehmen unterstützen und nicht jahrelang unnötig dem Kampf ums Dasein aussetzen. Wer erlaubt sich ein Urteil!!! und wer kennt überhaupt die Wahrheit des Ganzen?! 5 Mitarbeiter in der Produktion können ein angebliches „1 Millionen-Projekt“ von diesem Ausmaß grad mal so stemmen!! Da hat sich wohl einer jetzt richtig Gedanken gemacht, um dem Ganzen ein Ende zu setzen und muß dafür noch herbe Kritik von vielen Seiten einstecken. Ausbaden was andere Verantwortliche der Majolika angerichtet haben und die sich auch noch über die Fortführung freuen?! Alle die meinen die Majolika oder der jetzige GF hätten auf so einen „Gewinn“ verzichtet, sollten die Majolika mal besuchen!!! Vielleicht geht dann ein wahrheitsbringendes Licht auf!!! Könnte man brauchen in diesen düsteren Zeiten ...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   lukedeluxe
    (10 Beiträge)

    11.11.2020 14:50 Uhr
    keinerlei Ahnung
    myopinions, der jetzige Majolika-GF ist nicht der (ehemalige) Majolika-GF, der den Vertrag geschrieben hat!

    Nachträge sind im Bau übrigens an der Tagesordnung. Und im Kunst am Bau hat sich schon mancher verspekuliert - Mehrkosten sind keine Seltenheit. Da der Verein K.K.Erfahren nicht für die durch den Prozess (Brand, Nacharbeitung und Fertigstellung 1. Werk) entstandenen und zu entstehenden Mehrkosten aufkommen konnte und wollte, ist dieser ohne Rechtsanspruch und in gegenseitigem Einverständnis aus dem Vertrag ausgetreten. Herr Goll war übrigens auch mal Majolika-GF. Und so vollmundig war die Zusage damals nicht. Herr Lindemann (Stiftungsvorstand) musste erst überredet werden.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.