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Karlsruhe Marktplatz ohne Baustellen: Im Herbst ist es (endlich) soweit!

Die Bauarbeiten auf dem Marktplatz schreiten wie geplant voran - auch Corona hatte bislang keine Auswirkungen. Nach über 14 Monaten ist die nördliche Hälfte des Marktplatzes so gut wie fertig. Im Süden liegt der Fokus auf dem Wiederaufbau des Ludwigsbrunnens. Die Bauarbeiten liegen im Zeitplan: Bis Großherzog Ludwig I. wieder auf seinem Brunnensockel Platz nehmen wird, dauert es nicht mehr lange.

Wasserspiele, neue Bänke, ein Bodenbelag aus Granit und neue Pflanzkübel - mit dieser Vision sind die Bauarbeiter am 8. April 2019 in den Umbau des Karlsruher Marktplatzes gestartet. Nachdem die Wunde im Herzen der Stadt im Zuge der Installation der neuen Tunnelhaltestelle der Kombilösung lange offen geklafft hat, wird sie nun endgültig geschlossen und bekommt dabei ein neues Gesicht.

Und wie das einmal aussehen wird, lässt sich an der nördlichen Hälfte des Marktplatzes bereits gut erahnen: Die Granitplatten sind verlegt, die erste der neuen Bänke steht und Oleanderkübel säumen das 250 Quadratmeter große und 31 Düsen umfassende Wasserspiel vor der Pyramide, das am 10. Juni offiziell eingeweiht wurde.

Seit dem 10. Juni plätschern die Wasserspiele täglich auf dem Marktplatz. | Bild: Thomas Riedel

"Die nördliche Hälfte ist fast zu 70 Prozent fertig, nur die Randarbeiten und der Fugenschluss fehlen noch", sagt Projektleiterin Kristina Lochmann-Leßle am Rand der Einweihung im Gespräch mit ka-news.de.

Kristina Lochmann-Leßle, Projektbeteiligte Ausführung Planung und Bau bei Neugestaltung Marktplatz.
Kristina Lochmann-Leßle, Projektbeteiligte Ausführung Planung und Bau bei Neugestaltung Marktplatz. | Bild: ka-news.de

Schon während der Bauarbeiten im Norden, haben die Handwerker aber auch südlich der Pyramide ihre Arbeit aufgenommen. Hier werden unter anderem aktuell die Bodenplatten verlegt und die Rathaustreppe neu gestaltet. "Auch mit der südlichen Hälfte sind wir bereits zur Hälfte fertig. Jetzt versuchen wir bis zu den Sommerferien die Rathaustreppe noch so weit wie möglich fertigzustellen und den Pflasterbelag voranzutreiben", so Lochmann-Leßle weiter.

Auf der nördlichen Marktplatzhälfte werden aktuell die Granitplatten verlegt. | Bild: Thomas Riedel

Der wohl bedeutsamste Teil der noch anstehenden Bauarbeiten wird aber wohl der Einbau des Ludwigsbrunnens werden, der das Erscheinungsbild des Marktplatzes bis zu seinem Abbau im Jahr 2013 prägte. Das Denkmal für den Urenkel des Stadtgründers und einstigen Regenten soll in diesem Sommer an seinen Platz auf dem Marktplatz zurückkehren.

Der Ludwigsbrunnen war fast sieben Jahre lang vom Marktplatz verschwunden. | Bild: Lukas Hiegle

Nach einer Verjüngungskur beim Restaurator wird der Brunnen mit dem Denkmal des Großherzogs Ludwig I. bald Stück für Stück an seinem alten Standort - zwischen der Stadtkirche und dem Rathaus - wieder aufgebaut. Dann blickt er wieder in Richtung Schloss - und seinem Sohn Karl Friedrich, der wiederum am auf dem Schlossvorplatz auf dem Brunnensockel steht.

Das Foto zeigt den teilweise abgebauten Ludwigsbrunnen auf dem Marktplatz: Das Wasserbecken ist bereits entfernt, während Figur und Podest noch auf den Abbau warten.
Das Foto zeigt den teilweise abgebauten Ludwigsbrunnen 2013 auf dem Marktplatz: Das Wasserbecken ist bereits entfernt, während Figur und Podest noch auf den Abbau warten. | Bild: ps/Kasig

Bereits gegossen, wurde das neue Fundament. Weiterhin sind Podest und Poller, mit dem das Bauwerk ursprünglich einmal eingegrenzt war, schon auf dem Marktplatz zu sehen. Die Poller - ähnlich denen, die auch die Pyramide umfassen -  wurden mit dem Einbau der Bahngleise auf dem Marktplatz entfernt. Nach einem Antrag der Karlsruher CDU 2018 wurde die Umrandung für den Wieder-Einbau des Brunnens genehmigt.

Die Pfosten sollen den Brunnen künftig schützen. | Bild: Thomas Riedel

Und bis es soweit ist, müssen die Karlsruher gar nicht mehr so lange warten. "Das Tiefbauamt pflastert nun im ersten Schritt die Bodenplatten an das Brunnenpodest und an die neue Rathaustreppe heran, dann folgt der Rest der Granitplatten. So kann im letzten Schritt der eigentliche Brunnen von Lkws angeliefert und eingebaut werden", so Achim Winkel, Pressesprecher der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig), den weiteren Ablauf. 

Achim Winkel, Sprecher der Karlsruher Schienen-Infrastrukturgesellschaft (Kasig)
Achim Winkel, Sprecher der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) | Bild: Tim Carmele

Das bedeutet: Schon in den kommenden Wochen soll Ludwig I. laut Winkel wieder auf den Marktplatz zurückkehren. Schwierigkeiten im Bauablauf durch die Corona-Pandemie befürchtet Projektleiterin Kristina Lochmann-Leßle aktuell nicht.

Das Fundament (grau) und das Podest (rot) wurden schon gefertigt. Jetzt wird gepflastert. | Bild: Thomas Riedel

"Die Baufirma hat alle Steinarten auf Lager gehalten, so haben wir die heiße Corona-Phase gut überbrücken können, jetzt läuft alles wieder geregelt", sagt sie. Einige Hindernisse habe es in der Vergangenheit dennoch gegeben. "Manchmal findet man beispielsweise im Untergrund Sachen, die man vorher nicht absehen konnte", so Leßle gegenüber ka-news.de.

Kristina Lochmann-Leßle, Projektbeteiligte Ausführung Planung und Bau bei Neugestaltung Marktplatz.
Kristina Lochmann-Leßle, Projektbeteiligte Ausführung Planung und Bau bei Neugestaltung Marktplatz. | Bild: ka-news.de

Auch müsse während der gesamten Planung Rücksicht auf die Interessen jedes Beteiligten,  wie etwa die ansässigen Cafés oder die Märkte genommen werden. "Solche Dinge haben wir aber schon im Vorfeld versucht, über das Baukonzept auszuschließen. So konnten wir die Probleme, die danach kamen, eigentlich gut abfedern."

Bis zur Einweihung gibt es noch einiges zu tun. | Bild: Thomas Riedel

Nichtsdestotrotz: Bis zur offiziellen Einweihung des neu umgestalteten Marktplatzes mitsamt der Inbetriebnahme des Ludwigsbrunnens muss noch einiges getan werden: Neben Ludwigsbrunnen, Bodenbelag und Rathaustreppe werden laut Leßle unter anderem noch ein Schacht für einen neuen Stromtransformator gebaut, das Blindenleitsystem vollständig installiert und Fahnenmasten aufgestellt.

Ein Teil des grauen Blindenleitsystems liegt schon. | Bild: Thomas Riedel

Auch die restlichen der neuen Bänke aus Robinienholz sowie Oleander-Kübel fehlen noch. Eine weitere Begrünung, etwa mit Bäumen - um die wohl meist diskutierte Frage der Karlsruher Bürger zu beantworten - ist nach Angabe der Projektleiterin nicht geplant. "Der Raum, auf dem Bäume gepflanzt werden könnten, hat sich im Laufe der Planung und Ausführung stark minimiert", sagt sie im Gespräch mit ka-news.de.

Die neuen Bänke auf dem Marktplatz.
Die neuen Bänke samt Oleanderkübel auf dem Marktplatz. | Bild: Gottron/Bohner

Aktuell liegen die Bauarbeiten "gut im Kostenrahmen". Die anberaumten rund neun Millionen Euro könne man - Stand jetzt - halten. Auch der Zeitplan steht bislang: Im Herbst soll der Marktplatz fertig und nach sieben langen Jahren wieder baustellenfrei sein. Ursprünglich war geplant, die Fläche zum Stadtfest gemeinsam mit den Bürgern einzuweihen - das wird aufgrund des neuen Veranstaltungsverbots bis Ende Oktober allerdings nicht möglich sein. 

Der Artikel wurde nachträglich aktualisiert.

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  •   melotronix
    (3214 Beiträge)

    19.06.2020 07:54 Uhr
    hallo KA-news
    es ist ja schön, dass ihr den Baustellenfortgang über Webcams sichtbar macht.
    Aber hin und wieder wäre auch eine entsprechende Information nicht schlecht.
    Z.B. warum ist der Tunnelabgang am Mühlburger Tor eingepackt?
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  •   barheine
    (366 Beiträge)

    18.06.2020 15:51 Uhr
    Ich weiß gar nicht, wann ich letztmalig in der Innenstadt war. Das muss irgendwann vor Weihnachten gewesen sein. Hoffentlich finde ich mich überhaupt noch zurecht. grinsen
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  •   Reger
    (271 Beiträge)

    18.06.2020 14:21 Uhr
    Brunnen
    Ich bin richtig gespannt auf den neuen Brunnen. Wenn er Trinkwasser anbietet wäre das richtig gut.
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  •   HerrNilson
    (1653 Beiträge)

    18.06.2020 16:16 Uhr
    Aufgesprudelt
    mit Eiswürfeln im schicken ToGo-Becher.
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  •   Kommentar
    (65 Beiträge)

    18.06.2020 13:56 Uhr
    Leider
    wurde es versäumt, die bildhübschen und kompakten Zugänge zum Untergrund in den Fotos abzubilden und damit für die Nachwelt zu erhalten.
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  •   likeka
    (520 Beiträge)

    18.06.2020 15:54 Uhr
    Zugänge
    Die Zugänge werden noch mit Naturstein verkleidet.
    Massiv bleiben sie ohne Frage, aber auf den Außen- und Oberseiten wird kein Beton mehr zu sehen sein.
    Auf den Innenseiten ist gestockter (aufgerauter) Sichtbeton, analog zu den Wänden der Verteilerebenen.
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  •   dipfele
    (5829 Beiträge)

    18.06.2020 15:27 Uhr
    Noch grösseres Versäumnis.....
    ..... die Gleise wurden vergessen !!!
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  •   karlsruher1955
    (1270 Beiträge)

    18.06.2020 12:22 Uhr
    Frage
    weshalb heisst diese öde Fläche eigentlich noch Marktplatz ? Von Markt ist da ja wohl zukünftig auch nichts zu sehen.
    Am besten in Rathausvorplatz umbenennen.
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  •   10tacle
    (317 Beiträge)

    18.06.2020 09:43 Uhr
    Vor dem Brunnenaufbau
    sollte man sicherheitshalber nochmals prüfen und Ludwig nicht auch ein übler Rassist war, ggf. kann man so gleich ein paar Kosten einsparen. [/ironie]
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  •   ALFPFIN
    (7340 Beiträge)

    18.06.2020 08:37 Uhr
    Ich bin ja gespannt,
    wie lange unser schöner blitzblank glänzender Marktplatz so bleibt. Also man kann sagen, er sieht ja richtig jungfräulich aus.
    Die Jungfräulichkeit kann ja, oft für manche ziemlich überraschend, schnell abhanden kommen.😊
    Ob für den neuen alten Marktplatz jetzt extra Putzkommandos abgestellt wurden, mit Wischmopp oder so? 😉
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