Karlsruhe Kombilösung: Vor dem Bauen kommt am Karlstor der Abriss

Am Karlstor beginnt der Tunnelbau mit dem Abbruch der alten Unterführung, da der neue Tunnel nicht der Streckenführung des Alten entspricht. Wie der Abriss genau ablaufen wird und die zukünftige Gestaltung aussieht beschreibt die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) in ihrer wöchentlichen Pressemeldung.

Am Karlstor beginnt der Tunnelbau mit dem Abbruch: Bevor im westlichsten aller Baufelder der Kriegsstraße mit dem Tunnelbau begonnen werden kann, müssen zunächst noch die Abbruchbagger anrücken. Denn der Zuschnitt des Autotunnels, der in der Kriegsstraße unter der oberirdischen Bahntrasse verlaufen wird, entspricht in seiner neuen Form an dieser Stelle im Baufeld W 1 nicht demjenigen der alten Unterführung, die vor mehr als 50 Jahren entstanden ist.

Der Autotunnel wird mit 3 Hebewerken ausgestattet sein.

Deshalb werden jetzt innerhalb des bereits hergestellten Baugrubenverbaus im Bereich des Karlstors alte Unterführungswände und auch die frühere Tunnelsohle abgetragen. Weil der Dichtigkeitstest positiv verlief und kein Grundwasser in die Baugrube eindringen kann, bleibt die Baustelle auch beim Abbruch des Altbestands "trocken".

Nur wenige Schritte an der nordöstlichen Seite des Karlstors entsteht das westlichste von insgesamt drei Hebewerken, mit der Autotunnel ausgestattet sein wird. Das Betriebsgebäude vom alten Hebewerk sowie ein jetzt nicht mehr genutzter Traforaum werden hierzu abgebrochen.

Aufwärts: Direkt am Ettlinger Tor wird eine aus dem Tunnel nach oben führende Rampe betoniert.
Aufwärts: Direkt am Ettlinger Tor wird eine aus dem Tunnel nach oben führende Rampe betoniert. | Bild: Kasig

Der ehemalige Pumpenschacht wird als Verbau verwendet um darin, den etwas tiefer gegründeten neuen Pumpenschacht, mit Betonfertigteilen herzustellen. Die Hebewerke sind erforderlich, um in den Autotunnel eindringendes Regenwasser – beispielsweise über die Rampen – nach oben in die Kanalisation zu pumpen.

Eine direkte Zufahrt zum Parkhaus des Einkaufszentrums am Ettlinger Tor wird hergestellt. 

Etwas weiter östlich entsteht –am südlichen Rande des eigentlichen Baufelds W 3 – die Baugrube für ein Treppenhaus, das hinunter zur unterirdischen Betriebszentrale führen wird. Baubeginn für das Hebewerk Mitte ist nächste Woche, nachdem der Verkehr am Ettlinger-Tor-Platz aus der aktuellen Seitenlage auf die fertiggestellten Tunnelblöcke verlegt wurde.

Auf der nördlichen Seite in diesem Bereich der Kriegsstraße wird die unterirdische direkte Zufahrt zum Parkhaus des Einkaufszentrums am Ettlinger Tor hergestellt: Aktuell erfolgt der erste Aushub. Anschließend werden die Wände des Baugrubenverbaus nach hinten ins Erdreich verankert, damit im nächsten Schritt der restliche Erdaushub erfolgen kann.

Stück für Stück erhält der Rohbau in der Tunnelsohle  Notgehwege und Abwasserleitungen.

In den wenigen noch verbliebenen Baufeldern mit Tunnelrohbau wächst der Tunnel täglich um einige Meter: östlich des Ettlinger Tors in den Baufeldern O 5, O 4 und O 3 ebenso westlich des Ettlinger Tors im Baufeld W 1 zwischen Ritterstraße und Karlstor: Die Bauarbeiter betonieren in Abschnitten die Tunnelsohlen, danach die Außen- und die Mittelwände und zuletzt die Decken.

Abbruch unter rollendem Rad: Am Karlstor werden die Reste der alten Unterführung entfernt, während auf der Hilfsbrücke die Bahnen verkehren.
Abbruch unter rollendem Rad: Am Karlstor werden die Reste der alten Unterführung entfernt, während auf der Hilfsbrücke die Bahnen verkehren. | Bild: Kasig

Im Autotunnel stehen aber auch schon die Straßen- und Innenausrüstungsarbeiten auf dem Programm: Stück für Stück erhält der Rohbau in der Tunnelsohle zunächst Notgehwege und Abwasserleitungen, danach eine Schottertragschicht, Frostschutzschicht und zuletzt den Asphalt-Oberbau, auf dem später – ab Dezember 2021 – die Autos fahren werden.

In den Zwischenebenen der Haltestellen werden die Decken mit Beleuchtung und Verkleidung ausgestattet.

Der Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels unter der Kaiserstraße zwischen Durlacher und Mühlburger Tor mit dem Südabzweig vom Marktplatz in die Ettlinger Straße bis auf Höhe der Augartenstraße ist aktuell vor allem auf die Installation, die Einrichtung und die technische Abnahme elektrischer Anlagen konzentriert.

Sämtliche Stromverbraucher – von der fahrenden Stadt- oder Straßenbahn bis hin zur LED-Notbeleuchtung – werden in Systemen zusammengeführt, um dort überwacht zu werden.

In den Zwischenebenen der Haltestellen, die der Fahrgast – von oben kommend - zunächst in sechs der sieben unterirdischen Haltestellen über die Treppenabgänge erreicht - werden die Decken mit der Beleuchtung und mit der Verkleidung ausgestattet. Die Verkleidung erhält anschließend auch noch einen Schallschutz-Putz.

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