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Karlsruhe Innenausbau geht voran: Modernste Elektronik hält Einzug im Stadtbahntunnel

Langsam aber stetig geht es weiter mit dem Innenausbau des Tunnels der Karlsruher Kombilösung. Woran gerade auf Hochtouren gewerkelt wird, erklärt die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) in ihrem wöchentlichen Baustellenupdate.

Doppelbodenbau, Verlegung HF-Kabel, Trockenbauarbeiten im Bereich der Bahnsteigdecke, Lüftungsanlagen und Sanitäranlagen einbauen: Die Liste der zu erledigenden Aufgaben beim Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels ist ebenso lang wie die Arbeiten komplex sind.

Tagtäglich sind Handwerker damit beschäftigt, modernste Elektronik etwa für die Betriebstechnik der Bahnen oder die Steuerung der Haltestelleneinrichtungen ebenso zu installieren wie Tunnel und Stationen "fahrgastgerecht" auszustatten.

Klares Signal: Stromversorgung und Steuerung der Fahrsignale werden aktuell östlich der Haltestelle Lammstraße installiert
Klares Signal: Stromversorgung und Steuerung der Fahrsignale werden aktuell östlich der Haltestelle Lammstraße installiert | Bild: Kasig

So erhalten die Haltestellen unter der Kaiserstraße teilweise schon die LED-Beleuchtung, die als Lichtkörper in das bereits überall gespannte Lichtgespinst eingehängt wird. Die Lampen strahlen ihr Licht später nach unten auf die allmählich komplettierten Bahnsteige ab, aber auch nach oben in Richtung der sehr hell verkleiden Haltestellenwände und –decken.

Ohne Funkverbindung geht für Fahrer und Fahrgäste nichts

Wichtig für den Fahrgastbetrieb ist natürlich auch das Funktionieren allerdenkbaren Funkverbindungen: Sowohl der Funkverkehr der Bahnen mit der Leitstelle muss später jederzeit sichergestellt sein wie auch das Funktionieren von Handy-Verbindungen der Fahrgäste und nicht zuletzt des Funkverkehrs von Ordnungs- und Sicherheitskräften.

Für das gute Klima sorgt vor allem in den Betriebsräumen, in denen Steuergeräte und Computer auf Doppelböden oberhalb der "Leitungskeller" montiert sind, eine ausgefeilte Lüftungstechnik. Während die Haltestellen über eine natürliche Belüftung verfügen und auch die ein- und ausfahrenden Bahnen für eine Durchlüftung sorgen, sind die Betriebsräume abgeschlossen – und müssen deshalb permanent insbesondere zum Schutz vor Feuchtigkeit und Kondenswasserbildung mit frischer Luft versorgt werden.

Hinter Glas: Die Steuerung elektrischer Anlagen erfolgt aus einer Vielzahl von Schaltschränken heraus.
Hinter Glas: Die Steuerung elektrischer Anlagen erfolgt aus einer Vielzahl von Schaltschränken heraus. | Bild: Kasig

Komplex ist auch der Umbau der Kriegsstraße mit einer neuen oberirdischen Gleistrasse und einem darunter liegenden Autotunnel – aber die Aufgaben konzentrieren sich hier auf den Einbau von Stahlbetonsohlen, -wänden und Tunneldecken. Oberirdisch wird in den Bereichen, in denen der Tunnel bereits unterirdisch "steht", ebenfalls intensiv gearbeitet: In den beiden Baufeldern O 1 und O 2 im Bereich Mendelssohnplatz und Ludwig-Erhard-Allee entstehen unterirdisch die Fahrbahnen im Tunnel und oberirdisch die endgültigen Fahrbahnen, Rad- und Gehwege.

In Sommerferien enden Einschränkungen für Autofahrer an Ludwig-Erhard-Allee

Von der Kapellenstraße in Richtung Mendelssohnplatz wurden auf die Kriegsstraße von Osten zulaufenden Gleise verlegt. Mitten in den Sommerferien enden dann die Einschränkungen für Autofahrer, die wegen dieser Arbeiten nicht aus der Ludwig-Erhard-Allee vom Mendelssohnplatz kommend nach links in die Kapellenstraße Richtung Durlacher Tor abbiegen können und auch nicht vom Durlacher Tor kommend aus der Kapellenstraße in die Ludwig-Erhard-Allee nach links abbiegen dürfen.

Schaltzentrale: In der Betriebstechnik des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels im Gleisdreieck laufen alle Drähte zusammen.
Schaltzentrale: In der Betriebstechnik des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels im Gleisdreieck laufen alle Drähte zusammen. | Bild: Kasig

Abgesehen vom fortlaufend ausgeführten Rohbau in den Baufeldern O 3, O 4 und O 5 östlich und den Baufeldern W 4, W 3 und W 1 westlich des Ettlinger Tors wird ab August mit dem Verbau für die Baugrube des Tunnelabzweigs in das Einkaufszentrum am Ettlinger Tor begonnen, wenn die Vorarbeiten wie etwa die Leitungsverlegungen vorläufig und die Kampfmittelsondierung endgültig abgeschlossen sind.

Ende der kommenden Woche wird in Fahrtrichtung Westen auch der Autoverkehr zwischen Lammstraße und Ritterstraße sowie von der Ritterstraße bis fast zum Ettlinger Tor in Fahrtrichtung Osten auf den im Rohbau fertig gestellten Tunnel verlegt.

Auf Draht: Noch immer werden Kabel in die Leerrohre an den Seiten der Tunnelabschnitte wie hier unter der Karl-Friedrich-Straße eingezogen
Auf Draht: Noch immer werden Kabel in die Leerrohre an den Seiten der Tunnelabschnitte wie hier unter der Karl-Friedrich-Straße eingezogen. | Bild: Kasig

Zwischen Lamm- und Ritterstraße entstehen dann sowohl auf der Nordseite als auch auf der Südseite der Kriegsstraße die endgültigen Fahrbahnen, Radfahr- und Gehwege. Zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor, schräg gegenüber der zukünftigen unterirdischen Einfahrt zum Ettlinger Tor Center, beginnt der Bau des Treppenhauses zum Betriebsgebäude des Tunnels. im Baufeld W 1 direkt auf der Kreuzung Karlstor läuft der Abbruch der alten Überführung der Karlstraße über die Kriegsstraße. Danach beginnt der Erdaushub bis hinunter zur ersten Ankerlage.

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  •   myopinions
    (1102 Beiträge)

    26.07.2020 14:57 Uhr
    ....................wwenn ich
    von modernster Elektronik höre, bin ich immer recht skeptisch, ob es dann auch wirklich funktioniert.
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  •   dipfele
    (5805 Beiträge)

    26.07.2020 20:41 Uhr
    Wahrscheinlich.....
    …. ist eine Relaistechnik nicht mehr zu haben.
    Zur Erinnerung: 2002 verkündete die Verwaltungs-Karla, dass der Tunnelbetrieb nicht teurer komme, als oberirdisch. Das VBK Defizit sollte sich von 20 Mio durch den Tunnel verringern. Das verkündete auch so um 2010 der damalige VBK und Kasig-Chef Dr.Casazza. Jetzt sind wir bei 40 Mio Defizit und 40 Mio Folgekosten p.a. Der ganze Tunnel sollte 380 Mio kosten. Den Berichten nach, dürfte der Innenausbau allein schon glatte 380 Mio kosten.
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  •   IchKA
    (829 Beiträge)

    25.07.2020 15:28 Uhr
    Geht voran? Fake?
    ich sehe eher den Rückschritt mit Verzögerung von 6 Monaten durch den Wasserschaden, der mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen niemals hätte passieren dürfen. Eine folgenschwere teuere Schlamperei ist das.

    Wie funktioniert das oben beschriebene ETCS (European Train Control System). Hätte das Sinn gemacht um die reduzierte Kapazität im Tunnel zu steigern?
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  •   BMWFahrer
    (295 Beiträge)

    25.07.2020 18:38 Uhr
    siehe Wikipedia
    gibt darin auch Artikel über ETCS
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  •   Bahnnutzer100
    (237 Beiträge)

    25.07.2020 12:38 Uhr
    Signalsysteme und Kapazität im Tunnel
    Die höchste Kapazität im Tunnel könnte mit dem ETCS (European Train Control System) erreicht werden. Dies wird aber in Karlsruhe nicht eingebaut, man nimmt das klassische Blocksystem, schade. In Stuttgart erhält übrigens die S-Bahn, wg. Kapazitätserhöhung, dieses ETCS. Bezahlt u.a. vom Bund, vom Land, von der Region und von der DB. Die Stadt muss nichts bezahlen.
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  •   BMWFahrer
    (295 Beiträge)

    25.07.2020 18:36 Uhr
    In Stuttgart wird auch kein Straßenbahntunnel gebaut, sondern Eisenbahn
    In Karlsruhe werden Straßenbahnen durch den Tunnel fahren, die gesamte Flotte der VBK müßte dafür mit ETCS ausgestattet werden. Dafür gibt es ganz sicher keine Fördermittel.
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  •   BMWFahrer
    (295 Beiträge)

    25.07.2020 12:16 Uhr
    Das Bild mit der Unterschrift "auf Draht"
    hat der KA-News Redaktion so sehr gefallen, dass sie es gleich zweimal in den Artikel eingestellt hat
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