Karlsruhe "Betriebsechte" Verhältnisse: Innenausbau arbeitet auf die Probefahrten hin

Der Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels bereitet sich aktuell ganz auf die Phase der Probefahrten der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) vor. Die beginnt zwar erst etwa Ende März - doch bis dahin muss sichergestellt sein, dass die Fahrer der beim Probebetrieb eingesetzten Stadtbahnen und Straßenbahnen "betriebsechte" Verhältnisse auf den zwei Kilometern Tunnel unter der Kaiserstraße und den 1,6 Kilometern Tunnel zwischen Marktplatz und der Einmündung der Augartenstraße in der Ettlinger Straße vorfinden.

Beim Probebetrieb werden naturgemäß noch keine Kurse wie im täglichen Fahrgastbetrieb gefahren. Doch alle übrige eingesetzte Technik muss funktionieren - und zwar zu jedem Zeitpunkt, zu dem ein Schienenfahrzeug unterirdisch unterwegs ist. Elektrik und Elektronik bilden die Schwerpunkte bei den Handwerkern und Spezialisten, die derzeit in der Tunnelanlage mit ihren insgesamt sieben neuen unterirdischen Haltestellen unterwegs sind.

Keine Bahnen bis März

Weil keine Bahnen bis März unterwegs sind, wurden die Bauzäune, die die Bahnsteige gegen den Gleiskörper absichern entfernt, so dass alle "Baustellen" in den Tunnelabschnitten und Haltestellen erreichbar sind und notwendige Arbeiten und mit ihnen auch das Prüfen auf einwandfreies Funktionieren ausgeführt werden können.

Parallel dazu wird nach wie vor an der "Inneneinrichtung" insbesondere der Haltestellen gearbeitet: Verkleidungen, die wegen noch darunter oder dahinter notwendiger Installationen nicht geschlossen werden konnten, werden angebracht - an Wänden und an den Decken. Lichtelemente werden in die Verkleidungen montiert und elektrisch angeschlossen, auch müssen noch Terrazzo-Flächen mit dem Fließestrich ausgegossen und geschliffen werden, wo das bisher noch nicht möglich war.

Verkleiden: Zu den noch zu erledigenden Aufgaben gehört das Ergänzen der Haltestellenverkleidung - hier in der Haltestelle Durlacher Tor.
Verkleiden: Zu den noch zu erledigenden Aufgaben gehört das Ergänzen der Haltestellenverkleidung - hier in der Haltestelle Durlacher Tor. | Bild: Kasig

Beim Umbau der Kriegsstraße mit einer neuen Gleistrasse und dem darunterliegenden 1,6 Kilometer langen Autotunnel steht - noch - die ganze Breite der Arbeiten auf den Bauplänen, die bis zur Inbetriebnahme der gesamten Kombilösung im Dezember diesen Jahres ansteht.

Stützwände entstehen

Einerseits bilden Bewehren, Schalen und Betonieren für die Herstellung des Rohbaus den Schwerpunkt im Baufeld W 1 am Karlstor. Östlich vom Karlstor entstehen die Stützwände für zwei der insgesamt vier Rampen, die zwischen den Hauptrampen ganz im Westen und ganz im Osten Zu- und Abfahrten des Tunnels bilden.

Erden: Das Erden der Sicherheitstüren ist wie auf dem Bild zu sehen auf der Fahrgastebene über dem Gleisdreieck eine der Aufgaben für die Elektriker.
Erden: Das Erden der Sicherheitstüren ist wie auf dem Bild zu sehen auf der Fahrgastebene über dem Gleisdreieck eine der Aufgaben für die Elektriker. | Bild: Kasig

Für den Bau dieser Stützwände wird am Montag (8. Februar) der Autoverkehr zwischen Ritterstraße und Karlstraße in Fahrtrichtung Westen auf eine provisorische Fahrbahn in der Mitte der Kriegsstraße auf den dort im Rohbau bereits fertig gestellten Tunnel verlegt.

Bereits an diesem Montag (1. Februar) wird der Kran östlich des Karlstors abgebaut und etwa 70 Meter entfernt westlich des Karlstors gleich wieder aufgebaut, um die Baustelle westlich der Gleise in der Karlstraße bedienen zu können, wo in den nächsten Monaten noch die westlichsten fünf Tunnelblöcke entstehen müssen.

Kriegsstraße voll gesperrt

Nur wenige Stunden später, In der Nacht von Dienstag (2. Februar) auf Mittwoch (3. Februar) wird die Kriegsstraße zwischen Ritterstraße und Karlstraße in Fahrtrichtung Westen voll gesperrt, um mit einem Autokran die Stahlbetonfertigteile in die vorbereitete Baugrube für das Hebewerk West einzuheben, das in den offenen Rampenbereichen westlich und östlich des Karlstores anfallendes Regenwasser aus den Abwasserrohren im Tunnel in die einige Meter höher liegende städtische Kanalisation mit Pumpen fördern soll.

Am direkten Schnittpunkt von Kriegs- und Karlstraße wird der Rohbau des Autotunnels durch die beiden Hilfsbrücken noch gebremst, über die bis April die Stadtbahnen und die Straßenbahnen fahren. Die Brücken sorgen dafür, dass direkt darunter nur die Tunnelsohle hergestellt werden konnte.

Abwasserrinnen werden montiert

Für die Betonage der Wände und schließlich auch des Deckels müssen die Brücken entfernt werden. Anderseits wird in den schon hergestellten Abschnitten des Autotunnels an dessen inneren Werten gearbeitet: Abwasserrinnen und Abwasserrohre werden montiert, Notgehwege und Leerrohrtrassen werden hergestellt, die Tunnelsohle erhält weitere Abschnitte der Asphalt- Fahrbahn, Feuerlöschleitungen und Hydranten werden installiert - und zwar so, dass sie auch in der jetzigen Bauphase schon funktionieren.

Schalten: Einbauten wie die Aufzüge - hier in der Haltestelle Marktplatz - müssen Stück für Stück in den betriebsfähigen Zustand gebracht werden.
Schalten: Einbauten wie die Aufzüge - hier in der Haltestelle Marktplatz - müssen Stück für Stück in den betriebsfähigen Zustand gebracht werden. | Bild: Kasig

Spannend ist allerdings auch das Bauen an der Oberfläche: Ende des Jahres soll die Kriegsstraße in der umgebauten Form funktionieren - es bleiben also nur noch elf Monate, um sie auch oberirdisch nach Plan herzustellen und auszustatten.

Autoverkehr wird verlegt

Dazu werden derzeit zwischen Mendelssohnplatz und Ettlinger Tor in den äußeren Randbereichen die endgültigen Fahrbahnen und Gehwege für die Kriegsstraße gebaut. Dazu wird der Autoverkehr aber zu-nächst in die Straßenmitte verlegt - bis er dann auf den endgültigen Fahrbahnen unterwegs sein kann und die Gleisbauer anrücken, um die neuen Gleise in die Kriegsstraße zu legen.

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