Karlsruhe 20 Meter hinab: Für den neuen Karlsruher Autotunnel geht es am Karlstor in die Tiefe

Die Baustelle der Kombilösung beherrscht in diesen Tagen das Karlstor. Hier fahren seit rund einem Monat keine Bahnen mehr, denn der Karlsruher Autotunnel nimmt die Kreuzung in Beschlag. Bis zu 20 Meter ragen die Betonsäulen ins Erdreich hinab, um die tiefe Baugrube sichern. Das und mehr gibt die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) in ihrem wöchentlichen Baustellen-Update bekannt.

Vor einem Monat erst wurde der Verkehr der Stadtbahnen und Straßenbahnen über das Karlstor gesperrt – und das erste Ziel der Arbeiten ist bereits erreicht: Die Bohrpfähle, die tragender Teil des Baugrubenverbaus sind, sind komplett ins Erdreich eingebaut. Sie schützen die Baugrube gegen den seitlichen Erddruck und das eindringende Grundwasser.

Mit voller Kraft und dem Einsatz gleich zweier Bagger läuft der Erdhaushub in der Kriegsstra-ße westlich vom Karlstor.
Mit voller Kraft und dem Einsatz gleich zweier Bagger läuft der Erdhaushub in der Kriegsstraße westlich vom Karlstor. | Bild: Kasig

Bis zu 20 Meter tief in den Untergrund ragen die Stahlbeton-"Säulen". Im nächsten Schritt werden die Zwischenräume zwischen den Bohrpfählen mit Betonkörpern ausgefüllt. Diese Betonkörper werden aus dem Untergrund hergestellt - unter Beimengung von Zement und Wasser. "Dieses besondere Verfahren ist erforderlich, da sich hier noch der alte Baugrubenverbau aus der Zeit der Herstellung der alten Straßenunterführung befindet und es die Platzverhältnisse nicht zulassen, den neuen Baugrubenverbau außerhalb des alten Baugrubenverbaus zu errichten", teilt die Kasig mit.

Direkt im Tunnel in das Parkhaus abbiegen

Auch an anderer Stelle gehen die Arbeiten am Karlsruher Autotunnel weiter: Von der Ritterstraße nach Westen hat der Ingenieurbau begonnen. Einerseits wird der Baugrubenverbau in der untersten Lage verankert, andererseits ist auch schon zu sehen, wie mit Spritzbeton die Oberfläche geglättet werden. 

Tunnelbau und Lückenschluss: Westlich des Ettlinger Tors bewegt sich der Rohbau mit den entstehenden Außen- und Mittelwänden sowie Decken auf das Kombi-Bauwerk unter dem Ettlinger Tor zu. Seit einer Woche haben zudem die Arbeiten am Tunnelabzweig begonnen: Dieser Abzweig wird später direkt aus dem Kriegsstraßentunnel heraus in das Einkaufszentrum am Ettlinger Tor beziehungsweise dessen Parkhaus führen.

Unterirdisch angebunden wird das Parkhaus vom Einkaufszentrum am Ettlinger Tor direkt aus dem Tunnel heraus.
Unterirdisch angebunden wird das Parkhaus vom Einkaufszentrum am Ettlinger Tor direkt aus dem Tunnel heraus. | Bild: Kasig

Die Arbeiten im Bereich nördlich des Staatstheaters und zwischen Meidinger Straße und Mendelssohnplatz haben den Tunnelbau auf dem Programm. Am östlichen Ende des Umbaus der Kriegsstraße- in der Ludwig-Erhard-Allee - wird "unten" im Tunnel schon an der Straße gearbeitet.

"Oben" nehmen die Ludwig-Erhard-Allee und die Kriegsstraße allmählich ihre endgültigen Konturen an: Südöstlich vom Mendelssohnplatz entstehen die Fahrbahnen, Rad- und Gehwege. Ebenso sind die Arbeiter an der Einmündung der Kapellenstraße in die Kriegsstraße unterwegs: Hier werden nicht nur die Verkehrsflächen für Autos, Radler und Fußgänger gebaut, sondern auch die Verbindung geschaffen zwischen den noch bestehenden Straßenbahngleisen und jenen, die bereits neu verlegt worden sind.

Arbeiten an der Lammstraße sind fertiggestellt

Fertiggestellt ist die endgültige Einmündung der Lammstraße in die Kriegsstraße: Die Lammstraße hat an ihrem südlichen Ende einen neuen "Zuschnitt" erhalten, da hier künftig eine neue Kreuzung liegen wird, bei der neben Radlern und Fußgängern auch die Autofahrer die Kriegsstraße queren können.

Der Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels ist geprägt durch eine Vielzahl von ganz verschiedenen Aufgaben, die alle koordiniert neben- oder – wenn das zeit- und ortsgleich nicht geht – hintereinander zu erledigen sind. Vor allem die elektrischen Arbeiten erfordern hohe Aufmerksamkeit: Die Palette der Aufgaben reicht hier von der Installation der Starkstromtechnik bis hin zum Erfüllen der Anforderungen, die etwa der Betriebs- oder gar sicherheitsrelevante Funk an die Handwerker stellen.

Abbau: In der Haltestelle Marktplatz weicht das Raumgerüst den Arbeiten der Elektriker an der Beleuchtung.
Abbau: In der Haltestelle Marktplatz weicht das Raumgerüst den Arbeiten der Elektriker an der Beleuchtung. | Bild: Kasig

In den Betriebsräumen sind neben den Elektrikern auch Installateure unterwegs, die für die spätere Be- und Entlüftung der Räume sorgen. In den unterirdischen Haltestellen werden zudem auf den Fahrgastebenen und den Treppenabgängen die Terrazzo-Bodenflächen beziehungsweise Stufen eingebracht.

Mehr zum Thema
Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (0)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.