Karlsruhe Zu Besuch auf der Autotunnel-Baustelle: "Insgesamt sind wir vor allem mit der Qualität der Arbeit in den Baufeldern sehr zufrieden."

Bei einem Baustellenspaziergang standen am Dienstagnachmittag die Arbeiten des Autotunnels auf der Kriegsstraße im Fokus von rund 60 Interessierten, die in zwei Gruppen durch die Baufelder parallel zum Ettlinger Tor entlang geführt wurden. Dazu eingeladen hatte die Initiative "Ja zur Kombilösung", die regelmäßig in Kooperation mit der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) Baustellenführungen anbietet. Der Einladung zur Kriegsstraßen-Baustelle ist auch ka-news gefolgt.

Karlsruhe verändert sich durch die Baustellen der Kombilösung, das wird bei der Baustellenbesichtigung auf der Kriegsstraße deutlich. Spezialtiefbau-Ingenieur Bertram Schulze führt durch die Baufelder W2 und W3 auf der Kriegsstraße. Dort entstehen gerade bis zur Lammstraße Schlitz- beziehungsweise Dichtwände, in die die Spundwände eingestellt werden, sowie Bohrpfahlwände. Diese Bohrpfahlwände und die eingestellten Spundwände werden beim Tunnelbau als nach außen liegende Schalung für die Tunnelwände eingesetzt, also das Grundgerüst für die spätere Tunnelwand.

Die runden Bohrpfählwände, die mit schwerem Gerät ins Erdreich gehoben werden, müssen immer zwischen vier und fünf Meter tief ausgehoben werden, bis letztendlich die Endtiefe von 20 Metern erreicht ist. "Zu beachten ist dabei, dass nie unter dem Grundwasserspiegel gebohrt wird", so Schulze bei der Baustellenführung. Nach dem jeweiligen Aushub schütten deshalb Arbeiter Wasser in die Bohrlöcher, um den Wasserstand auszugleichen und damit das Erdreich stabil bleibt.

Anderes Verfahren für Spundwand-Einlass

Die Wände in der Baugrube auf Höhe des Ettlinger Tors dient nicht nur der Sicherung der zeitweise bis zu 13 Meter tiefen Baugrube, sondern bei der Betonage der Tunnelwände auch als Schalung auf der Außenseite. Anders als am Durlacher Tor werden die eckigen Spundwände in der Kriegsstraße nicht in den Boden eingerüttelt. "Das in den Baufeldern der Kriegsstraße angewendete Verfahren ist deutlich effektiver, sowohl bautechnisch als auch wirtschaftlich", erklärt Bertram Schulze während des Rundgangs.

Baustellenspaziergang zur Kombilösung, Kriegsstraße
Bild: Paul Needham

Die Spundwände werden in der Kriegsstraße wesentlich geschmeidiger in den Boden eingelassen: Denn statt durch lautes Rütteln wie am Durlacher Tor, wird in den Aushub ein flüssiges Gemisch gegeben, das sich nach einigen Stunden verfestigt. Dadurch werden die Wände wesentlich eleganter ihre Endposition einnehmen, so Schulze. Die Idee zu diesem Verfahren hatte das Bauunternehmen Züblin, das für die Bauarbeiten auf der Kriegsstraße beauftragt ist. Deren Arbeit lobt Spezialtiefbau-Ingenieur Bertram Schulze explizit: "Insgesamt sind wir vor allem mit der Qualität der Arbeit in den Baufeldern sehr zufrieden."

Baustellenspaziergang zur Kombilösung, Kriegsstraße
Bild: Paul Needham

Im Baufeld W2, zwischen Ritterstraße und Lammstraße, ist der Tunnel darunter im Rohbau soweit fertiggestellt. Von oben konnten die Besucher auf der Baustellenbesichtigung schon mal einen Blick in den künftigen Autotunnel werfen.

ka-news Hintergrund: Unter der Kriegsstraße entsteht ein 1,6 km langer durchgängiger Autotunnel. Er reicht von der Autorampe westlich des Karlstors bis zum Knotenpunkt Ostendstraße in der Ludwig-Erhard-Allee. Dadurch kommt der Durchgangsverkehr zügig voran, während die Kriegsstraße oben entlastet wird. Autofahrer, die direkt in die City wollen, können den Autotunnel über die Verbindungsrampen Ritterstraße und Lammstraße verlassen. Das Parkhaus des Einkaufscenters Ettlinger Tor wird eine eigene Ein- und Ausfahrt für den Tunnel erhalten.
Mehr zum Thema
Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (0)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
Sie sind der Erste, der einen Kommentar schreibt – vielen Dank!
Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben