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Karlsruhe Was geht vor unter der Erde: So sieht es ums Ettlinger Tor aus

Die Arbeiten über und unter der Erde werden noch einige Jahre andauern - dennoch gibt es immer wieder von Fortschritten zu berichten. Damit auch Interessierte die Möglichkeit bekommen, sich selbst vom Vorankommen zu überzeugen, bietet die Initative "Ja, zur Kombilösung" in regelmäßigen Abständen Führungen "unter der Erde" an. ka-news war bei einem solchen Termin dabei.

Etwa 60 Menschen aller Altersklassen sind in der vergangenen Woche in den künftigen Straßenbahntunnel gestiegen, genauer gesagt zwischen den Haltestelle Marktplatz und Kongresszentrum. Sie waren alle der Einladung der Interessengruppe "Ja, zur Kombilösung gefolgt". Was von der Oberfläche kaum zu erahnen ist: Unter der Erde sind die Konturen der Haltestellenbereiche schon sehr gut zu erkennen.

So auch am Kongresszentrum. Von allen Haltestellen liegt diese Haltesteller der Erdoberfläche am nächsten. "Künftig wird das die einzige unterirdische Haltestelle sein, in der man Tageslicht sehen kann", erklärt Erich Serbinski, Leiter der Baustellenbesichtigungen der Kombilösung, den neugierigen Teilnehmern. Dafür sorgen Oberlichter über den künftigen Gleisen.

Brandschutzwände in Haltestellen

Kombilösung, Ettlinger Tor
Die Beton-Zwischenwände (Hintergrund, hier im Bereich der Haltestelle Marktplatz) mussten aufgrund des Brandschutzes eingebaut werden. | Bild: Paul Needham

Auch die Haltestellen selbst entwickeln sich weiter. Nachdem die künftigen Treppenabgänge fertiggestellt wurden, müssen diese nochmals mit Betonwänden von dem Haltestellenbereich abgetrennt werden. Der Grund: "Die zusätzlichen Wände wurden aus Brandschutzgründen verbaut", erklärt Serbinski. "Das verursacht allerdings wieder höhere Kosten."

Tunnelbau mit Überdruck

Die Tunnel der Kombilösung wurden mit insgesamt drei unterschiedlichen Verfahren gebaut: In der offenen Bauweise, mithilfe einer Tunnelvortriebsmaschine und in der bergmännischen Weise - wie der "Sabine-Tunnel". Der 250 Meter lange Abschnitt zwischen dem Marktplatz und dem Ettlinger Tor liegt unterhalb des Grundwasserspiegels und musste deshalb unter Druckluftbedingungen erstellt werden, um ein Eindringen des Grundwassers zu verhindern. 

Kombilösung, Ettlinger Tor
Druckluft spielte bei dem Bau des "Sabine-Tunnels" eine große Rolle. | Bild: Paul Needham

Hierfür wurde die Erdschicht zuerst mit Injektionen verfestigt, bevor die Druckluft zum Einsatz kam. Erich Serbinski erläutert: "Zu Beginn haben wir mit einem Druck von 1,3 Bar gearbeitet, gegen Ende konnten wir ihn auf 0,8 Bar reduzieren." Sowohl die Geräte als auch das Personal musste sich diesen schwierigen Bedingungen anpassen.

Um den Druck innerhalb des Tunnels aufrecht erhalten zu können, wurden Materialschleusen errichtet. Diese mussten sowohl die Arbeiter als auch das für den Tunnelbau benötigte Material passieren. Daher war der Bau dieses Abschnitts laut Serbinski auch einer der langwierigsten. Da die Tunnelbau-Arbeiten am "Sabine-Tunnel" aber mittlerweile beendet sind, konnten auch die Schleusen wieder abgebaut werden.

Tunnelwände haben Hohlraum-Ventile

Einem der Teilnehmer fällt beim Gang durch die Tunnelröhre ein kleines Ventil an jeder Betonplatte auf. Serbinski klärt auf: Manchmal kann es passieren, dass sich hinter den Betonplatten der gerade erst fertiggestellten Tunnel Hohlräume bilden.

Kombilösung, Ettlinger Tor
Falls sich hinter den Betonplatten nachträglich Hohlräume auftun sollten, können sie durch kleine Ventile mit Gel ausgefüllt werden. | Bild: Paul Needham

Um das zu verhindern, hat jede Betonplatte an der Wand besagtes Ventil. Durch dieses kann Gel in die Wand gespritzt werden, um eventuelle Hohlräume auszufüllen. "Aber die Wände sind so stabil, da muss man sich keine Sorgen machen", meint Serbinski.

Bis Fahrgäste die Haltestelle Kongresszentrum, samt der Oberlichter, aber in Betrieb erleben dürfen, wird noch einige Zeit vergehen: In den nächsten Monaten werden die Bahnsteige fertig gebaut, die Gleise und die Inneneinrichtung gebaut. Bis die ersten Bahnen rollen wird es voraussichtlich noch bis 2020 dauern.

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  •   suedoschtkarle
    (164 Beiträge)

    24.07.2018 18:39 Uhr
    Die Beleuchtung...
    ...dürfte nun wirklich der geringste Kostenfaktor sein, vor allem wenn LED's verwendet werden.
    Was mir eher Sorgen bereitet, ist, ob genug Mittel für Sicherheit und Bewachung eingeplant
    werden. Bei der allgemeine Lage dürften wohl täglich ungebetene Gäste an die Oberfläche
    befördert werden. Und ohne entsprechendes Sicherheitsgefühl wir die UStrab zu manchen
    Zeiten nicht angenommen werden. Übrigens: An jedem Niedergang wird ein großes U für UStrab
    angebracht um der Landeshauptstadt eins auszuwischen grinsen
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  •   betablocker
    (2920 Beiträge)

    24.07.2018 23:40 Uhr
    Die würde
    ich dann aber lieber eine badische Flagge aufhängen. zwinkern
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  •   suedoschtkarle
    (164 Beiträge)

    25.07.2018 07:45 Uhr
    Das ist schon...
    ...mit den hellgelben Schienen verwirklicht. Das Gleisbett dazwischen wird mit rotem Schotter
    aufgefüllt grinsen
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  •   bergdoerfler
    (1594 Beiträge)

    24.07.2018 21:29 Uhr
    Es ist immer Licht
    am Ende des Tunnels.
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  •   dipfele
    (4767 Beiträge)

    24.07.2018 04:52 Uhr
    Die Haltestellen müssen also....
    …. Tag und Nacht künstlich beleuchtet werden. Hat da schon mal die Kasig errechnet wieviel CO2, NOx etc. dafür in die Luft geblasen werden muss und was der Strom kostet?
    2002 und auch noch 2010 haben die Tunnelpolitiker behauptet, die Bahn unter der Erde wäre nicht teurer als oberirdisch.
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  •   Kojak
    (40 Beiträge)

    24.07.2018 13:32 Uhr
    Vorschlag:
    Jeder Fahrgast bringe seine eigene Stirnlampe mit, dann kann der KVV die Beleuchtungskosten einsparen grinsen
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  •   dipfele
    (4767 Beiträge)

    24.07.2018 16:32 Uhr
    Dann können aber die.....-
    … Lüpperts-Reliefs nur punktuell bestaunt werden und die Stirnleuchten müssen auch blendfrei sein.
    Was die Beleuchtungskosten angeht, müssten die den Fahrgästen ersetzt werden. Viel einfacher wäre, die zusätzlichen Beleuchtungskosten auf die Fahrpreise umzuschlagen.
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  •   betablocker
    (2920 Beiträge)

    24.07.2018 13:52 Uhr
    Das nenne
    ich mal einen konstruktiven Vorschlag! Die Dinger gibts für 10 Euro bei Tchibo. grinsen
    Sogar mit Blinkfunktion, die Discostimmung gibts dann gratis dazu. grinsen
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  •   andip
    (8948 Beiträge)

    24.07.2018 08:35 Uhr
    Ach was
    Unterirdische Haltestellen müssen beleuchtet werden?
    Also damit hat ja nun niemand rechnen können, das sind ja völlig neue Erkenntnisse.
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  •   dipfele
    (4767 Beiträge)

    24.07.2018 16:38 Uhr
    Für die Verwaltung....
    … schon. Zur Erinnerung: Es wurde in den Kombistrategen immer behauptet, der Tunnelbetrieb sei nicht teurer wie oben. Nur oben wird der Strassenbeleuchtungsstrom in der Kaiserstr./Ettlinger Str. sowieso geliefert, unten kostet der zusätzlich Geld.
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