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Karlsruhe Vandalismus im Kombi-Tunnel: "Völliges Unverständnis" bei Verantwortlichen

In der Nacht auf Sonntag hat eine Gruppe Jugendlicher große Schäden im Tunnel der Kombilösung angerichtet. Auch wenn die Täter mittlerweile gefasst sind, beschäftigt die Verantwortlichen das Thema noch weiter.

Auch Tage nach der Tat kann Achim Winkel, Pressesprecher der Karlsruher Schienen-Infrastrukturgesellschaft (Kasig) noch immer nicht begreifen, was die jugendlichen Täter dazu getrieben hat, im Tunnel unter der Karlsruher Fußgängerzone einen Schaden von rund 100.000 Euro anzurichten. Am vergangenen Wochenende, so berichtet es die Polizei, hat die Gruppe eine "Schneise der Zerstörung" im Tunnel hinterlassen.

Maschinen und Geräte wurden beschädigt, Pumpen bewusst ausgeschaltet und mehrfach versucht, Kraftstoff und Gasflaschen in Brand zu setzen. Die Frage nach dem "Warum" ist für Winkel auch am Donnerstag nur schwer zu beantworten: "Ich habe ein völliges Unverständnis dafür. Es ging offenbar nur um die Lust an der Zerstörung."

Zäune und Betonplatten sichern Zugänge ab

Auswirkungen auf den Baubetrieb hatten die Taten glücklicherweise kaum: So sei zwar die Spurensicherung lange Zeit unter der Erde tätig gewesen, im Anschluss seien die Arbeiten aber sofort wieder aufgenommen worden. Einige Baugeräte konnten trotz der Beschädigung weiter betrieben werden, für andere Maschinen wurde kurzfristig ein Ersatz organisiert.

Wie die Täter in den Tunnel gelangt sind, kann Winkel nicht sagen. "Einfach so" kann das aber nicht passiert sein: Alle Baufelder sind mit zwei Meter hohen Bauzäunen gesichert, die miteinander verschraubt sind. An den Einfahrten sind unter diesen Zäunen Rollen angebracht, um sie für den Bauverkehr zur Seite räumen zu können. Diese seien aber in den Abendstunden mit Vorhängeschlössern gesichert. Auch die künftigen Tunnelzugänge für die Fahrgäste sind entweder eingezäunt oder gar mit Betonplatten verdeckt.

Wachpersonal wurde verstärkt

Zudem ist auch Wachpersonal auf den Baustellen tätig. Nachdem die Vandalen gewütet haben, wurde die Zahl des Personals sogar nochmal erhöht. Diese Maßnahme werde nun auch nach der Ergreifung der Täter nicht rückgängig gemacht, so Winkel im Gespräch mit ka-news.

Zwischenzeitlich haben sich auch die ersten Lokalpolitiker zu Wort gemeldet: Die beiden Stadträte und Initiatoren der "Allianz für mehr Sicherheit in Karlsruhe", Stefan Schmitt (parteilos) und Jürgen Wenzel (Freie Wähler) fragen, wo Polizei und Verwaltung die Ursachen für solche Verbrechen sehen und in welchen Kreisen sie anzutreffen sind. Dabei beziehen sie sich auch auf andere Vandalismustaten, wie im Bereich des Wildparkstadions oder in Tiefgaragen beim Ettlinger Tor. Diese Anfrage wurde bereits gestellt, bevor die Täter gefasst wurden.

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Kommentare (11)
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  •   Laetschebachschorsch
    (3093 Beiträge)

    02.03.2018 09:40 Uhr
    Schade,
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere AGB und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   giggls
    (287 Beiträge)

    02.03.2018 10:58 Uhr
    Ubahn ist nachts geschlossen
    War doch eines der Argumente damals gegen Ustrab und für Gleise oben.
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  •   Laetschebachschorsch
    (3093 Beiträge)

    02.03.2018 15:51 Uhr
    Kann ich nicht nachvollziehen
    Ich will mich ja bessern, aber was war in meinem Kommentar gegen die Regeln der ka-news? Darf der Begriff A..lager in Verbindung mit Vandalismus nicht verwendet werden oder hat die Meinung einfach nicht in die ka-news gepasst?
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  •   mueck
    (10041 Beiträge)

    02.03.2018 12:26 Uhr
    !
    Das war die 96er U-Strab.
    Die 2002er U-Strab ist nahezu durchgehend *) offen wegen künftig fehlender Alternativgleise ...

    *) Sofern die künftige Finanzkrise wegen der Kostensteigerung einen durchgehenden Betrieb zulässt.
    Der revolutionär-vorbildliche durchgehende Nachtbetrieb an allen Tagen ist ja schon Geschichte ...
    Wer weiß, wann paar Jahre nach Eröffnung die Bahnsteige frühabends hochgeklappt werden ...
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  •   betablocker
    (3674 Beiträge)

    02.03.2018 15:23 Uhr
    Mooooment!
    Wenn die U-Strab nachts geschlossen ist, wie soll man sich denn dann morgens um drei die Werke des Kunstgottes anschauen?

    Also ich finde das völlig inakzeptabel. Und bin mir sicher Herr L. sieht das genauso.
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  •   Robert1959
    (1874 Beiträge)

    01.03.2018 21:32 Uhr
    100.000 Euro Schadenersatz!
    Durch Schaden wird man klug!
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  •   stoersender
    (1197 Beiträge)

    01.03.2018 19:31 Uhr
    Schön dass sich
    die Herren Wenzrl und Schmitt Gedanken über Ursachen machen. Die sollen vielleicht einfach mal mit Lehrern sprechen, was heutzutage so abgeht.

    Ich will da nichts verallgemeinern und die Jugend insgesamt schlechtreden. Aber die Problemfälle von heute sind ganz andere Kaliber als die Problemfälle vor 30 Jahren und deren Zahl wächst.
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  •   giggls
    (287 Beiträge)

    01.03.2018 20:13 Uhr
    Meine Wahrnehmung ist eine andere
    Natürlich ist meine Sicht auch nur ein Ausschnitt der Gesellschaft und ein Stück weit selektive Wahrnehmung:

    Ich habe aber viel mit Studenten zu tun und die sind nach meiner Erfahrung heutzutage sehr viel angepasster und zielorientierter als zu meiner Zeit vor rund 25 Jahren.

    Da mehr Menschen denn je studieren kann es im Mittel also so schlimm gar nicht sein.

    Die Verklärung der Vergangenheit ist typisch menschlich und gerade deshalb ist es hier besonders wichtig auf Basis von Fakten nachzudenken und weniger auf Basis der eigenen Erinnerung.

    Beispielsweise hat die Zahl der Straftaten in den letzten 20 Jahren kaum verändert:

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/197/umfrage/straftaten-in-deutschland-seit-1997/

    Gruss

    Sven
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  •   Winston_Smith
    (446 Beiträge)

    02.03.2018 00:40 Uhr
    Fehler über Fehler in Logik und Argumentationskette
    traurig
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  •   giggls
    (287 Beiträge)

    02.03.2018 10:42 Uhr
    Welche?
    Würde mich ja jetzt schon interessieren.
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