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Karlsruhe Über 1,3 Milliarden Euro und die Eröffnung Ende 2020 ist auch in Gefahr: Zeitplan der Kombilösung kaum zu halten

Es ist eine Jahrhundertaufgabe und ein Milliardenprojekt - die Karlsruher Kombilösung. Sollte zu Beginn der Bauarbeiten 2010 bereits 2016 alles fertig sein und die Bahnen unterirdisch fahren, stand schon lange fest, dass es erst Ende 2020 so weit sein wird. Doch nun verzögert sich die Inbetriebnahme des U-Strab-Tunnels erneut. Um mindestens ein halbes Jahr.

Knapp zwei Kilometer Bahntunnel verlaufen unter der Kaiserstraße, der Südabzweig misst etwa einen Kilometer. Beides sollte nach den ursprünglichen Zeitplänen 2016 in Betrieb gehen, die Innenstadt sollte bahnfrei werden. Mittlerweile steht der Zeitplan bei Ende 2020 und auch das ist in Gefahr. Der Grund: der Bauboom in Deutschland. Da wird es schwer, Firmen für die Bauarbeiten zu bekommen. 

Raumgreifend: Vom Raumgerüst aus lassen sich auch in der Haltestelle Lammstraße Wände und Decken verkleiden.
Viele verschiedene Firmen sind mit dem Ausbau des Tunnel beauftragt. (Symbolbild) | Bild: Kasig

"Die Wahrscheinlichkeit, dass wir zwar die Fertigstellung im Jahr 2020 hinbekommen, aber auch die Inbetriebnahme noch schaffen, wo wir ein halbes Jahr Versatz für den Probebetrieb brauchen, die ist weiter gesunken", erklärt Oberbürgermeister Frank Mentrup gegenüber ka-news. Erst im Herbst dieses Jahres könne man mehr Klarheit haben, wie der weitere Zeitplan für den U-Strab-Tunnel aussieht. 

"Worst-case-Szenario" eingetreten

Auch, dass die Kombilösung teurer wird - ganz zu Beginn waren von Kosten von 500 Millionen Euro die Rede - ist nun bekannt. "Wir müssen zugeben, dass wir unser 'worst case-Szenario' mit 1,3 Milliarden Euro aus dem letzen Jahr erreicht haben. Dazu kommt noch ein Risiko von 30 bis 100 Millionen, die eventuell über diese Obergrenze hinaus gehen", so Mentrup im Gespräch mit ka-news weiter.

Zeitweise eng: Das Raumgerüst unter dem Durlacher Tor füllt fast die ganze Haltestelle aus, erlaubt aber Arbeiten unter der Decke und oben an den Haltestellenwänden.
Der Ausbau der unteriridischen Haltestellen läuft. Trotzdem kann sich die Inbetriebnahme des Tunnels verzögern. | Bild: Kasig

Auch hier führt das Stadtoberhaupt die Baukonjunktur an, beschreibt sie als "überhitzt". Hinzu komme die Menge an Anbietern, etwa 50 Firmen sind am Ausbau der unterirdischen Haltestellen beteiligt. "Außerdem haben wir nicht mehr die günstigen Rahmenbedingungen, wie wir sie vor ein paar Jahren hatten", erklärt Frank Mentrup. 

Trotz aller Widrigkeiten: Der Oberbürgermeister nennt zumindest für die Fertigstellung des Bahntunnels unter der Kaiserstraße und dem Südabzweig das Jahr 2020. Lediglich die Eröffnung und Inbetriebnahme könnte sich aktuell verzögern.

Das ka-news-Interview mit Frank Mentrup im Video: 

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  •   Waterman
    (6452 Beiträge)

    09.05.2019 17:46 Uhr
    Hoffentlich nicht den
    chinesischen Weg
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  •   müllermeier
    (71 Beiträge)

    09.05.2019 16:30 Uhr
    Bravo
    Mir war das von Anfang an klar, dass es teurer wird und länger dauert. Und das Beste kommt dann erst noch:
    Bahnfahren wird teurer , weil die anno 2015/16 hochgerechneten Nutzerzahlen bei weitem nicht erreicht werden. Also zahlt man dann 2020 für die Kurzstrecke ca. 3,50 Euro
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  •   andi79
    (2954 Beiträge)

    09.05.2019 16:37 Uhr
    wartet mal ab
    wie es erst wird wenn ab 2025, spätestens 2030 die ganzen autonomen kleintaxis (uber, wymo, aber auch BMW/Mercedes) kommen werden die dir fahrt für den gleichen Preis von Haustür zu Haustür machen dann wenn man fahren will.... schon heute ist ein Taxi nicht teurer wenn ich in einer Gruppe fahre... aber eben deutlich schneller. Und das teure an so einem Taxi ist nun mal der Fahrer.
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  •   Rambazamba
    (350 Beiträge)

    10.05.2019 12:56 Uhr
    Noch besser
    Ich hoffe, dass in 10 Jahren Velocopter soweit sind, dass die Dinger nicht nur in Abu Dhabi als Lufttaxis fungieren, sondern auch hier. Dann gibt's eine App. Ein paar Minuten später kommt die Drohne angesurrt und bringt dich wohin du willst.
    Obwohl... sagen wir 20 Jahre... neee 30
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  •   Route66
    (2632 Beiträge)

    10.05.2019 18:22 Uhr
    Und da oben
    ist dann auch innerhalb kürzester Zeit Stau, weil der Mensch ja zum Zweitheli neigt. Und in Falle von Auffahrunfällen, aus nicht geklärter Ursache landen so ein paar Unfallhelis eben mal in Deinem Bett...seis drum. Es lebe der Fortschritt und die Selbstverwirklichung.😉
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  •   andip
    (10504 Beiträge)

    09.05.2019 15:49 Uhr
    An die Hellseher hier
    Wer von euch hat damals bei Baubeginn oder auch schon davor schon gewusst, wie sich das alles entwickeln wird, insbesondere, was die Kosten angeht?
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  •   mein-senf
    (998 Beiträge)

    10.05.2019 11:10 Uhr
    so wie immer bei öffentlichen Bauten
    für jeden Zweitklässler einfach zu merkende Formel
    Bauprojekt für die öffentliche Hand nach Schma "F"
    - billigst anbieten
    - sich einen der Clowns kaufen und in die Asschreibungsergebnisse schaun
    - ggf. noch Nachbessern
    - Auftrag einsacken
    - dann richtig kalkulieren = minimum mit Faktor 2 damit man auf die Kosten kommt und je nach Dummheit
    oder " Abhängigkeit " des Gegenübers mit Faktor 3-5

    Der Politik macht man ein I für ein U vor oder macht Druck bei denen welche ,man " in der Tasche " hat, dass es dem dummen Bürger verkauft wird , ist doch eine win win win Situation , die Ausführer machen eine netten Reibach, den Auftraggebern ist es auch nicht zu deren persönlichen Schaden ( man muss ja schliesslich essen ) , die Politiker können ihre Profilneurosen bedienen , der einzige Dumme ist der Bürger der das blechen muss , aber das is ja Wurst , der hat ja sein Übel selbst gewählt.... Ein Schelm wer Böses dabei denkt......
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  •   dipfele
    (5826 Beiträge)

    10.05.2019 18:13 Uhr
    Also das mit den Bürgern...
    … stimmt jetzt nicht. Die Politik hat nur den Willen der Bürger lt. Bürgerentscheid umgesetzt, wie SPD Frau Baitinger vor dem Gemeinderat so um 2009 festgestellt hat. Und im Bürgerentscheid stand nichts drin, das bei zu erwartenden Kostensteigerungen (von 500 Mio ausgehend) alles abgeblasen wird. Vor Baubeginn hatte die Verwaltung schon Baukosten von über 600 Mio festgestellt.
    Dazu kommen noch die Zusammenhangskosten, die den Stadtwerken oder VBK aufs Auge gedrückt werden. Gern wird verschwiegen, dass das Bauen unter Strababetrieb gut und gerne 100 Mio gekostet hat. Auch der Bus Nr.10 und die Umwegfahrten der S1/11 durch die Rüppurrer Str. kosten Monat für Monat 100.000,-. Seit Nov 13 bis etwa 2021 sind das mindestens 8x12= 96 gerundet, 100 Monate x 0,1 Mio = 10 Mio
    Kosten, die nirgend direkt auftauchen. Dazu dann der Unsinn, die Ettlinger Str. für einen temporären Strababetrieb vorbereiten(Fahrleitung und Weichen) und dann aber durch die Rüppurrer Str. fahren, auch 3-4 Mio .
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  •   andi79
    (2954 Beiträge)

    09.05.2019 15:54 Uhr
    ich
    auch gut hier auf ka-news in den kommentaren dokumentiert.
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  •   mueck
    (11748 Beiträge)

    09.05.2019 23:18 Uhr
    !
    Es gab sie, die Leute, die in weiser Voraussicht lieber von einem Milliardengrab reden wollten. Sie wurden von der Politik als Spinner bezeichnet und das Bündnis nannte sich vorsichtshalber nur stoppt-das-millionengrab.de
    Welch überflüssige Bescheidenheit ...

    Viel interessanter als die Gesamtkosten fände ich ja den städtischen Anteil ... Genau der wird uns allen in KA die Luft zum Atmen nehmen ...
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