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Karlsruhe Tunnelvortrieb rückwärts: Das passiert gerade unter dem Marktplatz

Einer der größten Baukomplexe der Kombilösung ist das Gleisdreieck unter dem Marktplatz. Kürzlich konnte von der Karl-Friedrich-Straße kommend die südliche Wand der Haltestelle erreicht werden - ein wichtiges Etappenziel. Was sich in der Baustelle unter Tage aktuell tut? ka-news ist in den Untergrund geklettert.

Der Tunnelvortrieb unter der Karl-Friedrich-Straße schreitet weiter voran - oder besser gesagt: Er läuft rückwärts. Das klingt im ersten Moment paradox, hat aber seine Richtigkeit. Denn vom Nordkopf aus läuft der Vortrieb unter Druckluft des Tunnels in der Karl-Friedrich-Straße planmäßig zurück zum Ettlinger Tor in den Süden. Das erklärte Peter Müller vom Karlsruher Ingenieurbüro "Krebs und Kiefer" bei einer Baustellenbegehung am Dienstag. 

Eine Erinnerung an früher 

Das Gleisdreieck unter dem Marktplatz ist, wie Müller sagt, einer der größten Baukomplexe der Kombilösung. Hier werden zukünftig zweispurige Gleise in die verschiedenen Richtungen laufen. "Über das Gleisdreieck werden die Bahnen von der Haltestelle Ettlinger Tor zur Haltestelle Marktplatz fahren und von dort dann sowohl in Richtung Kronenplatz als auch in Richtung Europaplatz weiterfahren können - und umgekehrt natürlich", so Müller.

Das erinnert dann stark an früher, als die Bahnen noch an der Marktplatz-Oberfläche abbiegen konnten: "Das Gleisdreieck ähnelt dem ursprünglichen Dreieck an der Marktplatz-Oberfläche. Jetzt ist es allerdings nicht mehr so weit östlich, sondern mehr im Westen. Die Funktion des Dreiecks ist aber die selbe", erklärt der Experte. 

Ein unterirdischer Zugang zum Karstadt 

Ein Blick unter den Marktplatz lohnt sich, denn inzwischen kann man sich das angestrebte Endprodukt recht gut vorstellen. Hier sowie im Tunnelrohr zwischen Marktplatz und Kronenplatz wird nun mit Füllbeton die Ebene betoniert auf der später Schotter und Gleise liegen werden.

"Die nächsten Schritte im Gleisdreieck sind die weitere Fertigstellung der Stationswände, die Ebenen-Auffüllung mit Beton sowie natürlich auch die Verlegung der Schwellen und Schienen", schildert Müller. Dort, wo diese Ebene mit einer Höhe von etwas mehr als zwei Metern schon betoniert ist, werden laut Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (Kasig) inzwischen Notwege gebaut sowie integrierte Kabelleerrohre für den unterirdischen Betrieb der Bahnen verlegt.

Ein weiterer wichtiger Teil der Haltestelle Ettlinger Tor wird der direkte Zugang zum Einkaufszentrum Ettlinger Tor sein. "Bereits beim Bau des Shoppingcenters wurde an einen direkten Zugang zur unterirdischen Haltestelle gedacht und dementsprechend klug gebaut", weiß Peter Müller. Außerdem verrät der Experte, dass das Kaufhaus Karstadt ebenfalls einen direkten unterirdischen Zugang bekommen wird.

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  • unbekannt
    (427 Beiträge)

    12.04.2017 17:35 Uhr
    Hut ab
    ist eine beachtliche Ingenieursleistung!
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  •   udoh
    (1685 Beiträge)

    13.04.2017 16:53 Uhr
    Kann aus einer Millarde nicht mehr machen?
    Vom höchsten Wolkenkratzer der Erde bis zur eignen Flugline fallen mir spektakulärere Ingenieursselbstverwirklichungen ein, die zudem noch weniger schlimme Dauerfinanzlöcher verursachen würden.
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  •   udoh
    (1685 Beiträge)

    12.04.2017 16:43 Uhr
    JUHU unter der Erde - Kotzen über der Erde
    Nicht nur dass Parkplätze zwischen Durlacher Tor und Gottesauer Platz durch das Kombidesaster DAUERHAFT VERNICHTET wurden, NEIN da wo man den seit Jahren leidgeprüften Anwohnern noch welche gelassen werden werden die vorher KOSTENLOSEN Plätze plötzlich mit KOSTENPLFLICHTIG! Ja ich weiß die Kosten und der "Eigenanteil" des "Lösungsversuchs" Kombipleite sind geradezu explodiert und die Stadt sucht noch mehr auf der Straße, aber muss man die EIGENEN Bürger SCHLECHTER und SCHLECHTER stellen? Diejenigen, die am wenigsten "Nutzen" *hust* haben MAXIMAL SCHÄDIGEN? Eine ZUMUTUNG von Lärm, Behinderung, Verschandelung bis hin zu Straßenlampen mit einer Lichtfarbe die aus Sonderangebot kommen muss grinsen Aber UNTER der Erde, da wo es die Bürger nicht sehen ist alles HURRA!
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  •   dipfele
    (4240 Beiträge)

    17.04.2017 16:21 Uhr
    55 % der Wahlberechtigten....
    ... haben sich 2002 für den Tunnel entschieden, damit es Unten schneller voran geht. Dafür das es dann zusätzlich eine strassenbahnlose Shopping- und Flaniermeile gibt, müssen halt auch mal Opfer gebracht
    werden, wie alt- OB Fenrich bei den JA Sagern 2013 feststellte.
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  •   IchKA
    (358 Beiträge)

    12.04.2017 12:58 Uhr
    Ach Herr Müller
    Sie sind mein Held des Tages. So klug gebaut !!! Was Sie alles wissen. Danke.
    "Bereits beim Bau des Shoppingcenters wurde an einen direkten Zugang zur unterirdischen Haltestelle gedacht und dementsprechend klug gebaut", weiß Peter Müller.
    Und jetzt ist die Bombe geplatzt: Auch Karstadt bekommt einen direkten unterirdischen Zugang. Wie aufregend, oh my god. Ein guter Deal für die Umsatzrückgänge des Kaufhauses ? Ich bin überzeugt davon, dass auch das äußerst klug gemanagt wurde.
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  •   IchKA
    (358 Beiträge)

    12.04.2017 12:39 Uhr
    Juchhuh
    Eigentlich gibt es ja immer nur gebetsmühlenartige gute Nachrichten aus dem Tunnel.
    Ich werde ja noch ganz euphorisch und fiebere der Fertigstellung der kleinsten und teuersten U-Bahnstrecke der Welt entgegen. Dass das Ding am Ende wahrscheinlich 10 mal so teuer wird, wen juckts - das holen wir wieder anderswo raus und wofür gibt es eigentlich Kredite ?
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  •   yokohama
    (3179 Beiträge)

    13.04.2017 13:23 Uhr
    Die kleinste U-Bahn der Welt
    ist immer noch das "U-Sträble" am Weinweg (wenn man Tunnel für Straßenbahnen, die es in Dutzenden Städten gibt, unbedingt U-Bahn nennen will..).
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