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Karlsruhe Spaziergang unter der Erde: Kombilösung-Tunnelbauer geben Einblick

Wie sieht es aktuell rund um die Baustelle am Ettlinger Tor aus?Am Donnerstag konnten sich bei einer Tunnelführung interessierte Bürger selbst ein Bild machen und in die Tiefe der Kombilösungsbaustelle hinabsteigen. ka-news war mit dabei.

Zwei Gruppen mit je rund 40 Personen waren am Donnerstagnachmittag, 21. Dezember, gemeinsam mit der Initiative "Ja, zur Kombilösung" und Peter Müller vom Ingenieurbüro Krebs + Kiefer im Straßenbahntunnel unter der Kaiserstraße unterwegs. Während es unter dem Marktplatz die Baustelle zu Sehen gab, erklärten die Verantwortlichen einiges zum aktuellen Baugeschehen. Dabei ging es vor allem um die Bauarbeiten nördlich und südlich des Ettlinger Tors - ein Zugang war zu den unterirdischen Baustellen dort war zum Zeitpunkt der Führung nicht möglich.

Während sich auf der Ettlinger Straße das sichtbare Baugeschehen weitestgehend aus dem Straßenbild zurückgezogen hat, laufen unterirdisch derzeit noch Abbrucharbeiten. Daher ging es nicht hier, sondern erst am Marktplatz über die bereits bestehenden Fahrgast-Zugänge unter die Erde. So bekamen die Teilnehmer des Baustellen-Spaziergangs auch einen Eindruck von der unterirdischen Haltestelle Marktplatz, die sich langsam ihrem künftigen Erscheinungsbild annähert.

Fragen zu Notausgängen, Bautechnik & Co.

Die Fragen der Besucher gingen unter anderem um die Fluchtwege im Tunnel: Spezielle Fluchttunnel oder Notausgänge wird es in der künftigen U-Bahn keine geben, klärt Müller auf. Dies sei in Karlsruhe nicht nötig, da die einzelnen Haltestellen sehr Nahe beieinander liegen. Zwischen den Haltepunkten Ettlinger Tor und Marktplatz liegen beispielsweise nur 249 Meter, so Müller weiter.

In Notfällen sollen Fahrgäste in den Zügen in die Haltestellen gebracht werden, heißt es. Zudem sei das Verletzungsrisiko auf den schmalen Tunnelgehsteige und den Gleisen im Falle einer Panik wesentlich größer, wenn die Fahrgäste den Zug verlassen.

Rohbauarbeiten dauern an

Auf die Frage wie den der Tunnel nach Abschluss der Arbeiten aussehen wird, erläuterte Müller dass die Gleise am Ende auf einer 70 Zentimeter hohen Schotterschicht liegen werden, die auf einem Betonsockel verteilt ist. Die 40 Zentimeter dicke Stahlbetonschale die verwendet wurde, sei Standard beim Tunnelbau. Bis zur Jahreshälfte 2018 will man die Rohbauarbeiten an der Haltestelle Ettlinger Tor abgeschlossen  haben.

Die Haltestelle Ettlinger Tor ist die tiefste Haltestelle, das hängt mit dem Kriegsstraßentunnel zusammen, der dort vorbei läuft. Im Vergleiche zu den anderen Haltestellen seien die Höhenunterschiede aber nur "moderat", so Müller weiter.

Zu den Baustellenarbeiten an der Haltestelle Ettlinger Tor direkt konnten die Besucher aus Sicherheitsgründen nicht gehen. "Das wäre mit so vielen Leuten zu gefährlich und auch die Arbeiter würden dadurch gestört", erklärt Müller. Stattdessen ging die Gruppe zu Fuß einige unterirdische Meter zwischen Marktplatz und Ettlinger Straße.

"Kombilösung ist gute Sache"

Unter den Baustellenbesuchern war auch Arnd Werther der aus Karlsruhe stammt, allerdings schon seit 17 Jahren in München lebt und dort beim städtischen Verkehrsamt arbeitet. "Allerdings nicht im Bereich Bauen", sagte er lachend. Er war hergekommen um sich auch mal in Karlsruhe von einer U-Bahn Baustelle einen Eindruck zu verschaffen.

Zur Zeit ist er gerade im Weihnachtsurlaub bei seiner Familie, sein Vater hatte ihn auf den Baustellenspaziergang aufmerksam gemacht. Die Distanzen seien schon etwas ungewohnt wenn man das Liniennetz in München gewohnt sei, so Werther. Das Liniennetz der Münchener U-Bahn liegt bei über 100 Kilometern. Für Karlsruhe und seine Bürger sei die Kombilösung auf jeden Fall eine gute Sache, meinte der Wahl-Münchener.

Der Rundgang im Video:

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  •   SimonW
    (72 Beiträge)

    22.12.2017 14:16 Uhr
    Unglaublich
    ... die Tunnelröhre ist immer noch nicht dicht. Der Beton bereits jetzt gerissen (schwinden) und die Innenschale bereits ein Sanierungsfall. Jeden Tag steht in Karlsruhe ein Auto von DMI (Injizierer) und versucht diese Risse zu stopfen.
    Wann bekommt ihr eure Badewanne endlich trocken???!!!
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  •   Bimbo
    (155 Beiträge)

    23.12.2017 13:59 Uhr
    Was erzählst du für Blödsinn...
    @ SimonW: Was erzählst du für einen Blödsinn oder eher gesagt GRÜNE Lügen!!!!
    Gehörst du zu der GRÜNEN Propagnada Lügen Vereinigung?
    Warst du unten? Hast du gesehen? Bist du auf irgendeine Art und weise für den Tunnelbau ausgebildet?
    Wenn nicht, dann sind es nur LEERE Behauptungen bzw. LÜGEN!

    Wende dich bitte an diene GRÜNEN Kolegen und fage mal nach, ob sie dir paar eure vom ihrem Aufsichtsrat Geld für ein Bier geben! Dann wirst du aufhören diesen völligen Blödsinn von dir zu geben!
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  •   SimonW
    (72 Beiträge)

    24.12.2017 14:31 Uhr
    Gestatten: Ja!
    Der Tunnel besteht aus Blöcken. Die Tunnelblöcke sind mit Blockfugen getrennt, da ansonsten die Zwangsspannungen des Betons zu groß werden. Diese Blckfugen verfügen über eim Dehnfgenband (Elastomer) als einzige Dichtungsebene und sind wie man auf den Bildern sieht dicht. Jede Tunmelinnemschale wird mit einem Nachbehandlungswagen etliche Tage nach dem Ausschalen gewässert - dies ist hier nicht erfolgt. Der Eton zieht schnell an. Nachbehandelt hat man nur mit einer Nebelsprühanlage - die trockene Bedingung im Drucklufttunmel ohne Nachbehandlungswage ist Gift, was sich auf den Bildern zeigt. Nasse Risse die verpresst werden müssen. Diesdarf in einem WU-Bauteil nicht geschehen!!
    In den Haltestellen ist es genauso. Jede Menge nasse Risse. Auch hier gab es Null Nachbehandlung. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Innenschale ohne Block/Dehnfugen ausgebildet ist. Architektonisch gewünscht, bautechnisch jedoch purer Schwachsinn! Noch nicht einmal Sollrissfugen sind vorhanden!
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  •   udoh
    (1727 Beiträge)

    23.12.2017 00:04 Uhr
    Also Flickschusterrei von Anfang an?
    Da kaufen "wir" also was für mehr als einen Tausender pro ZENTIMETER Länge und da wird schon vor der Fertigstellung überall rumgeflickt? Da können wir uns ja auf Betriebskosten und Schließungen für kostspielige Wartungen gefasst machen!
    Was manche so uns so als "Fortschritt" verkaufen...
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  •   dipfele
    (4958 Beiträge)

    22.12.2017 14:31 Uhr
    davon....
    .... war aber im Bericht nichts zu lesen. Wo soll das Leck sein?
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  •   SimonW
    (72 Beiträge)

    22.12.2017 22:46 Uhr
    Siehst du doch auf den Bildern
    Geh mal die Bilder durch - die Innenschale hat kleibe Risse, durch die Wasser dringt. Das ist kein Leck, nicht "dramatisch" aber nicht Sinn einer Wasserdichten Innenschale.
    Auf jeden Fall ibjiziert man täglich kräftig um die Risse trocken zu kriegen!
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  •   betablocker
    (3672 Beiträge)

    23.12.2017 10:12 Uhr
    Und wenn
    solche Abdichtungen ganz normal sind, was dann? Stahlbeton braucht Dehnfugen, wie auf jeder Brücke auch. Unter der Erde mögen die Temperaturschwankungen geringer sein als bei einer Brücke wo das Delta über 40 Grad beträgt (da sind wir bei einigen Zentimetern), aber schaffen tut das Zeug trotzdem. Und die Dehnfugen müssen eben sauber gedichtet sein. Das ist dann später eine Instandhaltungsmassnahe die ständig da ist, wenn man hinten fertig ist kann man grad vorne wieder anfangen.
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  •   andip
    (9224 Beiträge)

    22.12.2017 14:40 Uhr
    Entweder Insider
    oder aber (eher) reine Phantasie.
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