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Karlsruhe Pleite-Szenario bei Kombilösung - Land hilft nicht unbedingt

Eine "dramatische Situation", ein "Katastrophen-Szenario", alles "hypothetisch". Die Spekulationen über die Pleite eines an der Kombilösung beteiligten Baukonzerns lösten in Karlsruhe unterschiedliche Reaktionen aus. Doch was passiert eigentlich, wenn ein am Bau beteiligtes Unternehmen Pleite geht? Wer zahlt die Zeche? Irgendwie weiß das keiner so genau. Das Land jedenfalls übernimmt diese Kosten nicht unbedingt.

Seit einer Woche wird über eine mögliche Pleite bei Alpine Bau spekuliert - der Firma, die die Kombilösung baut. Der Baukonzern räumte bereits in einer Meldung finanzielle Probleme ein und gab an mit "erheblichen Verlusten" zu rechnen. Gleichzeitig zeigte sich die Firma zuversichtlich, "auch weiterhin alle ihre finanziellen Verbindlichkeiten zu bedienen".

Eine möglich Pleite des Baukonzerns ist womöglich nur ein hypothetisches Schreckensszenario: Aber dennoch, was würde passieren, wenn eine Kombilösungs-Baufirma aufgeben muss? Wer übernimmt mögliche Mehrkosten?

Land zahlt nicht unbedingt Mehrkosten wegen Firmenpleite

Das Land Baden-Württemberg finanziert Mehrkosten nur, wenn diese "unabdingbar" sind. So steht es in der Finanzvereinbarung mit der Stadt Karlsruhe zur Kombilösung (Hier geht's zur Finanzvereinbarung Kombilösung). ka-news wollte vom zuständigen Verkehrsministerium (MVI) wissen, ob ein Pleite-Szenario eines der ausführenden Bauunternehmen darin inbegriffen ist. Denn bei einem eventuellen Ausfall von Alpine könnten für den Auftraggeber, die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig), weitere finanzielle Belastungen und zeitliche Verzögerungen auftreten.

Das MVI jedenfalls kann zum jetzigen Zeitpunkt keine definitive Aussage darüber machen, ob zusätzliche Kosten im Fall einer Firmen-Pleite vom Land übernommen würden. "Sollten eventuell bei diesem Vorhaben bei einer notwendigen Neuvergabe zusätzliche Kosten entstehen, müssten die Zuwendungsgeber bei der Geltendmachung von Kostensteigerungen durch den Zuwendungsempfänger Kasig nach den Darlegungen und Begründung der eventuellen Mehrkosten, ein umfangreiches Prüfungsverfahren einleiten. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist keine belastbare Aussage über die Anerkennung solcher Mehrkosten als förderfähig möglich", heißt es wörtlich in einer Stellungnahme des MVI auf ka-news-Anfrage.

Kasig zeigt sich wortkarg

Bei der Kasig zeigt man sich auf ka-news-Anfrage wortkarg: "Es gibt derzeit keine neuen Entwicklungen." Mehr lässt das Unternehmen nicht verlauten. Keine Antwort auf die Frage, wer etwaige Mehrkosten bei einem eventuellen Ausfall von einem mit der Durchführung der Kombilösungs-Arbeiten betrauten Unternehmen übernehmen würde. Und auch die Frage, ob bei den Planungen der Kombilösung über ein mögliches Pleite-Szenario eines an der Kombilösung beteiligten Baukonzerns und den daraus resultierenden Konsequenzen nachgedacht wurde blieb unbeantwortet.

Noch vor wenigen Tagen zeigte sich Kasig-Geschäftsführer Walter Casazza von den Problemen bei Alpine überrascht. Die Baustellen in der Karlsruher Innenstadt seien jedoch nicht betroffen, beruhigte Casazza. "Es wird natürlich weitergebaut. Ein direkter Handlungsbedarf seitens der Kasig besteht nicht", erläuterte er. Die Kasig vertraut darauf, dass "Alpine eine rasche Klärung und Lösung der Finanzprobleme" zugesagt hat und auch einhält.

Die obersten Konzernführung des Alpine-Alleineigentümers FCC veröffentlichte am Donnesrtag ein klares Bekenntnis an die Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner. Baldomero Falcones, Präsident der FCC-Gruppe und des Alpine Aufsichtsrats, erklärte: "Im Namen des Vorstandes der FCC Gruppe und des Alpine-Aufsichtsrats möchte ich allen Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten von Alpine die volle Unterstützung zusichern." Er sei davon überzeugt, dass mit der Unterstützung von FCC und dem Engagement der Alpine-Mitarbeiter das Unternehmen die kommenden Herausforderungen gut meistern werde. "Ich bin sicher, dass wir gemeinsam mit unseren Finanzpartnern mit einem realistischen Plan die zukünftige Entwicklung des Konzerns sichern können."

Siehe auch:

Kombilösung: Alpine Bau mit "erheblichen Verlusten" - wer zahlt bei Pleite?

Kombilösung: Alpine-Finanzprobleme haben auch Kasig überrascht

Kombilösung: Alpine Bau in Zahlungsschwierigkeiten?

Alle weiteren Informationen zur Kombilösung finden Sie im Dossier von ka-news.

Mehr zum Thema
Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
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Kommentare (23)
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  •   mueck
    (12410 Beiträge)

    19.10.2012 19:00 Uhr
    ß
    Zitat von Sollten eventuell bei diesem Vorhaben bei einer notwendigen Neuvergabe zusätzliche Kosten entstehen, müssten die Zuwendungsgeber bei der Geltendmachung von Kostensteigerungen durch den Zuwendungsempfänger Kasig nach den Darlegungen und Begründung der eventuellen Mehrkosten, ein umfangreiches Prüfungsverfahren einleiten.
    Mit oder ohne Neuberechnung der Standardisierten Bewertung? Das wäre die spannende Frage .... Mit hätte die Kombi schon halber verloren ... Ohne nur viertels ...
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  •   cheddow
    (254 Beiträge)

    19.10.2012 18:50 Uhr
    Dieses Szenario lässt sich weiterspinnen
    eine vertragserfüllungsbürgschaft ist natürlich von der ALPINE hinterlegt. Diese deckt allerdings nur das "absehbare Bauvolumen ab". Da aber jeder ahnt, dass fast jedes Bauvorhaben nie mit dem kalkulierten Volumen über die Bühne geht stehen Mehrkosten für "unvorhergesehene Arbeiten" von ca. 20 % zu Buche. Diese 20 % sind von der ALPINE nicht mehr zu diesem Preis zu bediehnen. Somit werden aus 20 % schnell mal 40 % oder 50 oder 60.. wie gesagt nur weitergesponnen.
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  •   cheddow
    (254 Beiträge)

    19.10.2012 18:52 Uhr
    ich verkauf ein h
    für 25%
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  •   dipfele
    (5984 Beiträge)

    19.10.2012 17:35 Uhr
    JA !
    wenn ordentlich vergeben wurde, so wie es das Kommunale Vergabehandbuch vorschreibt, müsste die ALPINE eine Vertragserfüllungsbürgschaft hinterlegt haben. Die dürfe bei 12 Mio liegen. Damit wären Kosten für zusätzlichen Abrechnungsaufwand und ggfs. höhrere Einheitspreise abgedeckt, sofern die KASIG der ALPINE nicht zuviel im Voraus bezahlt hat. Da sich die Beteiligten bedeckt halten, liegt der Schluss nahe, das es keine oder nur eine kleine Vetragserfüllungsbürgschaft gibt. Das wäre ein klarer Verstoss gegen das Vergabe- und Haushaltsrecht. Und ein Verstoss gegen jegliche Vernunft !
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (4000 Beiträge)

    19.10.2012 18:11 Uhr
    12 Mios? Von welchem Prozentsatz bist du da ausgegangen?
    Gängig sind doch 10 % - und das dürfte trotzdem bei weitem nicht reichen.
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  •   dipfele
    (5984 Beiträge)

    19.10.2012 19:01 Uhr
    10 % war einmal
    es kommt auf die Vertragsgestaltung an, 3-5 % für Vertragserfüllung sind üblich. Wie das bei Millionenbauvorhaben gehandhabt wird, weis ich leider nicht. Vergabe 300 Mio, naja 5 % wären dann 15 Mio, 3 %
    9 Mio.Ich habe die Mitte genommen. Bei einer Pleite hat es die KASIG natürlich einfach, die kann die Unterkalkulation von 499 Mio (Tunnel+Kriegsstr) und die nicht kalkulierten Kosten dann auf die Pleite argumentativ abwälzen.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1272 Beiträge)

    19.10.2012 17:08 Uhr
    Wer zahlt die Zeche?
    Die Versicherung ? Oder bin ich jetzt zu Naiv ? zwinkern
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    unbekannt
    (5411 Beiträge)

    19.10.2012 22:17 Uhr
    die Stuttgarter
    schossen bisher Unmengen nicht nur in ihr Stadion, sondern ganze Umgebung und natürlich die Sache Hbf& Co,. Milliarden und Miilarden, da MÜSSEN die Herren Schwaben Karlsruhe ohne Wenn und Aber helfen,
    oder BW ist erledigt.
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    unbekannt
    (29986 Beiträge)

    19.10.2012 23:05 Uhr
    Es geht ums Land, ringo,
    nicht um die Stadt Stuttgart.
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  •   KaBU
    (952 Beiträge)

    20.10.2012 11:41 Uhr
    aber in diesen Land BW
    wird schon immer mit zweierlei Maß gemessen .Alles was in Schwaben gebaut wird muss Geld her .Siehe S21 Landesmesse oder Ö-Nahverkehr. In Khe gibts kein Geld für neue Straßenbahnen .Messe war auch so gut wie nix,Stadion nix Kombi 21 so gut wie nix. Meine Frage????? Fällt euch was auf!!!!!
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