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Karlsruhe Notrufknöpfe an Haltestellen: Karlsruher Verkehrsbetriebe sehen keinen Bedarf

Brauchen die Haltestellen in Karlsruhe eine Notruf-Taste? Schon Anfang dieses Jahres wurde diese Sicherheits-Frage mehrmals aufgeworfen - im April auch im Gemeinderat. Jetzt - rund fünf Monate später - könnte sich wieder etwas tun: Das Thema kommt zur Diskussion in den Hauptausschuss.

Um das Sicherheitsgefühl an Karlsruher Haltestellen zu verbessern, sollen Knöpfe an Fahrscheinautomaten im Notfall helfen - so die Idee der "Allianz für mehr Sicherheit in Karlsruhe" Anfang des Jahres. Die Reaktion der Stadt: Für Notruf-Tasten sieht sie keinen Bedarf. Eine Nachrüstung an den 67 Fahrkartenautomaten der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) war zu diesem Zeitpunkt im Stadtgebiet nicht vorgesehen.

Im April dieses Jahres ging es weiter: Die SPD-Fraktion stellte diesbezüglich einen Antrag an den Gemeinderat, in dem sie vor allem in den zukünftigen unterirdischen Haltestellen Notruftasten an Fahrscheinautomaten forderten.

In der damaligen Sitzung stellte SPD-Stadträtin Irene Moser klar, dass "sich das subjektive Sicherheitsgefühl" der Karlsruher durch die Installation solcher Knöpfe enorm erhöhen könnte. Sie nannte die Städte Augsburg und Mannheim als repräsentative Beispiele. Nach der Diskussion verwies der Gemeinderat die Thematik allerdings an die Aufsichtsräte der VBK und der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig).

Notruf-Knöpfe beugen Kriminalität nicht vor

Das Ergebnis der Analyse kommt nun am heutigen Dienstag in den Hauptausschuss. Wie die Stadtverwaltung in ihrer Beschlussvorlage mitteilt, habe sich an den Einschätzungen aber nichts geändert: "Die VBK sieht keine prekäre Sicherheitslage an den Haltestellen im Stadtgebiet." Weiter gehe die Stadt nicht davon aus, dass die Einrichtung der Notruf-Knöpfe Kriminalität vorbeuge und sieht deshalb immer noch keine deutlichen Vorteile der Einrichtungen.

Um dies zu verdeutlichen, erklärt die Stadt zudem, dass eine Nachrüstung einer Notruftaste nicht möglich sei. Der Grund: Im Dezember 2015 und im Januar 2016 wurden laut Stadtverwaltung alle alten Fahrkartenautomaten durch neue ersetzt. "Ein nachträglicher Einbau eines Notrufsystems wurde bei der Beschaffung nicht berücksichtigt," erklärt die Stadt.

Handys und Smartphones sind bessere Alternativen

Des Weiteren wird davon gesprochen, dass die VBK - ebenfalls wie die Stadt - der Meinung ist, dass es im Falle einer Notsituation mittlerweile bessere Alternativen gebe. Beispielsweise können Handys oder Smartphones kostenlos und sogar ohne die Tasten zu entsperren, Notrufe absetzen. Eine Alarmierung über eine Notrufsäule sei demnach längst überholt.

Und auch unterirdisch wird die Thematik in den zukünftigen Haltestellen der Kombilösung laut Stadt kein Problem sein: "Der Stadtbahntunnel und die Haltestellen werden mobilfunktauglich sein." Das solle allein schon wegen der Fahrkarten, die übers Handy gekauft werden können, so sein. Einen Notruf abzusetzen sei also auch unter Tage möglich. Weiter verspricht die Stadt in ihrer Beschlussvorlage, dass im Tunnel "alle Haltestellen mit Video-Überwachung ausgerüstet werden. Die entsprechenden Bilder werden in der Leitstelle der VBK auflaufen."

Der Hauptausschuss hat nun bei seiner Sitzung am heutigen Dienstag, ab 16.30 Uhr, die Möglichkeit, dieses Ergebnis zustimmend zur Kenntnis zu nehmen.

VBK und AVG rüsten Bahnen nach

Eine Lösung, um das Sicherheitsgefühl der Bahnfahrenden zu erhöhen, sehen VBK und die AVG in einer sogenannten Fahrgastnotsprechstelle. Sie sind allerdings in Bahnen - und nicht an Fahrscheinautomaten an den Haltestellen angebracht. In Gefahrensituationen können Passagiere damit in direktem Wege Kontakt mit dem Fahrer aufnehmen. Wie Ascan Egerer, technischer Geschäftsführer von VBK und AVG, Thorsten Erlenkötter, Projektleiter für die Fahrzeuge "ET2010" und "NET2012" der VBK und AVG bereits im August ankündigten, werden in den kommenden Wochen Bahn-Prototypen mit dieser Anlage probeweise durch das Karlsruher Netz fahren.

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  •   yokohama
    (3154 Beiträge)

    20.09.2017 03:02 Uhr
    Wie oft
    drücken dann Kinder und Spaßmacher täglich aufs Knöpfchen? Die Fehlalarmquote wird wahrscheinlich bei über 90 % liegen.

    Wann wurde das letzte Mal jemand an einer Haltestelle überfallen oder hat einen Herzinfarkt erlitten? Gab es jemals einen Fall, bei dem Polizei und Rettungsdienst durch einen Tastendruck schneller zur Stelle gewesen wären? Wahrscheinlich in den letzten 5 Jahren kein einziger.
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  •   ALFPFIN
    (5676 Beiträge)

    20.09.2017 08:36 Uhr
    @yokohama
    Wenn Sie einfach einmal "Überfälle an Haltestellen" googeln, werden Sie etliche Einträge finden, auch in Karlsruhe. Und da spielt es nach meiner Meinung keine Rolle, dass vielleicht einmal im Jahr einer Frau mit dem Messer bedroht wurde oder einer alten Frau an der Haltestelle die Handtasche entrissen wird, Handys unter Androhung von Gewalt abgenommen werden, bis hin zu einer drohenden Vergewaltigung. Ich kann doch nicht sagen, wenn bei uns nur wenige solche Überfälle passieren, benötigt man keine Notrufeinrichtung. Alle, die so argumentieren, fahren nicht mit der Bahn.
    Und jedes Opfer ist eines zu viel.
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  •   peddersenn
    (962 Beiträge)

    19.09.2017 17:04 Uhr
    Brauchen die Haltestellen in Karlsruhe eine Notruf-Taste?
    Ich weiß es nicht - ob Notruftasten gebraucht werden.

    Die Begründung, dieser Dienst wäre mit nem personeneigenen Smartphone gleichwertig zu ersetzen, ist halt bescheuert. Das ist eigentlich alles.
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  •   bergdoerfler
    (1553 Beiträge)

    19.09.2017 15:47 Uhr
    wie oft wird dieses Thema noch
    wiedergekaut?
    An mißbräuchliche Betätigung hat noch keiner gedacht oder? Z.B. an jeder Haltestelle wird fast gleichzeitig der Knopf betätigt. Und dann.....?
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  •   pearly1465
    (54 Beiträge)

    19.09.2017 13:44 Uhr
    Könnte ja
    die Entfaltungsfreiheit gewisser Kulturbereicherer einschränken. Und das möchte man im bunten Karlsruhe sicher nicht.
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  •   toilettenfrau
    (168 Beiträge)

    19.09.2017 12:37 Uhr
    Hoffen wir mal
    dass nie ein VBK Geschäftsführer nachts an einer Haltestelle überfallen und ihm das Handy geklaut wird. Da könnte er keine Hilfe holen...
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  •   dipfele
    (4178 Beiträge)

    19.09.2017 14:19 Uhr
    Unrealistische......
    ......Annahme.
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  •   betablocker
    (731 Beiträge)

    19.09.2017 12:58 Uhr
    Als ob
    ein VBK Geschäftsführer mit der Bahn fahren würde...
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  •   andip
    (8210 Beiträge)

    19.09.2017 11:59 Uhr
    Und noch eine Frage
    Wie viele Untaten, Verbrechen oder auch sonstige Notfälle passieren genau an einer Haltestelle?
    Ich behaupte mal, die allerwenigsten.
    Und irgendwo anders, weit weg von der nächsten Halte, nutzen solche Knöpfe auch niemanden.
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  •   maehdrescher
    (610 Beiträge)

    19.09.2017 12:09 Uhr
    Na und?
    Wenn es dort passiert, ist man froh über einen Notrufknopf. Weil Hilfe einfacher und schneller zu holen ist.
    Die Notwendigkeit kann man doch nicht nach "Wirtschaftlichkeit" beurteilen. Und überhaupt - wann wären die Dinger wirtschaftlich? 10 Notrufe pro Tag, oder wie soll man das beurteilen?

    Mit Ihrer Logik kann man auch die Feuerwehr abschaffen, weil die statistisch gesehen ja auch viele Zeit nur in der Feuerwache in Bereitschaft ist und es nicht ständig brennt.
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