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Karlsruhe Neues von den Kombi-Baustellen: Bauarbeiten belagern das Durlacher Tor

Das Durlacher Tor steht in diesen heißen Wochen im Fokus: Der große Platz am östlichen Rand der Innenstadt, der wegen des Baus der Kombilösung schon sehr früh und dann immer mal wieder seine Gestalt als stark frequentierter Verkehrsknoten geändert hat, steht vor seiner Vollendung. Das teilt die Bauherrin der Kombilösung, die Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (Kasig) in ihrem wöchentlichen Update mit.

Es tut sich jede Menge am Durlacher Tor: Die bisherigen Umfahrungsgleise werden vom Schienennetz abgetrennt. Die bisher abschnittsweise neu verlegten Gleisen erhalten im Gegenzug ihren Anschluss ans Netz, so dass die Bahnen dann auf ihren endgültigen Trassen verkehren können. Aus der Kaiserstraße kommend nach Osten geradeaus in die Durlacher Allee und umgekehrt, und aus der Kaiserstraße kommend im Linksknick in Richtung Karl-Wilhelm-Platz und Haid-und-Neu-Straße und so auch umgekehrt.

Gleichzeitig mit den Gleisbauern arbeiten die Straßenbauer: Denn auch hier werden schon abschnittsweise gebaute neue Straßenteilstücke in Betrieb genommen, weitere Stücke gebaut - jedoch alles so, dass der Verkehr von Autos, Radlern und Fußgängern weiterhin das Durlacher Tor passieren kann. Während die Gleisbauarbeiten noch in den Ferien beendet werden, dauern die Arbeiten an Straßen, Rad- und Gehwegen noch bis zum Jahresende an.

Kombilösung  Kombi-News 3.8.2018
Fließt: Die Gleise am Durlacher Tor werden auf einen Fahrweg verlegt, der derzeit betoniert wird. | Bild: Kasig

Reiterdenkmal am Kaiserplatz fast wie früher

Östlich des Mühlburger Tors nimmt der Kaiserplatz immer mehr seine - alte - Gestalt an. Die Wege mit dem kleinteiligen Pflaster erstrecken sich schon fast vollständig um das Reiterstandbild herum. Östlich des Denkmals werden derzeit auf ein Zementfundament die Gedenksteine für die 27 erschossenen Freiheitskämpfer gesetzt, deren Aufstand unter dem Oberkommando des Prinzen von Preußen Wilhelm - des späteren deutschen Kaisers Wilhelm I. - 1849 niedergeschlagen wurde.

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Denk-Pflaster: Auf dem Kaiserplatz werden derzeit die 27 Gedenksteine für die 1849 hingerichteten Freiheitskämpfer verlegt. | Bild: Kasig

Stocken, Spachteln, Anstreichen, Montieren: Das sind die Tätigkeiten, die unsichtbar für den sommerlichen Alltag oben auf den Karlsruher Straßen und Plätzen derzeit unten in den sieben neuen unterirdischen Haltestellen und den Tunnelabschnitten am meisten gefragt sind. Der Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels kennt viele verschiedene Gewerke - und alle werden nacheinander oder parallel zueinander in den kommenden Monaten und Jahren abgearbeitet.

Wände bekommen Struktur

Die Wände der Treppenabgänge und die Zwischenebenen für die Fahrgäste erhalten eine gegenüber dem vorhandenen glattflächigen Rohbaubeton raue Oberfläche. Von Hand werden mit einem speziellen Gerät die oberen zwei bis drei Millimeter des Betons abgearbeitet, so dass die lebendige Struktur von Sand und mehr oder weniger großen Kieselsteinen zum Vorschein kommt. Das Fachunternehmen ist derzeit in den Haltestellen Europaplatz, Lammstraße und Durlacher Tor mit dem Betonmeißel unterwegs.

Spachteln und Anstreichen verläuft in den Haltestellen weitestgehend "unsichtbar": Die für den künftigen Stadtbahn- und Straßenbahnbetrieb eingebauten Räume liegen auf und unter der Zwischenebene im Gleisdreieck oder unter den Treppenabgängen und Zwischenebenen der Haltestellen. Dort wird der Rohbau-Beton mit Mörtel geglättet, die Wände und die Böden hellweiß angestrichen und die Eingänge zunächst mit Bau-, später mit massiven Stahltüren versehen, während die Technik dahinter eingebaut wird. Maurer und Maler sind derzeit im Europaplatz und im Kronenplatz tätig.

Noch rollt die Treppe nicht 

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Läuft – noch - nicht: In der Haltestelle Durlacher Tor werden Rolltreppen montiert. | Bild: Kasig

Monteure schrauben auch bereits an zwei Aufzügen, die in die Haltestelle Durlacher Tor eingebaut wurden. Die Aufzugsanlage wurde vormontiert angeliefert und dann in die entsprechenden Schächte "versenkt". Angeliefert und teilweise montiert wurden auch die beiden ersten Rolltreppen.

Wandgestaltung in einer ganz anderen Dimension als beim Stocken ist in den Haltestellen Durlacher Tor und Kongresszentrum zu beobachten. Auf die Wände der jeweils 100 Meter langen Bahnsteige wird die Unterkonstruktion aufgeschraubt, an der dann die Werksteine aus Beton eingehängt werden.

Grundwasser sorgt für feuchte Stellen im Beton

Rohbautätigkeiten sind dagegen kaum noch zu sehen: Nur noch im Ettlinger Tor werden einige wenige Innenwände und Treppenläufe betoniert, zudem noch die Bahnsteigkanten. Zum Rohbau gehört allerdings auch, dass die Wände und Tunnel "trocken" hinterlassen werden - ohne die bei Neubauten weit unter dem Grundwasserspiegel üblicherweise zunächst auftretenden feuchten Stellen im Beton. Aber auch hier ist "Land in Sicht": Die Arbeiter, die mit Kunstharz, Bohrern, Schläuchen und einer Injektionspumpe unterwegs waren, haben ihre Aufgabe größtenteils hinter sich.

Unten kühl, oben die Hitze

In der Kriegsstraße ist von den angenehmen Temperaturen in unterirdischen Haltestellen und Tunnelabschnitten dagegen nichts zu spüren: Im Baufeld W 2 zwischen Ritterstraße und Lammstraße wird der letzte Abschnitt der Tunneldecke betoniert. Auch das "Loch" in der Tunneldecke, das wegen des auf der Sohle montierten Turmdrehkrans offen war, wird nach der Demontage des Krans verschlossen. Die letzten Abschnitte des Tunnels in diesem Baufeld werden verfüllt.

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Läuft: Der erste Tunnelabschnitt in der Kriegsstraße zwischen Ritterstraße (hinten) und Lammstraße ist im Rohbau fertig, drumherum fließt der Verkehr. | Bild: Kasig

Im Baufeld W 3 zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor wird der Tunnelbau allmählich konkret: Zwar sind noch Arbeiten zur Kampfmittelsondierung und zum Leitungsrückbau angesetzt, doch werden eben auch schon Bohrschablonen hergestellt, die die Lage der Bohrpfähle vorgeben.

Die Bohrpfahlwand wiederum bildet hier die Absicherung der Baugrube nach außen und gleichzeitig wie die an anderen Stellen in eine Schlitz- beziehungsweise Dichtwand eingesetzte Spundwand die nach außen liegende Schalung beim Bau der Tunnelwände. Zudem beginnen in diesem Abschnitt die Arbeiten zur Herstellung dieser Schlitz- bzw. Dichtwände.

Unterführung am Staatstheater muss weg

In den Baufeldern O 3 und O 4 zwischen Ettlinger Tor und Adlerstraße wird einerseits die Sommerpause des Staatstheaters dazu genutzt, den südlichen Treppenabgang der früheren Fußgängerunterführung Kreuzstraße abzubrechen. Über viele Meter hinweg sind aber noch zwei Großbohrgeräte im Einsatz, um die bis zu 20 Meter ins Erdreich reichenden überschnittenen Bohrpfähle herzustellen.

Im Baufeld O 4 neben dem Staatstheater wurde mit der Herstellung der sogenannten "Kragarme" begonnen. Ab Mitte des Monats werden auch im Baufeld O 3 zwischen der Meidingerstraße und der Adlerstraße die hier größeren "Kragarme" - massive Platten, unter denen die Arbeiter am Tunnel arbeiten während oben Autos fahren - hergestellt.

Teilweise Sperrung der Ludwig-Erhard-Allee

Im Bereich des Mendelssohnplatzes - dem Baufeld O 2 - sind auch Straßenbauarbeiter im Einsatz: Sie legen auf der Südseite die Fahrbahnen an für die Verlegung des Autoverkehrs während der Tunnelbauarbeiten. Im Baufeld O 1 in der Ludwig-Erhard-Allee wird wegen der auch in diesem Abschnitt zu Ende gehenden Tunnel-Rohbauarbeiten der Turmdrehkran am Sonntag, 5. August, abgebaut. Dazu wird die nach Osten - also stadtauswärts - führende Fahrbahn der Ludwig-Erhard-Allee gesperrt. An der Einmündung der Kapellenstraße in die Kriegsstraße gehen die Arbeiten an der Umgestaltung des Kreuzungsbereichs weiter.

Am Westende des Baufeldes O1, wo der Tunnel bereits wieder überschüttet ist, werden die Lücken im Netz einiger Versorgungsleitungen wieder geschlossen, um Provisorien an anderer Stelle außer Betrieb nehmen zu können bzw. für andere Versorgungsleitungen neue Provisorien hergestellt, um am Mendelssohnplatz Baufreiheit für den Straßentunnel zu schaffen.

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  •   dipfele
    (4866 Beiträge)

    05.08.2018 21:18 Uhr
    Lieber likeka....
    … in erster Linie geht es um die Fahrgäste, die jetzt täglich zu mehreren Tausend 5 Minuten und länger Umweg fahren und die SEV Busse benutzen müssen. So "komplex" ist die Baustelle nicht, eher sehr einfach,
    wenn sie richtig organisiert wird.
    Der Bahnbetrieb ist am Donnerstag(26.07.) früh eingestellt worden. In der Kaiserstrasse haben die Bauarbeiten aber erst am Montag (30.07). früh begonnen. Rund 90 h zu spät. Die Karl-Friedrich-Str. ist bis 09.09. gesperrt. Diese Arbeiten dort liegen absolut nicht auf dem kritischen Weg. Vor der Bernharduskirche lagen die Gleise schon am Dienstag (31.07.) ohne Nachtarbeit. Die Betonplatte, Schweissungen und Fahrleitung hätten dann direkt ab Dienstag Nacht paralell ausgeführt werden können. Die Fahrleitungsmasten stehen schon lange. Gleiches gilt für die Kaiserstrasse. Ab diesen Montag (06.08.) wären die Gleise für die S4+5 und die Li 1+2 wieder frei und befahrbar gewesen. Konzentriertes Arbeiten oder Just in Time nennt man so was. Zufrieden?
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  •   Svetogor
    (214 Beiträge)

    05.08.2018 12:29 Uhr
    .
    Ich find's Klasse, dass die Berichte mit vielen Fotos oder Fotoserien versehen sind. So bekommt man wenigstens eine Vorstellung davon, wovon im Artikel berichtet wird.

    Grosse Klasse! Weiter so.
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  •   dipfele
    (4866 Beiträge)

    04.08.2018 18:42 Uhr
    Leider gehen die Arbeiten am Durlacher Tor....
    … nur sehr schleppend voran. Statt die Gleislücken in der Kaiserstrasse und vor der Bernharduskirche zu schliessen, damit die Bahnen wieder fahren können, wir erst mal der Abzweig in die Karl-Friedrich-Str. gemacht, der sowieso sechs Wochen gesperrt ist.
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  •   likeka
    (329 Beiträge)

    04.08.2018 23:56 Uhr
    Naja
    Der Gleisabschnitt vor der Bernharduskirche wurde heute zur ersten Hälfte betoniert (Rheda City), auf der anderen Richtung liegen die Schienen bereits.

    Es macht übrigens auch Sinn, die Gleiskreuzung zur Karl-Friedrich-Straße jetzt herzustellen, immerhin würden die Arbeiten sonst direkt am, bzw. im Gleisbereich Durlacher Allee bzw. Kaiserstraße stattfinden.

    Am Ende in der Kaiserstraße fanden bisher Tiefbauarbeiten statt.

    Aber anscheinend wissen Sie ja, wie man diese komplexe Baustelle in der halben Zeit abwickeln könnte.

    An den letzten Samstagen wurde übrigens gearbeitet, ebenso vor zwei Tagen nachts (Schweißarbeiten). Da bin ich jeweils an der Baustelle vorbeigelaufen.
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