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Karlsruhe Neue Kosten: Kombilösung muss "berechenbarer" werden

Die Kombilösung wird noch teurer. Diese Bombe ließ Oberbürgermeister Frank Mentrup kürzlich bei einer Veranstaltung der Initiative "Ja zur Kombilösung" platzen. Offenbar wäre es dem OB selbst lieber gewesen, wenn er dies schon früher hätte publik machen können. Nun will der verärgerte Stadtchef die Konsequenzen aus dem Kuddelmuddel ziehen und für die Vergleichbarkeit von Kostenberechnungen sorgen. Besser spät als nie.

Noch am vergangenen Freitag konnte Frank Mentrup lediglich berichten, dass die aktuellste Kostenprognose der Kombilösung von rund 788 Millionen wohl nach oben korrigiert werden muss: Inzwischen gehe man von mehr als 860 Millionen Euro aus.

Das hat ka-news bereits am Montag berichtet - nun teilt die Stadt auch die Hintergründe mit: Weil dem OB im Frühjahr nur die Baukosten mitgeteilt worden waren, fehlten ihm Angaben zu Personal-, Marketing- und Versicherungskosten. Konkret soll die Kombilösung also derzeit 868,8 Millionen kosten, wie ein Sprecher der Stadt Karlsruhe erklärt. Die eigentliche Steigerung seit April liegt bei 12,6 Millionen Euro. Darin enthalten eine Bauwesenversicherung mit 1,3 Millionen, 11,3 Millionen mehr als gedacht schluckt das Projekt Stadtbahntunnel mit Südabzweig. Schließlich fehlten in der Prognose auch sieben Millionen für Marketing, 51 Millionen Finanzierungskosten aus Krediten sowie 9,5 Millionen Personalkosten.

Seit April ist insgesamt also ein großer Batzen an Mehrkosten "dazu gekommen": 80 Millionen sind immerhin ein Sechstel der ursprünglich angenommenen Gesamtkosten von 495 Millionen Euro.

Das beschäftigt auch Frank Mentrup. Er will sich deshalb für eine Vergleichbarkeit von Kostenprognosen einsetzen. So soll jede neue Kostenschätzung auf der gleichen Berechnungsgrundlage beruhen und mit vergleichbaren Faktoren berechnet werden. Das kann man ausschließlich gut heißen - wo doch bei den meisten Großprojekten selbst den Hauptbeteiligten die Komplexität über den Kopf wächst. Warum das nicht schon lange angestrebt wird, steht auf einem anderen Blatt. Aber besser spät als nie.

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  •   ramius
    (167 Beiträge)

    24.10.2013 12:40 Uhr
    Wieso
    werden denn da 7 Millionen Euro für Marketing ausgegeben?
    Wieso werden solche Kosten nicht vom Rechnugsprüfungsamt ersatzlos gestrichen? Wie kann man mit Steuergeldern nur so unverantwortlich umgehen?
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  •   ObenLang
    (2745 Beiträge)

    23.10.2013 23:58 Uhr
    Besser spät als nie sollte man das Projekt STOPPEN
    Das Geschwätz von wegen Transparenz ;-( Die Ehrlichkeit und den Schneid zuzugeben, dass es das Kombiproblem der falsche Weg war und nun getoppt werden muss um einem sinvollen Lösungsansatz Platz zu machen, das gibts immer noch nicht in der (Stadt-) Politik!

    Da werden mal 100.000.000 Mehrkosten sind schließlich nur eine "Neuberechnung" *kotz* was wird da versucht uns zu verkaufen um von der wahren Lösung (dem STOPP) mit Schönredereien abzulenken.

    Schaden tuts leider nicht den Verursachern des Schlammassels, die spielen Pensionsgolf und freuen sich über die Machtspielchen ihrer Seilschaften. Die Bürger??? Die sind "glücklicher" Weise so blöd, dass sie nichtmal zusammen dagegen aufstehen! Bischen rumnörgeln statt den Filz vertreiben. Also zahlen wir weiter für Werbesprüchlein.
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  •   yokohama
    (3318 Beiträge)

    23.10.2013 22:55 Uhr
    Die aufgezählten
    Posten waren schon im April bekannt, sind damals jedoch noch nicht in die Gesamtrechnung eingeflossen. Die Kombilösung ist somit nicht "teurer" geworden, die Kosten wurden lediglich auf neuer Grundlage berechnet. Der BNN ist es besser gelungen dies zu vermitteln.
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  • unbekannt
    (61 Beiträge)

    24.10.2013 15:29 Uhr
    Ich bin mir nicht sicher
    was besser ist, Vergessen, Übersehen oder mit Absicht unter den Tisch fallen lassen?
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  •   kscgrufti
    (3602 Beiträge)

    23.10.2013 23:17 Uhr
    So kann man
    sich alles schönreden, warum wurden denn die Posten nicht in der letzten Gesamtrechnung angegeben, obwohl sie bekannt waren ? Ein Schelm wer böses dabei denkt.
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  •   Laetschebachschorsch
    (3095 Beiträge)

    23.10.2013 18:27 Uhr
    Muss berechenbar bleiben?
    Berechenbar dürften sie schon sein. Aber sie müssen in erster Linie beherrschbar sein und bleiben.

    So ähnlich ist es dem Herrn Bischof wohl auch gegangen.
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  •   guglhupf
    (311 Beiträge)

    23.10.2013 18:01 Uhr
    Eigebunkertes Marketing
    Das "Marketing" hat sich für eine Million einen Bun"K"erpavillion gebaut und es sich dort gemütlich gemacht. Dort werden in nichtöffentlicher Weise die restlichen 6 Mio. (in Worten sechs Millionen) verbraten.

    Nach Jahren hat man das versprochene Diskussionsforum auf der eigenen Webseite noch nicht eingerichtet. Wohlwissend warum, da würde so einiges öffentlich und hinterfragt werden. Unter anderem würde ich dort fragen, warum auf der Kombiwebseite immer noch in der Chronologie durch Weglassung gelogen wird. Der erste Bürgerentscheid zum Tunnel wird komplett verschwiegen und der Wahlausgang dieser Befragung. Warum fehlt er ? Weil er negativ war.
    Wofür benötigt man 6 Mio. für Marketing? Um Dinge wie diesen Fakt zu unter den Tisch zu bekommen.

    Schönes Projekt das Herrn Mentrup da immer mehr ans Herz wächst. Vielleicht je mehr je höher die Kosten wachsen?

    Hallo Herr Mentrup: Eine klare Frage, bei welcher Summe würden Sie denn Ihr Herzensprojekt canceln?
    Bitte um eine klare Antwort:
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    23.10.2013 20:26 Uhr
    Canceln
    kannst du gleich vergessen, das geht nicht mehr. Da hat 80er unten schon recht. Allerdings ist es nicht 'egal' was es kostet, man muss sich mit allen Mitteln bemühen die Kostenexplosion einzudämmen.
    Selbst wenn bei diesem Gesamtvolumen eine Million Euro als ein geradezu lächerlicher Betrag (Peanuts) anmutet ist jede Million die es NICHT teurer wird eine Million.

    Diese Summe sollte man gesondert betrachten und sich dann überlegen was man damit alles machen kann. Viel, sehr viel.
    Es gibt nichts zu verschenken, es gibt nichts zu protzen und es hat nichts egal zu sein. Die Stadt als verantwortliches Organ steht gegenüber den Bürgern in der Pflicht. Selbst wenn das jetzt ein bisschen naiv anmutet, es ist meine Meinung.
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  •   80er
    (5611 Beiträge)

    23.10.2013 18:44 Uhr
    Man benötigt....
    ...weder die Diskussionsforen noch einen Hinweis auf den ersten Bürgerentscheid. Die U-Strab wird gebaut und geht irgendwann in Betrieb. Ob sie bis dahin eine Mrd. kosten wird oder nur 800 Mio. Euro ist vollkommen irrelevant. Stoppen kann man das Ding nicht mehr. Deswegen benötigt es auch keine Marketing-Aktionen. Hier kann man schon sieben Mio. sofort einsparen.
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  •   guglhupf
    (311 Beiträge)

    23.10.2013 23:01 Uhr
    Freude machen
    Warum schreiben Sie in einem Diskussionsforum obwohl Sie diese für unnötig halten? Also Ironie war das keine, falls doch bitte markieren als solche.
    Dieser Fatalismus ist doppeldeutig. Wenn Sie eh alles als Gott gegeben oder für unausweichlich halten und die Diskussionsforen für unnötig halten, dann halten Sie sich einfach bitte fern davon. Und machen Leuten die gerne was verändern wollen eine Freude.

    Danke.
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