Karlsruhe Mit der Bahn über den Tunnel am Mendelssohnplatz: Bahnen fahren über eingebaute Hilfsbrücken wieder den gewohnten Weg

Nachdem vor einer Woche zwei jeweils 55 Tonnen schwere und 22 Meter lange Hilfsbrücken auf dem Mendelssohnplatz eingehoben wurden, erfolgt nun der nächste wichtige Schritt: Seit Samstagnacht, 1.15 Uhr, fahren die Stadtbahnen und Straßenbahnen wieder vom Kronenplatz über die Fritz-Erler-Straße quer über die Kriegsstraße in die Rüppurrer Straße und umgekehrt.

Nun können sich die Tiefbauspezialisten, die in der Kriegsstraße zunächst einen Autotunnel und dann darauf eine oberirdische Gleistrasse herstellen, auch im Bereich Mendelssohnplatz wieder ganz der Aufgabe Tunnelbau widmen.

Kombi-News 9. November 2018
Baggerballett: Auf dem Baufeld O 2 sind östlich vom Mendelssohnplatz derzeit viele schwere Geräte im Einsatz. | Bild: Kasig

Dazu wird dann im Baufeld O 2, das sich von der Einmündung der Kapellenstraße in die Ludwig-Erhard-Allee bis auf Höhe der Heinrich-Hübsch-Schule in der Kriegsstraße erstreckt, die Herstellung der Schlitzwände fortgesetzt. Parallel dazu erfolgt der Erdaushub und das Bohren von Ankern der obersten Lage. Das schreibt die Bauherrin der Kombilösung, die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) in ihrem wöchentlichen Update an die Medien.

Ein kleines Stück Tunnel ist schon fertig - samt Zufahrt

Im Baufeld O1, in dem im April 2017 der Spatenstich zum Umbau der Kriegsstraße mit einer neuen Gleistrasse oben und einem darunter liegenden Autotunnel erfolgte, ist dagegen schon fast "Schicht im Schacht": Zwischen den Bank- und Supermarktgebäuden in der Ludwig-Erhard-Allee ist das erste Stück Tunnel im Rohbau hergestellt, ebenso die Rampen.

Kombi-News 9. November 2018
Über die Gleishilfsbrücke am Mendelssohnplatz werden ab morgen (Samstag) früh um 1.15 Uhr die Stadtbahnen und Straßenbahnen fahren. | Bild: Kasig

Westlich vom Mendelssohnplatz beginnt der Straßenbau am äußersten, südlichen Rand der Kriegsstraße: Auf dem betonierten Kragarm im Baufeld O 3 werden zwei Richtungsfahrbahnen gebaut, die den nach Westen rollende Autoverkehr aufnehmen. Dadurch entsteht der notwendige Platz in der Mitte der Kriegsstraße, um dort den Tunnel zu bauen. Im Baufeld O 4 sind die Kragarme fertiggestellt: Hier hat der Straßenbau bereits begonnen. Ebenso begonnen hat der Bau der Leitwände für den Schlitzwandbau, um die Lücke im zukünftigen Baugrubenverbau zwischen den Bohrpfählen unter den Kragarmen in den Baufeldern O3 und O4 schließen zu können.

Schutz vor Grundwasser und kleine Ausbesserungsarbeiten

Zwischen Ettlinger Tor und Lammstraße herrscht im Baufeld W 3 praktisch "business as usual": Die Weichgelsohle wird hergestellt, der Erdaushub fortgeführt, Anker in der obersten Lage werden durch die Schlitzwände in das dahinter liegende Erdreich gebohrt, und außerdem gibt es auch das Herstellen der überschnittenen Bohrpfähle zu beobachten: Diese kommen teilweise anstelle der stählernen Spundwände bei der Baugrubensicherung zum Einsatz und dichten die Baugrube seitlich gegen das Grundwasser ab.

Kombi-News 9. November 2018
Das wird eine Straße: Vor dem Staatstheater entstehen die bauzeitlichen Autofahrbahnen. | Bild: Kasig

Die Aufgaben zur Fertigstellung des Rohbaus des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels haben sich auf ein Minimum reduziert: Neben dem Durchspülen der in die Tunnel- und Haltestellensohlen eingebauten Drainagen gibt es nur noch Restarbeiten wie das Ausbessern von Unregelmäßigkeiten im Beton.

Neues Gesicht für Durlacher Tor

Oberirdisch bleibt für die Arge Stadtbahntunnel dagegen noch etwas mehr zu tun: Bis Anfang Dezember werden die Verkehrswege an der Oberfläche des Durlacher Tors in ihrer endgültigen Lage hergestellt.

Beim Innenausbau ist die Montage der Betonwerksteine auch in der Haltestelle Kronenplatz angekommen: Während die Unterkonstruktion mit Bohrungen an den Wänden befestigt wird, liegen die ersten Betonwerksteinplatten bereits im Bereich der Bahnsteigkanten. Die Verlegearbeiten laufen auch in der Haltestelle Durlacher Tor - sind dort aber schon weiter fortgeschritten: Die hellen und bis zu 70 Kilogramm schweren Platten bilden bereits große Flächen an den Wänden, im Boden wird das taktile Leitsystem für Sehgeschädigte in die hellen Platten eingefügt.

Die großflächigen "Stockarbeiten", bei denen der Rohbau-Beton mit seiner glatten Oberfläche mit einem Meißel in eine die Sand- und Kiesbestandteile des Betons sichtbar machende Oberfläche aufgeraut wird, stehen in den Haltestellen Lammstraße und Marktplatz auf dem Plan.

Die Wege in den Tunnel werden installiert

Auch die Elektriker sind bereits am Werk: Leitungen werden in verschiedenen Tunnelabschnitten eingezogen und dann auch wie aktuell am Durlacher Tor in die Betriebsräume zu den Schaltschränken geführt.

In der Haltestelle Europaplatz begonnen haben nun auch die Vorarbeiten zur Montage von Aufzügen und Fahrtreppen: Die entsprechenden Schächte, in denen die Antriebsmotoren später sitzen, werden mit einem ölfesten Anstrich versehen. Montiert werden Aufzüge und Fahrtreppen bereits in den Haltestellen Durlacher Tor und Kronenplatz.

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