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"Millionengrab": Verlieren will gelernt sein

"Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr", kam es mir in den Sinn als die Initiative "Stoppt das Millionengrab" bekannt gab, dass sie den Verwaltungsgerichtshof Mannheim anrufen wolle. Genug ist genug - und auch verlieren will gelernt sein.

In der "Residenz des Rechts" herrscht, wie überall in Deutschland, Gewaltenteilung, was bedeutet, dass die Judikative unabhängig urteilt. Somit hätte das Gericht keinesfalls "Mut" benötigt, um gegen die Stadt zu argumentieren, wie Bettina Lisbach, Fraktionssprecherin der Grünen und Mitglied der Bürgerinitiative "Stoppt das Millionengrab", in einer eilig veröffentlichten Presseerklärung sagte, sondern gesetzliche Grundlagen.

Diese sind offenbar nicht gegeben. Das hat zuvor schon der Zentrale Juristische Dienst der Stadt so gesehen. Anstatt nun der Bitte des Oberbürgermeisters zu folgen, und eine gemeinsame Basis zu schaffen, rufen die Gegner den Verwaltungsgerichtshof Mannheim an. Von ihm erhoffen sie sich einen "freieren Blick der Richter auf die Thematik".

Verhalten der Tunnelgegner: Trotzig

Zwischen den Zeilen lässt sich hier ein klarer Vorwurf gegen die hiesigen Richter herauslesen. Trotzig. So haben sich die Kombilösungsgegner schon gegen den Oberbürgermeister verhalten. Wie oft wollen die Gegner das Wörtchen "nein" eigentlich noch hören?

Ein Nein vom Oberbürgermeister, eines vom Gemeinderat, das dritte in einer Sondersitzung. Das vorläufig letzte vom Verwaltungsgericht. Macht in der Summe vier Vetos gegen das Vorhaben der Tunnelgegner. Noch eines, dann ist die Hand voll - und das könnte alsbald aus Mannheim kommen.

Geld sinnvoll investieren

Ob Grüne, Freie Wähler und Linke mitsamt dem BUND dann zufrieden sind? Ich wage zu bezweifeln. Wie viel Geld in die Kampagne, den Rechtsanwalt und die Klagen geflossen sind, werden Außenstehende wohl nie erfahren. Dabei hätte die Initiative gerade dieses Geld sinnvoll anders investieren können.

Da gibt es zum Beispiel den Karlsruher Kindertisch, der Mittagessen für bedürftige Kinder organisiert - ein urlinkes Anliegen. Apropos Kinder: Den Kleinen bringen die Großen spielend bei, dass verlieren zum Leben dazu gehört. Doch wer bringt es den Erwachsenen bei?

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Kommentare (71)
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (46 Beiträge)

    23.12.2009 11:09 Uhr
    oder
    Frau Liesbach könnte auch selber mal einen Blick in die Gemeindeordnung werfen!
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  •   JOSI
    (412 Beiträge)

    23.12.2009 10:19 Uhr
    Alles kostet Geld...
    wenn die Stadt Karlsruhe NUR das gewünschte Projet Kriegstraße durchfürhren würde, würde sie kaum einen Zuschuss bekommen,
    diese Umbaukosten sind alleine von der Stadt nicht zu bewältigen!

    Die angeprangerten Folgekosten im Falle eine KOMI sind wie in allen Projekten da. Sie wären auch da, wenn auch nicht so hoch, denn auch jetzt fallen pro Haltestelle, pro Schienenmeter Folgekosten an!

    Die absulute Frechheit ist aber, den Richtern den MUT abzusprechen ein gerechtes Urteil zu fällen!

    In Vergangenheit haben Richter auch schon mal ua. gg. die Bundesregierung entschieden. Dieser Spruch ist absulut tiefste Schublade der Gegner und beweist das sie keinerlei Demokratiedenken haben. Es zählt nur IHRE MEINUNG und die muss mit aller Gewalt umgesetzt werden.
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  •   udoh
    (2039 Beiträge)

    23.12.2009 10:13 Uhr
    Schwer zu verstehen?
    Wahrscheinlich ist es für die Autorin schwer zu verstehen, dass die gegen die U-Stab aktiven karlsruher Bürger nicht wegen Selbstdarstellerei, Geltungssucht oder einfach einen besseren Listenplatz (in Pforzheim?!) für etwas einsetzen, sondern dies
    ausschließlich aus persönlicher ÜBERZUEUGUNG tun!

    Als vor langer Zeit jemand behauptete die Erde sei keine Scheibe hat er nicht "verloren" nur weil er als Idiot hingestellt und ermordet wurde.
    Heute wissen wir alle mehr und ich bin mir sicher, dass die heutigen "juhu, jetzt erst recht", Schreier morgen am lautesten über das Loch, die Baustellen, die Kosten und den winzigen Nutzen heulen
    werden.

    Ob die Bürger in Karlsruhe "verlieren", das werden wir bald sehen traurig
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    23.12.2009 11:43 Uhr
    ne
    Wer aus Überzeugung handelt, lässt sich von Argumenten auch überzeugen un d bastelt sich nicht absurde "Argumente" zusammen, in der Hoffnung, dass schon irgendetwas hängen bleibt.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (46 Beiträge)

    23.12.2009 10:25 Uhr
    die
    leute, die damals gesagt haben, die Erde ist keine Scheibe - die waren die fortschrittlichen.
    Die, die gesagt haben: "Ab auf den Scheiterhaufen, hier bei uns bleibt alles wie es ist!" - das sind die heutigen Kombigegner....
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (222 Beiträge)

    23.12.2009 10:06 Uhr
    zu kamaraba
    ... der den Bau des Info-Pavillons kritisiert.
    800 000 Euro sind viel Geld. Stimmt. Die ganze Wahrheit ist aber: der Info-Pavillon ist zum einen dafür da, über die Kombilösung und die Baufortschritte zu informieren. Dies kann man angesichts des Bauprojekts nicht in einem Container. Das geht einfach nicht. Zum anderen aber ist der Info-Pavillon mehr: er wird ein neues Café beinhalten, das zu einem Anziehungspunkt werden kann an dieser Stelle, weil es einen schönen Blick bieten wird auf den Brunnen und auf das Ettlinger Tor. Und nein: eben nicht nur einen Blick auf die Baustelle, wie die Gegner sicherlich jetzt gleich wieder anmerken. Zudem ist der Ausstellungsraum gleichzeitig für Veranstaltungen mit etwa 100 Personen geeignet. Hier werden Kulturveranstaltungen stattfinden, Sitzungen von ganz unterschiedlichen Vereinen und Gruppierungen usw. Das muss man wissen, wenn man über 800 000 Euro spricht. Alles andere ist nur die halbe Wahrheit.
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  •   udoh
    (2039 Beiträge)

    23.12.2009 09:58 Uhr
    @Tok Tok Tok...
    Hier werden aber die kommenden Gernerationen unter den Schulden eines überflüssigen Projekts leiden, das die Weichen komplett falsch stellt.
    Wer den Tunnel gräbt hilft nicht "kommenden Generationen" er schadet ihnen.
    Aber offensichtlich ist es da jemanden egal ob man mit Zorn und Haß oder Achtung an ihn denken wird. Hauptsache nicht verssen werden und ein weiteres Denkmal haben...
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (46 Beiträge)

    23.12.2009 10:22 Uhr
    zum
    100sten mal an die, die es noch nicht wissen:
    Seit 2002!!! :
    Es handelt sich um kein Denkmal, sondern um ein von einer demokratisch, legitimierten Mehrheit der Karlsruher Bevölkerung gewollten Verkehrsprojekt!!!!!!
    Diesen Unterschied sollten auch Leute mit kleinem Hirn kapieren!
    Im Übrigen kosteten alle Alternativen, die hier vorgeschlagen wurden, die künftigen Generationen genausoviel, wenn nicht gar mehr...
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1018 Beiträge)

    23.12.2009 10:30 Uhr
    Also echt jetzt mal!!!!!!!111111einseinhundertelf
    "Diesen Unterschied sollten auch Leute mit kleinem Hirn kapieren! "

    Also echt jetzt mal!!!!!!!!!!1111111einseinhundertelf

    Wenn das sogar ICH kapiert, Mensch, dann dürfte das doch jeder Straßenköter auf die Reihe kriegen!!!!!11111einhundertelf
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (5 Beiträge)

    23.12.2009 12:18 Uhr
    fair bleiben
    Udoh hat meiner Meinung nach auch Unrecht. Das ist aber noch lange kein Grund, solche Kommentare zu verfassen
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