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Karlsruhe Mentrup zu Kombilösung: "Haben entscheidendes Jahr vor uns"

Über die Fortschritte und Entwicklungen bei der Kombilösung will Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) heute, um 11 Uhr, in einem Pressegespräch berichten. Im Fokus dürfte vor allem der gestiegene Eigenanteil an den Kosten der Kombilösung in Höhe von 494,7 Millionen Euro stehen. Alle Infos gibt es hier im ka-news-Live-Ticker!

Aktualisierung, 12.13 Uhr:

Die Pressekonferenz ist beendet. 

Aktualisierung, 12.03 Uhr:

An den Gesamtkosten der Kombilösung wird sich die Stadt mit rund 500 Millionen Euro beteiligen müssen. Interne Kosten für Finanzierung, Marketing und Personal liegen laut Sachstand bei 121,1 Millionen Euro. Der Anteil der Stadt an den Baukosten liegt bei 148 Millionen Euro, die nicht nach der Methodik des GVFG förderfähige Kosten schlagen mit zirka 225 Millionen Euro zu Buche. Insgesamt liegen die Kosten für die Stadt bei 494,7 Millionen Euro. 

Aktualisierung, 11.58 Uhr:

Die Verantwortlichen sind sich gewahr, dass der Bau der Kombilösung Einfluss auf zukünftige Projekte haben wird. OB Mentrup kündigt an, in den Vorlagen auch zu erwartende Preissteigerungen im Laufe der Jahre nennen zu wollen. Zudem soll mehr Geld für Unvorhergesehenes einkalkuliert werden. Das werde allerdings auch Auswirkungen auf die politische Diskussion haben. "Es wird in Zukunft sehr schwer werden, Tiefbauprojekte umzusetzen", so Mentrup. 

Aktualisierung, 11.50 Uhr:

Wie werden die Kosten für den Kriegsstraßentunnel ausfallen? Konrath mahnt, dass sich die Bauarbeiten des Stadtbahntunnels nicht mit dem Kriegsstraßentunnel vergleichen lassen können. "Beide Arbeiten sind hoch anspruchsvoll", so der Kasig-Geschäftsführer. Allerdings müsse man beim Kriegsstraßentunnel mit weniger Überraschungen rechnen als beim Bau des Stadtbahntunnels, daher seien die Risiken hier geringer. Die Kosten für den Kriegsstraßentunnel liegen nach aktueller Kalkulation zwischen 214 und 230 Millionen Euro. "Diese Kosten sind in den prognostizierten Gesamtkosten eingerechnet", erklärt Konrath.

Aktualisierung, 11.44 Uhr:

Kasig-Geschäftsführer Uwe Konrath erklärt die gestiegenen Kosten für den Brandschutz. "Im Wesentlichen gab es zwei Änderungen", erklärt er. Zum einen habe man die Tübbinge mit zusätzlichen Fasern für den Brandschutz ausstatten müssen. Zum anderen habe ein Experte festgestellt, dass die geplanten Brandschürzen nicht ausreichend wären. Aus diesem Grund setze man bei der Kombilösung auf Brandschutzwände, so der Kasig-Geschäftsführer. 

Aktualisierung, 11.35 Uhr:

Hat die Stadt bei der Kommunikation 2004 einen Fehler gemacht? Oberbürgermeister Frank Mentrup betont, dass es im Baugewerbe ein absolut übliches Vorgehen sei, von der beantragten Fördersumme auszugehen - im Falle der Kombilösung von den prognostizierten 495 Millionen Euro. Dennoch will das Karlsruher Stadtoberhaupt etwas für Diskussionen verändern. So sollen die Hochrechnungen künftig in die Debatte um Tiefbauvorhaben einbezogen werden. Zudem sollen in Zukunft 20 bis 25 Prozent für Unvorhergesehenes bei den Kosten einkalkuliert werden - bei der Kombilösung waren es lediglich fünf Prozent.

Aktualisierung, 11.25 Uhr:

Wie OB Mentrup informiert, werden die Gesamtbaukosten für den Kombi-Tunnel bei 899 Millionen Euro. "Hier steckt noch ein Stück Prognose drin", so das Stadtoberhaupt. Karlsruhe habe etwas getan, was man sonst im Baugewerbe nicht tue: "Wir haben die Kosten für die Begleitung des Bauvorhabens miteinkalkuliert." Vergleiche man die Kosten für die Kombilösung mit denen anderer Bauprojekte, werde man diese Kosten für administrative Begleitung und Co. dort nicht finden, so Mentrup. Alles aufsummiert ergibt sich eine Summe, die die Milliarden-Grenze überschreitet. 

Hätte man 2004 schon wissen können, dass es so teuer wird? Nach Aussage des Oberbürgermeisters ist es unstrittig, dass die Kosten 2019 oder 2021 nicht mit den ursprünglich prognostizierten Kosten von 2004 übereinstimmen können. Rechne man ein Bauvorhaben später ab, dann gebe es immer eine Preissteigerung.

Hinzu kamen nach Aussage des Oberbürgermeisters auch zusätzliche Kosten, etwa für veränderten Brandschutz, veränderte Bauumsetzung und deutlich höheren Entschädigungssummen, als seinerseits einkalkuliert wurden. 2010 lagen diese bereits bei 81 Millionen Euro, 2021 vermutlich bei zusätzlichen 198 Millionen Euro. 

 

Aktualisierung, 11.14 Uhr:

Oberbürgermeister Frank Mentrup eröffnet die Pressekonferenz. Nachdem der Sachstandsbericht zur Kombilösung im Aufsichtsrat der Kasig und im Hauptausschuss diskutiert wurde, stellt er den Bericht an diesem Donnerstag der Öffentlichkeit vor. 

"Vom Baustand her haben wir ein entscheidendes Jahr vor uns", so das Karlsruher Stadtoberhaupt. In diesem Jahr finde der Wechsel von Aushub- zu den Ausbauarbeiten statt. Zudem sollen die Einschränkungen durch Baustellen an der Oberfläche deutlich zurückgehen. 2018 soll mit dem zweijährigen Ausbau der Haltestellen begonnen werden, so Mentrup. Nach einer halbjährigen Testphase sollen dann Straßen- und Stadtbahnen durch den Tunnel fahren, verspricht der Oberbürgermeister.

Aktualisierung, 11.05 Uhr:

Die Pressekonferenz zum Sachstand der Kombilösung beginnt. Anwesend sind neben Oberbürgermeister Frank Mentrup auch die Geschäftsführer der Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (Kasig), Uwe Konrath und Alexander Pischon. 

Kosten für die Kombilösung übersteigen die Milliarden-Grenze

Zuletzt hatten die geschätzten Kosten für das Gesamtprojekt die Marke von einer Milliarde Euro überstiegen (ka-news berichtete). Details zu den Kosten nannte das Karlsruher Stadtoberhaupt bislang nicht. Im aktuellen Sachstandsbericht, der ka-news vorliegt, betragen die Endkosten der Kombilösung zwischen 1,036 und 1,09 Milliarden Euro. Die Gesamtbaukosten schlagen dabei mit 899 bis 965 Millionen Euro, die Kosten für Verwaltung und Marketing mit 31 bis 39 Millionen Euro zu Buche - je nach Kostenszenario. 

Als Gründe für die Kostensteigerungen hatte Mentrup kürzlich nicht hochgerechnete Preissteigerungen und Mehrkosten durch höheren technischen Aufwand etwa wegen Problemen mit dem Untergrund genannt. Über weitere Details informiert Oberbürgermeister Mentrup um 11 Uhr in einem Pressegespräch.

 

Als der Bebauungsplan 2008 beschlossen wurde, sollten die Kosten 590 Millionen Euro betragen. 2013 wurden sie schon auf bis zu 860 Millionen Euro geschätzt. Mit 592 Millionen Euro tragen Land und Bund den Großteil der Gesamtkosten, die Stadt wird nach aktueller Lage 494,7 Millionen Euro berappen müssen.

Die Kombilösung besteht aus einem Straßenbahntunnel unter der Innenstadt und dem Umbau einer Hauptverkehrsstraße mit einem Tunnel und einer neuen Straßenbahntrasse. Ziel ist eine Fußgängerzone ohne Straßenbahnverkehr und eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität in der zweitgrößten Stadt des Bundeslandes Baden-Württemberg.
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Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
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Kommentare (22)
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  •   udoh
    (1685 Beiträge)

    10.03.2017 15:00 Uhr
    Dieses vernichtende Urteil über den Kombiquark
    heißt jetzt nicht, dass der Dunstkreis um das Millardengrab noch mehr Werbung für dieses Desaster machen muss und weitere Millionen an Werbemitteln von unserem Geld verschwenden muss, SONDERN dass endlich EHRLICHKEIT angesagt sein MÜSSSTE! Entschuldigung, Demut und so grinsen
    Baustopp und zuschütten? Keine schlechte Idee, käme wahrscheinlich noch biller als das Grab in Betrieb zu halten, aber da der Filzpolitik eine Krähe der anderem nichts tut, bleibt wenigstens OFFENHEIT!

    Darf z.B. einfach mal das Fußvolk die geheime Standi mit den Meilensteinen der Finanzmathematik lesen?
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  •   DonHasi
    (795 Beiträge)

    10.03.2017 14:43 Uhr
    Nur die Zukunft läßt sich noch beeinflussen.
    Also packen wir es an und hören wir mit diesem kleinkarierten, spießbürgerlichen, dummen und besserwischerischen ewig rückwärtsgewandten Geschwätz auf. Denn 500 Millionen Eigenanteil, verteilt auf 20 Jahre und gerechnet auf dann 350.000 Einwohner ist eigentlich nicht der Rede Wert.
    Entscheidend ist , was wir dafür bekommen. Dass was uns die Stadtverwaltung und der Gemeinderat "aufs Auge drückt" oder das was wir Bürger wirklich wollen.
    Möglichst bald wieder ein ansehnliches Stadtbild bei vernünftiger Nutzbarkeit des ÖPNV zu Preisen die sich jeder Leisten kann. Möglichst schnell die Schaffung einer Verkehrsinfrastruktur die sich in der FuZo möglichst ergänzt und kein Verkehrsmittel kategorisch ausschließt.
    Und nicht zu Vergessen:
    Unterkellert endlich den Meßplatz als nutzbare P+R Fläche, weil es sonst mit Bürgerzentrum, IKEA, dm und "Wildparkstadion" an verkaufsoffenen Samstagen mit KSC-Heimspielen echt kuschelig werden kann im "Osten"
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  •   MacGeifer
    (1840 Beiträge)

    10.03.2017 15:35 Uhr
    Zu Preisen
    die sich jeder leisten kann...wohnst du auf dem Mond? Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass die Fahrpreise sinken, oder?
    Und welchen Nutzen hat der Tunnel jetzt nochmal genau? Und den Betrieb und die Wartung machen die Heinzelmännchen?
    Und dass 500 Millionen auf 20 Jahre etwas mehr als 500 Millionen sind weisst du, oder? Verantwortlich dafür ist ein Effekt der mit dem Wort Zinsen beschrieben wird. Und die bleiben nicht ewig so wie gerade.
    Und deine 350000 kannst du locker halbieren, es zählen nämlich nur Erwerbstätige und dazu zählen Rentner, Kinder, Leistungsempfänger und 450 Euro Jobber nicht. Grob gesagt natürlich, man müsste das natürlich innerhalb der Kreislaufwirtschaft noch etwas aufdröseln. Nennen wir sie mal diejenigen die Wertschöpfung generieren.
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  •   MacGeifer
    (1840 Beiträge)

    10.03.2017 15:38 Uhr
    Das gilded
    übrigens genauso für diese Luftnummer von 'Stadionfinanzierung'. 80 Millionen auf 40 Jahre sind 160 Millionen. Ich hoffe, dass sich das irgendwann mal noch der Rechnungshof anschaut, sofern die Stadt hier tatsächlich verdeckt als Geldgeber für den KSC fungiert.
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  • unbekannt
    (427 Beiträge)

    10.03.2017 13:23 Uhr
    Mein Gott ja …
    Der Eigenanteil steigt welch Wunder bei der Länge der Bauzeit … Der empörte Bürger hat nur dann Recht wenn er sich nur genug empören kann. Das Ding ist entschieden worden vom Bürger – die Teuerung war vorprogrammiert. Dat Ding hat zumindest einen Nutzen – wenn hier einige wüsste wie viele Mittel im öffentlichen Dienst für beispielsweise dysfunktionale IT-Lösungen ausgegeben werden würde so manchem schwindelig – interessiert nur keinen. Der Vergleich mit dem BER hinkt ebenso ein Blick in die Schweiz – dort ist dem Bürger klar dass derlei Maßnahmen nicht für umme zu haben sind zudem gibt es dort andere Vergabeverfahren – denn der günstigste Anbieter ist nicht automatisch der Beste oder wirtschaftlichste.
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  •   melotronix
    (2258 Beiträge)

    10.03.2017 07:14 Uhr
    Kombidrücker vor dem Herrn
    Fenrich...wo hast du dich versteckt???
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  •   MacGeifer
    (1840 Beiträge)

    10.03.2017 00:06 Uhr
    Worthülsen,
    jedes Jahr ist entscheidend oder auch nicht. Jetzt wurde halt mal wieder ein Stück weit was eingeräumt, nächstes Jahr um diese Zeit verkaufen sie uns dann 1,2 Milliarden, dann 1,3 usw....

    Man kann nichts dagegen tun, der momentane Amtsträger hats übernommen, die wirklich Verantwortlichen können nicht zur Rechenschaft gezogen werden und die Baufirmen schreiben halt die Rechnungen. Bleibt zu hoffen, dass es sich nicht zu einem Chaos wie BER ausweitet und dass vor allem kleinere Firmen, die dann wahrscheinlich eher bei den Schlussarbeiten zum Zuge kommen ihre Rechnungen bezahlt kriegen.
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  •   Malerdoerfler
    (3675 Beiträge)

    09.03.2017 19:22 Uhr
    Stimmt!
    Die halbe Milliarde Eigenanteil wird bald durchbrochen - ein entscheidendes Jahr!
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  •   kamaraba
    (626 Beiträge)

    09.03.2017 18:27 Uhr
    Ja man hätte es wissen müssen
    "Hätte man 2004 schon wissen können, dass es so teuer wird? Nach Aussage des Oberbürgermeisters ist es unstrittig, dass die Kosten 2019 oder 2021 nicht mit den ursprünglich prognostizierten Kosten von 2004 übereinstimmen können. Rechne man ein Bauvorhaben später ab, dann gebe es immer eine Preissteigerung."

    Ja Herr Mentrup! Man hätte sich nur die öffentlichen Tunnelbauvorhaben der vergangenen 20 oder 30 Jahre ohne Scheuklappen ansehen müssen. So gut wie alle Bauvorhaben waren um den Faktor 2 bis 2,5 am Ende teurer. Hätte man mit 4,5% Kostensteigerung pro Jahr gerechnet läge man bis 2019 bei gut 1 Milliarde Euro, aber wenn nicht mal ein Lehrer wie König rechnen können.......
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  •   freigeist
    (375 Beiträge)

    09.03.2017 21:04 Uhr
    Es wurde bestimmt schon Damal richtig gerechnet
    nur hätte man bei diesen Zahlen nie und nimmer den Bau in der Bevölkerung durchgedrückt bekommen.
    Es ist schon seltsam das in Karlsruhe immer wieder bei Zahlen geflunckert wird. Siehe Messe,da mußte der m² preis von 3000 DM auch eingehalten werden,egal..wurde mal eben erst die Klimaanlage rausgerechnet.Die späteren Kosten waren dann schon wieder alternativlos...eben wie damals die Haupttribüne im Stadion.Da haben damals andere Städte ganze Stadien gebaut.Schaut man sich die ganzen Projekte und Zahlenschwindeleien der letzten Jahrzehnte in Karlsruhe an bekommt man das Grauen. Da ist bestimmt auch nicht immer Unvermögen der Punkt.Vetternwirtschaft steht ganz oben.
    Die neue Feuerwache mit einer Bauzeit von 4 jahren und 1 Jahr "Probebetrieb" sagen schon alles.
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