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Karlsruhe Kombilösung: Was passiert, wenn der Tunnelbohrer stecken bleibt?

Der Tunnelbohrer steht bereits in den Startlöchern: Bald gräbt sich der Fächerwurm, wie der Tunnelbohrer von den ka-news-Lesern im März getauft wurde, unter der Kaiserstraße durch den Karlsruher Untergrund. Doch was passiert, wenn der Tunnelbohrer stecken bleibt? Ist Karlsruhe auf diesen Fall vorbereitet?

Diese Frage beschäftigt auch die Freien Wähler in einer Anfrage an die Stadtverwaltung. Ab Oktober wird unter der der Kaiserstraße ordentlich gebohrt und gegraben, damit hier künftig Karlsruher Bahnen verkehren können. Damit auch alles rund läuft, hat die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) im Vorfeld ein Baugrundgutachten erstellt, teilt die Stadt in ihrer Stellungnahme mit.

Und dennoch: "Mögliche Risiken können dann entstehen, wenn unerwartete größere Hindernisse im Vortriebsbereich angetroffen werden", so die Stadt. Die Freien Wähler fragen sich nun: Was ist mit Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg oder Findlingen? Und was passiert eigentlich, wenn der Tunnelbohrer stecken bleibt?

Kampfmittelerkundung sollen Blindgänger aufdecken

Um einem Horror-Szenario vorzubeugen, wird der Untergrund vor dem Einsatz des Fächerwurms auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht. In ihrer Stellungnahme erklärt die Stadt das Prozedere: So habe man im ersten Schritt bis zu zehn Meter lange Rohre mit einem Durchmesser zwischen 50 und 70 Millimetern mittels Vorbohrung in den Untergrund eingebracht. "Anschließend wird eine Sonde abgelassen, die auf Störungen reagiert, welche durch Metallgegenstände hervorgerufen werden", so die Stadtverwaltung. 

Doch nicht nur Blindgänger, sondern auch Findlinge könnten zum Hindernis für den Tunnelbohrer werden. "Sie sind in unserer Gegend nicht unüblich", so die Freien Wähler, "vor allem, da der Tunnel wohl größtenteils im Grundwasser liegen wird". Daher sei es nicht verwunderlich, wenn in der Öffentlichkeit die Frage aufkomme: "Was, wenn der Tunnelbohrer stecken bleibt?"

"Unwahrscheinlich, aber möglich"

Aufgrund der Baugrundbeschaffenheit aus Kiesen und Sand betrachtet man bei der Stadt das Risiko für ein Festsitzen des Fächerwurms als "sehr unwahrscheinlich". Dennoch sei man für den Fall, dass unerwartete Hindernisse oder Bodenstörungen auftauchen sollten, vorbereitet: Sogenannte Backenbrecher im Abbaubereich könnten Findlinge und sonstige Hindernisse bis zu einer Kantenlänge von 60 Zentimeter zerkleinern. Diese könnten dann bei Bedarf von Tauchern geborgen werden. Und wie lange wird das dauern?

"Erfahrungen bei anderen Tunnelbohrern zeigen, dass Beseitigungen von Hindernissen in den meisten Fällen innerhalb einer Woche durchgeführt werden können", teilt die Stadt in ihrer Stellungnahme mit. Doch auch Bergungsarbeiten an der Oberfläche könne man nicht ausschließen: "Im Fall von alten Verbauträgern oder Spundwänden, die nicht vor dem Schneidrad geborgen werden können, kann es unter Umständen notwendig sein, die Beseitigung von der Oberfläche her durchzuführen", so die Stadt.

Die Art einer notwendigen Bergung müsse im konkreten Fall nach technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten entschieden werden. In beiden Fällen gilt: Wie stark sich eine solche Verzögerung finanziell auswirke, hänge immer vom konkreten Fall ab und lasse sich daher vorab nicht beziffern. Um ein solches Risiko möglichst gering zu halten, ist der Tunnelbohrer mit einem Radar-Frühwarnsystem ausgestattet: Mit diesem können bis zu 40 Meter große und voraus liegende Hindernisse erkannt werden.

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  • unbekannt
    (148 Beiträge)

    25.09.2014 22:08 Uhr
    Na und?
    Mein Tunnelbohrer bleibt manchmal auch stecken.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (10720 Beiträge)

    25.09.2014 21:22 Uhr
    Was passiert, wenn der Tunnelbohrer stecken bleibt?
    das gleiche, wie wenn beim Popeln der Finger in der Nase stecken bleibt...
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  •   ALFPFIN
    (6325 Beiträge)

    25.09.2014 18:23 Uhr
    Was passiert, wenn der Tunnelbohrer
    stecken bleibt ....... nix, zumindest unten rum. Oben rum müssen sie halt dann schwer nachdenken. Dann werden wir sehen, was passiert. grinsen

    Was passiert, wenn dieser Fall eintreten würde, kann man erst beantworten, wenn es soweit ist und den Grund hierfür festgestellt wird, wozu jetzt diese Frage.
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  • unbekannt
    (793 Beiträge)

    25.09.2014 18:05 Uhr
    Kaum vorstellbar,
    dass in dieser Tiefe Blindgänger liegen. Die laufen eher oberirdisch rum. zwinkern
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  •   ObenLang
    (2745 Beiträge)

    25.09.2014 16:50 Uhr
    Ist doch egal was es kostet und wenn die halbe Kaiserstr. gesprengt werden müsste
    Hat ein Politiker Bock auf einen Tunnel oder ein Herr erklärt seinen Poltikern was zu tun ist, gräbt man eben ein Tunnel.
    Egal welche Wiedrigkeiten sich in den Weg stellen.

    Vernunft? Kosten? Schmale Rettungswege? Gute alternative Lösungen?
    Häää??
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  • unbekannt
    (1673 Beiträge)

    25.09.2014 17:49 Uhr
    ....
    Gääähn
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  •   Exil-Hohenzoller
    (561 Beiträge)

    25.09.2014 17:07 Uhr
    *gähn*
    Mal wieder Ihr üblicher Stuss! Nehmen Sie sich eigentlich selbst noch ernst?

    Zitat von Dagen-Motzki Vernunft? Kosten? Schmale Rettungswege? Gute alternative Lösungen?

    Wille des Volkes beim Bürgerentscheid!

    Wieso sollte "die halbe Kaiserstraße gesprengt werden"? Erschließt sich einem bei den obigen Meldungen nicht. Es könnte aber natürlich vorkommen, daß man nicht dorthin gehörende Dinge findet. Bomben zum Beispiel. Dafür würde man dann von oben her kommend ein Loch graben und die Bombe entfernen. Und ja, das ist besser, als wenn man sie gar nicht erst entdeckt hätte.

    Ihrer Meinung nach sollte man Projekte also abbrechen, sobald irgendwelche Probleme ("Wiedrigkeiten") auftreten? Ja, da wäre jeder Ingenieur stolz auf sich und die Menschen hätten schon viel erreicht...
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  •   ObenLang
    (2745 Beiträge)

    25.09.2014 21:33 Uhr
    Klar sollte man Projekte abbrechen oder besser garnicht beginnen, wenn
    z.b. sich eine Änderungen der Voraussetzungen ergibt, welche die Sinnhaftigkeit mehr als in Frage stellen

    Etwas auf Teufel komm raus durchzuziehen, blos weil man schon mal einen Stein dahin bewegt hat ist doch ***

    Selbst "intelligente" Maschinen kännen auf Veränderungen reagieren. Dinosaurier und Politiker haben wohl ein generelles Prolbem Fehlentscheidungen zuzugeben, oder wer kennt Beispiele in denen ein Poltiker gesagt hat: der Weg den ich eingeschlagen habe führt in eine Sackgasse, ich habe gemerkt, dass besser ist umzukehren?

    Das "es gibt kein zurück" wurde schon vor dem Geldregen auf Ötti und Fenrich auf dem damals noch intakten Europlatz schon als das alles Nachdenken totschlagende Argument verkauft - oder?

    Wer nochmal sehen will, dass die ganzen Zuschüsse tatsächlich vom Himmel kommen zwinkern
    http://www.youtube.com/watch?v=3utBvvEshdE
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  • unbekannt
    (3577 Beiträge)

    25.09.2014 17:15 Uhr
    also ich finde die Komiker von der Anti-Kombi-Front sehr unterhaltsam
    ObenLang ist schon etwas verbohrt in seinen Widerstand gegen den Tunnelbohrer. Vielleicht hat er mal traumatische Erfahrungen mit Bohrgerät beim Zahnarzt gemacht?
    Da muss man schon etwas Verständnis aufbringen.
    Solange sich die Anti-Kombi-Front nicht mit den Salafisten zusammen tut zwinkern
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  •   andip
    (9233 Beiträge)

    25.09.2014 16:03 Uhr
    Oh je
    Das erinnert mich irgendwie an solche komischen TV-Dokus wie "Der Tag,ab dem die Sonne nicht mehr scheint" oder wie die heissen.
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