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Karlsruhe Kombilösung: Kommt der Riesenkamin am Karlstor?

In sechs Jahren könnte ein rund 20 Meter hoher und fünf Meter breiter Abluftkamin zwischen Karlstor und dem südlichen Ende der Herrenstraße stehen - zumindest wenn es nach den aktuellen Planungen der Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft (Kasig) geht. Der Kamin soll die Abgase aus dem Autotunnel unter der Kriegsstraße leiten, dessen Fertigstellung im Rahmen der Kombilösung für 2019 vorgesehen ist. In Karlsruhe regen sich erste Zweifel, ob der Kamin überhaupt errichtet werden muss.

Die CDU geht von einem "deutlich steigende Anteil von Elektrofahrzeugen im Individualverkehr" bis und ab 2019 aus. Die Folge wäre eine Reduzierung der Abgase, welche in den Planungen für die Abluftzentrale und damit dem Kamin nicht berücksichtigt worden sind. Die Christdemokraten sind sich zudem sicher, dass sich der Stand der Technik in den kommenden Jahren weiterentwickeln wird, so dass auch andere Lösungen in Betracht kommen könnten.

Statt schlanken Edelstahlkaminen gibt es ein "Monstrum"

Die Karlsruher Liste (KAL) fordert ebenfalls eine Änderung der aktuellen Planungen: Mit einer "Gestaltung" statt Verlagerung sei die KAL nicht einverstanden. Die Nachbarschaft zum historischen Weltzienschen Haus sei nicht akzeptabel, ist im Antrag an den Oberbürgermeister zu lesen. "Ein solches Monstrum war vorher nie gezeigt worden. Die Verantwortlichen im Gemeinderat und im Aufsichtsrat mussten von einem oder zwei schlanken, maximal fünf Meter hohen Edelstahlkaminen ausgehen", heißt es dort weiter.

Mögliche Optionen wären für die KAL eine verdeckte Position etwa unter Bäumen auf dem Gelände des Bundesgerichthofes, eine deutliche Verkleinerung des 20 Meter hohen Kamins oder die Verteilung der Abluftströme auf mehrere kleine Kamine. Alternativ wäre eine Position des Kamins in der Achse der Kriegsstraße zu untersuchen, wo der Kamin als "Skulptur" in das Stadtbild einfinden würde. Bislang ist laut CDU ein Gestaltungswettbewerb in Form einer Mehrfachbeauftragung angedacht, um den Abluftschacht in das Stadtbild einzupassen.

Kasig soll Alternativen prüfen

Hintergrund für die derzeitigen Planungen des Abluftkamins sind die vorhergesagten Schadstoffbelastungen am Westportal des Autotunnels, welche die geltenden Grenzwerte für Stickoxide überschreiten würden. "Geht man bei den Prognosen allerdings davon aus, dass die technische Entwicklung im Filter- und Abgasverhalten moderner Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren die Prognosen übertrifft und dann sinkende Schadstoffbelastungen eintreten, erscheint auch die Unterschreitung der Grenzwerte als ein durchaus realistisches Szenario", heißt es vonseiten der Stadt Karlsruhe.

Endgültige Sicherheit, ob der Abluftkamin notwendig wird oder nicht, lasse sich erst nach Inbetriebnahme des Tunnels erzielen. Die Stadt Karlsruhe schlägt aus diesem Grund vor, zunächst die unterirdischen Anlagen der Portalluftabsaugung im Tunnel zu errichten und auf das oberirdische Kaminbauwerk zunächst zu verzichten. "Das letzte Wort in Sachen Abluftkamin für den geplanten Straßentunnel unter der Kriegsstraße ist noch nicht gesprochen", so Oberbürgermeister Frank Mentrup. Er hat die Kasig als Bauherrin beauftragt, die Planungen noch einmal zu überprüfen.

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  •   80er
    (5692 Beiträge)

    25.11.2013 09:11 Uhr
    Wer die Untertunnelung der....
    ....Kriegsstarße will, der muss auch mit dem Kamin leben. Als Alternative schlage ich vor, dass man auf den zweiten Teil der Kombilösung verzichtet.
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  •   dipfele
    (5440 Beiträge)

    26.11.2013 11:16 Uhr
    dann muss man...
    ... auch auf den ersten Teil verzichten!!! Beides gehört angeblich zu sammen. Sonst wäre das Volk verarscht. Man könnte aber auch drei oder vier kleiner Abluftkamine bauen. Es ist unlogisch die ganze Abluft vom Mendelsonplatz durch den Tunnel zum Karlstor zu leiten.
    Vielleicht konnte man den Kamin auch im Rathaus Innehof unterbringen.
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  • unbekannt
    (3577 Beiträge)

    26.11.2013 12:28 Uhr
    Demokratie bedeutet: Volksentscheide akzeptieren
    KA hat für die Kombilösung gestimmt, also wird sie auch gebaut.
    Und die Kriegsstraßenbahn-Jünger bekommen ihr hunderte Millionen teures Bauwerk in der Kriegsstraße für gerade mal 2-3 Linien.
    Nun ja, KA kann es sich leisten.
    Wir sind ja nicht so kaputtregiert wie Berlin, Bremen, NRW

    Also:
    Die Kriegsstraßenbahn-Fraktion muss die U-Strab akzeptieren
    und 80er und ich werden den Umbau der Kriegsstraße verschmerzen.
    Es gibt schlicht und einfach kein Projekt, dass es allen recht machen kann. Und Fundis, die Zeer und Mordio schreien, wenn nicht ihre eigenen Träumereien gebaut werden, sind eh jenseits von Gut und Böse.
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  •   ObenLang
    (2745 Beiträge)

    25.11.2013 08:36 Uhr
    Kombiverschandelung
    Gibt es eigentlich einen Preis für die "fähigsten" der "fähigsten" Stadtpaner? Da könnte sich kasig und Co doch glatt mal bewerben zwinkern
    Von der Planung (ziemlich schmale Rettungswege, Kameras hinreichend für Sicherheit) bis zur Ausführung (bis zu 12 Monate in 15 hintendran - heißt das 3 von 15 Monaten was vorwärts gebracht?)
    und jetzt sich trauen noch weitere Schandflecke zu produzieren??

    Hey soviel %$%$§ hat schon fast wieder ein Preis verdient, den die bestimmt auch noch stolz bewerben würden zwinkern)

    Mit einer Demokratiegurke begonnen, übrrascht uns das Kombiproblem doch stets mit neuen Einfällen und Fahigkeiten der Verantwortlichen.
    Wert ist es die umgerechnet 3.000 EUR von JEDEM Karlsruher Einwohner trotzdem noch sehr, sehr lange nicht!
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  • unbekannt
    (3577 Beiträge)

    26.11.2013 12:19 Uhr
    @Obennix: verbale Auskotzerei ist voll daneben
    erwarte nicht, dass du ernst genommen wirst
    dafür sind deine Beiträge einfach zu schräg und zu sentimental

    ob mit oder ohne U-Strab: die Welt geht nicht unter

    schau dich mal in der Welt um:
    so riesig ist das Kombi-Projekt auch wieder nicht
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  •   Profi
    (442 Beiträge)

    24.11.2013 21:03 Uhr
    1907 hatte man für solche Funktionsbauwerke noch Ideen,
    wie z.B. beim Wasserturm mit Wohngebäude der Kunstwollfabrik Vogel und Schnurman, erbaut 1907 von Adolf Singrün.

    Den Abluftschacht könnte man mit etwas gutem Willen ähnlich in Stadtbild einpassen.
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  • unbekannt
    (134 Beiträge)

    24.11.2013 18:25 Uhr
    Knüppel aus dem Sack
    für diese Planer und Entscheidungsträger.
    Das gibt es nur in der öffentlichen Hand: Pfusch und Geldverschwendung nach Belieben, der Steuerzahler kann ja weiter gemolken werden!
    Ärgerlich ist dieser Auswuchs an Unfähigkeit insbesondere deshalb, weil man Vorschläge, die besser und kostengünstiger und mit weniger geringeren Folgekosen behaftete sind, einfach ignorierte.
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  •   Sput
    (1023 Beiträge)

    24.11.2013 14:20 Uhr
    Und so sieht das...
    ... z.B. in München aus. Abluftkamin Petueltunnel, links der Hochbunker Riesenfeldstraße, daneben der Kamin. Bin ich erst gestern dran vorbeigelaufen. Ohne die Diskussion hier wäre mir das Dingen bzw. sein Zweck vermutlich gar nicht aufgefallen...

    Abluftkamin Petueltunnel
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  •   Sput
    (1023 Beiträge)

    24.11.2013 14:21 Uhr
    Hmm...
    ... wie binde ich hier eigentlich Bilder ein? Wußte nichtmal, daß das geht.
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  •   DonHasi
    (989 Beiträge)

    24.11.2013 08:00 Uhr
    Süß, die niedlichen Ideen
    Dreck , denn wir selbst produzieren muß halt auch irgendwo hin.
    Das man das ganze publikumswirksam ans Karlstor als Mahmal stellt, kann ja den GRÜNEN nur recht sein. Sie haben zwar auch keine Ahnung wie "Lieschen Müller" morgens um 04.00 Uhr zum Schichtbeginn nach "Hintertupfingen" kommen soll, aber sei´s drum. Straßenbahn ist zur Zeit jedenfalls keine Lösung. Biokraftstoffe werden politisch verteufelt. Über Gas werden lügen erfunden. Bei der Elektromobilität verkauft man uns genau den "Scheiß" wie vor 100 Jahren als den neuesten "Schrei" und Kraftstoffgetriebene Fahrzeuge werden mit "Asbach-Uralt" Aggregaten ausgestattet, die nix können ausser ne Menge Dreck verursachen.
    Und dann kommen die Spacken von den GRÜNEN, schaffen in der ganzen Stadt künstliche Gefahrenstellen und Engpässe, was übrigens nach der StVO verboten ist. Aber mit lesen hat´s der Deutsche nicht so....Sonst hätte er es längst kapiert...
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