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Karlsruhe Kombilösung: Alpine will zurück in den Zeitplan

"Wir brauchen keinen Plan B", so Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup am Freitagnachmittag im Rathaus, wo er sich mit Führungskräften der maßgeblich am Bau der Kombilösung beteiligten Alpine Holding getroffen hatte. Alpine war im vergangenen Jahr wegen finanzieller Schwierigkeiten in die Schlagzeilen geraten. Die seien inzwischen überwunden, so Alpine Geschäftsführer Alejandro Tuya Garcia. Außerdem Thema des Treffens: Wie der Bau der Kombilösung künftig schneller vorankommen soll.

Karlsruhe ist wie Singapur. Oder Panama. In diese Reihe stellte Alejandro Tuya Garcia, Geschäftsführer der österreichischen Alpine Holding und zugleich Vizepräsident des spanischen Mutterkonzerns FCC, die Fächerstadt beim Pressegespräch im Rathaus. Mehr noch: Was die Komplexität des Bauprojekts angehe, übertreffe Karlsruhe viele Orte, an denen FCC an Metroprojekten beteiligt ist oder war, sogar noch. Wirklich vergleichbar sei die Kombilösung derzeit nur mit dem Crossrail-Projekt in London, wo der Konzern an zwei unterirdischen Eisenbahnstationen mitbaue - eines der größten Infrastrukturprojekt Europas. 

Alpine ist aus dem Krankenhaus entlassen worden

Vor allem aber sei die Kombilösung eines der wichtigsten Projekte für den Konzern überhaupt, so Garcia. Worte, die Oberbürgermeister Frank Mentrup offenbar überzeugt haben. Der hatte die Alpine-Chefs nach Karlsruhe eingeladen, um mit Ihnen den Status Quo und die weitere Entwicklung der Kombilösung zu besprechen. Alpine sei ein Partner, über den viel spekuliert worden sei, so Mentrup nach dem Zusammentreffen. Das Gespräch habe aber für "mehr Transparenz, mehr Vertrauen und für ein Gefühl für die Menschen dahinter" gesorgt, so Mentrup. Zwar habe Alpine in erheblichen finanziellen Problemen im dreistelligen Millionenbereich gesteckt. Die Situation sei aber inzwischen geklärt und der Konzern habe erfolgreich ein Sanierungskonzept umgesetzt. Er sei daher zuversichtlich, mit Alpine den richtigen Partner an Karlsruhes Seite zu haben. Da nicht nur der Mutterkonzern FCC finanziell den Rücken freigehalten hätten, sondern auch Banken und Staat weiter hinter Alpine ständen, sei ein "Plan B" im Falle einer Pleite nicht nötig.

"Alpine ist aus dem Krankenhaus entlassen worden und kann zuhause wieder eigenständig leben", formuliert es Garcia. In etwa zehn Tage werde alles unter Dach und Fach sein. Außerdem habe das Unternehmen selbst in "höchstschwierigen Zeiten" alle Projekte weitergeführt, so der Alpine-Chef. Schon 2015 wolle man wieder schwarze Zahlen schreiben - im selben Jahr, in dem Karlsruhe seinen 300. Geburtstag feiert. Dass der mit möglichst wenig baustellenbedingten Behinderungen gefeiert werden kann, will OB Frank Mentrup nun unter anderem mit der siebenmonatigen Sperrung der Kaiserstraße für den Straßenbahnverkehr sicherstellen. So würden mehrere einzelne Baustellen zu größeren Baufeldern zusammengelegt, was die Arbeit vereinfache und helfen soll, bei er Kombilösung wieder zurück in den Zeitplan zu kommen. 

Alpine will bei Kombilösung aufs Gas treten

Auch bei Alpine will man künftig kräftig aufs Gas drücken. So wolle man die Zahl der an den Baustellen eingesetzten Menschen und Maschinen um den Faktor 1,5 bis 2 erhöhen, so der Sprecher der Geschäftsführung der Alpine-Tochter BeMo Tunneling GmbH, Josef Arnold. Die Zeiten, zu denen gebaut werde, würden ausgeweitet. Die Sperrung der Kaiserstraße bringe die Baufirma zudem wieder in die Lage, das Risiko einer verlängerten Bauzeit "in Grenzen zu halten". 

Ganz bau-fachmännisch formulierte es dagegen Frank Mentrup: Mit dem Gespräch am Freitag habe man ein "gutes Fundament" gelegt. Damit die Karlsruher Bevölkerung die Sperrung der Kaiserstraße akzeptiere, sei nun wichtig, dass die Maßnahme auch Erfolg habe. Vor allem aber wolle man sich bei dem Projekt nicht mit "Zankereien" über die Verzögerungen der Vergangenheit lahmlegen lassen. 

Baufortschritt, Mehrkosten, Verzögerungen: Mehr Infos rund um die Karlsruher Kombilösung haben wir in unserem Dossier zur Kombilösung für Sie zusammengestellt.

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  •   wolkenschauer
    (1480 Beiträge)

    16.03.2013 10:06 Uhr
    Hauptsache (einen Mappus) 'machen', gell ?
    Ne oberste Maxime ist doch meist unreife, schlechtgeplante 'Fakten-Schaffen', die angebl. (schlecht durchdachte) Herstellung von 'Alternativ-Losigkeiten' herstellen und dann eben meist ein risikenmaximiertes 'Augen-zu-und-durch'. Mega-Murks ist dann eben 'unvorhersehbar' (da sicher auch so ein 'bestgeplantes Projekt') aus dem heiteren Himmel gefallen.

    Es profitieren ebn schon die 'richtigen' Leut ('Eliten', 'Leistungsträger' und andere Gross-Beulen) !

    Selbstverantwortung, Haftung und Rechenschaften fallen ja bei diesen Fehlplanern, Schlecht- und Nichtleistern regelmässig aus. Da sind unabhängig vom Gelingen einer (Nicht-)'Lösung' eben die eigenen Schäflein und die der üblichen 'Leistungsträger-Elite' im Trockenen.

    Und Mitläufer, (teils bezahlte) Claquere gibts hier ja immer noch genug...

    Diese devote Hörigkeit gegenüber diesen demokratiegegurkten Machern, diesen geistig-moralisch-menschenfreundlich-altruistischen uneitlen Beton-Köpfen, Provinz-Fürsten....
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  •   Stadionfrage
    (154 Beiträge)

    16.03.2013 06:24 Uhr
    Länger arbeiten
    Gefühlt bin ich schon der Meinung, daß zumindest am Euro morgens früher und abends länger gearbeitet wird, auch bis in die dunkelheit hinein.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (4144 Beiträge)

    16.03.2013 02:55 Uhr
    Dementis der oeffentlichen Verwaltung
    lassen immer Boeses ahnen.
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  •   ALFPFIN
    (7844 Beiträge)

    15.03.2013 22:30 Uhr
    Wer's glaubt wird selig.
    Na, hoffentlich merkt der OB schnell, dass das nur Geschwätz ist. Denn die Schlamperei, die sie jetzt zugeben hat Methode. die machen jetzt ein bisschen Druck und in spät. 3 Monaten, machen sie genau so weiter wie bisher.
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  •   Filou99
    (1233 Beiträge)

    15.03.2013 21:56 Uhr
    blablablubber
    Die üblichen Absonderungen vor der Pleite. Was nicht sein darf kann nicht sein.

    Dann dauert es noch etwas bis zur Insolvenz, und dann? Gibt es einen Plan? Vermutlich nicht, da das Projekt alternativlos ist.

    450 Mio geplant, 600 Mio heute, ich gehe jede Wette ein es wird am Ende bei fast 1 Mrd liegen. Und das für die kürzeste Provinz-Ubahn der Welt.
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  •   yokohama
    (3451 Beiträge)

    15.03.2013 23:01 Uhr
    Seit mehr als zwei Jahren
    ist nichts von weiteren Kostensteigerungen bekannt. Und meines Wissens wurde der Bau des eigentlichen Tunnels - anders als der der Haltestellen - zu einem Festpreis vereinbart, die Mehrkosten trägt das Bauunternehmen (wenn dies nicht zutreffend ist, bitte mit Quellenangabe berichtigen). Ich wüsste nicht wie die Millarde noch zustande kommen soll.

    Und gebaut wird keine U-Bahn, sondern ein Tunnel im zentralen, innerstädtischen Streckenabschnitt eines mehrere hundert Kilometer langen regionalen Schienennetzes.
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  •   tessarakt
    (2356 Beiträge)

    16.03.2013 17:36 Uhr
    Festpreis?
    Beispielsweise das Baugrundrisiko kann der Bauherr nicht auf den Bauunternehmer abwälzen. Und das Risiko von Verzögerungen, die der Bauherr selbst oder vorher arbeitende Bauunternehmer zu vertreten haben, vermutlich auch nicht.
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  •   Filou99
    (1233 Beiträge)

    16.03.2013 15:33 Uhr
    Blauäugig
    Deine blauen Augen hätte ich gerne. Denkst Du in Berlin, Hamburg, Stuttgart gab es keine Verträge? Warum steigen dann die Kosten?

    Und warum sind in KA die Kosten schon jetzt deutlich höher als geplant?

    Festpreis, Haha, wenn Du dran glauben willst tu es.

    Übrigens bin ich nicht mal ein Tunnelgegner, ich finde nur die Umsetzung des Projekts miserabel.
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  •   franky4you
    (1330 Beiträge)

    16.03.2013 11:18 Uhr
    Also einen Tunnel Pauschal durch KA-City so wie ein IKEA Fertighäuschen
    wo kein Mensch irgend ne Ahnung hat, was da unten alles ist???
    Ist für mich so glaubhaft, wie die blühenden Landschaften der sicheren Renten!
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  •   aga2759
    (409 Beiträge)

    16.03.2013 11:08 Uhr
    Express kostet
    Abgegebene Festpreiszusagen sind IMMER mit abgegrenzten Rahmenbedingungen verbunden. Sobald das kleinste unerwartete Ereignis auftritt, gilt die Zusage nicht mehr. Dann wird prozessiert (kostet auch). Und wenn jetzt ein 'Zwischenspurt' eingelegt wird: Expresszuschlag garantiert! Mind. das Doppelte des ursprünglich veranschlagten!
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