Karlsruhe Kombi-News: Während auf dem Mendelssohnplatz die Bahnen wieder halten, läuft in den Haltestellen der Staubsauger

Karlsruher Bahnfahrer können sich freuen: Ab dem morgigen Samstag rollen die Bahnen wieder über den Mendelssohnplatz. Und nicht nur das: Die Kreuzung befindet sich baulich bereits im Endzustand, Schienen und Asphalt sind fest verbaut. Über die weiteren Updates der Kombilösungs-Baustellen informiert die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) in ihrem wöchentlichen Baustellenbericht.

Ab dem morgigen Samstag, 26. Oktober, fahren ab 1.15 Uhr in aller Frühe die Stadt- und Straßenbahnen wieder über den Mendelssohnplatz - von Norden nach Süden und von Süden nach Norden. Der Bahnverkehr war am 27. Juli unterbrochen worden, um die beiden provisorisch eingebauten Hilfsbrücken abzubauen, die Tunneldecke zu betonieren, das Ganze dann mit Erdreich zu überschütten und Gleise sowie Weichen einzubauen.

Kreuzung Mendelssohnplatz ist im Endzustand

Auch wenn damit der "vertraute" Zustand am östlichen Ende der Kriegsstraße wiederhergestellt ist - alles ist neu: Denn unter der Kreuzung ist der künftige Autotunnel im Rahmen des Umbaus der Kriegsstraße bereits hergestellt. Und oben auf der Oberfläche ist zumindest der engere Bereich der Kreuzung bereits im Endzustand: Das Gleisviereck ist eingebaut, der Asphalt für die Autos eingebracht - hier wird sich also nichts mehr ändern.

Provisorische Fahrspuren gibt es bereits in der Ludwig-Erhard-Allee - die endgültige Straßengestaltung beginnt hier.
Provisorische Fahrspuren gibt es bereits in der Ludwig-Erhard-Allee - die endgültige Straßengestaltung beginnt hier. | Bild: Kasig

Gebaut werden müssen allerdings noch die Gleisanschlüsse in die Kriegsstraße hinein in Richtung Westen und Osten, wo dann die Anschlüsse an die in der Kapellenstraße liegenden Gleise erfolgt sowie in die Ludwig-Erhard-Allee hinein. Ganz verschwunden ist im Zuge der jetzt erfolgten Neugestaltung der Oberfläche die alte Haltestelle nördlich vom Mendelssohnplatz: Hier gibt es jetzt ein Grüngleis.

Ungeachtet dieser ersten Zwischenschritte "oben" geht es "unten" unverändert dynamisch zur Sache: Im Baufeld O 3 westlich vom Mendelssohnplatz wird Erdreich bis zur ersten Ankerlage ausgehoben. Wo das schon geschehen ist, werden die Anker in der obersten Lage seitlich ins Erdreich getrieben - und wo wiederum das geschehen ist, wird die Weichgelsohle hergestellt, die die Baugrube vor dem Eindringen von Grundwasser von unten schützen wird.

Tunnel-"Lücke" im Westen muss geschlossen werden

Anschließend an das Baufeld O 3 läuft ab der Meidinger Straße bis knapp vor die Kreuzung Ettlinger Tor im Baufeld O 4 bereits der Ingenieurbau. Im westlichen Teilbereich des Baufelds warten die Ingenieure noch das Ergebnis für die Dichtigkeitsprüfung ab: Ist die Baugrube seitlich und von unten ausreichend gegen eindringendes Grundwasser geschützt, kann auch hier der Erdaushub unterhalb des Grundwasserspiegels beginnen.

Westlich der Kreuzung Ettlinger Tor im Baufeld W 4 - also in Richtung Karlstor - ist das Schließen der Tunnel-"Lücke" zwischen dem bereits bestehenden Kombi-Bauwerk unter der Kreuzung Ettlinger Tor sowie dem im Rohbau befindlichen Tunnelabschnitt im Baufeld W 3 auf Höhe des Einkaufszentrums bis zur Lammstraße auch schon in Sicht: Nach dem Bohren und Spannen der letzten Anker in der zweiten, untersten Lage beginnt im November der Ingenieurbau mit dem Herstellen von Tunnelsohle, Tunnelwänden und der Tunneldecke.

Im Baufeld W 3 wird der Tunnelabschnitt in diesem Bereich immer länger: Von Westen nach Osten haben die Arbeiter täglich Bewehrungen montiert, Schalungen gestellt und betoniert. Der Rohbau dieses Tunnelabschnitts zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor und an der dort auf der Südseite der Kriegsstraße angesiedelten Betriebszentrale wird etwa noch bis ins erste Quartal des nächsten Jahres dauern.

Terrazzo-Boden wird geschliffen und "gesaugt"

Am Karlstor im Baufeld W 1 wird im westlichen Baufeldbereich noch einige Tage unter der Bodenplatte der früheren Rampe die Weichgelsohle hergestellt sowie Anker in der ersten Lage für den Baugrubenverbau seitlich ins Erdreich gebohrt und dann verpresst.

Beim Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels unter der Kaiserstraße mit dem Südabzweig vom Marktplatz in die Ettlinger Straße bis zur Augartenstraße geben Handwerker den Ton an - und haben ebenso viele wie verschiedenartige Aufgaben vor sich.

Sauber: Der Terrazzo-Boden wird nach dem Einbringen geschliffen, der Schleifstaub dann weggesaugt.
Sauber: Der Terrazzo-Boden wird nach dem Einbringen geschliffen, der Schleifstaub dann weggesaugt. | Bild: Kasig

Die vom Rohbau hergestellten Böden und Treppenschrägen erhalten eine Terrazzo-Auflage beziehungsweise Stufen aus diesem Material - Zement, in den kleine Steine eingelagert sind, der dann gegossen und anschließend auch geschliffen wird. Diese Arbeiten sind in den Haltestellen Europaplatz, Lammstraße und Kronenplatz zu beobachten. 

Die Elektriker sind los

Trocken: Maurer verschließen Wanddurchbrüche, durch die Kabel oder Rohre geführt wurden.
Trocken: Maurer verschließen Wanddurchbrüche, durch die Kabel oder Rohre geführt wurden. | Bild: Kasig

In luftiger Höhe, aber auf dem Raumgerüst sicher stehend sind die Arbeiter unterwegs, die in den Haltestellen Lammstraße, Europaplatz und Marktplatz die Haltestellendecke verkleiden. Auch der Trockenbauer hat aktuell viele Aufgaben: Durchbrüche werden geschaffen oder, nachdem Leitungen und Rohre durch Wände geführt wurden, wieder verschlossen. Statt der zunächst provisorisch eingebauten Bautüren aus Blech für den Zugang zu den Technikräumen werden nun die endgültigen Stahltüren eingepasst.

Schwer: Vor die Betriebsräume werden statt der Blechbautüren jetzt die endgültigen Stahltüren montiert.
Schwer: Vor die Betriebsräume werden statt der Blechbautüren jetzt die endgültigen Stahltüren montiert. | Bild: Kasig

Installateure für Lüftung und die Entrauchung montieren derzeit in den Haltestellen Europaplatz, Lammstraße, Kronenplatz und Durlacher Tor ihre Anlagen. Elektriker sind praktisch überall tätig - schließen sie doch letztlich die Anlagen und komplexen Systeme an den Strom an. Dazu gehört auch die Montage von Transformatoren, die die vom Stromnetz angelieferten 20 Kilovolt in 400 Volt umwandelt.

Dicker Brocken: Dieser sechs Tonnen schwere Transformator wandelt 20 Kilovolt in 400 Volt um.
Dicker Brocken: Dieser sechs Tonnen schwere Transformator wandelt 20 Kilovolt in 400 Volt um. | Bild: Kasig
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