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Karlsruhe Kombi-News: Platte für Platte nimmt die Haltestelle am Durlacher Tor ihre Gestalt an

Nun hält die komplexe Technik und die Innenausstattung der Haltestellen Einzug in die Baustellen der Kombilösung. Davon berichtet die Bauherrin in ihrer wöchentlichen Pressemeldung.

Viele Spezialisten sind derzeit in den insgesamt sieben neuen unterirdischen Haltestellen und auch den dazwischenliegenden Tunnelabschnitten unterwegs, um aus dem Rohbau eine betriebsbereite Anlage des Öffentlichen Personennahverkehrs zu machen.

Weitestgehend unsichtbar für die Fahrgäste später ist der enorme Aufwand für die Ausstattung mit Technik: Viele Kilometer Bahnstrom-, Stromkabel und Telekommunikationsleitungen müssen in die Leerrohre in den Tunnelabschnitten eingezogen oder in den Bahnsteigkörpern sowie in den Betriebsräumen verlegt werden.

Im Westen zieht der Bahnstrom ein

So werden derzeit dicke Bahnstromkabel zwischen den Haltestellen Lammstraße und Europaplatz eingezogen. Elektriker sind in den Technikräumen der unterirdischen Haltestellen Kronenplatz und Durlacher Tor unterwegs – hier werden Telekommunikationsleitungen verlegt. In derartige Technikräume in der unterirdischen Haltestelle Lammstraße werden zurzeit Doppelböden eingezogen: Unter ihnen lassen sich die Leitungen zu den entsprechenden Schaltschränken führen.

Kombi-News 19.10.2018
Innige Verbindungen gehen in der Haltestelle Durlacher Tor derzeit elektrische Drähte und Schalter ein. |

Ebenfalls mit technischem Aufwand verbunden, aber später für die Fahrgäste von direkter Bedeutung ist der Einbau der Fahrtreppen: Sie werden in ganzer Länge vormontiert angeliefert und werden in die vom Beton-Rohbau vorbereiteten Treppenaufgänge eingepasst – millimetergenau. Das mit dem Einbau beauftragte Unternehmen leistet diese Form von Schwerstarbeit gerade in den Haltestellen Kronenplatz und Durlacher Tor.

Helle Fliesen sorgen für eine helle Atmosphäre

Erheblicher Aufwand ist auch für das Aussehen der Haltestellen und auch der darüber liegenden Fahrgastebenen vonnöten: In der Haltestelle Durlacher Tor werden die ersten der vielen tausend Betonwerksteine, die später für eine helle Haltestelle sorgen, an die Wände montiert.

Kombi-News 19.10.2018
Betonwerksteine werden in der Haltestelle Durlacher Tor an die Wände montiert. |

Die Bahnsteigkanten "stehen" weitestgehend, auch die Hohlkehlsteine, die den Übergang vom Bahnsteigboden zur Bahnsteigwand bilden, finden Stein für Stein ihren Platz. Derzeit wird auch das sogenannte taktile Leitsystem auf die beiden Bahnsteige im Durlacher Tor gelegt: Mithilfe dieser von Erhebungen geprägten Bodenplatten finden sich Sehbehinderte in den Haltestellen zurecht.

Kombi-News 19.10.2018
Auf die Bahnsteige „unten“ im Durlacher Tor wird das taktile Leitsystem für Blinde und sehbehinderte Fahrgäste verlegt. |

Der letzte Beton ist geflossen

Ebenfalls dem Aussehen der Haltestellen dient das „Stocken“ der Wände: Auf den Fahrgastverteiler-Ebenen sowie den Wänden in den Treppenbereichen kreist der Meißel des Spezialunternehmens in den Haltestellen Lammstraße und Marktplatz.

Beim Rohbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels ist die letzte Betonage erfolgt: Die Bahnsteige in der Haltestelle Ettlinger Tor sind nun hergestellt, so dass in dieser wie auch in der Haltestelle Marktplatz und in einigen wenigen Tunnelabschnitten lediglich noch Restarbeiten anstehen. Dazu gehört das Durchspülen der Drainagerohre in den Tunnel- und Haltestellensohlen ebenso wie letztlich auch die Räumung des Tunnels von Material und Baugeräten, die die für den Rohbau zuständige Arbeitsgemeinschaft benötigt hat.

Bis zum Jahresende sind die Straßen am Durlacher Tor fertig

Etwas länger erinnert dagegen noch die Oberfläche des Durlacher Tors an den Rohbau – denn diese muss wiederhergestellt werden, nachdem sie etwa sieben Jahre als Baueinrichtungsfläche für den Bau der Haltestelle und auch für den Tunnelvortrieb mit der Tunnelvortriebsmaschine "Giulia" genutzt worden war. Der abschnittsweise erfolgende Bau der Straßen, Rad- und Gehwege dauert noch bis zum Jahresende.

Der Rohbau des Straßentunnels für den Umbau der Kriegsstraße mit einer oberirdischen Gleistrasse und einem darunter liegenden Autotunnel geht planmäßig weiter: Östlich vom Mendelssohnplatz im Baufeld O 1 wurde der letzte Abschnitt der Wände der Rampen, die die Autos zur Ein- beziehungsweise Ausfahrt für den Tunnel nutzen werden, betoniert. Die Rohbauarbeiten in diesem Abschnitt sind termingerecht abgeschlossen, so dass bereits der letzte Kran abgebaut werden konnte. Es läuft nun noch der Rückbau des Baugrubenverbaus.

Erde wird für den späteren Tunnel beiseite geräumt

Im Baufeld O2, das sich über den Mendelssohnplatz von der Einmündung der Kapellenstraße in die Ludwig-Erhard-Allee bis auf Höhe der an der Kriegsstraße liegenden Heinrich-Hübsch-Schule erstreckt, werden teilweise die Leitwände schon wieder abgebrochen, die die senkrechte Führung des Schlitzwandgreifers garantierten. Die vom Greifer bereits ausgehobenen Schlitzwände sind mit stählernen Spundwänden ausgestattet, die die Baugrube für den Tunnel absichern und später auch die nach außen liegende Schalung für die Tunnelwände bilden.

Auch hat der Aushub bis hinunter zur ersten Ankerlage begonnen: Mit den Ankern werden die Spundwände mit dem dahinter liegenden Erdreich "verdübelt". Unmittelbar bevor steht auch der Bau der Auflager für die Gleishilfsbrücken. Die beiden Hilfsbrücken werden in der Nacht vom 3. auf den 4. November eingehoben.

An der Ritterstraße entsteht ein neuer Verkehrsknoten

Westlich vom Mendelssohnplatz im Baufeld O3 entstehen die über die Baugrube hinausragenden Betonaufsätze – Kragplatten -, auf denen während des darunter liegenden Tunnelbaus Autos fahren können. Im Baufeld O4 wurden die letzten Kragarme hergestellt. Es beginnt der Bau der bauzeitlichen Fahrbahn, die den in West-Ost-Richtung führenden Kraftfahrzeugverkehr auf zwei Fahrstreifen südlich entlang der zukünftigen Tunnelbaugrube führen soll.

Noch weiter westlich, im Baufeld W3 zwischen Ettlinger Tor und Lammstraße, läuft der Aushub der Baugrube im Westen des Baufeldes, während im Osten dieses Baufelds nun auch auf der Südseite die noch fehlenden Bohrpfähle hergestellt werden. Hierzu ist auch das zweite Großbohrgerät in diesem Baufeld eingetroffen.

Auf dem Baufeld W2 zwischen Lammstraße und Ritterstraße entsteht ein Verkehrsknoten, der während der Bauzeit des Tunnels ein Queren der Kriegsstraße auf Höhe der Ritterstraße ermöglicht. Im November geht er in Betrieb.

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  •   Waterman
    (6149 Beiträge)

    21.10.2018 05:33 Uhr
    Wenn es sie noch nicht geben sollte:
    Bitte eine Spezialabteilung für die Verfolgung von Sprayern und Präventivmaßnahmen bilden.

    Es wäre zu schade, wenn sich Egomanen wieder einmal einmal auf Kosten der Allgemeinheit ihren sonderbaren Neigungen hingeben könnten.
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  •   Kruppstahl
    (870 Beiträge)

    20.10.2018 19:07 Uhr
    Himmel!
    "Helle Fließen ..."

    Ja wo fließen sie denn hin?
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  •   lynx1984
    (3033 Beiträge)

    20.10.2018 13:43 Uhr
    Helle Bodenbeläge?
    Ob das dauerhaft im öffentlichen Raum gut aussieht?! Sehr heller Bodenbelag - kaum mit sichtbarer Musterung.
    Stelle mir schon die erste Woche schlimm vor wenn wieder Idioten die Kaugummis ausspucken und hunderte Personen diese breit treten.

    Hoffentlich bewahrheiten sich nicht meine Befürchtungen.
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  •   NeoTiger
    (614 Beiträge)

    20.10.2018 16:06 Uhr
    Heutzutage sind Kaugummiflecken für die Straßenreinigung kein so Problem mehr wie noch vor 20 Jahren. Die Kriegt man mit Trockeneisgebläsen beeindruckend leicht weggeblasen.
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  •   A320
    (297 Beiträge)

    20.10.2018 13:57 Uhr
    .
    Bei einem Bürgerforum wurde versichert, dass die Materialien schmutzabweisend sind und man Müll, etc. ziemlich schnell entfernen will.
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  •   dipfele
    (4908 Beiträge)

    20.10.2018 15:58 Uhr
    Hat auch jemand danach gefragt....
    …. was die schnelle Reinigung zusätzlich kostet?
    Von den Oberen wurde immer behauptet, der Betrieb im Tunnel sei nicht teurer wie oben. Nur oben hält die Stadtreinigung die ganze Strasse sauber, währen jetzt im Tunnel extra eine zweite Kolonne eingesetzt werden muss. Dazu kommt die permanente extra Beleuchtung mit schmutzigem Strom?). Das sind dann dauerhafte Zusatzkosten, über die nie geredet worden ist.
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  •   NeoTiger
    (614 Beiträge)

    20.10.2018 16:22 Uhr
    Du willst Zahlen wissen? Bitteschön:

    https://web3.karlsruhe.de/Gemeinderat/Gruene-Fraktion/stellung/2015/0324_21-Tischvorlage.pdf
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