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Karlsruhe Kombi-News: Nur noch am Ettlinger Tor fließt Beton in 'rauen' Mengen

Immer zum Wochenende informiert die Karlsruher Schienen-Infrastrukturgesellschaft (Kasig) in ihrem wöchentlichen Bericht über die Baustellen der Kombilösung. Diese Woche geht es unter anderem um die immer weniger werdenden Betonarbeiten.

Für den Rohbau der sieben künftigen unterirdischen Haltestellen und Tunnelabschnitte fließt der Beton nach dem Spatenstich zur Kombilösung im Januar 2010 inzwischen nur noch im Ettlinger Tor in nennenswerten Mengen, das teilt die Kasig in ihrem Bericht an die Presse mit. In allen anderen Abschnitten seien die Arbeiter nur noch mit Restarbeiten, mit dem Aufräumen der unterirdischen Baustelleneinrichtungen oder gar schon die Handwerker mit dem Innenausbau beschäftigt.

Der Nordteil der Haltestelle Ettlinger Tor hängt bei der Fertigstellung etwas zurück, weil von hier aus der Vortrieb des Tunnels unter der Karl-Friedrich-Straße erfolgte und für die Drucklufteinrichtungen provisorische Einbauten errichtet wurden, die anschließend auch wieder zurückgebaut werden mussten. Jedoch haben die Arbeiter hier schnell aufgeholt: Derzeit entstehen die Innenwände für die Treppenzugänge und die Zwischenebene.

"Restarbeiten" stehen auf dem Plan

Betonieren ist auch noch in der Haltestelle Europaplatz angesagt: Nachdem in den Bahnsteigkörper die Aufnahmen für die elektrischen Leitungen sowie die Feuerlöschwasserrohre montiert wurden, wird die Oberfläche jetzt mit Betonplatten geschlossen, die anschließend vergossen werden. Hier wie auch in den Haltestellen Lammstraße, Kronenplatz und Marktplatz stehen dann nur noch die so genannten "Restarbeiten" auf dem Plan: Dazu gehört beispielsweise das Verpressen von Arbeitsfugen oder das Freilegen von Erdungskabeln.

Aufräumen ist laut Kasig in den verbleibenden Bauabschnitten derzeit das Thema Nummer eins: Nicht mehr benötigtes Baumaterial wird abtransportiert, natürlich auch die Baugeräte. Bevor die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft als Bauherrin der Kombilösung einzelne, im Rohbau fertiggestellte, Abschnitte übernimmt, müssen diese "besenrein" sein.

Bei der Abnahme wird der Rohbau daraufhin überprüft, ob die in der Ausschreibung enthaltenen Leistungen und Qualitäten durch die, für den Rohbau verantwortliche, Arge Stadtbahntunnel eingehalten wurden. Gleich danach rücken die Handwerker des Innenausbaus an, wie das etwa bei den Stockarbeiten - dem Aufrauhen der Wände in den Treppenabgängen und auf den Zwischenebenen - der Fall ist.

Am Durlacher Tor: Arbeiten an Straßen und Kreuzungen

Der Innenausbau ist angelaufen: Abgesehen von den Kabelaufnahmen und Feuerlöschwasserrohren, die bereits in nahezu allen Bahnsteigkörpern verlegt sind, werden nach Angaben der Kasig im Durlacher Tor derzeit die Technikräume mit Doppelböden ausgerüstet - "oben" steht der Techniker auf dem Boden, "unten" lassen sich Kabel einziehen und bis hinein in Schaltschränke führen. Ebenfalls im Durlacher Tor werden auf den Haltestellenwänden Markierungen angebracht, die für die Befestigung der Verkleidung aus Betonwerksteinen dienen. Und hier sowie in der Haltestelle Kongresszentrum werden die Bahnstromkabel verlegt.

An der Oberfläche der Karlsruher Innenstadt ist vom unterirdischen Bau-Treiben zwar nichts mehr zu hören oder zu sehen, aber die Rohbau-Fertigstellung hat natürlich auch "oben" ihre Folgen: So laufen am Durlacher Tor großflächig die Arbeiten an Straßen und Kreuzungen, Geh- und Radwegen. Die bereits verlegten einzelnen Gleis- und Gleiskreuzungsabschnitte werden im Sommer während der Schulferien alle miteinander verbunden. Voll funktionsfähig wird das Durlacher Tor für alle Verkehrsteilnehmer erst zum Jahresende sein - Bauen auf einer der größten und meist belebten Kreuzungen Karlsruhes ist eine komplexe Angelegenheit.

Berliner Platz: Oberflächenarbeiten dauern an

Der Europaplatz hat die Oberflächenarbeiten bereits hinter sich: Der provisorisch bis zur endgültigen Pflasterung hier verwendete Asphalt ist eingebaut, die nutzbare Platzfläche hat sich deutlich vergrößert. Am Berliner Platz lässt dieser Zustand noch etwas auf sich warten: Hier werden bis zum Sommer über der unterirdischen Haltestelle Kronenplatz noch Leitungen und Kanäle verlegt, die wegen der bisher dort befindlichen Andienöffnungen noch nicht hergestellt werden konnten.

Fahrbahnen, Geh- und Radwege entstehen derzeit in der südlichen Karl-Friedrich-Straße, am Rande der Kreuzung Ettlinger Tor sowie in der nördlichen Ettlinger Straße. Ende Juni soll die Kreuzung in Nord-Süd-Richtung für den Verkehr nutzbar sein - und die Buslinie 10 wird dann nach Norden über die Kriegsstraße hinaus bis zum Marktplatz verlängert.

Auch Kriegsstraßen-Umbau geht weiter

Der Umbau der Kriegsstraße geht in den beiden Baufeldern O1 in der Ludwig-Erhard-Allee und im Baufeld W2 zwischen Ritterstraße und Lammstraße routiniert weiter: Im O1 am künftigen östlichen Ein- und Ausgang des Autotunnels werden die Sohlen und Wände der beiden Rampen hergestellt, im W2 zwischen Ritterstraße und Lammstraße entstehen außer der letzten Tunnelsohle auch die Wände und bereits die Tunneldecke.

Im Baufeld W3 zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor werden auf der Süd- und der Nordseite provisorische Fahrbahnen hergestellt, über die von Westen nach Osten und von Osten nach Westen die Autos in diesem Abschnitt während des Tunnelbaus, der in der Mitte der Kriegsstraße erfolgt, fahren werden. In den Baufeldern O3 und O4 zwischen Mendelssohnplatz und Ettlinger Tor werden nach dem Ende der Leitungsverlegungen nun - verstärkt durch ein zweites Großbohrgerät - die Bohrpfähle für die Baugrubenwand der Tunnelbaugrube hergestellt.

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  •   BMWFahrer
    (128 Beiträge)

    12.05.2018 18:28 Uhr
    Bei der Herstellung von Beton
    entstehen pro Tonne Beton ca. 200 kg Kohlendioxid. Klimaschutzziele lassen sich durch die Kombilösung folglich nicht erreichen.
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  •   schoenix
    (23 Beiträge)

    14.05.2018 10:54 Uhr
    Nur die halbe Wahrheit
    das im Laufe von Verwitterungsprozessen zumindest ein Teil des bei der Herstellung entstehenden CO2 wieder aufgenommen wird wurde in dieser Doku, die da letztens auf irgendeinem Sender lief, wohl unterschlagen.
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  •   dipfele
    (4764 Beiträge)

    12.05.2018 15:06 Uhr
    Beton in rauen Mengen.....
    .... den Kubikmeter für 500,- Euro, da kommt eine Menge Geld zusammen. In KA fehlen rund 6.000 Kita Plätze.
    Für seinen Kombi-Kosten- Vergleich mit den fehlenden Kitas wurde Linken-Stadtrat Fostiropoulos von der SPD Frau Baitinger belächelt, so nach dem Motto, Kitas brauchen wir nicht.
    Dem einfältigen Wähler wurde für den Tunnelbau unter der Karl-Friedrich-Str. zwischen Marktplatz und Ettlinger Str. ein Jahr Bauzeit versprochen. Ohne Strassensperrung. Dann sollten die Strabas wieder fahren. Vier Jahre war die Karl-Friedrich-Str. eine fast unpassierbare Baustelle. Die Strabas fahren heute noch Umleitung und dazu ein SEV Bus. Zusatzkosten von gut einer Million pro Jahr !! Und weil der Gemeinderat/Kasig Kosten sparen wollten, wurde das mit Millionenaufwand um 2010 neu installierte Gleisviereck an der Baumeister/Billing/Ettlinger Str. letztes Jahr abgebrochen. Jetzt muss als Ersatz mit Millionenaufwand ein neuen Gleisbogen von der Phillip-Reis-Str. in die Rüppurrer Str. gebaut werden.
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  •   likeka
    (327 Beiträge)

    12.05.2018 22:05 Uhr
    Gleisviereck
    Das Gleisviereck wäre so oder so mit Inbetriebnahme des Südabzweigs abgebrochen worden!
    Denn mit Fertigstellung der Kombilösung war immer geplant, dass die Ettlingerstraße oberirdisch ohne Gleise ist.
    Was die Stadt gemacht hat, dass sie auf einen Einbau von Behelfsgleisen in der Ettlingerstraße verzichtet hat.
    Was wäre das denn bitte sonst geworden? Bis mind. DEZ 2017 Gleisbau und prov. Fahrbahnwiederherstellung, dann 3-4 Jahre Betrieb (vorerst nur bis zur Baumeisterstraße, zum Ettlinger Tor hin ist ja immer noch Baustelle).
    Dazu könnte der Marktplatz bei einer Durchbindung der prov. Gleise zur Kaiserstraße nicht 2019 endgültig gepflastert werden.
    Man müsste zudem nach der Inbetriebnahme der Kombiloesung wieder die Ettlingerstraße und die Karl-Friedrich-Str. aufreißen, um dann den endgültigen Straßenquerschnitt herzustellen. Das ist sicher auch nicht billiger, zumal am Marktplatz auch ein provisorisches Gleisdreieck benötigt würde.
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  •   dipfele
    (4764 Beiträge)

    14.05.2018 16:08 Uhr
    Der einfältigen Bevölkerung....
    ..... wurde im Planfeststellungsverfahren hoch und heilig versprochen, die Gleise im Südabzweig kommen wieder rein. Leider wurde immer noch nicht begriffen, dass der jetzige Umleitungs- und Busverkehr gut eine Mio extra im Jahr kostet. Dafür hätten auch die Gleise, wie versprochen, wieder eingebaut werden können. Und sogar liegen bleiben können !! Wie in der Durlacher Allee. Dort fahren auch die Autos auf den Gleisen. Ist ja eine Stassenbahn. Da hätte man in der Ettlingerstr. nichts wieder ausbauen und umbauen müssen. Typischer Karlsruher Denkfehler.
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  •   mueck
    (9747 Beiträge)

    13.05.2018 12:20 Uhr
    !
    Man hätte es so machen können wie an der Rampe Durlacher Allee: Umfahrung in der Fahrbahn und die einfach liegen lassen bis mind. Kriegsstr. für eine bessere Netzflexibilität in Störungsfällen etc., das hätte das Wiederaufreißen am Schluss auch erspart ... Aber um einen besseren ÖV geht es bei der U-Strab ja gar nicht ...
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  •   likeka
    (327 Beiträge)

    13.05.2018 22:41 Uhr
    .
    Worum es bei der Kombilösung geht will ich mal dahingestellt lassen.
    Klar ist aber: Seit dem Planfeststellungsbeschluss 2008 war klar, dass in der Ettlingerstraße keine Bahnen mehr fahren werden.
    Laut "dipfele"wurde das Gleisviereck allerdings erst 2010 eingebaut.

    Ich fände die Version "Rampe Durlacher Tor" in der Ettlingerstraße auch sehr gut, allerdings hätte man trotzdem bauzeitige Gleise analog zur Kaiserstraße gebraucht.
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  •   dipfele
    (4764 Beiträge)

    14.05.2018 16:14 Uhr
    Vollkommen falsch verstanden....
    .. das Gleisviereck Ettlinger/Baumeister Str. wurde 2010 vervollständigt und die Kurve gleich zweimal rausgerissen, weil ein unten durchführender Kanal vergessen wurde. Im Planfeststellungsverfahren wurde der Bevölkerung die Beibehaltung der Gleise in der Ettlinger Str. versprochen. Seit Nov. 2013 zahlen die Bürger Jahr für Jahr gut eine Mio extra für den Umleitungsverkehr.
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  •   mueck
    (9747 Beiträge)

    13.05.2018 22:55 Uhr
    !
    Also eigentlich sah der Planfeststellungsbeschluss vor, dass die Gleise nördlich vom ET nur 2 Jahre und südlich davon gar nicht unterbrochen werden bis zur kompletten Fertigstellung der Kombi.
    Nur stand das nur irgendwo in der Beschreibung, nicht im verpflichtenden Teil, aber was interessiert das Geschwätz von gestern ....
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