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Karlsruhe Kombi-News: Mendelssohnplatz seit Sonntag gesperrt - Bahnen fahren wieder übers Durlacher Tor!

Die Tunnelbauer haben sich eine neue Wirkungsstätte gesucht: Am Sonntag wird der Mendelssohnplatz untergraben. Damit der Bahnbetrieb laufen kann, müssen zunächst Hilfsbrücken eingesetzt werden. Hierfür wird der Bahn- und der Autoverkehr aber für einige Zeit blockiert sein. Weitere laufende Arbeiten stellt die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) in ihrer Pressemeldung vor.

Am Sonntag werden die Gleise, die den Mendelssohnplatz queren, gekappt – und auch die Autos können nicht mehr auf geradem Weg in Nord-Süd-Richtung und umgekehrt die Kriegsstraße an dieser vielbefahrenen Kreuzung queren. Der Autotunnel unter der Kriegsstraße muss auch unter diesem Platz gebaut werden – und das gestaltet sich aufwändiger als an den bisher eröffneten Baufeldern.

Mendelssohnplatz: Feierabendstau vom Allerfeinsten
Bild: rh

Erst im November rollen die Bahnen wieder

Zunächst werden sowohl die die Kriegsstraße querenden Bahnen wie auch die querenden Autos aus dem Baustellenbereich des Baufelds O2 auf, westlich und östlich vom Mendelssohnplatz "ausgesperrt" – der Autoverkehr entlang der Kriegsstraße ist davon nicht betroffen. Radfahrer und Fußgänger können kreuzungsnah "Umwege" nutzen, Radfahrer besser die großräumigen Umfahrungen über Waldhornstraße im Norden beziehungsweise Baumeisterstraße im Süden.

In den Tagen und Wochen bis Mitte November wird in die Kreuzung für die Stadtbahnen und Straßenbahnen eine Brücke – für jede Fahrtrichtung jeweils ein 60 Tonnen schweres Element – eingebaut. Unter dieser Brücke können anschließend bis etwa August nächsten Jahres die Tunnelbauer ihrer Arbeit nachgehen.

Autofahrer können Stelle per Umweg befahren

Für Autofahrer bessert sich die Situation mit Schulbeginn am 10. September: Sie können aus der Rüppurrer Straße kommend bis zur Kriegsstraße, dort dann nach rechts abbiegen und über einen "Wender" Höhe Ostendstraße/ Henriette-Obermüller-Straße nach Westen die Kriegsstraße oder die Fritz-Erler-Straße nach Norden befahren.

Nach Nordosten kann bereits auf Höhe der Volksbank in die Kapellenstraße abgebogen werden. Aus der Fritz-Erler-Straße heraus können Autofahrer nach Westen und – über einen kleinen Schwenk – auch nach Osten in die Kriegsstraße abbiegen und geradeaus in die Rüppurrer Straße gelangen.

Bauvorhaben am Mendelssohnplatz
Bauvorhaben am Mendelssohnplatz | Bild: Tiefbauamt Karlsruhe

Fußgänger können kreuzungsnah den Mendelssohnplatz queren – außer an der östlichen Seite, da dort das Tunnelbaufeld geöffnet sein wird. Für Radler gilt auch dann die Empfehlung, die ausgeschilderten Umleitungen über die Waldhornstraße beziehungsweise über die Ettlinger Straße zu nehmen und den Mendelssohnplatz zu umfahren, sofern ihr Ziel nicht direkt am Mendelssohnplatz liegt.

An anderer Stelle ist der Tunnel schon unter der Erde

Verglichen damit herrscht auf den anderen Baufeldern in der Kriegsstraße beinahe schon „Routine“: Östlich vom Mendelssohnplatz im Baufeld O1 in der Ludwig-Erhard-Allee ist der Tunnel bereits mit Erdreich überschüttet. Hergestellt werden aber noch die Ein- und Ausfahrtsrampen. Auf dem Tunnel ging die neue Straßenkreuzung mit der Kapellenstraße am Freitag in Betrieb.

Westlich vom Mendelssohnplatz in den Baufeldern O3 und O4 zwischen Adlerstraße und Ettlinger Tor werden die Arbeiten der Vorwoche fortgesetzt: Nachdem die Großbohrgeräte die bis zu 20 Meter tief ins Erdreich reichende überschnittene Bohrpfahlwand hergestellt haben, werden darauf die "Kragarme" betoniert: Das sind Betonwinkel oder Platten, die oben waagrecht auf den Bohrpfählen sitzen. Darauf werden die Autos fahren, während darunter der Tunnel entsteht. Parallel zu den Arbeiten an den "Kragarmen" werden noch die letzten Bohrpfähle hergestellt.

Ein weiterer Kran verlässt das Karlsruher Stadtbild

Westlich des Ettlinger Tors im Baufeld W3 bis zur Lammstraße entstehen durch Zementsuspension gestützte Schlitz- beziehungsweise Dichtwände, in die vor dem Aushärten der Suspension Spundwände eingestellt werden.

Kombi-News 24.8.18
Im Baufeld W 3 zwischen Ettlinger Tor (vorn) und Lammstraße (hinten) startet der Tunnelbau Kriegsstraße. | Bild: Kasig

Sobald die Großbohrgeräte ihre Arbeit in den Baufeldern O3 und O4 beendet haben werden, wechseln sie nacheinander in das Baufeld W3 und stellen auch hier Bohrpfahlwände her. Beide Baugrubensicherungen werden beim Tunnelbau als nach außen liegende Schalung für die Tunnelwände eingesetzt.

Im Baufeld W2 zwischen Ritterstraße und Lammstraße ist der Tunnel inzwischen schon großflächig mit Erdreich überschüttet. Der bisher noch benötigte Turmdrehkran wird in Kürze abgebaut.

Bahnen fahren wieder über das Durlacher Tor

Am Durlacher Tor erfolgt am Sonntag ein Startschuss: Die Ost-West-Achse zwischen Kronenplatz und Gottesauer Platz wird nach Abschluss der Gleisarbeiten dann in Betrieb genommen. Die Fahrgäste werden es deutlich spüren: Die Doppelkurve vor der Bernharduskirche ist weg, die Bahnen fahren schnurgerade von der Kaiserstraße in die Durlacher Allee beziehungsweise umgekehrt.

Die Inbetriebnahme des Abzweigs nach Nordosten in die Karl-Wilhelm-Straße Richtung Rintheim und Hagsfeld folgt zwei Wochen später. Bis Jahresende wird dagegen noch an den Fahrbahnen für Autos, an den Radwegen und den Fußgängerwegen gebaut.

Technik hält im Stadtbahntunnel Einzug

In den unterirdischen Haltestellen der Kombilösung geht der Innenausbau weiter: Die Wände der Treppenabgänge und die Wände der Zwischenebenen erhalten aktuell in den Haltestellen Kronenplatz und Europaplatz ihr mit einem Meißel aufgerautes Aussehen.

Im Durlacher Tor werden Aufzüge montiert, am Kronenplatz die dafür vorgesehen Schächte gespachtelt und mit einem Anstrich versehen. In der Haltestelle Durlacher Tor sind inzwischen die ersten Rolltreppen montiert. Montageteams stellen in den später von den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) genutzten Betriebsräumen an der Haltestelle Kronenplatz Doppelböden auf.

In den Haltestellen Durlacher Tor und im Kongresszentrum werden Unterkonstruktionen aus Stahl für die Montage der Werksteine aus sehr hellem Beton an die Haltestellenwänden "geschraubt".

Bleibt noch der bald beendete Rohbau beim Stadtbahntunnel: In der Haltestelle Ettlinger Tor gilt es, noch Treppenabgänge und Bahnsteige zu betonieren.

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    (3674 Beiträge)

    28.08.2018 20:51 Uhr
    Und über das Wichtigste
    wurde seit Monaten nicht mehr berichtet, nämlich über die 'Verschönerung' der unterirdischen Haltestellen. Wie siehts denn da aus? Sponsoren, Mäzene, was macht eigentlich der Künstler selbst? Entwirft er noch oder mosaikt er schon?

    Fragen, Fragen, Fragen...
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  •   Luigi
    (3 Beiträge)

    27.08.2018 09:44 Uhr
    Baustelle Karlsruhe
    Mich betrifft es nur, weil ich mit der S7/8 von Rastatt komme.
    Wenn der Herr Dipfele schon 5 Min. Umweg als Chaos findet, dann soll er bitte mal raus in die Welt wo es auch Busse und Bahnen gibt.
    Vor allen Dingen jammert und meckert da keiner.
    Sind sie doch froh wenn eine Stadt modernisiert wird und da kann man schon mal einige Zeit in kauf nehme.
    Was sind schon ein paar 500 Std. wenn es nachher bequemer geht.
    Aber die ewig gestrigen dieser Stadt kann man halt nicht, durch nichts überzeugen.
    Also KVV weiter so, damit diese Stadt endlich so wird wie man es sich wünscht.
    Der Aufbau Deutschland hat 20 J. gedauert und ist heute noch nicht fertig.
    Also "Ihr Meckerer" Kopf hoch und durch.
    Grüße von Remigius.
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  •   Realist22
    (247 Beiträge)

    28.08.2018 21:15 Uhr
    Meckern?
    Sie bezahlen also gerne für Leistungen, die nicht richtig erbracht werden?
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  •   Luigi
    (3 Beiträge)

    29.08.2018 15:40 Uhr
    Realist22
    Sie gehören bestimmt zu den großen Rechnern, die alles richtig machen. Aber Erdreich lässt sich so einfach nicht berechnen. Sind sie doch froh, dass Sie nicht in Berlin leben und für den besch... Flughafenbau zahlen müssen.
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  •   dipfele
    (4958 Beiträge)

    28.08.2018 19:48 Uhr
    Es geht um einen zügigen...
    …. Bauablauf, zumal das Durlacher Tor /KIT noch nicht mal mit den SEV zu erreichen war. Am Durlacher Tor wird nichts modernisiert, sondern nur der vorherige Zustand wie vor fünf Jahren existent, wieder hergestellt. Aus den Anwürfen geht hervor, dass der Liugi die ganze Sachlage überhaupt nicht kennt..
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  •   Luigi
    (3 Beiträge)

    29.08.2018 15:36 Uhr
    Keine Ahnung an dipfele!
    Bin bis einschl. Nov. 2015 über das Durlacher Tor von Stutensee aus kommend gefahren, das heißt ich war von Anfang dabei sogar beim 1. Spaten Stich. Aber ich Akzeptiere eben,wenn was neues geschaffen wird. Sie sind wahrscheinlich gegen alles oder??!!
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  •   dipfele
    (4958 Beiträge)

    25.08.2018 15:24 Uhr
    Die Gleisbauarbeiten....
    ….am Durlacher Tor waren das organisierte Chaos.
    Am Donnerstag, 26.07. wurden die Gleise in der Kaiserstr. gesperrt, aber erst sechs Tage später dort ernsthaft was bewegt. Dafür wurde mit Hochdruck am Abzweig in die Karl-Friedrich- Str. gearbeitet, der bekanntlich erst am 09.09. befahrbar sein muss. Am 10. 08. waren dann die Gleise in der Kaiserstr. verlegt, aber es dauerte dort insgesamt bis zum 24.08, also fast zwei Wochen, bis das Pflaster eingebaut worden ist. Bei konzentriertem Bauablauf wären die Gleise in der Kaiserstr . / Durlacher Allee in längstens einer Woche befahrbar gewesen. Derweil mussten die Fahrgäste aus Durlach und dem Pfinztal (S5 + T1+T2) vier Wochen lang einen mindestens fünfminütigen Umweg in Kauf nehmen. Man kann davon ausgehen, dass davon täglich gut 6000 Fahrgäste betroffen waren, dann macht die Fahrzeitverlängerung 500 Std/ Tag aus. Bei 32 Umleitungstagen a 15 € die Std. sind das dann 240.000,-€, die zusätzlich zum Fahrgeld bezahlt werden mussten
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  •   80er
    (5609 Beiträge)

    25.08.2018 17:40 Uhr
    Wenn man....
    ...keine Ahnung sollte man so einen Unsinn nicht schreiben.
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  •   dipfele
    (4958 Beiträge)

    26.08.2018 13:50 Uhr
    Der Schreiber .....
    … war 40 Jahre lang im Gleis- und Strassenbau tätig und weis, wie Terminbaustellen intelligent und schnell geleitet werden. Immerhin mussten durch die lahme Bauabwicklung Fahrgäste 32 Tage lang längere Fahrzeiten in Kauf nehmen. Das ist der Knackpunkt.
    Nach dem Gleisabbruch am Fr 27.07. hat sich auf der Seite Kaiserstrasse bis Fr 03.08. ausser eine Gasleitungsquerung - ein Tag Arbeit- nichts getan. Stattdessen wurde unverzagt am Abzweig in die Karl- Wilhelm -Strasse gebaut, der bekanntermassen erst am 09.09. gebraucht wird.
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  •   Greif
    (1494 Beiträge)

    28.08.2018 14:45 Uhr
    Hat der Schreiber...
    nach 40 Jahren Berufserfahrung noch einen Blick für die aktuelle Markt- und Personalsituation im Bauwesen im Allgemeinen und im Gleisbau im Besonderen?

    Die Kapazitäten nehmen eher ab und sind bereits gut ausgelastet. Wer zügig oder sogar schnell bauen will, hat derzeit mindestens eine fifty-fifty-Chance, dass sich keine einzige ernstzunehmende Baufirma um den Auftrag bewirbt. Da hilft auch kein "Opa erzählt vom Krieg" zwinkern
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